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Auf der Stelle treten ist in dieser Saison gar nicht mal verkehrt. Zumindest bei einer Platzierung im Mittelfeld wie bei uns gerade. Der Abstand nach oben sowie insbesondere nach unten ist hingegen schwindelerregend. Ein einziger Spieltag kann ausreichen, um plötzlich wieder am Aufstiegsplatz zu schnuppern oder aber nur einen Fußbreit vom Abstiegsabgrund entfernt sich zu platzieren. Eine verrückte Saison, bei der von fehlender Qualität gesprochen wird, wohl aber eigentlich nur die stark ausgeprägte Leistungsdichte der Liga meint, bei der jedes Spiel in jede Richtung ausgehen kann. So betrachtet ist das Unentschieden gegen die Eintracht aus Braunschweig daheim am Millerntor definitiv ein Gewinn – ein Punkt und ein Verbleiben dort, wo es am Ende der Saison durchaus als gemütlich zu bezeichnen wäre, im Mittelfeld der Liga.

Natürlich könnte man dagegen argumentieren, daß ein Aufstieg nicht nur das Ziel eines Vereins sein sollte, dieses angesichts unserer finanziellen Möglichkeiten im Vergleich zum Rest der Liga sogar eher möglich sein sollte als anderen. Aber weder ist unsere überragende Stadionauslastung allein im finanziellen Bereich alles, noch ist dieses als solches allein ein Segen – der Schwarzmarkt blüht bekanntlich und trägt unangenehme Früchte.

Mit einer aufsehenerregenden Aktion hat sich unsere Fanszene dort dagegen sichtbar und lautstark zu Wort gemeldet, wo es auch am sinnvollsten ist: in der Nähe vom Stadion, insbesondere an der U-Bahn-Station St. Pauli. Und weil es ein so altes wie immerwährendes Thema ist, dazu auch hier wieder ein paar Worte.

Das Gegenmittel gegen den fanunfreundlichen Schwarzmarkt ist so einfach wie alt: wer Karten abzugeben hat, sollte dies nicht an die sich als Suchende ausgebende Schwarzmarkthändler tun und wer Karten sucht, sollte dorthin gehen, wo es zu Normalpreisen welche geben kann: die AFM Kartenboerse http://www.fcstpauli-afm.de/afm-home/afm-projekte-aktionen/afm-kartenboerse-40.htm macht alle Seiten glücklich!

Weitere Informationen zur Kartenweitergabe und zum Schwarzmarkt gibt es auch direkt über bzw. vom Verein selbst: https://www.fcstpauli.com/tickets/ticket-infos/ticketboerse-und-ticketweitergabe/ bzw. https://www.fcstpauli.com/tickets/ticket-infos/schwarzmarkt-und-tickethandel/. Keiner braucht den Schwarzmarkt außer die „will doch nur 100 Euro“-Händler selbst. Zu Lasten der Fans. Das geht eben auch anders und besser!

Nun gibt es über den Ticketverkauf des Vereins natürlich noch andere Finanzierungsmöglichkeiten, aber das Faninteresse als solches ist natürlich ein gewichtiges Moment, auch für andere Formen der Vermarktung. Und da stehen wir natürlich besser als andere in der Liga dar. Und doch reicht das eben nicht, um eine „Übermannschaft“ im Ligavergleich zusammen zu kaufen. Und irgendwie ist das auch gut so. Wir kommen ja auch nicht aus diesem Grund ans Millerntor.

Daß Politik nichts im Stadion zu suchen hätte, ist bei uns zum Glück so weit von der Realität entfernt wie kaum etwas anderes. Und das ist so gut wie es nur gut sein kann.

Die Absurdität des Umbaus von einem Rechtsstaat zu einem Polizeistaat kann man im ganzen Land, aber eben auch gerade in Hamburg leider nur zu gut beobachten. Und die wunderbare Choreo der Süd an diesem Tag trifft es auf den Punkt.

G20 war dabei nur so etwas wie ein gewünschtes Ventil, ein Katalysator, um den Umbau weiter voran zu treiben.

Unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung, dem „Schutz“ des „Supergrundrecht Sicherheit“ wird der Abbau der Grundrechte insesamt immer weiter vorangetrieben. Der Überwachungsstaat ist dabei nicht nur zu einer Realität, sondern vielmehr zu einem ersten Schritt zur weiteren Bekämpfung der Freiheitsrechte geworden – Beispiele dürften bekannt sein, hier ein aktuelles: http://www.ovg.nrw.de/behoerde/presse/pressemitteilungen/11_180313/index.php.

Gesetzesverschärfungen auf der einen Seite, systematische Rechtsbrüche ohne negative Konsequenzen, ja sogar mit positiven für Staatsbedienstete auf der anderen Seite – siehe das Beispiel Dudde: https://www.taz.de/G20-Einsatzleiter-wird-Schutzpolizei-Chef/!5485653/.

Es braucht noch nicht einmal konkrete Straftaten – es reicht der willkürliche Verdacht für atemberaubende Maßnahmen: https://www.jungewelt.de/artikel/328016.die-polizei-sitzt-quasi-direkt-im-computer.html.

Neben den ganzen Gesetzesverschärfungen agiert die Polizei selbst immer mehr als eigene politische Kraft, siehe https://mmm.verdi.de/beruf/g20-polizei-agierte-wie-ein-medienakteur-48639 oder https://netzpolitik.org/2018/wenn-die-exekutive-viral-geht-twitter-wird-zum-lieblings-werkzeug-der-deutschen-polizei/.

Auch die anderen Behörden gehen weit über das Maß hinaus, welches ihnen zusteht: https://g20apua.blackblogs.org/?p=60. Mit einem Rechtsstaat hat dies nichts mehr zu tun. Und ein solcher ist offensichtlich auch nicht das Ziel.

Danke an die Süd für diese wichtige Choreo.

Es ist so unsagbar wichtig und schön, immer wieder aufgezeigt zu bekommen, warum es so gut tut, hier zu sein.

Als Gegenbeispiel durfte ich auf dem Hinweg einen Teil des Anhangs der Gäste in der U-Bahn miterleben. Auf Details verzichte ich lieber, menschliche Abgründe, die leider allen vertraut sind. Muß ich hier nicht wiederholen. Sicher, gibt es auch anderswo, aber das war schon passend für BRAUNschweig. Mit deren Fanszene kann ich aus guten Gründen nichts anfangen.

Zugegeben, sie sind laut und machen auch sonst Alarm. Aber das kann all das Negative nicht überdecken. Erinnert sei nochmal an http://www.belltower.news/beitrag/braunschweig-die-sache-mit-den-nazis-der-kurve-8338.

Trotz guter Samstagszeit, nur eben zu früh um ideal zu sein, war das Millerntor relativ ruhig an diesem Tag. Da geht eigentlich mehr.

Ungewöhnlich deutlich waren die Gäste zu vernehmen, nicht nur visuell. Das änderte sich zwar noch im Laufe des Spiels, das können wir aber durchaus besser.

Unvergessen die Gräueltat an Gustav Schneeclaus. Nazis die immer noch aktiv sind und trotzdem nicht mehr als solches bezeichnet werden:

Was die Mobilisierung für den 22.3., 18 Uhr, ZOB Buxtehude nocheinmal wichtiger macht.

Tiefgetroffen etliche aus aktuellen Gründen.

Die Partie selbst war von einem Trauerspiel weit entfernt. Ein gutes Auftreten beider Mannschaften in einem ansehnlichen Spiel, bei dem allerdings die Tore fehlten. Auf beiden Seiten.

Die erste Hälfte gehörte bis auf die ersten Minuten klar uns, dort aber hatten die Gäste die wohl größte Chance dieser Halbzeit, als Avevor sich verschätzte und Himmelmann zu einer großartigen Parade zwang. Danach rannten wir nahezu auf das Tor der Braunschweiger an, brachten den Ball aber ebenfalls trotz guter Gelegenheiten nicht unter. Keine klassische Nullnummer also, vom Ergebnis einmal abgesehen.

Nicht nur in Hamburg ist der Kampf gegen Nazis und auch die Sicherheitskräfte ein aktuelles Thema, ein Gruß von der Süd darum nach Bremen. Hintergrund: https://www.faszination-fankurve.de/index.php?head=Hausdurchsuchungen-bei-Bremer-Ultras-amp-Hooligans&folder=sites&site=news_detail&news_id=17889.

Was bei uns Montags mit diesen beiden in der Hansestadt abgeht, dazu hatte ich ja schon einiges geschrieben, auch der FCSR hat sich dazu geäußert: https://www.fanclubsprecherrat.de/offener_brief_polizei-hh/.

Auch die zweite Hälfte brachte keine Tore, dafür aber diverse Großchancen und Pfostenschüsse, letztere durch die Gäste, die in dieser Halbzeit mehr vom Spiel hatten. Wir hatten aber auch genügend Gelegenheiten, um aus dieser Partie drei Punkte mitzunehmen, aber da es EBS auch hatte, können alle Seiten am Ende mit dem Punkt zufrieden sein.

Ein gutes Spiel, bei dem wir uns nicht mit mehr als eben jenem Zähler belohnt haben. Aber auch ein solcher kann in dieser Spielzeit noch Gold wert sein.

Noch 8 Spiele, um aus den 35 Punkten die benötigten 40+ zu machen. Bei einem Punkt pro Partie im Schnitt wäre dies doch machbar. Nur nachlassen dürfen wir nicht!

Nachlassen war auch nach dem Spiel nicht angesagt, gab es, neben dem wichtigen Abstecher zur Domschänke für die lieben Menschen, die unbedingt nocheinmal gedrückt sein wollten, einen Diffidati-Marsch anläßlich NoG20, siehe dazu http://usp.stpaulifans.de/2018/02/heraus-zum-diffidati-marsch-nach-dem-braunschweig-spiel/,

und in Solidariät mit Afrin mit einer großen Gruppe Protestierender auch diesbezüglich.

So unfaßbar das Versagen der Welt im Angesicht des Überfalls auf Afrin ist, umso wichtiger die Solidarität!

Dies betrifft nicht nur das Vorgehen der Staatsgewalt hierzulande, die so fassungslos macht wie diese treffenden Zitate auf dem bekannten Fahrzeug in St. Pauli.

Aus aktuellem Anlaß: http://braunweissehilfe.de/2018/03/12/diffidati-marsch-am-letzten-samstag/.

Gemeinsam ist man stärker. Nicht nur bei NoG20, auch im Kampf gegen die Nazis am Montag.

Ob meine optimistische Schätzung nun zahlenmäßig zutraf oder etwas überhöht war, möchte ich rückblickend nicht weiter beurteilen. Es waren jedenfalls rund doppelt so viele Gegenprotestierende wie beim letzten Montag dabei und gerne können wir noch mehr werden. Kommt am Montag und stellt Euch den Nazis ebenfalls mit entgegen!

Mehr zum Spiel:
http://usp.stpaulifans.de/2018/03/bilder-vom-braunschweig-heimspiel/
https://www.stefangroenveld.de/2018/nullnummer-2/
www.magischerfc.de/wordpress/?p=9002
http://niceguys.blogsport.de/2018/03/11/senfdazu51/
https://beebleblox.blogspot.de/2018/03/nicht-einmal-ein-laues-luftchen.html
https://fcspsouthendscum.wordpress.com/2018/03/13/matchday-26-fc-sankt-pauli-vs-eintracht-braunschweig-0-0/