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Wenn man erhobenem Haupt nach einer Niederlage vom Platz gehen kann, dann hat man nahezu alles richtig gemacht. So geschehen am Samstag gegen Fortuna Düsseldorf, die dank der tatkräftigen Unterstützung eines extrem einseitigen Schiris gewinnen konnten – und doch hat die Geschichte noch eine andere Seite. Denn zwei Treffer haben wir ja wohl in der Anfangsphase der ersten Halbzeit, in der die Gäste überlegen waren, zugelassen und später selbst nur einen (regulären) trotz drückender Überlegenheit vor allem in Hälfte zwei für uns erzielt. Dennoch – so zu verlieren ist keine Schande. Es schweißt auf andere Weise zusammen. Und macht weiter Lust auf mehr. Nicht mehr weiter ging es für den Sorgenbrecher. Und viel zu weit schon für die Faschisten, die am heutigen Wahlsonntag wohl wieder als Partei in den Bundestag einziehen werden – falls wer noch nicht wählen war, erst um 18 Uhr schließen die Wahllokale…

Unvergessen natürlich die Vorspielhelden aus Kiel, die sich den Hools auf dem Rasen gestellt hatten. DAZKE. Und vor allem ganz viel Liebe.

Wie auch allen, die sich gegen die AfD all die Zeit stark gemacht haben. Was für schreckliche Auswirkungen deren Erstarken hat, läßt sich beispielsweise hier nachlesen: http://taz.de/!5449378/.

Jede Stimme zählt.

Und dieser Verein sowieso. ❤

Zum Finale der Englischen Woche kam ein Verein mit dem wohl schwierigsten Fans der Liga für uns ans Millerntor. Nicht, daß ich Probleme mit den Fortunen hätte – ganz im Gegenteil! Und das ist einfach das Problem… Wie schafft man bei so viel gegenseitiger Sympathie die richtige Stimmung im Stadion?

Die Disswoche ist da noch mein Favorit. Nichtsdestotrotz natürlich ein wunderbar entspannter Tag.

Und an fehlender Gemeinsamkeit in FCSP Reihen mangelte es eh nicht.

Was auch immer hier dahinter stehen mag, angestoßen wurde an diesem Tag jedenfalls besonders oft – vor, während und nach dem Spiel.

Ob mit Heim oder Gast – wo auch die Farben doch so schön zusammenpassen…

Starke Erinnerung zum Einlaufen der Mannschaften auf der Süd.

Und natürlich Konfetti von den Rängen.

Die Stimmung war nach dem erschreckenden 0-4 im letzten Heimspiel und dem Brustlöser in Kiel irgendwo zwischen durchwachsen und euphorisiert. Schwer zu beschreiben.

Manche schienen etwas bedrückt zu sein nach der miserablen Vorstellung des letzten Wochenendes und andere wiederum leuchteten nach dem Auftritt in Kiel immer noch die Augen. Und bei anderen hingegen schien beides miteinander abzuwechseln.

Eigentlich war es vergleichsweise laut, bis die beiden Gegentore die Stimmung deutlich gedrückt haben – aber spätestens mit dem aberkannten Anschlußtreffer war die Kulisse wieder da.

Die erste Halbzeit lief dabei höchst unterschiedlich. Nach wenigen recht guten Minuten übernahmen die Gäste deutlich das Kommando und legten nach ein paar Patzern von uns ein deutliches 0-2 vor, was viele an den letzten Heimspielauftritt erinnerte. Hinzu kamen die unerträglichen Schiedsrichterentscheidungen, der jede kleine Berührung an den Gästen sofort abpfiff und selbst schwere Tritte gegen unsere Spieler immer mal wieder laufen ließ. Es reichte eine einfache körperliche Berührung ohne Foul aus, wenn der Düsseldorfer nur zu Boden ging und schon pfiff der Brych gegen uns. So auch beim eigentlichen Anschlußtreffer von Sobota, welcher zu Unrecht verweigerte wurde. Okay, er hatte gepfiffen und die Chance hätte damit nicht weiter gespielt werden dürfen – aber der Pfiff an sich war eine Katastrophe. Oder als innerhalb einer Sekunde das gleiche Foul in der gleichen Intensität – Hand auf Schulter und minimal gezogen – erst von einem der Gäste an uns – kein Pfiff – und dann umgekehrt von FCSP Seite gegen Düsseldorf – Pfiff – entschieden wurde, da kochte die Fanseele natürlich hoch. Und das mit Recht. Zweierlei Maß geht einfach gar nicht. Und diese Tendenz war unerträglich gegen uns. Trotzdem schafften wir den Anschlußtreffer dank Sahin, der einfach von Außen einnetzen konnte – und auch unsere Abwehr hielt nun gegen die zum Ende der Halbzeit starken Angriffe der Gäste stand.

In der wichtigen Zeit zum Durchschnaufen eine Werbung anderer Art – für den Kids Club / Rabauken: https://www.fcstpauli.com/verein/kids-rabauken/rabauken-club/.

Und immer wieder die wichtige Botschaft, die in diesen Tagen umso wichtiger ist. Antifa ist alternativlos. Rassismus, nicht nur in der Ausprägung bei der AfD, sondern überall entgegentreten. Aber jede Stimme für die AfD ist keine Stimme, um die gekämpft werden kann – es ist eine offene Stimme für Rassismus. Und muß entsprechend betrachtet und dem entgegnet werden. Nicht mit Verständnis.

Und weil auch das Gute nicht immer bleiben kann – ganz viel Liebe von der Süd für das Team vom Sorgenbrecher (siehe http://maedchenfuerallefaelle.com/2016/01/30/bar-und-kneipe-sorgenbrecher/). In der Besetzung wird die Bar nicht mehr sein, aber die Menschen, die bleiben.

Es sind die scheinbar nicht zusammen gehörenden Tapeten, die dann irgendwie doch so gut zusammen passen…

Und es muß ja auch nicht immer Alkohol sein. Rausch geht auch anders.

10 Jahre Elektro Mob St. Pauli https://soundcloud.com/emsp – alles Gute!

Wie im Rausch spielten wir auch in der zweiten Halbzeit und die Gäste quasi an die Wand. Was für eine tolle Hälfte! Nur leider ohne den so verdienten Ausgleich. Auch die diversen Elfmeter, von denen mindestens einer hätte für uns gegeben werden müssen, verweigerte der Schiri enbenso wie den Ausgleichstreffer von Allagui, der wohl knapp im Abseits stand. Einfach nur Pech. Zusammen mit der Mischung aus Unvermögen und ausgezeichneter Abwehrarbeit auf Seiten der Fortunen – was ja auch mal gesagt werden muß. Kein Grund aber für uns, an diesem Spiel zu verzagen. Der Auftritt war sehr gut. Es sollte einfach nur nicht sein.

Euphorisch natürlich die Gäste, die die Tabellenführung spieltagsübergreifend verteidigen und ausbauen konnten. Glückwunsch nach Düsseldorf.

Aber auch bei uns fühlte sich die Verabschiedung der Spieler nicht nach einer Niederlage an. Das ist halt Fußball.

Wer so auftritt, kann einfach nicht verlieren. Nur eben mal auch nicht punkten wie an diesem Tag.

Wenn es politisch doch auch nur so einfach wäre… Wobei… In gewisser Hinsicht schon. Wie hier.

Nach dem Spiel dann der Abstecher zur Sorgenbrecher Bar. Mit ganz viel Liebe. Und nicht nur dem. Auf Euch!

Es gibt so vieles, was St. Pauli ausmacht. Und während manches geht, bleibt anderes. Vor allem aber die Menschen.

Nicht alles Neue ist ja gleich schlecht. So wie in den Riverkasematten das Überquell. https://www.hopfenhelden.de/ueberquell-bier-hamburg/ Das fruchtige IPA ist wahrlich lecker und den Besuch wert.

Und auch die Pizza lohnt.

Mit dieser Grundlage zurück nochmal zum Wesentlichen. Und für immer. St. Pauli!

Mehr zum Spiel:
http://niceguys.blogsport.de/2017/09/24/senfdazu44/
https://www.stefangroenveld.de/2017/gegen-den-spitzenreiter-verloren/
https://beebleblox.blogspot.de/2017/09/um-13-uhr-ist-sonst-immer-mittagsschlaf.html
https://www.facebook.com/Supportblock/posts/1907828949543464?notif_t=like&notif_id=1506203470069581
http://admit-nothing.de/90-minutes-of-pretending-youre-hurt/
https://fcspsouthendscum.wordpress.com/2017/09/24/matchday-08-fc-sankt-pauli-vs-fortuna-dusseldorf-1-2/

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