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So eine Englische Woche sorgt ja immer für ein erhöhtes Streßpotential bei der sportlichen Abteilung und auch auf Fanseite – diesmal gibt es da defintiv keine Ausnahme. Eher im Gegenteil, was in diesen Tagen geschehen ist, das sorgt für erhöhten Blutdruck und wird noch ein Nachspiel haben – welches auch immer. Dabei ist die Woche noch gar nicht vorbei, wir haben erst 2/3 davon hinter uns gebracht. Drei sehr schwere Spiele standen auf dem Programm – Erstliga-Absteiger Ingolstadt unter Druck, Aufsteiger Kiel im Höhen-flug und an der Tabellenspitze und am Ende die mittlerweile ebenfalls die Tabellenführung erspielenden Düsseldorfer, die vielleicht die aktuell stärkste Mannschaft stellen. Echte Kracher, bei denen trotz zwei Heimspielen drei Punkte aus diesem Programm vorab wie eine fast schon zu optimistische Ausbeute klang. Nun, nach 2 Spielen haben wir diese drei. Aber eben auch die erste deftige Heimpleite. Durchwachsen, könnte man meinen. Nach dem Geschehen in Kiel hingegen: es fühlt sich aktuell wie ein Brustlöser an.

Doch erst einml zurück zum 1. Spiel dieser Englischen Woche – das Heimspiel gegen Ingolstadt. Mit guter Musik. Was für ein geniales Programm mit uralten Vinyl-Singles. Wunderbar! Gerne wieder!

Jetzt habe ich schon wwiederholt den Begriff der Englischen Woche verwendet, wo ich jenes Wochenende doch wunderbaren Besuch aus Schottland hatte. Sorry also ersteinmal nach Glasgow. 😉 Der Vorspiel-Freitag war dann auch so Whisky-getränkt, daß wir nur sehr schwankend am Spieltagsmorgen dastanden. Zum Glück – für mich jedenfalls – gab es ja auch überall guten Kaffee…

Eine weitere Besonderheit: an diesem Tag wurde auf der Süd eine Lautsprecheranlage getestet, mit der die Capos besser in der ganzen Süd zu verstehen sein sollen und nicht nur in der Mitte. Wirkt jetzt etwas künstlich, aber gut finde ich an sich, daß überhaupt etwas ausprobiert und nach feedback gefragt wird. Das wird die Süd sicherlich schon irgendwie herausfinden. Es sieht halt von weiten nur etwas komisch aus, aber das zu beurteilen ist wie gesagt nicht unser Bier.

Nach Bier war mir weder vor noch nach dem Spiel, die Gäste aus Ingolstadt dürften das sicherlich anders gesehen haben. Wann feiert man schon mal ein 0-4 am Millerntor? Nun, am Anfang war das ja noch nicht abzusehen, das war ja noch vor dem Spiel…

Was ich leider überhaupt nicht einfangen konnte, das war eine Choreo auf der Gegengeraden zu 15 Jahren USP. Nicht einmal zu erahnen ist es von hier. Aber es haben ja noch andere Bilder geschossen.

Ein Fahnenmeer sieht hingegen aus jeder Perspektive immer toll aus.

Nur die eigentliche Choreo, für die muß ich auf die links am Ende des Beitrags verweisen.

Perspektive ist halt manchmal alles.

Konfetti gab es natürlich auch.

Und auch auf der Süd ganz viele Fahnen – war halt ein fanfreundliches Samstagsspiel.

Luftschlangen gab es zudem auf der Gegengeraden.

Quasi ein papieriges Pyro.

So soll es zumindest – wie gedacht – von anderen Tribünen aus gewirkt haben.

Tja, mit dem Einlaufen der Mannschaft möchte ich meine Ausführungen zum Spielgeschehen eigentlich auch schon beenden. Das war zu grausig. Ich zitiere mich lieber selbst zur Halbzeit, bei der es ja schon 0-4 wie am Ende stand:

Mehr möchte ich zu diesem Kick auch nicht mehr ausführen.

Dafür lieber das Highlight auf dem Rasen: das 15 Jahre Kiezkick-Banner. Was für ein tolles Projekt! http://www.stpauli-fanladen.de/kiezkick/ Fußball ist einfach das beste Medium für ein interkulturelles Miteinander.

Nicht die einzigen, die gerade ihr 15-jähriges Bestehen feiern. Allen alles Gute!

Und auch der Mannschaft, die an diesem Tag untergegangen ist. Die Anfeuerungsrufe, die von den Rängen nichtsdestotrotz kamen, haben aber offensichtlich Wirkung gezeigt – was für ein Unterschied nur wenige Tage später in Kiel! In jeder Hinsicht war DA St. Pauli auf dem Platz!

Es ist einfach so wichtig, gerade bei einer Niederlage zusammen zu stehen. In der Mannschaft, von den Rängen mit der Mannschaft und nach dem Spiel zusammen mit allen. Die beste Verarbeitung. Man merkt dann immer am besten, wie sehr es bei einem Spiel in Wirklichkeit doch am meisten auf die Menschen drumherum ankommt. DAS macht St. Pauli aus. Und das war auch an diesem Samstag zu fühlen.

Am Sonntag ging es dann mit den 1. Frauen weiter. Der SV Meppen (2) war zu Gast. Und es sollte ein ebenfalls denkwürdiges Spiel werden.

Wobei es weniger mit einem Spiel zu tun hatte, wurde doch wegen eines unglaublich heftigen Gewitters nach rund einer halben Stunde die Partie abgebrochen. Blitze zuckten überall um den Platz und der in Sekundenbruchteilen folgende Donner zeigte, daß das Gewitter genau über der Gegend wütete.

Nein, das nicht nur ein bißchen Regen.

Davon gab es ganz im Gegenteil sehr viel.

Und auch erbsengroßer Hagel prasselte unter den heftigen Blitzen und Donnergrollen auf uns herab.

Wir standen natürlich unter einem Unterstand, aber so wirklich angenehm war das da auch nicht. Dazu waren die Blitze viel zu dicht dran. Und doch – eine wunderbare Stimmung und ganz großartige Menschen um einen herum, das was einfach die beste Mischung für so einen Tag. Da war die eigentliche Partie echt zweitrangig.

Später wurde diese im heftigen Regen weitergeführt, das 1-0 war bis zur Halbzeit auch das Ergebnis weiterhin, ein richtiges Spiel wollte aber nicht mehr aufkommen.

Und da es einfach nicht besser wurde, das Gewitter kam sogar zurück, da war dann der endgültige Spielabbruch folgerichtig. Schade eigentlich. Aber es hatte trotzdem tausendmal mehr Spaß gemacht als am Vortag. 😉

Am Wochenende steht uns ja nicht nur die dritte Runde der Englischen Woche bevor, auch eine wichtige Bundestagswahl steht an – denn leider, so ist nach den Voraussagen definitiv zu befürchten – werden Nazis wieder in den Bundestag einziehen und das sogar als drittstärkste Kraft. Was es umso wichtiger macht, an diesem Wahlsonntag die Stimme abzugeben, damit diese Partei so wenig wie möglich Raum erhält. Kein Fußbreit überall! Erwähnenswert hierbei diese Kampagne: http://frauengegendieafd.org/. Alles, was helfen kann versuchen. Noch können wir was erreichen. Ab Sonntag müssen wir dann damit leben bzw. uns darauf einstellen, was dann herauskommt. Aber auch da werden wir Wege finden. Vielfältige.

So sehr dieses Wochenende einem (Welt-)Untergang glich, vor allem bei diesem heftigen Spätsommergewitter, so aufbauend war dann das Aufeinandertreffen mit Holstein Kiel am Dienstag. Nur leider passierte auch extrem viel Übles, auf daß ich – als Daheimgebliebener und auch sonst Unbeteiligter, nur aus der Ferne eingehen kann. Trotzdem halte ich es für wichtig, damit es nicht untergeht. Wir alle dürften die Bilder vom Dienstag mitbekommen haben, den Platzsturm vor Anpfiff durch einen Teil des Kieler Anhangs, den Wurf der Pyrofackel in unseren Gästeblock, den Angriff auf unsere Spieler und das Klauen von (zwei?) Fahnen von unserem Gästeblock. Wie auch das beherzte Eingreifen unserer Mannschaft, die die Räuber stellten, während die Ordner noch unbeteiligt zuguckten und erst dann mit anpackten. Unvergessen wird für immer nun Allagui bleiben, wie er die eine Fahne dem Kieler Hool entriß und sie zu unserem Gästeblock zurückbrachte. Was für ein Held in Braun-Weiß. Spieler des Spiels, ach was, der Saison! Schon jetzt. Einfach nur Gänsehaut. Aus so einer Situation einfach das Beste gemacht!

Und doch – die Geschichte hat eine vielschichtige Vorgeschichte. Ich will nur die letzten Daten wiedergeben – unsere Ultras luden zu einer Fahrt nach Kiel ein – und (vermutlich) aus Kiel kam von irgendwem ein Aufkleber bzw. ein Bild auf, welches den Fahrtaufruf zu einer Fahrt nach Auschwitz umschrieb. Fassungslosigkeit Teil eins.

Am Samstag vor dem Spiel, also nach unserer Pleite gegen Ingolstadt, wurden die Kieler Ultras und andere Fans von ca. 30 Personen überfallen, die angeblich aus dem FCSP Lager stammen sollen. Behaupten zumindest die Kieler. Und wurde als solches auch im FCSP Forum wiedergegeben, was von der Berichterstattung dann als Bestätigung zitiert wurde. Nur ist eben nicht wirklich klar, wer es war. Ungewöhnlich ist die Aktion allemal, so eine weite Strecke, ein Auflauern und dann ein unentdecktes Abhauen bei so einer Strecke – das wirft Fragen auf. Es ist aber möglich. Nur eben nicht sicher, wer die Täter waren. Der Überfall an sich ist aber Tatsache und auch, daß den Kieler Ultras ihre Fahne geklaut wurde, wodurch sie sich dem Ultra-Kodex nach gezwungen sahen, sich aufzulösen. Mag auch eine Neugründung im Raum stehen, die Wut, die Verletzten und das ganze Ultra-Gefühl war hier natürlich da und am Überkochen. Ganz klar: wer immer das war, das geht natürlich gar nicht. Fassungslosigkeit Teil zwei.

Den dritten Teil haben wir dann alle im Vorfeld der Partie erleben müssen. Wobei ich so einen Angriff im Stadion, auf dem Spielfeld und auch auf einen unserer Spieler (Schoppenhauer) nebst Bengalo in unseren Block einfach absolut unentschuldbar finde. Fahne rauben und Körperverletzungen gehen ja schon mal gar nicht, aber Spieler der Gäste angreifen unmittelbar vor dem Spiel, der Bengalo-Wurf – das übersteigt dann einfach jede Grenze der Fassungslosigkeit. Wer da von Kieler Seite auch nur ansatzweise Verständnis wegen des Überfalls am Samstag äußert, hat den Schuß einfach nicht gehört. Ein absolutes No Go. Sprotten!

Aber eine geniale Reaktion unserer Mannschaft. Danke für alles.

Auch das Spiel selbst war dann extrem aufgeladen – und was wir da abgeliefert haben, das war einfach aller Ehren wert. Stark verletzungsgeschwächt brachten wir eine Hammerleistung auf fremden Rasen dar, welches der Vorspielreaktion in nichts nachstand. Die Gastgeber konnten ihre Stärken gegen unsere starke Abwehr gar nicht bzw. nur sehr selten zur Entfaltung bringen – und wenn, dann war Himmelmann da. Und als Flum dann auch noch wie aus dem Nichts das 0-1 erzielte, was dann am Ende auch auf der Anzeigentafel stehen sollte, da war die Party einfach nur gigantisch. Nach dem Vorspiel erst recht! St. Pauli!

Bleibt also ein vollkommen gegensätzliches Bild zurück nach zwei Spielen der Englischen Woche – Untergang und Wiederauferstehung. Innerhalb weniger Tage. Und es fühlt sich einfach nach viel mehr als nach drei Punkten an!

Schade nur, daß die FCSP Fans aus Glasgow nur das erste Spiel mitbekamen. Vor Ort, wohlgemerkt. Aber auch vor dem Bildschirm sind wir ja eh alle immer mit dabei, wenn wir nicht vor Ort sein können. Ob in einer Niederlage oder im Falle eines Erfolgs – zusammen stehen wir. Forza St. Pauli!

Mehr zum Spiel gegen Ingolstadt:
http://niceguys.blogsport.de/2017/09/20/senfdazu43/
https://www.konbon.de/sportlich/st-pauli-verliert-gegen-ingolstadt/
https://www.stefangroenveld.de/2017/im-viererpack-preiswerter/
http://usp.stpaulifans.de/copper/thumbnails.php?album=429
http://blog.uebersteiger.de/2017/09/18/6-spieltag-h-fc-ingolstadt/
http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=8830
http://grenzenlos1910.com/ein-04-und-ein-sieg-auf-allen-ebenen/
https://fcspsouthendscum.wordpress.com/2017/09/17/matchday-06-fc-sankt-pauli-vs-fc-ingolstadt-04-0-4/

Und zu den Kieler Sprotten:
www.magischerfc.de/wordpress/?p=8834
http://niceguys.blogsport.de/2017/09/20/senfdazu43/
http://blog.uebersteiger.de/2017/09/20/7-spieltag-a-ksv-holstein-kiel/
http://sabinescheller.de/2017-09/1718-spt07-kiel-fcsp/
http://usp.stpaulifans.de/copper/thumbnails.php?album=430
https://couchgepoebel.wordpress.com/2017/09/22/sup-holstein/
https://fcspsouthendscum.wordpress.com/2017/09/20/matchday-07-holstein-kiel-vs-fc-sankt-pauli-0-1/

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