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War das vom Übersteiger mit dem spielentscheidenden Tor, das nicht zu früh geschossen werden darf? Wie auch immer – DAS Paradebeispiel hierfür wurde am Samstag gegen Heidenheim abgeliefert. Explosion am Millerntor inklusive. Natürlich. Wie soll es auch anders sein, wenn das nicht mehr für möglich gehaltene 1:0 in der letzten Sekunde der Nachspielzeit erzielt wird? Zumal die Entscheidung des Schirigespanns noch für einige Sekunden danach etwas Rätsel aufgab – hat er nun das Tor gegeben und abgepfiffen (YES!) oder war die Entscheidung anders und das Spiel ist trotzdem vorbei? Aber da stand das 1:0 auf der Anzeigentafel. Und alle lagen sich sowieso in den Armen. Mit wem auch immer. Was für ein wunderschöner Höhepunkt am Ende eines gar nicht einmal so schönen Spiels!

Weit davon entfernt, eine Heimmacht oder auch nur ein ernstzunehmender Mitaufstiegskandidat in dieser Saison zu sein, war der Heimsieg an diesem Spieltag irgendwie schon Pflicht, um eben nicht den Anschluß zu verlieren und vom Mittelfeld gleich zu Anfang der Saison Richtung untere Tabellenregion abzurutschen. Was paßte da besser als dieses CraftBeer aus Hamburg? Muß ja nicht jedem schmecken – mir irgendwie doch zu süß – aber wenn es denn hilft? Beim ersten Anlauf ja nicht, aber beim zweiten klappte es am Ende ja. Muß ich trotzdem nicht jedes Heimspiel haben…

Drinnen gab es erst einmal ordentlich Luft zum Ablassen – und zwar in die freundlichst fanseitig bereitgestellten Ballons für die wohl am schönsten mißlungene Choreo seit ewig.

Braun-weiß-rote Luftballons überall.

Ein unfaßbar schöner Anblick.

Vor allem in der endlosen Bewegung.

Schier endlos.

Womit wir beim Problem angekommen sind.

Denn die Luftballons wurden schon lange vor dem Einlaufen der Mannschaft zu den Hells Bells fliegen gelassen.

Es hätte ja echt grandios werden können – mit den drei besonders supportbereiten Tribünen mit namentlicher Erwähnung (wobei ich die Haupt ja an den Rändern auch noch erwähnen möchte – den Mittelblock haben diese Fans dort echt nicht verdient).

Aber wenn kaum noch Ballons zum Einlaufen gehalten werden, dann verpufft die geplante Choreo doch schon etwas…

Nichtsdestotrotz – solange sie ging, war sie echt toll anzusehen.

Und Spaß hatten – bis auf die, die sich über das Mißlingen ärgerten – sicherlich alle am Millerntor. Weil es so schön war!

Daß die Gäste aus Heidenheim auch eine kleine Choreo hinbekamen, sei an dieser Stelle nicht verschwiegen.

Auch nicht, daß die Mannschaften irgendwann auch noch aufs Feld kamen…

Zumindest gab es noch ausreichend Konfetti von den Rängen, um die fehlenden Ballons etwas auszugleichen…

Ach, egal. Es war eine grandiose Idee. Etwas ungeschickt umgesetzt von allen Beteiligten – nicht von den Planenden, wohlgemerkt. Aber Kompliment an alle, die da im Hintergrund mitgewirkt haben.

Es war echt ein Erlebnis.

Und das wird es am 16.9. in Berlin mit Sicherheit auch geben und auch nicht verführt. Ganz im Gegenteil… Mehr dazu: https://www.facebook.com/welcomeunited/?fref=mentions

Zeit ist eh relativ. Menschen nicht. Sie können so sehr fehlen…

Nicht nur auf der Süd…

Und auch Häuser/Straßen im Viertel sind vom Wandel der Zeit und Investmentspielen nie verschont. Dahinter stehen aber auch immer Menschen. Das sollte immer mitbedacht werden.

Das gilt im Kleinen wie im Großen. Die anstehende Bundestagswahl läßt nicht ohne Grund Ängste hochkommen, der Rechtsruck ist unverkennbar – und wenn Faschisten erst einmal an der Macht sind, ist es bekanntlich schon zu spät. Demo am 9.9. am Hbf / Hachmannplatz – siehe http://www.keine-stimme-den-nazis.org/6681-zeit-fuer-einen-aufschrei-unsere-alternative-heisst-solidaritaet.

Daß der Staat zum 25. Jahrestag von Rostock-Lichtenhagen ausrechnet gegen links vorgeht, ist dann wieder so typisch. Leider.

Und falsch: http://ze.tt/dass-linksunten-indymedia-verboten-wurde-ist-ein-armutszeugnis/.

Aber falsche Anschuldigungen sind ja vom Innenministerium nichts neues…

Dennoch grausig: https://netzpolitik.org/2017/durchsuchungen-wegen-linksunten-doch-keine-waffen-bei-journalisten-gefunden/.

Nun, die erste Halbzeit des Spiels habe ich bislang ja verschwiegen, mit diesem musikalischen Gruß in der Halbzeit will ich dann aber doch so langsam in den Spielbericht hinübergleiten.

Was haben wir in den ersten 45 Minuten ertragen müssen? Eigentlich ähnliches zu dem, was wir unter unserem neuen Trainer in dieser Spielzeit bereits erleben durften. Ein 4-4-2, welches von den anderen Mannschaften ein ums andere mal ausgespielt und ausgetrickst wird. Mit enormem Einsatz, frühstmöglichen Anlaufen, Diagonalpässen auf Außen und einer uns in die eigene Hälfte drängende Spielweise. So gut unsere beiden Stürmer auch sein mögen – sie sind es mit Sicherheit, Allagui und Aziz haben einiges drauf! – aber in diesem System gehen sie einfach unter. Und auch die anderen Spieler wirken irgendwie deplatziert, kommen jedenfalls nicht so sehr zur Geltung.

Die Umstellung in der 2. Hälfte auf das altbekannte 4-2-3-1 mit Sahin und dem frisch eingewechselten Mats brachte die Wende. Auch wenn auf dem Feld noch nichts Zählbares zu vermelden war, lange Zeit, aber wie wir in der der zweiten Halbzeit mit diesem Wechsel aufgetreten waren, das war einfach atemberaubend anders. Keine Chance eigentlich mehr für die Gäste, ganz im Gegenteil zu deren starken ersten Halbzeit. Dafür aber auch lange Zeit nichts Zählbares für uns. Vor allem in den letzten 10 Minuten fielen die Heidenheimer bei jeder Berührung, am besten gleich zwei oder drei Spieler gleichzeitig – und der bis dahin starke Schiri pfiff auf einmal alles für die. Da hatten eigentlich alle schon das Spiel abgegeben – bis dann die letzte Ecke lief und der Ball in der Luft – abgepfiffen? Nein? Da war plötzlich Flum bei einem Abpraller und drinnen war das Ding. JAAAAA!

Spätestens jetzt war der Lärm ohrenbetäubend. Grandios!

Aber wie soll es auch ander sein, wenn das entscheidende 1-0 in der allerletzten Sekunde fällt. Nicht einmal angepfiffen hatte der Schiri das Spiel danach. Es war geschafft!

Und der eingewechselte Flum durfte sich mit seinem ersten Tor gleich einmal einen besonderen Namen machen. Oder auch: endgültig angekommen fühlen!

Das war jedenfalls ein Brustlöser, der gerne auch nach der Länderspielpause weiter umgesetzt werden darf. Zu analysieren gibt es ja einiges. Und hoffentlich werden auch in Systemfragen die richtigen Antworten gefunden. Zeit genug ist ja.

Die ganze Mannschaft hat sich dieses Dreier jedenfalls redlich verdient.

Und je unberechenbarer wir auftreten, umso größer werden unsere Chancen. Auch wieder im 4-4-2 – nur eben nicht immer und von Anfang an. Wir können doch auch anders. Und wie!

So stehen wir nun in einem mehr oder weniger gesicherten Mittelfeld – die Saison ist ja noch frisch – und haben alle Möglichkeiten. Und nicht den Druck, den wir ohne diesen Heimsieg hätten. So macht eine Pause auch mal Spaß.

Neben der Zeit zu Feiern gibt es zum Glück in der Länderpause auch noch anderes. Wie diese wichtige Veranstaltung: https://www.fcstpauli.com/news/veranstaltung-zum-deutschen-opfermythos-im-millerntor-stadion/ – hin da.

So, und jetzt weiterfeiern!

Mehr zum Spiel:
millerntor.hamburg/2017/08/elf-ecken-sollt-ihr-sein/
www.magischerfc.de/wordpress/?p=8809
https://www.stefangroenveld.de/2017/fussballweisheitenspiel/
http://usp.stpaulifans.de/copper/thumbnails.php?album=426
http://beebleblox.blogspot.de/2017/08/ecke-ecke-ecke-toooor.html
http://niceguys.blogsport.de/2017/08/28/senfdazu41/
https://fcspsouthendscum.wordpress.com/2017/08/27/matchday-04-fc-sankt-pauli-vs-fc-heidenheim-1-0/

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