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Der Sprung von einem direkten Abstiegsplatz auf Rang 14 an nur einem Spieltag hat deutlich gezeigt, wie eng es da unten in Liga 2 zum Saisonende zugeht. Und auch, quasi mir selbst sofort widersprechend, wie wichtig es ist, nur auf sich selbst zu gucken und die anderen Ergebnisse nebst dem aktuellen Tabellenplatz nicht so wichtig zu nehmen: denn das letzte Spiel hatten wir ja auch gewonnen, nur aufgrund der Resultate auf den anderen Plätzen hatte das keine tabellarischen Auswirkungen. Wir brauchen einfach jeden Punkt, den wir kriegen können. Haben es jetzt, aufgrund des Torverhältnisses über den Strich stehend, auch wieder selbst in der Hand. Alle verbleibenden Spiele werden Sechs-Punkte-Spiele sein – bis wir den Klassenerhalt geschafft haben. Und den werden wir uns mit dieser in der Rückrunde gezeigten Einstellung und Leistung auch holen!

Eine Einstellung, für die ich kein Verständnis habe, ist jene mitunter im Stadion gezeigte, daß man Spiele wie die gegen die Würzburger Kickers haushoch und quasi im Vorbeigehen gewinnen müßte – abzulesen an den Unmutsbekundungen, die es immer wieder zu hören gab bei diversen Stadionbesuchern.

Dabei war es doch klar, wenn man sich auch nur ein wenig mit dieser Liga und der laufenden Spielzeit beschäftigt, was an diesem Tag auf uns zukommen würde: eine immens intensiv verteidigende Gastmannschaft, die uns das Spiel überläßt und auf Gelegenheiten zum Auskontern setzt – mit dieser Taktik sind sie die erste Hälfte der Saison auch grandios gut gefahren und da ins offene Messer zu Laufen wäre pure Dummheit gewesen. Aber zum Glück haben wir ja Ewald und co.

Mit Spannung erwartet wurde das Ergebnis der Abstimmung in der Türkei, aber angesichts der ganzen Unregelmäßigkeiten wie die Kriminalisierung der Opposition war leider schon im Vorfeld klar, daß es keine faire Wahl werden würde – aktuell dazu http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-04/tuerkei-referendum-thomas-de-maiziere-vorwuerfe-osze-wahlmanipulation – daß es dann trotz aller Maßnahmen wie die über eine Million Stimmzettel mitgezählter ohne den benötigten Stempel der Wahlbehörde nur zu einem hauchdünnen Ergebnis für die quasi Abschaffung der Demokratie gereicht hatte, zeigt, wie wichtig es ist, die Türkei gerade jetzt nicht mit Erdogan und co allein zu lassen.

Die Welt ist leider alles andere als ein perfekter Ort. Und dafür müssen wir noch nicht einmal in die Ferne gucken – Europa selbst hat genügend Probleme. Konservierende Versuche alleine – siehe dazu auch http://robert-rutkowski.de/fuer-europa-ja-klar-fuer-welches-und-fuer-wessen/ reichen da nicht aus. Auch wenn es lohnt, für gewisse Dinge zu kämpfen. Wie eben hier am Millerntor für all das, wofür der FCSP steht. Aber nicht im Sinne eines Andenkens, sondern eben eines sich im steten Wandel befindlichen Lebens. Und Leben ist hier immer noch in der Bude. Und wie!

Wie es hier am Millerntor so läuft und zugehen kann, daß wußte der Gästetrainer natürlich besser als die meisten – gehört Hollerbach doch zu eben jenen Helden der Vergangenheit, die ebenfalls an dieser Stelle für uns gespielt haben. Auf die ganzen Stationen danach muß man ja nicht eingehen. Er ist sich und seiner kompromißlosen Spielweise auch als Trainer jedenfalls immer treu geblieben und das werde ich zumindest immer an ihm mögen.

Auch wenn mir die überharte Spielweise seiner Mannschaft zusammen mit der gleichzeitig gezeigten Schwalbenunart überhaupt nicht gefallen hat. Hart und fair kann ich akzeptieren, aber in beide Richtungen versuchen das Spiel zu beeinflussen, das geht mir dann doch gegen den Strich. Auch wenn ich nicht abstreiten kann, daß so etwas leider doch immer auch erfolgsversprechend ist.

Ob es nun am Ostersonntagstermin, dem äußerst kühlen Aprilwetter, der aktuellen Tabellensituation verbunden mit der dazugehörigen Anspannung oder eben „nur“ an dem Spiel selbst lag – so richtig Stimmung kam lange Zeit nicht auf.

Sicher, das Millerntor war ausverkauft und der Konfettireigen beim Einlaufen wieder sehr ansehnlich.

Da wurden wieder tribünenübergreifend Papierschnipsel in Massen hochgeworfen…

Zu Hören bekam man dann aber eher kaum noch was während des Spiels, zumindest nur sehr wenig von Der Gegengeraden. Die Süd war eigentlich durchgehend am Singen, wie immer. Nur der Rest des Millerntors war lange Zeit wie entrückt.

Ähnlich apathisch könnte man das Spiel unserer Mannschaft in der ersten Hälfte beschreiben – aber ich würde es eher dem Spiel selbst zuschreiben, daß hier nicht mehr zu sehen war. Wobei es ja schon vor Anpfiff eine Besonderheit gab: Ziereis statt Buballa als Außenverteidiger kam doch etwas überraschend. Und viele meinten gar, daß dieser Schachzug von Ewald nicht aufging, später wechselte er Ziere ja gegen Buballa aus. Doch kamen gerade in der ersten Halbzeit immer wieder hohe Bälle auf eben jenen Außenbereich, wo Ziere problemlos per Kopf klären konnte und wo es zumindest fraglich ist, ob Buballa das ebenfalls derart gut gelöst hätte. Dafür fehlte es uns da außen dann aber auch an Geschwindigkeit. Nun… Unter dem Strich kann man sagen, daß das Ergebnis Ewald einfach nur Recht gegeben hat.

Die Gäste hatten allerdings durch ihre überharte und unfaire Spielweise auch das Glück mit dem Schiri Jablonski aus Bremen, der einfach unterirrdisch zu unseren Lasten pfiff. Drei Elfmeter hätten wir bekommen müssen und die Gäste mindestens zwei Rote Karten nebst diversen weiteren Gelben. Allein das mit gestreckten Beinen und offener Sohle in Sahin hineinspringen nicht einmal abpfeifen zu wollen, als dieser am Schienbein getroffen wurde und nur auf das Fahneschwenken des Liniernrichters wenigstens doch einen Freistoß zu geben – und das sogar ohne jede weitere Konsequenz, nicht einmal ein einfaches Ermahnen – das war schon eine weitere Härte der anderen Art im Spiel.

Aber vielleicht waren es auch diese für alle offensichtlichen Ungerechtigkeiten auf dem Rasen, die dann am Ende doch das ganze Millerntor aufbrachte und die nötige Lautstärke in den letzten Minuten einbrachte. Denn je länger das Spiel lief, umso mehr brodelte es auf allen Tribünen. Und den Einfluß konnte man auch auf dem Rasen wahrnehmen.

Daß es dann nach all den Versuchen, die Spielzeit durch Verzögern ablaufen zu lassen, doch noch für Braun-Weiß reichte, war dem Fernschuß von Buchtmann zu verdanken. Natürlich spielten wir den Ball nicht ins Aus, als einer von denen sich nach einem harmlosen Zweikampf zu Boden warf – denn im Anschluß hatten die Gäste ja den Ball und spielten den Konter so gut es ging selber aus. Danach den Ball ins Aus zu schießen wäre so absurd wie unnötig gewesen – und zum Glück unterbrach auch der Schiri nicht. Daß der Würzburger selbst aufsprang und herumlief und sich dann erst nach dem Treffer wieder protestierend falls ließ, zeigte aber auch, wie wenig erforderlich eine Unterbrechung hier gewesen wäre.

Verdient war der Treffer allemal. Zu 1910%.

Und erst in der Nachspielzeit gab es für die Gäste dann doch noch eine Chance, als sie alles nach vorne schmissen und der eine Schuß knapp neben das Gehäuse ging – Gerechtigkeit kann es zum Glück eben auch mal auf dem Rasen geben. Der Ausgleich wäre einfach nicht verdient gewesen.

Mit dem Heimsieg haben wir die Würzburger mit in den Abstiegsstrudel gerissen, nur noch ein Tor Vorsprung haben sie jetzt bei gleicher Punktzahl auf uns. Und wenn man sich ansieht, wie wenig sie in der Rückrunde gerissen haben, dann bleibt die Hoffnung auf unserer Seite, daß diese Mannschaft eine derjenigen sein wird, die unter uns ins Ziel kommt. Auch wenn ich gegen deren Fans wirklich nichts habe. Doch für den Abstieg soll es bitte nicht uns treffen – sondern andere Vereine…

Wir stehen jedenfalls gut da im Augenblick. Alles andere als sicher, punktgleich mit einem Abstiegsplatz – aber eben nicht mehr auf einem solchen! Aus eigener Kraft haben wir diesen Sprung geschafft. Schwer genug war es nach dem extrem schwachen Hinserie. Nun gilt es dranzubleiben. Zusammen zu halten.

Der Jubel war natürlich riesig am Ende. Und die Gesichter strahlten um die Wette.

Zumindest auf den Rängen. Auf dem Platz wirkten einige noch ziemlich angespannt… Aber die Saison ist ja noch lange nicht vorüber. Und noch nichts ist erreicht.

Gleichwohl hat sich die Mannschaft diesen Applaus redlich verdient. Es war eine sehr solide Leistung in einem wirklich schweren Spiel. Das muß man eben einfach erst einmal schaffen gegen so einen Gegner bei einem derart einseitig schlechten Schiedsrichter…

Das waren unendlich wichtige drei Punkte!

Und die Erleichterung noch größer als der Sprung in der Tabelle.

So kurz vor Schluß doch noch das erlösende Siegtor schießen ist einfach… Wie Weihnachten. Zu Ostern.

Danke Ewald. Nebst Trainerstab.

Und Danke an die ganze Mannschaft.

Ein Zeichen der Unterstützung an diesem Tag wurde übrigens durch Papiermasken des ganzen Teams auf der Gegengeraden gezeigt. In der Masse ging dies ein wenig unter, zu sehen war es aber dennoch. Auch danach…

„Danach“ wurde es dann auch noch einmal laut. Und spaßig. Als die nicht eingesetzten Spieler noch einmal zum Sprint ran mußten und angefeuert wurden.

Ein wunderbares highlight und ein schöner Abschluß.

Auch wenn viele lange gar nicht gehen wollten…

Noch schöner ist aber der Blick auf die Tabelle. Auch wenn es nur eine Momentaufnahme ist. Aber eine, die gut tut.

Mehr zum Spiel:
https://www.stefangroenveld.de/2017/trotz-stromausfall-den-stecker-nicht-gezogen/
http://beebleblox.blogspot.de/2017/04/funf-minuten-zittern-kriegt-man-immer.html
https://www.konbon.de/sportlich/buchti-setzt-st-pauli-unter-strom/
http://blog.uebersteiger.de/2017/04/18/29-spieltag-h-wuerzburger-kickers/
http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=8256
https://fcspsouthendscum.wordpress.com/2017/04/17/matchday-29-fc-sankt-pauli-vs-wurzburger-kickers-1-0/

One Trackback/Pingback

  1. […] #FCSP Heimsieg gegen Würzburg – wenn Ostern sich wie Weihnachten anfühlt. […]

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