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Ein immens wichtiger Auswärtssieg, der doch keine Veränderung in Sachen Abstiegsplatz mit sich gebracht hat. Und doch wurde an diesem Spieltag die Tabelle entscheidend verändert. Während unten nahezu alle Mannschaften gewonnen haben, rückten die Vereine im Mittelfeld nach unten – und nun stehen wir auf Platz 17 mit 29 Punkten gerade mal 7 Punkte hinter Platz 7 mit eben 36 Punkten. Vollkommen verrückt! Alles ist möglich und unfaßbar eng beisammen. Ähnliches kann man auch für den G20 in Hamburg formulieren, wo an diesem Wochenende im Millerntor die 2. Aktionskonferenz gegn den Gipfel der Mächtigen inmitten von Hamburg stattgefunden hat. Viele Ideen, die sich dem sicherheitspolitischen Horror der nächsten Zeit kreativ entgegensetzen wollen, kamen hier zusammen.

Nürnberg startete daheim sehr stark und brachte uns in der ersten Halbzeit immer wieder in gewisse Nöte, doch vor allem aufgrund der starken Leistung von Heerwagen blieb über diese Phase wie auch die ganzen 90 Minuten der Kasten wieder einmal leer. Wenn man schon, wie unser Torwart, sein 150. Zweitligaspiel absolviert, dann doch gerne mit so einer Darbietung. Nur nach vorn blieben wir erneut reichlich harmlos – aber in der zweiten Hälfte änderte sich zum Glück das Bild zu unseren Gunsten. Nach fast 5 1/2 Stunden ohne einen Treffer unseres FCSP erzielte Aziz mit einem hübsch anzusehenden Seitenfaller auf einen Abpraller hin das 0-1 – vorbereitet durch die gute Aktion nebst Abschluß von Sahin, was vom Torhüter eben nur auf diese Weise geklärt werden konnte. Der Treffer war dabei eindeutig verdient, denn wir spielten immer besser und wollten den Auswärtserfolg so unbedingt, wie wir ihn halt auch benötigten. Ganz verrückt dann die Entscheidung mit dem 0-2, ebenfalls von Aziz, wie er den recht harmlosen Schuß von Nehrig im Zurücklaufen überraschend mit dem Außenriß ins Tor ablenkte – glücklicherweise nicht im Abseits stehend, da ein Abwehrspieler der Gastgeber noch langsamer zurücktrabte. Überlebenswichtiger Dreier in der Ferne, wo die Freude darüber nur durch die Ergebnisse auf den anderen Plätzen und, mehr noch, durch die zehnte Gelbe von Bernd getrübt wurde. Er wird uns im defensiven Mittelfeld also fehlen – doch vielleicht wird der gerade wieder genesene Flum diese Rolle erneut ausfüllen können. Der Kampf geht weiter!

Der Kampf gegen den G20 Gipfel mitten in Hamburg fängt aber quasi gerade erst an. Die Vorbereitungskonferenz im Millerntor am Wochenende war so international und vielfältig wie inspirierend. Sehr schön finde ich auch, daß sich unter anderem Geflüchtete an beteiligen und einbringen können, denn gerade jene, die Europa im Mittelmeer oder anderswo ausgrenzt und sterben läßt bzw. in Lebensgefahr bringt, verdienen Gehör. Die Welt besteht aus allen, nicht nur aus Profiteuren.

Etwa 800 Teilnehmer füllten den Ballsaal der Süd und später auch mit den Workshops andere Orte im Viertel, siehe dazu https://www.g20hamburg.org/de/programm-ak2.

Wie viele Ansatzpunkte es zur Kritik an G20 und das, wofür dieser Gipfel steht, es gibt, läßt sich angesichts all der verschiedenen Gruppen und Aktionen nebst entsprechenden Zielsetzungen vielleicht am ehesten erahnen und nachvollziehen.

Zur Information über alles in Bezug auf die geplanten Gegenaktionen lohnt der Verweis auf https://www.g20hamburg.org/. Hier werden in verschiedenen Sprachen die verschiedenen Aktionen und Gruppen mit der Möglichkeit der Beteiligung vorgestellt. Und diese Infos laufend erneuert werden. Denn es kommt noch viel mehr.

Ganze zwei Stunden brauchte es, die verschiedenen Aktionsgruppen in Kürze vorzustellen, die sich aktuell an den geplanten Gegenmaßnahmen beteiligen. Und sehr inspiererende Worte gab es dazu, vor allem aus dem Gängeviertel. Ich hoffe sehr, daß die brennend vorgetragene Lyrik ins Netz gestellt werden wird, denn ein Nachlesen lohnt sich in jedem Fall!

Wie auch die finanzielle Unterstützung der geplanten Proteste – ein Soli-Mexikaner https://www.g20hamburg.org/de/mexikaner geht doch immer. ^^

Denn was von der Gegenseite da aufgefahren werden wird, das konnte man an diesem Wochenende bereits eindeutig erahnen – eine immense Polizeipräsenz und der Versuch der Einschränkung von Demonstrationsrechten bis hin zu deren faktischen Negierung im größtmöglichen Umfeld der Veranstaltung – quasi im ganzen Gebiet der größeren Innenstadt – drohen. Siehe dazu http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/G20-Proteste-in-der-Innenstadt-verboten,gipfeltreffen248.html hinsichtlich des geplanten Versammlungs- und Demonstrationsverbotes in der „Blauen Zone“.

War bei der Ankündigung, G20 in Hamburg ohne Einschränkung von Bürgerrechten veranstalten zu können, noch ganz anderes behauptet worden, zeigen die Sicherheitsbehörden hier die deutliche Absicht, daß die Demonstation der Macht die einzige staatlich geduldete Demonstrationsform bleiben soll. Nur ohne uns. Dieses „Monstrum“ gilt es zu bekämpfen, denn ansonsten frißt es unsere Rechte endgültig auf. Und damit meine ich die rechtsstaats-feindliche Idee, die hinter den Bestrebungen steht, der „Sicherheit“ den größtmöglichen Wert einzuräumen und Bürger am liebsten zu Untertanen der Obrigkeit umfunktionieren will – das Ganze nennt sich übrigens Polizeistaat und ist der absolute Gegenentwurf zum Rechtsstaat. Was sich gewisse „Supergrundrechts“-Befürworter mal überlegen sollten. So derartiges diese überhaupt wirklich interessiert…

Derartiges nicht einfach hinzunehmen zählt zu den Bürgerpflichten, denn ansonsten verraten wir das, wofür der demokratische Rechtstaat steht, auf den sich immer wieder so viele berufen. Und die Initiativen gegen G20 sind vielfältig. Und haben alle ihre Ziele und andersartigen Vorstellungen. Hier kann man nur von einer Bereicherung sprechen. Bunt statt Sicherheitsblau.

Wie inspirierend die Proteste gegen G20 ausfallen werden, konnte man an der Abschlußdemo am Abend erahnen. Die Inszenierung der Macht durch eine Mischung aus Individualität und Solidarität stören. Zeigen, wem die Stadt gehört. Den Menschen, die darin wohnen. Nicht den Sicherheitsorganen des Staates und seiner eingeladenen Gäste. Über die es ohne Ende was zu sagen gibt.

Rund 1000 Menschen zeigten mit einem Probelauf von der Süd aus zu den Messehallen, wo sich G20 treffen wird, was sie von Trump, Putin, Erdogan und dem ganzen Rest so halten. Und die Unterstützung im Viertel war allgegenwärtig.

Überall hingen Botschaften oder wurde anderweitig Stellung bezogen.

Stellung bezog auch Team Sicherheit – vor allem im Bereich der Messehallen wurde es wahrlich erdrückend. Durch einen engen Spalier mußte bzw. „durfte“ die Demo laufen. Beidseitig Wannen und Schildkröten. Eine Kälte der Macht um eine warme, energiegeladene Demo herum. Die so friedlich wie unnachgiebig durch die Stadt zog und ihr Ziel, G20 durch allerlei Maßnahmen zu stören, kundtat.

Nein, es geht nicht darum die Stadt in Schutt und Asche zu legen – es geht um den legitimen Protest gegen den Gipfel der Macht und die nicht hinnehmbaren Einschränkungen für die Stadt und vor allem die unerträglichen Lasten, die Menschen auf der ganzen Welt zu tragen haben. Wie die „African Partnership Conference“ vor G20 in Berlin beispielsweise zeigt – siehe dazu http://oplatz.net/tag/g20-partnership-africa-conference/. Koloniale Vorstellungen wirken weiter. Und gehören endgültig abgeschafft.

Was bei so einem Gipfel zu befürchten ist, zeigt die Vergangenheit deutlich: http://www.spiegel.de/politik/ausland/italien-entschaedigt-opfer-nach-polizeigewalt-in-genua-2001-a-1142423.html. Nichts gefährdet einen Rechtstaat mehr als ein solches Agieren der Sicherheitsbehörden – was sich alle, die gegen die Proteste aussprechen, mal vor Augen führen sollten. Aber jene sind wohl eh unerreichbar. Der Rest aber nicht. Und mit denen gilt es.

Siehe auch den von dieser Seite unterstützten Aufruf vom Zeckensalon und USP: http://usp.stpaulifans.de/2017/04/gemeinsamer-aufruf-an-die-fcsp-fanszene-zur-beteiligung-an-den-vorbereitungen-der-gegenproteste-gegen-den-g20-gipfel/.

Und ab dem nächsten Heimspiel: http://sanktpaulimafia.blogsport.de/2017/04/09/material-fuer-demo-sanis/.

Es ist wie mit dem FCSP in der aktuellen Situation – durch ein Zurücklehnen und Erdulden werden wir nichts bewegen. Wir können aber alles erreichen. Gemeinsam. Forza St. Pauli!

Mehr zum Spiel in Nürnberg:
http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=8249
https://www.konbon.de/sportlich/die-boys-in-brown-zu-gast-in-nuernberg/
https://www.stpaulinu.de/germany-bundesliga/frankenland-wunderschoenen-auswaertssieg-nuernberg
http://usp.stpaulifans.de/copper/thumbnails.php?album=412
https://fcspsouthendscum.wordpress.com/2017/04/09/matchday-28-fc-nurnberg-vs-fc-sankt-pauli-0-2/

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  1. […] Kleiner Tod (German) […]

  2. […] Eng zusammengerückt: der #FCSP siegt in Nürnberg und bleibt trotzdem unten. Und in Hamburg gegen G… […]

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