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Das war wieder so ein magischer Millerntor-Moment, für den man so gerne zu einem Spiel des FCSP kommt. Einen sportlich überlegenen Gegner mit Einsatz ohne Ende, einer guter Taktik und enormen Willen – sowie einer gehörigen Portion Glück – niedergerungen und drei wichtige (wofür auch immer, von den 40 wollen wir nicht mehr reden) Punkte eingefahren, mit denen kaum gerechnet werden konnte. Dazu eine politisch wichtige Botschaft mit der „Kein Fußball den Rassisten“ von Vereinsseite (genauer gesagt: vom Fanladen, unter Mitwirkung des Vereins, des Sponsors, etc.) und viele von den Rängen zu aktuellen Ereignissen. Eigentlich ein fast perfekter Tag. Wenn Team Sicherheit am Ende nicht grundlos und unverhältnismäßig abgegangen wäre. Aber dazu später noch etwas. Ersteinmal zum Spiel selbst.

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Vor dem Spiel war Süßes hochwillkommen. Lief es da doch nicht gerade geschmacklich einwandfrei ab – das Vorgeplänkel wurde von manchen Medien, allen voran der BLÖD und Spott1, wieder einmal versucht haßtechnisch aufzuheizen. Einerseits versuchen sich hier gewisse Medien offensichtlich an unserem Verein negativ abzuarbeiten – ein BLÖD-Kommentar schwafelte sogar davon, daß wir immer unsympathischer würden, was angesichts der Quelle nur als ein großes Lob und als verspätete und verdeckte Rache für die eigenen Verfehlungen rund um die Refugee-Geschichte zu verstehen ist – und andererseits wird hier versucht, mit aufgebauschten Dingen Aufmerksamkeit für das eigene Medium zu generieren.

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Wie wenig an der Sache – siehe http://www.ndr.de/sport/fussball/Zweite-Bundesliga-fc-st-pauli-sportclub,lienen184.html – dran war, aber auch, welche Wellen es durch die erwähnte Berichterstattung geschlagen hatte, kann man daran erkennen, daß es vor dem Spiel noch eine Richtigstellung auf offiziellen Vereinskanälen gab, siehe http://www.fcstpauli.com/profis/news/9242. Sicher war der Spruch von Lienen dazu geeignet, falsch verstanden werden zu können und geschickt war es auch nicht formuliert – nur eben nicht so gemeint, wie es dann bewußt verschärfend interpretiert wurde. Traurig, daß solche Form der Berichterstattung dazuzugehören scheint. Und auch, daß dadurch die gute Aktion ein wenig in den Hintergrund gedrängt wurde.

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Amüsant fand ich diese Tapete. Verspielt wird auf einen neuen Sponsor bei uns hingewiesen – der bisherige Energydrink-Anbieter ist nicht mehr dabei, stattdessen „OK.-“ – und während allein dieser Fakt bereits wieder medial als Spitze gegen den Gast dieses Spieltages aufgebauscht worden war, so wurde auch diese Tapete in keiner Berichterstattung dahingehend verstanden, sondern ebenso humorlos falsch interpretiert.

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Leipzig ist aber nicht nur jenes Konstrukt, gegen das wir an diesem Tage spielten, sondern auch eine Stadt mit einer großartigen linken Szene – und was in Connewitz geschah, siehe http://www.conne-island.de/news/182.html, das verdient einen solidarischen Gruß.

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Ein RIP in Richtung den jungen FCSP Fans, der hier gegangen ist und Beileid an die Hinterbliebenen.

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Gleich daneben dann ein ersteinmal unscheinbarer Start einer tollen Choreo.

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Aus der Nähmaschine kam auf einmal das Kurvenbanner heraus, Stück für Stück.

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Was für eine tolle und einfallsreiche Methode auf all die Arbeit hinzuweisen, die jedesmal hinter solchen Choreos steckt und von vielen mit Nähen, Malen und Basteln geleistet wird!

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Meine bisherige Lieblingschoreo dieser Saison.

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Die Gästeanhänger mit diversen Fahnen machten auch visuell Stimmung – wie sie auch sonst wahrnehmbar waren. Das Konstrukt dieses Fußballclubs muß man ja nicht mögen, was die Anhänger angeht, so gibt es aber nichts, was ich negatives berichten könnte.

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Derweil entwickelte sich das Banner immer weiter, spätestens jetzt dürften alle die Diffidati-Botschaft mitbekommen haben.

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Die Bühne war jedenfalls perfekt und stimmungsvoll vorbereitet – statt irgendein hineininterpretierter Hass einfach nur Hochspannung und Leidenschaft.

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Nach und nach war der Diffidati Con Noi-Spruch auch vollständig lesbar.

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Das war ja nicht das erste mal, daß dieses Banner oder auch gleichlautende gezeigt wurden – aber es war definitiv die schönste Art und Weise.

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Das sah nicht nur sehr gut aus und war einfallsreich, es hatte auch einen besonderen Aufmerksamkeitsbonus – so vernahm ich um mich herum doch wahrhaftig Stimmen, die sich erstmals fragten, was dieser Spruch bedeute. Wobei es ja nun schon genügend Möglichkeiten gab, ihn wahrzunehmen…

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Allein dafür hat es sich gelohnt.

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Wer die Hintergründe dazu noch nicht kennen sollte: http://www.faszination-fankurve.de/index.php?head=Diffidati-con-noi-Choreo-fuer-Stadionverbotler&folder=sites&site=news_detail&news_id=11649&gal_id=1165&bild_nr=1.

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Daß bei den Angreifern auf Connewitz, siehe oben dazu, neben all den Lok-Fans und anderen Nazis sogar ein RB Anhänger dabeigewesen sein soll, wie kurz vor dem Spiel bekannt wurde, ist hoffentlich nur eine Ausnahmeerscheinung. Denn ansonsten kann man von den Anhängern dieser Leipziger Mannschaft diesbezüglich ja nichts negatives sagen.

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Die erste Halbzeit begann herausragend. Die Anfangsphase gehörte klar uns und schon nach wenigen Minuten roch es nach einem Tor für uns. Daß es etwa der fünfte Spielzug war, der in der achten Minute dann zum Goldenen Tor für uns führte, zeigt wohl deutlich, mit was für einer Wucht wir in die Partie gingen. Die erwartete Verteidigungsschlacht begann erst kurz danach, als nach etwa einer Viertelstunde unser Spiel nach vorne nahezu aufhörte und nur noch die Gäste am Stürmen waren. So richtig los ging es mit ihrer spielerischen Überlegenheit in etwa kurz nach der Anfangsviertelstunde, wo wir bei einem Zweikampf Glück hatten, daß der Schiri korrekt nicht auf Strafstoß entschieden hatte – unser Verteidiger war einen Hauch früher am Ball und klärte regelkonform, was in der Schnelle nur sehr ungenau zu erahnen war – aber nach mehrfachem Studium der entsprechenden Sequenz fand ich das deutlich erkennbar. Von da an kamen etliche gute Chancen, die mit Glück und vor allem einem wieder einmal extrem starken Himmelmann vereitelt bzw. nicht genutzt wurden. So ging es mit dem einen Tor Vorsprung in die Pause und diverse Tapeten kamen zum Einsatz – wobei ich diese erste nicht verstand.

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Diese war schon deutlicher zu verstehen – ein solidarischer Gruß Richtung Amedspor FC – siehe http://www.tagesspiegel.de/sport/fussball-in-der-tuerkei-drittligist-mit-kurdischer-geschichte-fuehlt-sich-ungerecht-behandelt/12944524.html.

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Erschreckend ist ja, wie krass der Linksruck in unserer Gesellschaft vorangeschritten ist… Sogar die GALA ist schon dabei. Herrliche Tapete, der größte Lacher des Spieltages!

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Wenig zu lachen ist aber das, was in der Türkei passiert. Und daß selbst ein Aufruf zum Frieden wie der von unserem Ex-Spieler Naki quasi kriminalisiert wird.

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Wenn selbst der Wunsch, daß Kinder nicht sterben sollten, sondern zum Fußball kommen sollten, als politische Propaganda bewertet wird, dann fällt einem allerdings kaum noch etwas ein.

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Bei all den Tapeten sind einige Dinger dabei, die nicht sofort verständlich sind. Hier muß ich leider auch passen.

Nachtrag: Danke für die Aufklärung im Kommentarbereich – siehe den dort angegebenen link http://www.altravita.com/bocia-unter-besonderer-beobachtung.php.

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Zeit für den Startschuß zur zweiten Hälfte. Während wir in den letzten zwei Dritteln der ersten Hälfte mehr mit dem Verteidigen des tollen Tores von Ratsche beschäftigt waren, erspielten wir uns nun wieder mehr Chancen und konnten die zweite Halbzeit nahezu auf Augenhöhe bestreiten – zwar immer noch hauptsächlich aus der Verteidigung heraus, aber wir erspielten uns mehrere Gelegenheiten vorne, kamen sogar zu zwei Aluminiumtreffern und waren damit unter dem Strich näher am zweiten Tor dran als die Gäste am Ausgleich. Ein irres Spiel.

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Und jedenfalls aus Heimsicht ein schönes Spiel. Mit einer schier unglaublichen Energieleistung wurden die Gäste niedergerungen. Am Ende hätte es durchaus auch 2-0 ausgehen können – aber das dritte 1-0 für uns gegen die Leipziger in Folge hatte auch schon was.

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Mit dem Abpfiff wurde die schon lange vorher andauernde Party auf den Rängen endgültig laut. Und auch auf dem Rasen konnte endlich gefeiert werden.

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Beifall gab es auch für die Gästespieler, die diese Niederlage sicher problemlos verkraften können. Mag der Abstand zu einem Nichtaufstiegsplatz auch wieder minimal kleiner geworden sein, daß den Leipzigern der Gang in die erste Liga noch zu nehmen wäre, daran glaubt wohl niemand. Spielen tun sie eh schon länger wie ein Erstligist – was bei dem teuren Kader auch kein Wunder ist.

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Nur – gereicht hat es wieder einmal nicht gegen uns. Was bei dem finanziellen Ungleichgewicht in der Liga schon immer wieder besonders schön sich anfühlt.

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Die Feier auf dem Rasen war dabei nur der Startschuß zu weitaus auschweifenderen Partys draußen.

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Zumindest auf Fanseite, Ewald wird da seine Spieler schon im Griff haben – es geht ja am Freitag schon weiter.

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Und gegen den FSV Frankfurt erwartet uns, wieder am Millerntor, ein gänzlich anderes Spiel. Da werden wir das Spiel machen müssen und die Gäste werden sich an die Spielzerstörung machen. Im Hinspiel klappte das bei denen ja leider gut. Das wird eine durchaus schwierige Aufgabe. Vielleicht schwieriger als das Spiel gegen den Spitzenreiter.

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Danach war erst einmal eine kleien Stärkung angesagt und ein kurzer Gang zur Domschänke. Nach dem Spiel war ja auch wieder ein Diffidati-Marsch zu erwarten…

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Nur hatte Team Sicherheit etwas dagegen. Mit zwei Wasserwerfern und einer sehr aggressiv auftretenden Schildkröten-Truppe in goßer Zahl verweigerte die Polizei der Versammlung der Fans nach dem Spiel vor dem Stadion das Verlassen des Ortes. Mit der aberwitzigen Berufung auf das Versammlungsrecht sollte erst ein Versammlungsleiter sich bei der Polizei melden. Aber bei all dem Truppenaufgebot war klar, daß die Sicherheitskräfte den Marsch in jedem Fall verhindern wollten. Zeitgleich kam auch die Nachricht, daß der G20-Gipfel in Hamburg stattfinden soll. Vermutlich war hier der Zusammenhang zu sehen – ein staatliches Imponiergehabe zur Einschüchterung alternativer Menschen. Ein Trauerspiel für diese Stadt. So landeten wir halt im Afm-Container, der vor der Süd wieder steht – siehe http://www.fcstpauli.com/data/news/abteilungen/afm/rueckkehr-afm-container – zumindest dies eine positive Entwicklung zurück.

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So oder so gab es genügend Möglichkeiten, das Wochenende zu genießen. So konnte sowohl am selben Tag als auch am folgenden gefeiert werden – im Linken Laden gab es Punkmusik und angenehme Leute – nur leider verblieb uns nicht mehr viel Energie, da noch viel mitzunehmen. Aber schön war es in jedem Fall. Und wie! ^^

Mehr zum Spiel: http://www.stefangroenveld.de/2016/dosengemuese/
https://fangirl1910.wordpress.com/2016/02/14/die-hymnenlosen-dosen/
http://millerntor.hamburg/2016/02/schiess-doch-bulle
http://blog.uebersteiger.de/2016/02/14/21-spieltag-h-rb-leipzig/
http://usp.stpaulifans.de/copper/thumbnails.php?album=358
http://beebleblox.blogspot.de/2016/02/dosen-auf-kaperfahrt-abgesoffen-fcsp.html
http://niceguys.blogsport.de/2016/02/13/senfdazu13-six-in-a-row/
http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=7970
http://grenzenlos1910.com/igel-schlagen-bullen/
http://yorkshirestpauli.com/2016/02/13/st-pauli-down-drinks-company/
https://fcspsouthendscum.wordpress.com/2016/02/13/matchday-21-fc-sankt-pauli-red-bull-1-0/
sowie
http://rotebrauseblogger.de/2016/02/15/presse-15-02-2016/ mit ein paar Worten zu einem unserer Ex-Spieler…

P.S.: Eine traurige Nachricht kam noch rein… „John und Michelle, you`ll never walk alone!“ http://www.fcstpauli.com/profis/news/9264

2 Comments

  1. als ergänzung zu den blau-schwarzen tapeten

    http://www.altravita.com/bocia-unter-besonderer-beobachtung.php


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  2. By Igel schlagen Bullen | Grenzenlos Sankt Pauli on 16 Feb 2016 at 8:09 am

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