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Optimisten rechneten sich gegen den SC Freiburg am Millerntor ja durchaus etwas aus, doch dem konnte ich mich bei allem Vertrauen in unsere Mannschaft im Vorfeld nicht anschließen – zu erdrückend die bisherige Spielstärke und Abschlußstärke der Gäste, zu viele Gegentreffer haben wir in den letzten beiden Partien uns eingefangen und vor allem zu harmlos zeigten wir uns bislang im Spiel nach vorne. Insbesondere in der Kombination vermochte ich bei der Ausgangslage nicht mit irgendetwas Zählbarem für uns rechnen – wohl aber mit einem Spiel, welches zu supporten sich lohnen würde, denn was unsere BoysInBrown unter Ewald alles so abliefern, das läßt ergebnisunabhängig die Augen leuchten. Daß es dann nach einem Feuerwerk am Ende noch zu einem 1-0 Heimsieg und den Sprung zurück auf den dritten Platz reichen würde, das war unter dem Strich fast schon unglaublich. Genial in jedem Fall – auch wenn das nicht für alles galt, was da an diesem Tag im Stadion so abging…

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Daß das Wochenende ein besonders angenehmes werden würde, das war bei dem vorab lange angekündigten Besuch aus Glasgow schon einmal klar – jedenfalls in meinem Kreis. Mit den wunderbar lieben auswärtigen FCSP Fans hatten wir wunderbare Tage, die nicht nur alles andere als trocken verliefen, wir kamen auch zu schmackhaften Grundlagen. So war das sehr leckere Veggie-Schnitzel im Feldstern, wo ich geschmacklich auch noch nie enttäuscht wurde, eine perfekte Grundlage für alles, was da noch folgen sollte. Und das betraf nicht nur den Spieltag am Folgetag…

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Am Spieltag selbst hieß es dann ungewöhnlich früh vor Ort sein, da die Karten für unsere auswärtigen Gäste entsprechende Abholzeiten vorsahen. Das verhieß natürlich einiges an Kaffee, aber auch angenehm viel Zeit für Gespräche und ein Zusammensein mit allen schon früh Eintrudelnden. Die Tapete, die aus einer Tasche am Tisch lugte, zeigte im eingerollten Zustand aber auch noch eine weitere Botschaft, die wir dann einfach mal als positives Zeichen für den Tag nahmen. Daß es dann auch so kommen sollte, das rechtfertigte das erste Bild an diesem Tag rückblickend dann natürlich noch besser.

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Ein wunderbar sonniges Herbstwetter machte den Aufenthalt rund ums Millerntor zu einem wirklichen Vergnügen – wobei ich froh um meine mitgebrachte Sonnenbrille war. Ein durchaus brauchbares Objekt an jenem Tag.

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Die hier immer willkommenen Gäste aus Freiburg kamen mit der beeindruckenden Bilanz der meisten erzielten Tore der Liga, rund 2 1/2 pro Spiel, und eben als klarer Spitzenreiter zu uns. Entsprechend optimistisch und lautstark wirkten die trotz der großen Entfernung zahlreich angereisten Fans aus dem Süden – wobei es offensichtlich auch welche in Hamburg gibt.

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Alles andere als offensichtlich – zumindest für mich, da stehe ich gerade auf dem Schlauch – ist diese Tapete. Kann mich da jemand aufklären?

EDIT: „Oke ist der kürzlich geborene Sohn eines Kiezkieker-Redakteurs und die Kollegen haben wohl gratuliert. (Siehe aktuelles Heft)“ aus der Kommentarspalte – Danke nochmal für die Aufklärung!

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Aber wenn wir schon beim 19.10. sind, so habe ich da noch einen link zu einem Thema, das ich gerade nicht anderweitig unterzubringen verstehe, aber was zum Unterschlagen zu wichtig ist: http://www.fcstpauli.com/home/verein/news/8561 – die (N)Olympia Diskussion, die auch bei uns geführt wurde und wird. Hoffen wir, daß dieser Kelch an uns vorübergeht…

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Nichts gegen sportliche Veranstaltungen, aber weder vermag Hamburg Planungen in dieser Größenordnung durchführen, noch ist Olympia in irgendeiner Weise ein Projekt, welches Unterstützung verdient – die derzeitige Ausgestaltung ist untragbar und sollte definitiv vermieden werden. Wenn sich Hamburg hier tatsächlich bewerben sollte, da gebe ich den Ausführungen von Oke Recht, die ich irgendwo vor kurzem gelesen habe, dann müßten Forderungen gestellt werden, die die abzusehenden Nachteile, die für alle Veranstalter stets im enormen Maße entstehen, verhindert werden – was zwar die Ablehnung der Bewerbung zu Folge haben würde, dann allerdings ein sinnvolles Zeichen für alle anderen Bewerbungen setzen würde. Das klingt nach einem Plan, trotz einer Bewerbung das unerträgliche Spiel nicht mitzuspielen und mit einer Niederlage in diesem Verfahren dennoch zu gewinnen. Nette Idee!

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Nett wie immer auch der Gast aus Freiburg. Es gibt wenige Gäste, die mir derart sympathisch sind. Womit ich nicht die spielerische Bilanz meine, sondern einfach extrem sympathische Fans.

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Die Stimmung war beim Einlaufen der Mannschaften für einen Sonntag wirklich ordentlich, auch wenn die Lautstärke später doch etwas zu wünschen übrig lies. Dies dürfte dem extrem taktischen Spiel geschuldet gewesen sein, welches zwar enorm spannend anzusehen war, zumindest als Fan, mitreißende Szenen aber so gut wie gar nicht zu bieten wußte. Zumindest nicht während der eigentlichen Spielzeit…

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Aber erst einmal hieß es wieder Konfettischlacht.

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Unseren FCSP Fans aus Glasgow hatte ich nicht ohne Grund zu einem Deckel geraten. Der angebotene Cider war bei ihnen übrigens hochwillkommen, was auch an dieser Stelle mal positiv erwähnt werden soll.

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Glücklich waren sie aber natürlich vor allem darüber, bei diesem Spiel dabei zu sein – und zwar auf der Süd. Definitiv ein guter Ort, ein Heimspiel zu verfolgen!

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Gerade an diesem Tag gab es Momente, wo ich mir auf der Gegengeraden etwas seltsam vorkam… So daheim ich mich hier auch immer fühle. Aber so geht es wohl allen überall immer mal wieder.

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Hauptsache, mit ganzem Herz dabei.

Oder gleich beiden, wie auf der Nord.

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Die Vorfreude auf dieses Spiel war jedenfalls unabhängig davon, mit welchem Ergebnis gerechnet wurde, groß wie eh und je.

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Alles andere als Vorfreude angesichts der Pläne rund um den Schanzenhof – siehe http://www.taz.de/!5233089/. Es wäre schön, wenn hier doch noch etwas Positives, wie auch immer, erreicht werden könnte. Was da bislang durchgesickert ist, gehört jedenfalls weniger dazu. Und verdient Gegenwind. Damit eben doch noch eine Veränderung des Vorhabens im Sinne des Viertels stattfindet.

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Mit Anpassung erreicht man jedenfalls weder den Erhalt eines akzeptablen Status Quo noch eine Verbesserung der Umstände.

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Die Halbzeitchoreo hatte das bereits mit den gezeigten Bannern deutlich gemacht, daß dieser Weg nicht präferiert wird.

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Wie übel eine Staatsmacht Proteste niederschlägt und mit aller Härte des Polizeistaates verfolgt, konnte man in der Türkei beim Gezipark sehen. Die Nachwirkungen müssen die Protestierenden bis heute auf das Unerträglichste erleiden – siehe auch http://www.tagesschau.de/ausland/gezi-protest-urteile-101.html. Anpassung mag zwar Repressionen vordergründig vermeiden helfen, sie ist angesichts unerträglicher Zustände aber keine Lösung.

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Sicherlich kann über die gewählten Mittel wie auch die Ziele streiten – so wie bei diesem Pyro-Einsatz. Aber daß ein solcher nicht einfach so erfolgt, zumindest aktuell nicht, sondern ein politisches statement ist, sollte man dann aber auch entsprechend berücksichtigen.

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Was man von Pyro, das wie hier wirklich sehr hübsch ausschaut, auch immer halten mag – zumindest wenn keine Hörsturz womöglich auslösenden Knaller Verwendung finden – auch hier gab es nur bunte Fackeln und Rauch. Jedenfalls ist es jetzt nicht die Zeit, eine grundsätzliche Pyrodiskussion auszupacken – schließlich ging es den Zündelnden hier um ein politisches Zeichen angesichts der sehr politischen Diskussion rund um Fanrechte und die Vorgehensweise des DFB, der sich bezeichnenderweise auch nicht an die Regeln gehalten zu haben scheint, wenn es um die Ermöglichung von Veranstaltungen hierzulande galt… Um noch einmal auf das Regel-Argument zurück zu kommen. Ja, Verbote existieren. Aber sowohl läßt sich über deren Sinn streiten – ohne jetzt das Ergebnis eines solchen Streites vorweg zu nehmen – als auch über deren konkrete Ausgestaltung und Auswirkungen hierzulande. Kollektivstrafen für den Verein sind willkürliche Verbandsstrafen, die es eigentlich in der derzeitigen Ausgestaltung nicht zu akzeptieren gilt. In keinem Fall können sie so ohne weiteres auf die Verursacher umgelegt werden, wie so oft gefordert wird. Das alles ist ein komplexes Thema und verdient Beachtung – ganz egal, wie man zum Thema Pyro stehen mag.

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Auf eine derartige politische Stellungnahme mit einem lautstarken „ihr seid doof“ zu reagieren, erachte ich jedenfalls für unangebracht. Nicht, wie gesagt, die Kritik an der Form, da kann man ja nach wie vor trefflich streiten, und, ja, auch Pyro definitiv ablehnen. Aber alles sollte auch immer im Kontext gesehen werden – und der war hier, zumindest bei näherer Betrachtung und dem Wissen um die ganze Thematik erkennbar ein politischer. Gerade dann, wenn es sich um eine politische Aktion handelt, sollte man meines Erachtens, gerade am Millerntor, nicht mit einer derart heftigen Abwehrhaltung kommen.

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Sehe ich zumindest nach Jahren der Überlegung bei dieser Thematik so. Daß andere Fans andere Ansichten vertreten ist so selbstverständlich wie überall. Aber ein wenig mehr an grundsätzlichem Miteinander kann in keinem Fall schaden. Ohne daß man dadurch pro oder contra Pyro am Ende sein muß. Es ging hier schließlich nicht einfach um viel Rauch um nichts.

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Daß das ganze auch juristisch ein Thema bleibt, ist selbstverständlich – lesenswert dazu bleibt nach wie vor http://www.fananwaelte.de/?page_id=86, http://www.fananwaelte.de/?page_id=74 sowie http://www.fananwaelte.de/?page_id=80. Angesichts all dieser Argumente verbietet sich ein Ablehnen dieser Choreo mit den gewählten Worten einfach – denn wenn man auch gegen Pyro sein mag, so sind all diese Dinge mit Sicherheit nicht einfach „doof“. Fehlende Anpassung ebenso wenig.

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Übereinstimmung gab es dann aber definitiv bei der gezeigten Leistung auf dem Platz – was wir da ablieferten, das war einfach beeindruckend. Die an sich so starken Gäste konnten ihre Mittel gar nicht wie gewohnt einsetzen, mit einer brillianten Abwehrleistung nahmen wir deren Angriff über nahezu die ganzen 90 Minuten aus dem Spiel. Und kamen dann auch immer stärker vor deren Kasten. Daß der Treffer von Kalla nicht zählte – verdient hätte er ihn mit seinem bärenstarken Startelf-Einsatz allemal – war angesichts des klaren Überschreitens der Torauslinie zuvor eindeutig. Ebenso eindeutig verdient war dann aber auch der Treffer in der Nachspielzeit durch Ratsche, ein Abstauber nach dem tollen Volleyschuß von Thy. Großartig! Und alles explodierte…

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Das kurze Anrennen der Gäste danach wurde zwar durchaus nochmal gefährlicher als die reguläre Spielzeit davor, dennoch überstanden wir auch diese Phase gemeinsam und stehen nunmehr wieder auf dem dritten Platz. Was aber noch weitaus wichtiger ist: mehr als die Hälfte der erforderlichen Punkte zum Klassenerhalt haben wir damit schon eingefahren.

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Und auch in letzter Minute kann die Wendung eine positive sein – und nicht wie erst im letzten Spiel bei den Eisernen. Auch das war schön mitzuerleben.

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Kompliment an die Mannschaft für diese klasse Leistung!

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Wo auch immer die Reise noch mit diesem FCSP hingehen mag – es macht einfach Spaß, diese Saison miterleben zu dürfen!

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Natürlich sind erfolgreiche Spiele immer am schönsten aus Fansicht. Aber eigentlich zählt viel mehr das eigentliche Auftreten der Mannschaft und die Identifikation mit dem Verein. Nur daß eben derzeit einfach alles stimmt. Man sah es bereits über die ganze Zeit auf dem Platz, wobei auch die Rückkehr von Kalla sichtlich positiv wirkte. Aber auch die ganze Saison schon war zu erkennen, daß es mit diesem team einfach stimmt.

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Vor der Feier noch schnell ein bißchen was zu futtern, erst im Stadion…

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…und später noch in der Kleinen Pause. Ein Gruß nach Griechenland an dieser Stelle: https://www.youtube.com/watch?v=SmjkPz8xUC4! ^^

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Richtig flüssig wurde es dann noch im Jolly bei wunderbarer Musik und liebenswertem Publikum. Manche FCSP Fans von außerhalb sahen das Spiel von dort, da sie keine Karten bekommen hatten und waren nun froh, zusammen mit allen zu feiern. Auch von den Gästefans waren einige dabei. Spaß hatten spätestens dann einfach alle.

Ein wunderschönes Wochenende – Danke an alle! Und nochmal ein besonderer Gruß nach Glasgow!

Mehr zum Spiel: http://www.breitseite-stpauli.de/freiburg_daheim.htm
http://grenzenlos1910.com/oben-auf-und-oben-dran/
http://usp.stpaulifans.de/copper/thumbnails.php?album=347
http://www.stefangroenveld.de/2015/war-ja-klar/
http://beebleblox.blogspot.de/2015/10/beinahe-bundesligafeeling-fcsp.html
http://randnotizen.schuninio.de/its-like-a-story-of-love/
provincefanatics.blogsport.de/2015/10/26/fcsp-1-0-sc-freiburg-25-10-2015-last-minute-sieg/
blog.uebersteiger.de/2015/10/26/12-spieltag-h-sc-freiburg/
https://fangirl1910.wordpress.com/2015/10/26/10-zum-glueck-nicht-nackte-friseusen/
https://pathos93.wordpress.com/2015/10/26/du-darfst-dich-auch-freuen/
www.magischerfc.de/wordpress/?p=7860
https://fcspsouthendscum.wordpress.com/2015/10/26/matchday-12-fc-sankt-pauli-sc-freiburg-1-0/

4 Comments

  1. Erst wollte ich schimpfen, so leckere Fotos zu posten, wenn mir grad der Magen auf halb acht hängt.
    Als nächstes spötteln, dass dich das „Oben“ auf der Tapete doch nur deshalb so fasziniert hat, weil du als alter Desorganisierter von dieser Ultraorganisiertheit geblendet warst 😉 .
    Aber dann kam der ganze übrige Text, über Anpassung und Repression, und jetzt möchte ich dir eigentlich nur noch Danke sagen.
    Also dann – Danke! 🙂

    • Ersteinmal Danke für die lieben Worte. ^^

      Das mit dem Effekt der Essensbilder geht mir gerade nicht anders, ich knurre da unten jedenfalls so vor mich hin… Egal. 😉

      Aber das mit dem „Oben“ hatte ich aus dem Grund abgelichtet und gespottet hatte ich auch nicht. Nur gefragt, bei aller Desorganisiertheit, ob der Text der Tapete auch hinten zu lesen ist. Eben weil auf der Gegengeraden den hinzuschreiben sich definitiv lohnt, da sonst andauernd Leute ankommen und die Tapete zum Lesen einfach Umdrehen – und dabei auch zerreißen. Nicht so sinnvoll, aber mit deutlichem Text hinten geht das dann gut. Dann braucht es aber auch kein „oben“ mehr… 😉

  2. Oke ist der kürzlich geborene Sohn eines Kiezkieker-Redakteurs und die Kollegen haben wohl gratuliert. (Siehe aktuelles Heft)


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