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So ein „spielfreies“ Wochenende bedeutet ja nicht, daß der FCSP nicht spielt – und schon gar nicht, daß es nichts Erwähnenswertes geben würde. Der „Refugees welcome“-Tag am Millerntor beim Kick gegen den BVB war für mich dann doch Grund genug, zu diesem Testspiel zu gehen und auch davor waren mit dem Veganen Straßenfest in St. Georg und dem Schanzenfest zwei politische Veranstaltungen, die zudem auch auch aus kulinarischer Sicht ein Genuß waren, auf der Agenda. Das anstehende Wochenende wirft aber den größten Schatten voraus – und damit meine ich weniger das kommende nächste Saisonspiel des FCSP, es geht um den geplanten Aufmarsch von Nazis und Rassisten in den nächsten Tagen hier in Hamburg.

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Wie schon im letzten Jahr war auch diesmal das Vegane Straßenfest in St. Georg voller Infostände und Vorträge rund um das Thema Umgang mit Tieren, von Jagdbehinderung, grausame Tiertransporte, dem ganzen Horror zulasten von Tieren rund um die Ernährung und vielem anderen mehr. Interessante Gespräche mit hoch engangierten Menschen und natürlich sehr schmackhaftes veganes Essen gab es zudem. Auch die NOlympia-Bewegung war vertreten und warb wie schon am folgenden Schanzenfest-Tag für den Gegenwind, den diese Stadt so dringend braucht…

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Senat und die größeren Medien haben sich ja alle längst darauf eingeschossen, die Olympiabewerbung von Hamburg nach aller Möglichkeit zu fördern und die Stimmung vor der Abstimmung zugunsten der Veranstaltung zu fördern. Kritische Stimmen bleiben dabei nach Möglichkeit außen vor oder werden an den Rand gedrängt – so auch bei der anstehenden Befragung, wo den Gegenargumenten kaum Gewicht verliehen wird. Dies zu ändern ist das Bestreben der aktuellen Initiative http://neinzuolympia.de/, die voller Argumente und ohne Blendkram daherkommt. Bis zum 16.09. werden viele Unterschriften benötigt, also unbedingt mitmachen, damit die Einseitigkeit der Darstellung durchbrochen werden kann!

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Es geht ja nicht gegen den Sport oder das Zusammenkommen von Menschen, sondern um eine gigantische Maschinerie zugunsten des IOC und verbundener Firmen und zulasten des Steuerzahlers sowie der Bewohner der Stadt, die von dem ganzen Spuk eigentlich nur Nachteile und das im gewaltigen Ausmaß haben, wie so viele Beispiele der Vergangenheit und Studien gezeigt haben – siehe dazu nur die Stellungnahme unter dem oben angeführten link. Im Vergleich zu Olympischen Spiele in Hamburg sind die finanziellen Probleme rund um die Elbphilharmonie ein Kinderspiel.

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Alle vereint gegen Olympia also.

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Prost.

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Der nahtlose Übergang zum Schanzenfest war bei dem Thema jedenfalls ebenso problemlos möglich wie die vegane Ernährung, die dort ebenfalls immer einen eigenen Stellenwert einnimmt und das eben auch in politischer Hinsicht. Denn Ernährung ist wie alles andere ebenfalls immer politisch. Und die veganen Burger waren auch wieder lecker, nebenbei gesagt.

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Wie schon im Vorjahr war das Schanzenfest mit neuer Streckenführung friedlich und weitaus weniger von kommerziellen Buden heimgesucht wie in den letzten Jahren seiner Existenz an alter Stätte. Das die Medien dann darüber weniger berichten, kann man angesichts der Tatsache, daß eigentlich nur auf den Krawall der Abendstunden abgestellt wurde, gerne in Kauf nehmen. Nichts gegen einen tatsächlichen Widerstand, aber es gibt so viel mehr auf den Schanzenfest, was Beachtung finden kann.

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Die politischen Stimmen sind hier schließlich nicht auf hirnlose Gewalt aus, es geht auch in diesem Jahr wieder um wichtige Themen, die uns eigentlich alle angehen – wie eben aktuell den Wahnsinn von Olympia bzw. was dies tatsächlich für Hamburg bedeuten würde – und eben alle Bewohner dieser Stadt.

Aber auch die ganzen Geflüchteten, die ebenfalls überall vertreten waren, würden unter den erheblichen Einschränkungen, die eine Olympia-Veranstaltung mit sich bringt, zu leiden haben und noch weniger Raum in Hamburg vorfinden als ihnen sowieso schon eingeräumt wird.

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Die extremen Ereignisse der letzten Zeit in der EU rund um Refugees – siehe nur http://www.publikative.org/2015/09/06/welcome-to-the-real-world-europe/ – hat vielen Menschen die Augen geöffnet, wie es um die EU tatsächlich bestellt ist. Von Freizügigkeit bzw. Reisefreiheit war in den letzten Tagen kaum noch etwas zu hören – siehe nur http://www.tagesschau.de/ausland/marchofhope-101.html – es ist eine Schande für uns alle was da passiert. Und gleichzeitig eine Hoffnung auf Änderung, wo so viele aufstehen und autonom politisch aktiv werden, was vor allem aber für die Refugees selbst gilt, die uns alle aufzeigen, was nur möglich ist, wenn so viele Menschen sich nicht an die Einschränkungen eines menschenfeindlichen Systems halten.

Aber auch die Menschenfeinde hierzulande fühlen sich im Angesicht der aktuellen Entwicklung angespornt, noch intensiver als sowieso schon gegen die Schwächsten der Gesellschaft vorzugehen – die Anschläge auf Heime von Geflüchteten nehmen immer mehr zu, ebenso andere gewalttätige, rassistische Übergriffe – und sowohl am morgigen Samstag, den 12.09., als auch am Sonntag haben sich Rechtsradikale und Rassisten für Aufmärsche in Hamburg angekündigt. Da gilt es Stellung zu beziehen auf der Straße gegen diese! Aktuelles unter http://www.keine-stimme-den-nazis.org/.

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Nicht nur beim Testspiel gegen den BVB hat sich unser Verein wundervoll präsentiert – nicht nur von Fanseite, sondern eben auch offiziell. Das geht auch aktuell wieder weiter: https://www.facebook.com/FCSP/posts/10153167779508137:0. Samstag ab 10 Uhr also am Hauptbahnhof, Hachmannplatz. Alle hin da!

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Und davon abgesehen, daß wir den Rassisten und Nazis kein Bier gönnen – bitte auch alle schön nüchtern bleiben an diesem Tag, damit es nicht zu Problemen kommt… 😉

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Der Testkick am Dienstag war vor allem eine wunderbare Sache, da mit 1000 Freikarten für Refugees der Verein nicht nur ein wunderbares Zeichen gesetzt hat, die Geflüchteten waren auch überall im Stadion präsent und so konnte man mit ihnen auch problemlos ins Gespräch kommen. Eine tolle Aktion!

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Da wir an diesem Tag auf der Süd standen, konnten wir die tollen Tapeten dort nicht einfangen, aber zum Glück haben dies ja andere geschafft:

Dafür waren wir in gute Gespräche mit einigen Refugees vertieft. Auf deren Erzählungen vom Krieg in ihrem Land aber auch der deutlich ausgedrückten Freudem an diesem Tag hier zu sein, haben wir dann für uns alle auch gleich noch eine Runde Bier besorgt, das gerne angenommen wurde. Daß wir da einen Elfmeter zugesprochen bekommen hatten in der Zwischenzeit – und verschossen hatten – habe ich so erst im Nachhinein erfahren, aber es gab wirklich weitaus wichtigeres an diesem Tag!

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Danke auch an die beiden Trainer für die wichtigen Worte, die rund um dieses Spiel geäußert wurden – http://www.fcstpauli.com/profis/news/8265 beispielsweise für Tuchel – warum Politiker in der EU derart versagen, nicht nur aktuell, ist ein anderes Thema. Leider.

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Fakt ist, daß die dunklen Wolken, die da aufgezogen sind, längst in einen Wolkenbruch übergegangen sind – und wer ungeschützt ist, der muß am meisten darunter leiden. Es ist unser aller Aufgabe, hier für eine Verbesserung zu sorgen. Weit über den Moment hinaus. Ob wir es schaffen, die tödlichen Grenzen der EU endlich abzuschaffen, muß zwar leider bezweifelt werden, aber es gilt weiter daran zu arbeiten. Weil es richtig wäre.

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Wie mit Refugees umgegangen wird, bestimmt schließlich auch eine Gesellschaft an sich. Und das darf nicht paternalisierend von oben herab geschehen. Wir sind alle Menschen. Pässe sind nur ein gesellschaftliches Konstrukt, das jedoch eine enorme Wirkung hat. Leider.

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Fakt ist und bleibt, daß wir uns dem Rassismus in allen Schattierungen entgegen stellen müssen. Und ganz aktuell heißt das, daß wir an diesem Wochenende zeigen müssen, was wir in Hamburg wollen und was nicht. Aktuelle Rechercheinfos dazu: https://linksunten.indymedia.org/de/node/152546. Das kann juristisch gar nicht aus der Welt geschaffen werden. Das ist unser aller Anliegen. In diesem Sinne: ab auf die Straße!

2 Trackbacks/Pingbacks

  1. […] Kleiner Tod (German) […]

  2. […] etwas später auf dem Veganen Straßenfest St. Georg, das am gleichen Tag stattfand und so lecker wie im Vorjahr aussah, wie ich auf dem Rückweg feststellen durfte – nur leider vermochte ich nichts mehr […]

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