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Alles war angerichtet für die Party – und es sollte auch eine werden, und was für eine! Der FCSP zaubert geradezu die Fortuna aus dem Stadion und das ganze Millerntor schwebt in dieser Saison ungeahnte Höhen. 4:0. Und es wäre nicht weniger verdient gewesen, wenn es doppelt so hoch ausgegangen wäre. Was für ein Spiel! Wer da nicht dabei war, der hat die ganze Saison verpaßt, zumindest deren Highlight. Denn auch wenn die Saison noch eine Weile läuft und noch gar nichts erreicht ist – der Klassenerhalt ist nur nach wie vor möglich, mehr noch lange nicht – so war dieser Montagskick so grandios, daß wir uns alle wohl am liebsten an dieses Spiel rückblickend erinnern werden, wenn es um die schönsten Momente dieser Spielzeit gehen wird. Und das Schönste dabei ist – verdient war dieser tolle Heimsieg nicht allein aufgrund des einen Spieles, sondern eben nach all der guten Leistung der letzten Zeit, in der wir leider nicht belohnt wurden – wobei wir uns da nur allzuoft selbst im Wege standen. An diesem Tag war alles anders. Und wie!

Fanraeume

Doch das Osterfest des FCSP begann schon früher. Einen ganzen Tag früher sogar. Eingeladen hatten drei liebe St. Paulianer zu einer Party gegen eine Spende für die Braun-Weiße Hilfe – siehe dazu https://braunweissehilfe.wordpress.com/. Unbedingt unterstützenswert.

Fanraeume-Kachelwand

„Das ganze Stadion auf der Suche nach den verlorenen Eiern“ war die Devise, siehe http://sanktpaulimafia.blogsport.de/2015/04/01/veranstaltungstipp-2/, und es gab neben dem guten Zweck, den lieben Menschen und schöner Musik auch noch ein kleines Buffet, wobei die schokoladigen Elemente irgendwo zum Suchen versteckt waren. Sehr amüsant. Und vor allem: sehr schön.

MeisterSplinter

Musikalisch wurde mit zwei Hamburger Punkrock Bands auch noch so einiges. Den Anfang machte Meister Splinter – kann man auch hier reinhören: http://meistersplinter.bandcamp.com/ – und machten ordentlich Laune.

NotgemeinschaftPeterPan

Alles andere als unbekannt in unseren Kreisen war die zweite Band: Notgemeinschaft Peter Pan. Auch hier ein link zum Reinhören: http://notgemeinschaftpeterpan.bandcamp.com/. Nur zu dritt an diesem Abend aber dafür nicht weniger gut – hervorheben möchte ich gerade hier die Texte und die angepackten Themen.

FCSP-F95 001

In der Gegengeraden angelangt fiel gleich auf, daß an diesem Tag etwas anders war: http://florabaut.noblogs.org/post/2015/04/02/sommerbaustelle-goes-millerntor/. Wer nicht nicht zu einer Spende für die Renovierung der Roten Flora gekommen ist, braucht aber nicht zuverzagen – es gibt ja immer noch die laufende Aktion auf Kiezhelden: http://www.kiezhelden.com/projekt/sommerbaustelle-rote-flora.

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Es sind schon viele Jahre ins Land gegangen – 25, um genau zu sein – und immer noch zeigt die Flora auf, wie wichtig sie als selbstverwalteter linker Anlaufpunkt für Hamburg und darüber hinaus ist. Und wie wichtig es ist, diesen Ort als solchen zu erhalten. St. Pauli und die Rote Flora gehören zusammen.

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Ewald Lienen und der FC St. Pauli – auch das gehört einfach zusammen. Schon nach kurzer Zeit mag man sich kaum noch einen anderen Trainer vorstellen – was sicherlich nicht nur mir so gehen wird. Es ist jedes einzelne mal einfach großartig anzusehen, wie er die eh lauten Fans zu Anfang noch mal weiter einpeitscht. Das paßt einfach. Fachlich und politisch sowieso, aber eben auch menschlich in jeder Hinsicht.

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Auf den Neubau der Nord, die immer weiter voranschreitet, paßten auch zum ersten mal Menschen. Leider nur welche vom Gästeanhang, die die Ehre bekamen, die neue Nord schon einmal etwas einzuweihen. Was ich ja gar nicht so schön fand, da hätte ich lieber unsere Fans gesehen. Vor dem Spiel bekam ich allerdings noch einen einleuchtenden Hinweis auf das den Gästen zustehende Kartenkontigent und wie wir das aktuell durch den Umbau unterschreiten – da ist so eine Maßnahme durchaus noch verständlich. Trotzdem ein wenig schade, vor allem in angesichts der Tatsache, wie daneben sich da einige benommen hatten – da wurden nicht nur Sitze abmontiert, sondern mit derart vielen Dingen aufs Feld geworfen, daß dies sicherlich noch ein Nachspiel haben wird. Zum Glück wurde niemand getroffen.

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Der Rest der Düsseldorfer war dann auf der Haupt verteilt, wie wir es ja schon für die Übergangszeit gewohnt waren. Der Neubau der Nord ist zwar schon weit vorangeschritten, aber zum Glück noch nicht so weit, als daß der malerische Sonnenuntergang nicht betrachtet werden konnte…

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Gemalt hatte auch der Supportblock einiges. Passend zu Ostern einige hasige Doppelhalter. Mehr Has‘! ^^

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Der ungeliebte Montagabend hatte zwar eine Fahnenabstinenz auf der Süd zur Folge, es wurde aber ausnahmsweise doch ein Banner für die Flora gezeigt.

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Und die Gegengerade zeigte statt weniger Fahnen lieber gleich eine spezielle mit der Forderung zur 15:30 Uhr Anstoßzeit. So oder so – es ist und bleibt wichtig, hier am Ball zu bleiben, gerade weil aktuell ja Überlegungen angestellt werden, wie der Spieltag noch weiter verzerrt werden könnte – siehe http://www.profans.de/allgemein/offener-brief-an-den-geschaeftsfuehrer-der-dfl.

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Daß der 1. Liga „nur“ ein Montagsspiel drohe – und der 2. damit wohl ein Montagmachmittagspiel – ist da alles andere als beruhigend. http://www.transfermarkt.de/dfl-chef-seifert-anderungen-am-spielplan-nur-in-engem-bdquo-korsett-ldquo-/view/news/189640 – hoffen wir, daß es nicht so weit kommt.

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Montagsspiele sind eh blöd – wenn jetzt auch noch der Abendspielbonus herausgenommen würde, dann wäre das die totale Katastrophe. Und die Stadien würden wohl weitgehend leer bleiben. Aber diese Zuschauer zählen ja eh nix, nur die Fernsehgelder…

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Um Freiräume zu erhalten muß man halt kämpfen… Geben wir auch diesen Kampf noch nicht auf. Auch wenn um das Thema seit einiger Zeit ja wieder Stille eingekehrt ist. Bleiben wir wachsam.

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Voll dabei waren diesmal auch weider alle vom Start weg. Das Stadion war laut und die Zuversicht trotz der vorherigen Ergebnisse durchaus greifbar.

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Als ich vor dem Spiel erfuhr, daß Choi dabei sein sollte, hatte ich mich schon gefreut, da ich dessen gute Leistungen sowohl bei der U23 als auch bei Testspielen bereits bewundern durfte. Daß er allerdings so gut einschlagen würde, das hätte ich mir auch nicht vorstellen können. Weitaus schlechter als unsere anderen Stürmer war allerdings auch kaum mehr möglich…

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Womit ich jetzt keine allzugroße Kritik an diesen üben möchte. Außer eben der, daß die Torflaute schon bitter für uns ist. Daß Budimir durchaus das Tor treffen kann, hat dieser aber wenigstens vor dem Spiel bei der U23 an diesem Tag beweisen können. Ein weiteres gutes Zeichen.

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Aber was wir da auf dem Rasen zu sehen bekamen, das war weitaus mehr als das. Was für eine erste Halbzeit! Definitiv die beste dieser Saison. Lediglich in den ersten Minuten hatten die Gäste eine Chance, bevor wir das Heft in die Hand nahmen und nicht mehr abzugeben bereit waren. Nicht nur kämpferisch waren wir dabei gut, sondern eben auch spielerisch. Was man kaum noch zu hoffen wagte in dieser Saison. Aber das war wirklich guter Fußball von unserer Seite. Nicht nur erfolgreicher, was ja auch schon gereicht hätte in dieser Saison. Nein, es war darüberhinaus auch noch wirklich schöner!

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Ganz egal jedoch, wie und auf welche Weise ein Spiel aktuell ausgehen mag – was zählt, das ist ja, daß am Ende der Klassenerhalt steht. Da gilt es nun bis zum Ende alles zu geben. Und die an diesem Tag gezeigte Leistung macht einfach nur Hoffnung und spendet Zuversicht. Da geht nach wie vor noch was!

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Während unsere seit mehreren Spielen starke Hintermannschaft unverändert geblieben war, vom Torhüter bis hin zu den defensiven Mittelfeldspielern, wurde der Sturm und das offensive Mittelfeld total umgekrempelt. Sobota, Buballa, Verhoek und eben Choi spielten da vorne und die Veränderung konnte man vollkommen überraschend extrem deutlich ausmachen. Den verletzten Ratsche mußte Lienen ja ersetzen, die anderen Spieler in dieser Besetzung zu bringen war aber äußerst gewieft. Es paßte einfach. Erst später, als gewechselt wurde, ließen wir da nach. Was wohl auch für die kommenden Spiele ein Fingerzeig in Sachen Startelf sein könnte.

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Der Mann des Spiels war aber eindeutig Choi – nicht nur wegen seiner zwei Tore und der einen Torvorlage. Wenn er so weiter macht, dann würde er ganz schnell unser Torschützenkönig der Saison werden… Aber auch sein Spiel war herausragend. Daß er vor dem Tor das gemacht hat, wofür ein Stürmer nun einmal da ist, kommt aber vor allem dazu, denn in diesem Punkt haben wir echte Defizite gehabt. Bislang zumindest. Wie schön es wäre, wenn er diese Leistung weiter abrufen könnte. Oder auch nur ansatzweise und Tore macht. Die brauchen wir nämlich auch weiterhin!

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3:0 zur Pause. Und alle rieben sich verwundert die Augen. Auch mit dem Jubel war es mitunter so eine Sache. Beim zweiten Tor konnte ich zum Beispiel erstmal gar nicht jubeln, da ich mir lange Zeit nicht sicher war, ob das Schiri-team hier nicht doch aus irgendeinen Grund abpfeifen würde. Sie standen ja um die sich vor Schmerzen windenden beiden Gästespieler herum bzw. der Mann an der Linie blieb auf dieser Höhe stehen. Das machte mich schon ganz nervör, vor allem, weil die Rücknahme von Entscheidungen am Millerntor ja schon einmal in dieser Saison uns passierte. Doch es ging nur um deren ärztliche Versorgung. Da war ja vollkommen ohne unsere Beteiligung der von der Vorstadt ausgeliehene Verteidiger mit dem Torwart der Fortunen zusammen gerauscht – den so von Rensing nur schwach nach vorne abgewehrten Ball konnte Choi glücklicherweise vool und locker zum 2. Tor einnetzen. Bis dieses Glücksgefühl der Erleichterung sich bei mir einstellen wollte, waren die anderen um mich herum schon wieder leiser…

Als dann Sobota noch das dritte Tor machte, da war dann endültig die Freude schier grenzenlos. Aber nach wie vor, eigentlich noch weitaus mehr, unwirklich. So richtig glauben konnte es kaum eine_r. Aber es war wahr. 3:0 zur Pause!

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Ich war so fassungslos ob dieser grandiosen Leistung, daß ich beinahe vergessen hätte, in der Halbzeit auf Tapeten zu achten. Diese hier konnte ich gerade noch so mit Ach und Krach einfangen. Um welchen Kameramann es geht, habe ich allerdings immer noch nicht kapiert…

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Vom dem bei den Protesten rund um die EZB-Eröffnung in Frankfurt festgenommenen Demonstranten hatte ich schon gehört, nur seinen Namen kannte ich nicht. Daß es sich hier um diesen handelt, war dann auch die zutreffende Vermutung: http://ea-frankfurt.org/solidaritaet-mit-federico-fede-annibale. Fluchtgefahr, weil der Wohnsitz in London liegt, das wäre allerdings äußerst seltsam – siehe dazu http://www.bs-legal.de/eu-auslaender-in-untersuchungshaft.html – aber das aktuelle Verfahren kenne ich jetzt auch nicht weiter.

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Aus England gibt es aber auch eine andere Meldung im Zusammenhang mit dem FCSP – und zwar ein aktueller Fernsehbericht, siehe https://www.youtube.com/watch?v=FzhEt7VXS_c. Auf diesen Bericht und vor allem die seltsam wirkenden Äußerungen von Vereins- bzw. Fanseite (die, wie man mir nach Nachfragen versicherte, durch das von den Machern des Beitrages aufgrund von denen so gewollte und damit verfälschende Zusammenschnitte von teilweise stundenlanger Interviews so entstanden sind – einfach, weil die Zielrichtung des Berichtes ein anderer sein sollte, nicht die zutreffende Darstellung vom Verein und der komplexen Thematik. Ein Nachtrag zur Klarstellung: der Bericht ist nicht schlecht. Er schildert die Sachlage nur so verkürzt, daß für Betroffene ein falscher Eindruck vermittelt wird. Aber das ist auch nicht der Sinn und Zweck des Berichtes!) wurde bereits anderweitig hingewiesen, siehe https://metalust.wordpress.com/2015/04/04/wie-ruhrend-es-schon-sein-kann-dass-man-offen-homosexuell-lebenden-menschen-nicht-wenigstens-die-fresse-poliert/ – unbedingt lesenswert, denn leider wird dort von einem weiteren Ausfall in Sachen Homophobie im Rahmen des FCSP berichtet. Ja, es gibt sie leider, Menschenfeindlichkeit in der weiten Fanszene des FCSP – sei es nun Rassismus, Sexismus, Homophobie oder andere Varianten. Sie sind alle nicht nur zu verdammen – das reicht ja längst nicht aus – sondern vor allem zu verstehen und ein Weg, dem zu entgegnen, muß gefunden werden. Das ist kein bereits erreichter Zustand bei uns, sondern ein fortwährender Kampf, ein nie endender Prozeß, denn weder sind wir eine personenmäßig für alle Zeiten festgelegte Gemeinschaft – es kommen immer wieder neue Menschen dazu und andere verlassen uns, was eben auch zu Veränderungen führt – noch sind alle auch tatsächlich erreichbar, wenn sie vielleicht sich hier auch nicht so offen äußern – und wenn doch, dann erhalten sie hier, so zumindest unser Anspruch, den verdienten harten Gegenwind bis hin zum Rauswurf.

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Es sind aber auch diffizilere Ebenen, auf denen diese Themen wirken und diese angegangen werden müssen. Da reicht es eben nicht, einfach nur „dagegen“ zu sein, wenn man Teile davon unbemerkt in sich aufgenommen hat. Und das haben wir eigentlich alle, mehr oder weniger, als Subjekte der (Mehrheits-)Gesellschaft – und je mehr wir dazu gehören, also zur „Mehrheit“, umso mehr haben wir das. Sozialisierung wirkt sehr tiefgreifend. Und gerade die tieferen Ebenen zu erkennen, an denen gewisse Dinge am Wirken sind, das bedarf Bereitschaft, daran zu arbeiten und eben auch das Wissen, das von Betroffenen durchaus geteilt wird. Man muß es nur wahrnehmen. Was aber eindeutig gar nicht geht, das sind solche indirekten Bedrohungen, bei denen sich FCSP Fans in Fankreisen unwohl fühlen, nur weil sie nicht zur „Mehrheit“ gehören. Das darf einfach nicht sein.

Das hatte jetzt mit den Bildern nichts zu tun, aber da ich nicht weiß, worum es bei dieser geht – hatte da nur ein Pyrobild im Netz gefunden – lasse ich diesen Text dann hier wirken. Weil es wichtig ist.

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Willkommen sollten einfach alle am Millerntor sein (Menschenfeindlichkeit ausgenommen), die den magischen FC lieben. Oder noch lieben lernen.

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Und auch die anderen Gäste halt. Ob sie sich nun intern grüßen oder was auch immer.

Nur das mit dem Werfen war daneben. Aber das kam auch von anderer Seite.

Sonst muß ich bei F95 aber an einen lieben Fan denken, der auch dem FCSP sehr nahe steht und immer wieder hier anzutreffen ist.

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Wichtig ist in jedem Fall, sich solidarisch zu zeigen. Allein gelassen verlieren alle.

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Was ein starker Zusammenhalt ausmachen kann, das wurde hingegen an diesem Spieltag wieder einmal deutlich.

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Die Unterstützung von den Rängen wurde jedenfalls endlich wieder einmal angenommen und auf dem Platz ergebnismäßig umgesetzt.

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Nach einer Schrecksekunde kurz nach Wiederbeginn, wo Himmelmann mit einer Glanzparade die Null hielt, versenkte Buballa das Ding nach toller Vorarbeit von Choi zum 4:0 Endstand. Grenzenloser Jubel, denn jetzt war allen klar, daß das Ding durch war.

Die nachfolgenden Wechsel brachten eigentlich nur den verdienten Jubel für die ausgewechselten, allen voran Choi und Daube, die beide einfach großartig spielten und verdientermaßen zusammen mit Buballa in der Kickerelf des Tages standen. Kompliment. Leider waren die Eingewechselten nicht in gleicher Weise stark und präsent, aber zum Ergebnis halten waren sie durchaus die Richtigen. Es brannte hinten nix mehr an.

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4:0.

Vier zu Null.

Wahnsinn.

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YNWA. Nach einem Erfolg weniger schön als nach einem Mißerfolg, wie ich finde.

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Aber in dieser Situation, wo wir alles andere als gesichert sind, absolut notwendig.

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Das wird ihnen Lienen auch sicherlich gesagt haben, wenn es denn überhaupt nötig war. Der letzte Platz ist zwar jetzt abgegeben worden und auf den Relegationsplatz dürfen wir am Freitag antreten – aber das ist bislang nur ein Zwischenergebnis.

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Welches natürlich trotzdem mal gefeiert gehört.

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Aber eben nicht ohne Ende. Nur in angemessener Weise.

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Den Beifall haben sie sich redlich verdient an diesem Tag.

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Für eine ausufernde Siegesfeier war aber weder Zeit noch Anlaß. Doch das wußten auch alle.

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„Auswärtssieg!“ wurde dann nach kurzer gemeinsamen Feier auch von den Fans gefordert. Es geht am Freitag weiter. Und wir brauchen weiter dringend Tore und Punkte.

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Auch wenn es weitaus schwerer werden wird als an diesem Tag, an dem alles zusammenkam – Abendspiel, Dom – und eben auch ein Gast, der sich von uns unterkriegen ließ. Am Freitag beim KSC wird es eine ganz andere Nummer werden.

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Und doch – Sankt Pauli leuchtet nach wie vor hell. Und wie!

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Nach diesem Wahnsinssspiel mußte ich erst einmal alleine über den Dom schlendern, bevor ich zur Domschänke gehen konnte. Und auch dort war ich dann sehr wortkarg. Das mußte ich ersteinmal alles verarbeiten.

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Die Lichter sind nach wie vor an, alles ist möglich – und jetzt geht es rund! Um mal beim Abschlußbild zu bleiben. 😉 High four!

Forza St. Pauli!

Mehr zum Spiel: http://www.kiezkieker-fanzine.net/2015/04/07/immer-noch-im-rausch/
http://stefangroenveld.de/2015/drei-punkte-gegen-rote-huetchen/
http://www.kiezkicker.de/kiezkicker/2015/der-erhoffte-befreiungsschlag-kyoung-rok-choi-fuehrt-st-pauli-zum-sieg/
http://moeliw.tumblr.com/post/115749923617/geplatzter-knoten#_=_
http://amrandedesdorfes.blogsport.de/2015/04/07/fc-st-pauli-vs-fortuna-duesseldorf-40/
https://fangirl1910.wordpress.com/2015/04/07/berufspessimistin/?preview_id=55
http://usp.stpaulifans.de/copper/thumbnails.php?album=324
http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=7700
http://beebleblox.blogspot.de/2015/04/das-beste-ostern-ist-die-auferstehung.html
http://grenzenlos1910.com/?p=2313
https://fcspsouthendscum.wordpress.com/2015/04/07/matchday-27-fc-sankt-pauli-fortuna-dusseldorf-4-0/
http://www.vavel.com/en/international-football/germany-bundesliga/472507-fc-st-pauli-4-0-fortuna-dusseldorf-st-pauli-sweep-a-side-shocking-fortuna.html

10 Comments

  1. Hm, sorry, da hat was nicht funktioniert, es fehlt (wesentlicher) Text, vermute es lag an den Pfeil-Zeichen.
    Versuche es daher noch mal:

    „ Ja, es gibt sie leider, Menschenfeindlichkeit in der weiten Fanszene des FCSP – sei es nun Rassismus, Sexismus, Homophobie oder andere Varianten. Sie sind alle nicht nur zu verdammen – das reicht ja längst nicht aus – sondern vor allem zu verstehen und ein Weg, dem zu entgegnen, muß gefunden werden. Das ist kein bereits erreichter Zustand bei uns, sondern ein fortwährender Kampf, ein nie endender Prozeß, denn weder sind wir eine personenmäßig für alle Zeiten festgelegte Gemeinschaft – es kommen immer wieder neue Menschen dazu und andere verlassen uns, was eben auch zu Veränderungen führt – noch sind alle auch tatsächlich erreichbar, wenn sie vielleicht sich hier auch nicht so offen äußern – und wenn doch, dann erhalten sie hier, so zumindest unser Anspruch, den verdienten harten Gegenwind bis hin zum Rauswurf.“

    ‚Zumindest unser Anspruch‘ ist ein leider notwendiger Einschub, denn am Montag in der Süd erneut nicht Realität. Das Schlimmste waren nicht einmal die „Fot*en“- und „Schwule-irgendwas“-Rufe der armseligen Hohlbirne hinter mir, sondern die stillschweigende Duldung fast aller Umstehenden. Es meldete sich nur ein Mensch von etwas weiter weg, der gar nicht den Anlass mitbekommen hatte und sich erstmal wegen meiner etwas lauteren Reaktion erkundigte, aber vom direkten Umfeld, die das alle gehört haben müssen, bliebste schön allein gelassen. Hat mir den so sehr ersehnten Durchbruch auf dem Platz ziemlich nachhaltig versaut, zumal auch nicht das erste mal, ich versteh bald nicht mehr was bei uns los ist und bekomme zunehmend Lust auf Selbsthilfe der weniger hippieesken Art :/

    „ Sonst muß ich bei F95 aber an einen lieben Fan denken, der auch dem FCSP sehr nahe steht und immer wieder hier anzutreffen ist.“

    Der lief übrigens gegen Mitternacht mit einem nicht mehr ganz formschön gesungenen „heute schütte ich mich zu“ vor den Fanräumen ein, worauf umgehend mehrere der dort Feiernden voller Besorgnis zu ihm eilten und ihn tröstend in die Arme schlossen, was ihn abgrundtief gerührt hat, er hat das aber auch echt gebraucht 😉

    Anlage (hoffe der Link funktioniert) ist noch ganz exklusiv für dich vom Frauenklo bei der U23, und nein, von mir ist der nicht, sonst wäre das ja auch langweilig 😉

    Ansonsten: Wie immer ein großartiger Bericht mit großartigen Fotos von einem übergroßen Wochenende (erhole mich nur langsam und muss doch morgen schon wieder los ;)), Hab mich riesig gefreut, dass ihr bei der Suche nach den verlorenen Eiern geholfen habt, zum Glück haben wir sie ja gefunden ;))))

    • So… Erstmal den ersten Kommi gelöscht, denn das fehlende Element ist doch extrem wichtig und geht sonst noch in der Wahrnehmung unter. Das ist ja leider genau so ein Beispiel, wie hier (und vor allem seit Ewigkeiten anderswo angeführt) gemeint war. Ist natürlich gut, daß Du eingeschritten bist – aber da entsteht dann immer dieses fatale Bild – andere denken, es wird ja was dagegen getan und werden nicht aktiv und als die einschreitende Person fühlt sich dann allein gelassen. Da müssen alle ran – und, ja, so sollte unser Selbstverständnis sein. Ist bei vielen aber einer seltsamen Mischung aus Gleichgültigkeit oder was weiß ich gewichen. Ich kann nicht verstehen, wie man da ruhig bleiben kann, insbesondere an einem Ort wie dem Millerntor, in einem FCSP Block irgendwo oder vor allem in der Süd im Stehbereich bei uns. Es gibt sie halt, solche Ausfälle und dagegen muß vorgegangen werden, immer und immer wieder. Stumm daneben stehen und andere machen lassen reicht da definitiv nicht aus. Lieber Selbsthilfe als solchen das Feld überlassen…

      Mehr später, aber das mußte ich noch schreiben. Oh, und Danke für das feedback. ^^

      P.S.: Um noch mal auf den Rest nachzutragen ein Edit…

      Stehst Du auf der Süd nicht mit anderen zusammen, die da auch helfen können, das eine oder andere störende Subjekt zu entfernen oder zumindest deutlich zusammenzufalten? Das dürfte doch die Sache deutlich erleichtern.

      Ansonsten: Eingreif-Banden bilden… 😉

      Das mit dem Fortunen tut mir einfach nicht leid, auch wenn er mir leid tut… Also… Du verstehst mich schon. Wiur haben das einfach gebraucht. Nur verdammt blöd für ihn. Mögen sie die Punkte von mir aus woanders holen. Aber einen Nichtaufstieg kann F95 wohl eher verkraften als wir einen Abstieg. o.O Wobei – wir nehmen eh alles. Weil wir ja, frei nach FAZ, das Problem sind. -.-

      Danke für den Aufkleber-Bild-Gruß vom Damenklo. Da komme ich ja nicht so oft hin… 😉 Naja, noch nicht einmal zur U23 momentan, wie ich zu meiner Schmach gestehen muß. Nicht dort, wo die gerade spielen. Das finde ich zu absurd mit der Entfernung. Also nicht, daß es unerreichbar wäre (das schreibe ich ja gerade Dir…) – wir sind doch nicht die Vorstadt. Da brauchen wir unsere 2. doch nicht so weit nach draußen zu verlagern.

      Aber wenn Budimir trifft, dann lohnt sich das Nichtkommen für mich ja. Seine anderen Spiele in Braun-Weiß habe ich ja alle gesehen. Vielleicht liegt es ja an mir.

  2. Never expected to hear about a homophobic incident in the Süd…looks ike there are a few battles to be won yet. No room for fascists, racists, homophobics or any other kind of such lowlife shite in the neighborhood. Fortunately, Sankt Pauli is neither Rostock nor Trier or Chemnitz. The vast majority (yes, and in the Süd) knows very well why we are all here. Isolate these pricks and if they insist send them to fuckin‘ Hell, out of town…such incidents mess with the very core of our values and are NOT to be tolerated by any means. Back in the 80’s when the story began, there was a such a homophobic, racist, right wing core in Millerntor…they are not here any more since many many years… Maybe it’s time for their surprisingly remaining 2015 offsprings to go and meet them…

    • This is a never ending battle, because there are always new people coming to fcsp matches. And the problems are deeper, too, as written above. But that is even more a reason to stand up and get rid of such people at our ground. We don’t need them. We can’t tolerate anything or anyone like that. And we can do this together. This is our club an we will not give any of such a place here.

  3. Das mit den homophoben Kommentaren auf der Süd ist echt übel!!!
    Ausgehend von dem, was ich bisher über die Süd gehört hatte, hätte ich solche Sprüche dort als Letztes erwartet.
    Idioten gibt es wohl leider überall.

    Und zur Party: Die fand ich sehr lustig (mit euch sowieso 😉 ) mit allem Drum und Dran. Tolle Idee!

    • Zur Süd kann ich so wenig sagen. Wir standen ja mal auf der alten, aber auch das nur für das eine oder andere Spiel. Im Ligaalltag selbst war ich auch noch nie im Süd-Stehbereich. Über dessen Zusammensetzung fehlt mir daher ein näherer Einblick, aber soweit ich das verstanden habe, sind die unterschiedlichen Bereiche mit unterschiedlichen Gruppen und natürlich auch Einzelpersonen besetzt und es spielt sicherlich eine Rolle, wo man genau jetzt da steht. Inwieweit jetzt welche Gruppen oder Einzelpersonen einschreiten oder nicht, dazu kann ich dann aber auch keine echte Einschätzung abgeben. Das können nur die vor Ort aus eigener Erfahrung sagen.

      Aber das mit der Party war wirklich lustig. Rundum gelungen. ^^

  4. @Trööt:

    Danke für den ergänzenden Kommentar mit grausigem Inhalt.

    Ich habe das übrigens auf der Haupttribüne in 15 Jahren nur ein einziges Mal erlebt, und da wurde der schwulenfeindliche Kraftausdrücke Gröhlende wirklich von ganzen Sitzreihen aber so was von platt gerufen, dass er ganz kleinlaut wurde.

    Was mich in dem Eindruck bestätigt, dass das auf der Süd anders ist, dass eher die „vollends Aufgeklärten“, die natürlich längst all die Fragen nach (Hetero-)Sexismus und Rassismus hinter sich gelassen haben und nun am allerliebsten „Political Correctness“ als „Nebenwiderspruch“ und reine Sprachkosmetik betrachten, das Problem sind.

    Diese Mentalität halt, wie sie sich bei FeFe, einst in der Piratenpartei und auch bei anderen stark frequentierten Publikationen zeigt. Wo sich ständig strukturell an Dominanz Gekoppelte gegen irgendwas zu wehren glauben, was ja ach so gemein sei, nämlich der Hinweis auf Strukturen, von denen sie profitieren. Diese aufgeplusterten Egos mit ihrer militanten Abwehr sind echt gefährlich und haben mich nun zu einer Millerntor-Pause gebracht.

    „Ja, es gibt sie leider, Menschenfeindlichkeit in der weiten Fanszene des FCSP – sei es nun Rassismus, Sexismus, Homophobie oder andere Varianten. Sie sind alle nicht nur zu verdammen – das reicht ja längst nicht aus – sondern vor allem zu verstehen und ein Weg, dem zu entgegnen, muß gefunden werden.“

    Das Problem ist doch nicht das mangelnde Verständnis für Schwulen-, Lesben- und Transfeinde oder Rassisten welcher Spielart auch immer. Das bekommen die doch überall, in jeder verschissenen Talkshow, in Leitartikeln, überall und ganztägig.

    Das Problem ist das mangelnde Verständnis für das, was diese Verhaltensweisen mit Betroffenen machen. Das interessiert auch nur wenige und zieht auch regelmäßig offene Aggression nach sich, wenn darauf verwiesen wird. Nazis sind viel interessanter.

    Und das haben auch die nicht, die formal-liberal sich in Akzeptanz nicht nur üben, sondern die das irgendwie auch leben und sogar drauf achten, dass hier und da auch mal eine Regenbogenflagge in irgendeiner Ausstellung rum hängt. Die nicht verstehen wollen, dass mensch dabei nicht stehen bleiben kann. Dass Homophobie, Rassismus und Sexismus auch bei prinzipieller Akzeptanz auf ganz anderen Ebenen wirkt als auf jenen der grundsätzlichen Rechte-Debatte.

    Wir haben nur in „der Fanszene“ eine extrem ausgeprägte Platzhirschen- und Silencing-Kultur. Da werden noch die wenigen Frauen in Gremien fortwährend dazu genötigt, sexistische „Argumente“ z.B. bei Quotierungen zu übernehmen. Das sind Formen der Zurichtung, die brutal sind. Und es gibt eine ziemlich aggressive Tendenz heterosexueller, weißer Männer, alles zu IHREM Thema zu machen, um Betroffene, die sich dem nicht fügen, intrigant, boshaft und bejubelt und mit sehr viel Häme gesättigt tatsächlich zum Verstummen zu bringen.

    Was ich gerade auch von diversen Frauen mittlerweile in inoffiziellen Kommunikationen so gehört und gelesen habe. Und da hat sich in den 15 Jahren, deshalb bin ich mittlerweile komplett frustriert, zwar in der Geschäftsstelle bis hin zu Meeske sehr, sehr viel getan, glaube ich zumindest, aber in „die Fanszene“ NICHTS.

    Und ehrlich gesagt glaube ich auch nicht mehr, dass sich da noch was ändern wird.

    • @momorulez Das mit dem Zitat ging ja an mich und da erwidere ich natürlich auch, denn irgendwie kam wohl meine gewählte Formulierung falsch rüber.

      Mit dem „verstehen“ meinte ich kein Verständnis für Homophobie, Rassismus, Sexismus und dergleichen oder gar für die das Ausübenden, sondern das Begreifen der Zusammenhänge und eben auch der Auswirkungen. Wenn die Wirkzusammenhänge nicht verstanden werden und auch, was wann gerade ein solcher Fall ist, auch wenn da eiin anderes Etikett drüber geklebt wird, dann fehlt eben die Einsicht in die Problematik. Und da gilt es immer anzusetzen und war von mir mit dem Satz gemeint.

      Es hilft ja eben nicht, einfach „dagegen“ oder von mir aus, positiver formuliert, „dafür“ zu sein, was auch immer das „da“ in so einem Fall sein mag, wenn sich nicht damit im tiefergehenden Sinne beschäftigt wird. Und das kann nicht funktionieren, wenn nicht gerade die Betroffenen dabei gehört und ihnen zugehört wird. Je weiter man von den Auswirkungen entfernt ist, umso weniger kann man ein Thema schließlich verstehen. Aber man kann dazu zuhören. Und das setzt eben die Bereitschaft voraus, das Thema wirklich zu verstehen. Was ich jetzt nicht Dir erklären muß, aber es wird hier ja auch alles mitgelesen.

      Was immer wieder auffällt (selbst mir als WHM), das sind die Wiederholungen von diskriminierenden Kraftausdrücken, oft mit dem Hinweis darauf, diese nicht gut zu finden oder dergleichen – in diesem Punkt fehlt noch viel zu sehr eben jene Einsicht, was diese Worte auch auf diese Weise verwendet bewirken. Auch das richte ich natürlich jetzt eher an die Allgemeinheit, an Dich nur wiederholt der Hinweis auf das tolle Buch „Wie Rassismus aus Wörtern spricht“ und dort der Teil 4 „Gewalt und Normierung – die alltägliche Macht rassistischer Wörter“ – was eben auch auf andere Themen übertragbar ist. Es gibt ja so tolle Wissensquellen, die von den als „anders“ markierten Menschen zur Verfügung gestellt werden.

      Und die sind viel ergiebiger als etwaige „Platzhirsche“ oder was auch immer. Ich weiß zwar, daß es vieles an zwischenmenschlichen Dingen gibt, aber ich halte mich doch letztlich zu sehr heraus, bei aller Nähe bzw. Involviertheit, als daß ich da tiefergehende Einsichten hätte. Aber deswegen finde ich es ja auch so immens wichtig, wenn andere diese Dinge bekannt machen, die man selbst eben nicht mitbekommt.

      Insgesamt habe ich ein sehr gutes Bild von unserer Fanszene, erlebe dort viele tolle Menschen und möchte auch weiter daran arbeiten, daß unser Selbstverständnis lebt und keine hohle Phrase ist. Wozu es eben auch Weiterentwicklung braucht. Und Menschen, die Probleme erkennen und benennen. Sowie andere, die zuhören und daraus lernen.

  5. Ja, natürlich sind auch da auch viele tolle Menschen. Auch unter den organisierten, da aber eher die ruhigen, großartigen Zuarbeiter.

    Aber es sind bei uns weit weniger PoC oder LGBTIQ als im Bevölkerungsdurchschnitt. Und das hat doch Gründe. Das ist doch selbst in den Areas, wo auf Kraftausdrücke verzichtet wird, höchst ambivalent, sich da hinein zu begeben, was nun auch nicht nur am Phänomen Fussballproll liegt. Als Sookee da war, waren da auf einmal auch sehr viele Lesben, die Queer AG der Uni Hamburg, zum Beispiel. Aber sonst doch eher weniger. Was natürlich auch noch mal ganz eigene Gründe hat, weil in dem Fall Rückzugsräume noch viel wichtiger sind als bei Schwulen.

    Aber gerade die Veranstaltung, über die ich mich gerade am meisten aufrege, reagiert ja offenkundig, was ich gut finde und mich auch freut: Da sind dann z.B. auch Tubbe und LeFly. Da scheint ja wahlweise mein fortwährendes Genörgel dann doch irgendwas bewirkt zu haben, oder aber die kamen von selbst drauf, was ja noch viel besser wäre.

    Alles, was Du schreibst, prallt doch aber trotzdem an fortwährend beleidigten WHM ab. Teilt mensch denen freundlich mit, was sie so treiben, reagieren die gar nicht, so, wie da gerade die Politaktiven auf reine Slogans abonniert sind. Geht mensch in die Vollen, wird es echt gefährlich. Dieses „Immunsystem“ ist einfach unerträglich. Und das ist eine zutiefst patriarchale Struktur. Da gibt es ja Studien, was passiert, wenn mensch Männern Aufmerksamkeit abzieht, und ja, natürlich nehme ich mich da ganz und gar nicht aus, bin ja auch Cis-Mann. Viele von denen/uns drehen durch, stalken, bedrängen, wüten, drohen und wollen fortwährend gefeiert werden. Dagegen richtet all das Richtige, was Du schreibst, eben auch nichts aus. Und das nun bei so einem Teilzeitkulturbetrieb rund um den Fussball ausgerechnet zu ändern ist halt noch schwieriger. Die Twitter-Truppe ist ja echt toll, aber je politischer desto, wüte ich mal sagen … und die letzte Attacke kam von sehr nah dran.

    Und es gibt nun viele Modelle von Outlaw- und Outsider-Erfahrungen, die an Gewaltandrohungen gekoppelt sind. Bei den strukturell relevanten Formen löst das dann halt sofort dieses Grundgefühl aus, eh in einer feindlichen Umwelt zu leben, weil mensch halt den ganzen Tag damit zubringt, irgendwas bis hin zu Forderungen nach strafrechtlichen Sanktionen zu lesen, wenn sie das möchte. Der Terror geht ja bis ins ARD-Programm. Was Muslime diesbezüglich auszuhalten haben und Juden noch verschärft, von Refugees mal ganz zu schweigen, wird auch in der Regel nur unter Rekurs auf rechte und in letzterem fall auch linke Hater, selten im Bezug auf die ganzen Selbstverständnisse und Historien erörtert – mit Ausnahme der Lampedusa-Gruppe, deshalb ist sie ja so immens wichtig.

    Und wie mensch bei der Zusammensetzung dieser „Fanszene“ was ändern will, das weiß ich einfach nicht mehr.

  6. Nach längerem Zögern beschränk ich mich – hier – einfach mal darauf, euch zu danken, dass ihr so intensiv darauf eingeht 😉 Mir geht ne Menge zu dem, was ihr schreibt, durch den Kopf, nur scheint mir das hier nicht die richtige Stelle dafür zu sein.
    Mit speziell euch würde ich mich darüber aber absolut noch gern austauschen, wenngleich mit vielen anderen nicht mehr.
    Momo weiß, glaube ich, wie sehr ich seine Frustration/Resignation teile, aber auch überlege, wie darauf zu antworten ist bzw., ob das „Silencen“ immer gewinnt? Es scheint manchmal so, dass jede denkbare Reaktion darauf am Ende doch dazu führt – sei es auf die Direkte und Erwünschte, indem du dich in die Tüte zurückstopfen lässt, sei es in Folge von Gegenwehr, die zunächst dein Thema isoliert und wenn du es in Kauf nimmst, auch dich.
    Aber, wenn Momo zweifelt, ob in der Fanszene etwas zu ändern ist – dann aber doch immer etwas an deiner/meiner/unserer Rolle darin, denn das ist doch das Element, dass du selbst in der Hand behalten kannst und über das steuern kannst, besser: dir entwundene Steuerung zurückholen kannst. Und über das du auch letztlich andere mit ihrer Strategie scheitern lassen kannst. Everybody’s Darling werden wir damit sicher nicht – aber das können wir doch eh nicht, oder? 😉
    Vllt. bin ich zu aggressiv, aber ich will an einem bestimmten Punkt nicht mehr überzeugen (nämlich dann, wenn ich mich damit nur noch verarscht fühle). Dann möchte ich: Scheitern lassen. Offensiv.


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  1. […] Kleiner Tod (German) […]

  2. By Unfassbar gut | Grenzenlos Sankt Pauli on 09 Apr 2015 at 10:25 am

    […] Kleiner Tod: High Four […]

  3. […] jetzt überraschend kommen, ich verweise dazu aber nochmal auf meinen letzten Heimspielbericht https://kleinertod.wordpress.com/2015/04/08/high-four-der-fcsp-heimsieg-gegen-dusseldorf-und-die-hoc… und die Diskussion in den Kommentaren […]

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