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Am 16.11.2014 um 11 Uhr beginnt die diesjährige Mitgliederversammlung des FC St. Pauli, siehe http://www.fcstpauli.com/home/verein/news/6171. Das Besondere diesmal wird sein, daß wir die beiden wichtigsten Organe im Verein nach der Mitgliederversammlung neu wählen werden – eine alles andere als ideale Situation, welche angesichts der kandidierenden Personen aber kein allzu großes Übel werden kann. Dazu gleich noch mehr. Daneben gibt es so manch einen Antrag, über den abgestimmt werden wird. Zusammen mit der ganzen Vorstellung der Personen eine immens zeitintensive Angelegenheit. Nehmt Euch den ganzen Tag Zeit und kommt, als Mitglieder natürlich nur, zahlreich. Es ist wichtig für den Verein.

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An erster Stelle steht natürlich die Neuwahl des Präsidiums. Der Aufsichtsrat hat bekanntlich Oke Göttlich vorgeschlagen, der sich und sein Team in spe am 4.11.14 den in den Ballsaal gekommenen Mitgliedern vorgestellt hatte, so daß ich zur Vorbereitung auf die JHV hier auch meine Eindrücke mitteilen möchte. Ich gehörte ja nicht zu dem „erlesenen“ Kreis an Bloggern, die vorab eine „Privataudienz“ gewährt bekamen (bitte ein 😉 mitdenken), wie es sich hier nachlesen läßt: http://metalust.wordpress.com/2014/11/05/neues-prasidium-neuer-aufsichtsrat-des-fc-st-pauli-chancen-und-probleme/ – aber angesichts der Vielfalt der Bloggerszene war eine Auswahl hier sicherlich nötig und ich bin mit den ausgewählten Blogs auch angesichts der repräsentierten Vielseitigkeit absolut einverstanden. Zumal ich mir ja auf der Fanclubdelegiertenversammlung und eben am Dienstag ein eigenes Bild in aller Ruhe machen konnte. Das reichte mir insoweit auch erst einmal.

Die auf drei Minuten beschränkte Redezeit hatte eine intensive Auseinandersetzung mit den einzelnen Personen, wofür sie stehen und in welche Richtung sie den Verein lenken bzw. beratend daran teil haben wollen, kaum bzw. nur sehr oberflächlich möglich gemacht. Gerade beim anstehenden Präsidium hätte ich mir hier gewünscht, daß wir da keine solche Redezeitbegrenzung gehabt hätten. Wichtige Punkte mußten so unter den Tisch fallen und es blieb Nachfragen vorbehalten, dies zu erkennen und ans Licht zu holen. Auch war die für viele so wichtige Frage, warum es überhaupt ein neues Präsidium und eben nicht mehr das alte machen sollte, nicht von dem zur Wahl stehenden Präsidium in spe oder den AufsichtsratskandidatInnen zu beantworten gewesen, dafür zeichnet sich ja der aktuelle Aufsichtsrat verantwortlich. Und auch wenn einige vom aktuellen AR erneut sich zur Wahl gestellt haben, so habe ich es als höchst unglücklich empfunden, daß sich deren Vorstellung inhaltlich fast in einer Verteidigung dieses einzigen Schrittes erschöpfte. Als ob der AR nicht bereits längere Zeit gute Arbeit verrichtet hätte – ganz unabhängig von diesem Punkt, der wohl ohne das Offenlegen von Internas, auf was ich definitiv nicht hoffe, kaum befriedigende Aufklärung findet. Nachdem das alte Präsidium im abendblatt vorgeprescht war, kamen in anderen Berichten dann doch zumindest teilweise Dinge ans Licht, welche sich wie Puzzleteile zu einem Bild zusammenfügen, welche gewisse Entscheidungen nachvollziehbar erscheinen lassen. Wie beispielsweise die Frage, die später kam, warum nicht mit einzelnen alten Präsidiumsmitliedern weitergemacht wurde. Hervorzuheben ist, wie lobend das alte Präsium bedacht wurde – und sich Kritik allein aufgrund der notwendigen Abgrenzung hinsichtlich des eigenen Weges und wie und warum dieser anders aussehen soll, notwendig entfaltete. Da war nicht der Hauch einer Abrechnung zu spüren, wie es vielleicht durch manche Medien so wirken könnte.

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Spannend an Oke – ich verwende mal seinen Vornamen und hoffe, daß dies nicht respektlos rüberkommt – fand ich seine Sprache, denn er wählte im Zweifel das Femininum bzw. sprach dies so aus (ob er zB nun Musikerinnen oder MusikerInnen ohne Pause vor dem „I“ gessagt hatte, kann ich so natürlich nicht sagen). Offeniv hielt er ein Plädoyer für den Verein als Strukturform gerade im modernen Fußball im Gegensatz zu den Varianten, die sich aktuell immer mehr ausbreiten – sei es durch Ausgliederung, Abhängigkeit von einzelnen Geldgebern oder anderen Varianten. Der FCSP hat eine einzigartige Identität, mit dieser Besonderheit will unser zukünftige Präsident arbeiten – und nicht dagegen bzw. daran vorbei. Durch verbesserte Kommunikation, einer größeren Zusammenarbeit im Gesamtverein und nicht im einen Nebeneinander von Abteilungen, will er diesen Weg finden. Die von ihm angesprochene sportliche Stagnation sieht er in unzureichenden Personalentscheidungen, was wohl viele Fans und Mitglieder kaum anders umschreiben dürften.

Seine Vizekandidaten sollen, wie beim alten Präsidium, unterschiedliche Funktionen übernehmen. Bei der Vorstellung machten sie alle und vor allem auch als gesamtes team, eine überzeugende Figur in meinen Augen. Thomas Happe, als Vielauswärtsfahrer prädestiniert für die Fanbelange, soll auch mit den Gremien arbeiten, wobei er mit Sicherheit hervorragende Kommunikationsarbeit leisten wird. Reinher Karl geht es als Anwalt und erklärtem Experten für Rechteverwertung vor allem um die Rechte des Vereins, die eben auch einen großen Teil der Identität des Vereins ausmachen – hier hat das alte Präsidium ja große Verdienste im Zurückholen bereits vollbracht, wenn der Prozeß auch noch läuft hinsichtlich der Vermarktung. Joachim Pawlik gefiel mir mit seiner charismatisch-direkten Art besonders, er will als ehemaliger Spieler des FCSP sich um Vermaktung und Sponsoring kümmern, wo er langjährige Erfahrung vorweisen kann und ich ihm dies auch sonst sofort zutraue. Jochen Wienand, der Senior im team, punktet mit einer soliden Ausstrahlung, er soll für Finanzen und Controlling verantwortlich sein – wobei er gute Kontakte zur Politik und Wirtschaft zugunsten des Vereins nutzen möchte.

Mein Fazit zu der Vorstellung des zukünftigen Präsidiums, wenn wir es denn wählen, und auch allen Kandidaten vom AR lautete übrigens spontan nach der Veranstaltung:

Für den Aufsichtsrat, siehe die zur Wahl stehenden KandidatInnen hier: http://www.fcstpauli.com/pdfs/verein/jhv_2014/uebersicht_der_kandidaten_ar_homepage_kurz.pdf bzw. mit Bild http://www.stefangroenveld.de/2014/kandidatenvorstellung-beim-fc-st-pauli, haben wir als Mitglied, da alle 7 Posten zu besetzen sind, nur jeweils vier Stimmen laut Satzung. Sprich, wir müssen uns auf vier Kandidaten festlegen. Neben der abwesenden Person, von der ich mir kein Bild machen konnte, fiel bei mir nur ein einziger Kandidat durch. Alle anderen wirkten so gut auf mich, daß ich sie auch wählen könnte, wobei ich 12 davon in die engere Auswahl ziehen werde. Ich habe lange überlegt, ob ich dies hier näher ausführen sollte, nehme aber davon Abstand, weil ich die Reichweite meines Blogs nicht dafür verwenden möchte, der einen oder anderen Person hier einen Vorteil einzuräumen. Entscheidet einfach selbst. Gut zusammengefaßt findet sich der gestrige Tag hier: http://www.kiezkicker.de/kiezkicker/2014/bericht-von-der-kandidatenvorstellung/. Und hier noch ein Blogbeitrag: http://www.stpaulinu.de/its-a-kind-of-magic/aufsichtsratswahl-die-qual-der-auswahl.

Die AFM hat da nicht solche Probleme, sie gibt immer eine Wahlempfehlung heraus und hat sich für das antretende Präsidium sowie vier AR-KandidatInnen festgelegt: http://www.fcstpauli-afm.de/fan-und-vereinskultur/heute-schon-gewaehlt–104.htm. Soviel sei verraten: mit allen vieren hätte ich in keinster Weise ein Problem.

Die Wahl wird so spannend, weil wir so unterschiedliche, aber durchweg gute Charaktere haben, die es machen wollen. Von Nachteil wäre es sicherlich nicht, wenn wir keinen totalen Umbruch im Präsidium UND Aufsichtsrat personell vornehmen würden. Aber bei all den ausgezeichneten KandidatInnen und dem guten aktuellen AR, der sicherlich eine reibungslose Übergabe ermöglichen würde, sehe ich da auch kein Hindernis, neue Gesichter zu wählen. Jetzt steht für mich schon fest, daß es ein guter Aufsichtsrat werden wird!

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Die Anträge auf der JHV, siehe http://www.fcstpauli.com/images/news/verein/jhv_2014/uebersicht_antraege_30.10.2014.pdf werden auch noch ihre Zeit auf der Mitgliederversammlung benötigen. Mit der Heraufsetzung der Altersgrenze auf 70 Jahre habe ich keine Probleme. Auch das Auseinanderfallen von einer Wahl von Präsidium und AR halte ich für sinnvoll und notwendig. Die Aufnahme der Förderung von Inklusion in den Vereinszweck sehe ich auch nicht wirklich kritisch, ich mag die Verneinung von politischen Dingen nur nicht wirklich – aber das ist ein anderes Thema, daß ich hier nicht daran festmachen möchte. Inwieweit eine Ablehnung von Olympia einem Sportverein gut zu Gesicht steht, von einer individuell teilenden Ansicht mal abgesehen, ist allerdings ein Punkt, für den ich eine kontroverse Diskussion erwarte und nicht unbedingt eine Zustimmung. Es würde wohl wenig bewirken, von einem möglichen Schaden am Verein einmal abgesehen. Da wäre ein Protest aus der Fanszene viel sinnvoller, auf den der Verein auch nur verweisen könnte. Aber das ist meine Meinung vor der JHV – ich muß die Anträge ja auch erst einmal hören, wie wir alle.

Ob es noch einen Eilantrag zu Naki geben wird, das bleibt abzuwarten. Er ist ja für seine Ablehnung des IS körperlich attackiert worden und flieht nun zurück, siehe https://www.facebook.com/deniznaki62/photos/a.627467540657990.1073741826.201747529896662/744163075655102/?type=1 bzw. http://www.sport1.de/de/fussball/fus_international/newspage_979282.html. Hier wäre sicher eine einfache, schnelle Hilfe direkt durch den Verein sinnvoll. Mal ganz abgesehen davon, daß ich Deniz nur zu gerne wieder bei uns spielen sehen würde. Aber das entscheidet ja die sportliche Führung und die werden schon wissen, was der sinnvolle Weg für den Verein ist. Da spielen ja auch andere Dinge eine Rolle. Dennoch, mittrainieren in der U23 dürfte keine zu große Hürde sein.

Bleibt mir nur noch, an die morgige Gegendemo wegen eines Naziaufmarsches gegen Geflüchtete in Farmsen, siehe

sowie

und hierauf zu verweisen: http://zeckensalon.blogsport.de/2014/11/04/wir-sind-sankt-pauli-kein-platz-fuer-nazis-auf-den-strassen-in-den-kurven-in-den-koepfen/ – der Anti Nazihool-Demo am 15.11. – viele gute Gründe, auf die Straße zu gehen.

Vor allem, wo solch absurde Dinge durch die Medien geistern: http://www.publikative.org/2014/11/04/die-bild-die-davidwache-und-umgekippte-zeugen/ – den wollte ich jetzt nicht unterschlagen wissen.

Es gibt halt immer mehr als nur ein Thema, selbst in diesem Blogbeitrag. Auf dann!

2 Trackbacks/Pingbacks

  1. […] Zur JHV habe ich hier auch einiges geschrieben: https://kleinertod.wordpress.com/2014/11/05/ausblick-auf-die-fcsp-jhv-2014-wahl-prasidium-und-aufsich… – Lesen ist dabei nicht so wichtig, wohl aber das Kommen. Es geht schließlich um unseren […]

  2. […] in der Süd ein Bild von den zur Wahl stehenden Personen gemacht gehabt, siehe https://kleinertod.wordpress.com/2014/11/05/ausblick-auf-die-fcsp-jhv-2014-wahl-prasidium-und-aufsich…. Hier wirkte die in Fankreisen bekannte Sandra Schwedler auf mich am überzeugendsten, leider war […]

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