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Unglücklich verlieren können alle. Dies auf eine so schöne, ergreifende Art und Weise zu tun wie unser FCSP am Freitag gegen den 1. FC Kaiserslautern, das hingegen ist etwas Besonderes. Vielleicht kommen von mancher Seite bereits nach so wenigen Zeilen Widerworte in den Sinn – was denn beispielsweise an einer Niederlage gut oder schön zu finden sei – aber wenn auf den Rängen und auf dem Platz alle alles gegeben haben und ein Sonntagsschuß in der letzten Sekunde der extrem langen Nachspielzeit 0 Punkte bedeutet, dann heißt das noch lange nicht, daß es sich um ein verlorenes Spiel handelt. Punkte allein sind eben nicht alles beim Fußball. Und das hat der FCSP an diesem Spieltag mal wieder eindrucksvoll beweisen können.

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Der Tag startete nicht unbedingt mit einem guten Omen. Zerlegte sich doch mein Totenkopf-Pin am Treffpunkt einfach so in seine Einzelteile. Von derartigen Zersetzungserscheinungen war später im Stadion zum Glück nichts zu bemerken, weder auf dem Rasen noch auf den Tribünen.

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Aber es gab auch viel Vorfreude an diesem Tag – hatte der Gegengerade Support-Block doch zu einer riesigen Konfetti-Arie aufgerufen. Und schon an unserem Treffpunkt konnten wir eine Vorahnung auf das erhaschen, was später noch folgen sollte (dank einer fleißigen Desorganisierten, die an dieser Stelle mal lobend hervorgehoben sei).

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Aber das Vorspiel vor dem Kiosk ging noch eine Stufe weiter, da der Gästebus sodann an uns vorbei fuhr. Ein Zeichen für uns, auch mal so langsam Richtung Millerntor zu laufen.

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Noch schnell draußen eine BASCH besorgt – die aktuelle Ausgabe #47 lohnt sich übrigens sehr mit einem weiteren Bericht über das Supportfest im Lager in Horst, lesenswerten Gedanken zu Grenzen und ihren Auswirkungen auf Menschen sowie einem Bericht über die Veranstaltung zur Repression in Schottland gegenüber Fußballfans im allgemeinen und Celtic Glasgow Anhängern im besonderen – ich kann nur hoffe, daß alle diese drei Artikel online erscheinen werden. Einfach weil sie viel zu schade wären, um nicht die verdiente breite Aufwerksamkeit zu erhalten.

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Aufmerksam gemacht wurden alle auf der Gegengeraden im Mittelstehblock nocheinmal per Zettel und Aushang auf die bevorstehende Choreo.

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Freundlicherweise lieh mir jemand aus dem Block kurz diesen Zettel, damit ich mir ein eigenes Bild – im doppelten Sinne – davon machen konnte. Die Vorfreude auf das visuelle Spektakel stieg schon einmal weiter.

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Daß in diesem Moment direkt neben uns die Kopfhörerausrüstung des AFM-Radios für die Hörplatzreportagen aus dem Millerntor, dank denen auch die Fans ohne (uneingeschränkte) SIcht auf das Feld das Spiel miterleben können, verteilt wurden, war irgendwie passend. Eine rechtzeitige Erinnerung daran, daß nicht alle dieses Spektakel sehen können. Und wie wichtig das AFM-Radio ist und bleibt: http://www.stpaulinu.de/supporters-in-action/st-paulianer_innen-das-afm-radio-st-pauli-braucht-sponsoren-kleine-und-grose.

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Auch der Gästeanhang brachte sich vor dem Spiel schon in Erinnerung. Zumindest in sichtbare. Wirklich zu hören waren sie nur kurz nach ihren Toren. Aber davon sollte es ja auch drei Stück an diesem Tag geben. Da hat sich die lange Reise für die dann auch wenigstens gelohnt. Wobei dies auch für alle andere im Stadion galt, die eine wunderbare Partie erleben sollten.

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Manche Namen laden zu Wortspielerein gerade zu ein. Ein wahrer Stefan halt. Wohlgeschätzt.

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Freitagabend, Flutlich, Dom… Entsprechend war schon wieder von Anfang die Stimmung. Das Herz von St. Pauli erklang wieder vielkehlig.

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Danach wurde die neue Blockfahne hochgezogen. Schon früh war die Hauptfarbe Schwarz mit Weiß, Rot und (goldenem) Braun zu erahnen.

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Was für ein gigantisches Teil.

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Von meiner Perspektive natürlich nur sehr unvollständig einzufangen.

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Aber auch dieser Blickwinkel zeigte schöne Seiten.

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Eine Kampf- und Liebeserklärung – hochverdient.

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Dann erklangen Hells Bells und mit dem Einsatz der Gitarrenb flogen die ersten Konfettibomben. Einige (bei mir auch) davon etwas zusammengeklumpt… Naja… Braucht noch ein wenig Übung, gerade vom Sitzbereich aus…

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Aber auch unten im Stehblock sah das nicht anders aus. Müssen halt durch nachhaltige Übung eine Verbesserung der Wurftechnik herbeiführen. Nicht wahr?

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Von weiter weg sah das wohl nicht ganz so eindrucksvoll aus, doch es regnete wirklich eine Menge an Konfetti und andere Papierschnipsel.

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Bierabtropfteile oder wie die auch immer heißen mögen waren auch dabei. Tropfenfänger? Vergesse ich immer wieder.

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Gegengeradenschnee.

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Mag sicherlich noch beeindruckender wirken, wenn nicht nur die Mitte sondern die ganze Gegengerade eines Tages mit macht – aber ich fand es genial.

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Sicherlich auch sehr schön vom Platz aus gesehen.

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Hörte auch gar nicht mit dem herumfliegenden Papierschnitzeln auf…

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Nur gut, daß ich vorausschauend den Museumsbierschutzdeckel mitgebracht hatte.

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Irgendwann waren auch die größten Vorräte aufgebraucht und das Spiel konnte beginnen. Von beiden Seiten aus, besonders aber von den Gästen, ging es gleich zur Sache. Hier wollte keine Mannschaft etwas wegschenken. Der letzte Strohhalm Aufstieg war für beide zum Greifen nah. Zumindest, wenn man dies optimistisch sieht und noch auf eine Aussetzer der drei oberen Mannschaften setzen mag (würde ich jedenfalls nicht tun). Gehemmt wie die Wochen davor vielleicht ging es an diesem Spieltag jedenfalls nicht zu. Da wurde von Anfang an gezeigt, daß beide heute drei Punkte wollten. Zum Ende der ersten Viertelstunde schaffte Verhoek den Ball irgendwie über die Linie und die Euphorie stieg noch weiter an. Eine weitere Viertelstunde später dann der hochverdiente Ausgleich, mit dem es auch zur Pause in diesem einwandfreien Topspiel ging.

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Nicht hingegangen bin ich entgegen meiner Pläne zur Langen Nacht der Solidarität, das wurde mir einfach zuviel. Daß diese Veranstaltung wichtig war, kann man hier erkennen: http://hh-mittendrin.de/2014/04/lange-nacht-der-solidaritaet-wir-sind-hamburg-und-keine-linken-chaoten/. Und auch diese Initiative aus St. Pauli in Richtung Lampedusa beweist, daß die guten Schritte von unten und nicht von oben erfolgen: http://st.pauli-news.de/warum-sich-st-pauli-und-lampedusa-doch-so-nah-sind/.

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Dieser Schrei nach Liebe war irgendwie naheliegend.

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Und jener Wunsch nach einem Trikot mittlerweile auch recht gebräuchlich.

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Für die vollen 10 auch von dieser Stelle Glückwunsch.

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Irgendentwas mit einem Glückwunsch stand wohl auch hier auf der Tapete. Hatte zuerst etwas mit „Los Paul“ zu lesen vermeint, mich aber leider geirrt…

Nachtrag: gerade im Forum gelesen, daß es alles andere als ein Glückwunsch war. Sondern eine Beileidsbekundung für einen viel zu früh verstorbenen, jungen Fan. RIP unbekannterweise.

Noch ein Nachtrag: die Beileidsbekundungstapete war eine andere, die ich (noch weniger) eingefangen habe. Diese war ein Willkommen zurück-Gruß. Mehr dazu in der Kommentarspalte.

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Zur Widerkehr der Spieler hatte sich die Süd dann aber noch etwas tiefgreifenderes ausgedacht.

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Die Farbe Rot war dabei kein Zufall.

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Der enorme Rechtsruck in ganz Europa ist unverkennbar. Und ihm gilt etwas entgegenzusetzen.

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Gerade USP zeichnet sich hier mit diversen guten Aktionen seit Jahren aus. Allerdings liegt es an uns allen, daran mitzuwirken, um den Rechten nicht das Feld zu überlassen. Weder in den Stadien, noch im gesamten Land oder eben ganz Europa.

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Die zweite Halbzeit setzte nahtlos an der ersten guten an und auch von den Rängen kam enorm viel. Auch nach den Gegentoren war es nur für einen kurzen Moment still, schon vor der Ansage des Spielstandes wurde weiter supportet. Lautern drehte das Spiel, woran auch die Verletzung von Tschauner Schuld haben könnte. Nach einer ersten Behandlung lenkte er ohne Grund einen Ball zur Ecke, die dann, mit leichter Verspätung, das 1-2 einbrachte. Für Tschauner war kurze Zeit später unter standing ovations und YNWA Gesängen Schluß. Schön, wie der nach einer unfairen Aktion in Halbzeit 1 ständig ausgepfiffene Gästetorwart zu ihm an die Mittellinie eilte, um Tschauner alles Gute zu wünschen. Das sei auch vermerkt, war ja nicht selbstverständlich. Gute Besserung an unsere Nummer 1!

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Es sollte noch bis kurz vor Schluß dauern, bis der tolle Einsatz auf dem Feld sich für uns auszeichnen sollte – in der 89. Minute erzielte Kringe per Abstauber den Ausgleich. Die Orgie wurde durch die verletzungsbedingte lange Nachspielzeit mit Chancen auf beiden Seiten schnell unterbrochen, dafür aber weiter supportet.

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Auf unsere eine einzige Gelegenheit kamen drei der Gäste, so daß der Punktgewinn schon als glücklich zu bezeichnen gewesen wäre. Dennoch haben beide Seiten alles riskiert, da nur ein Sieg an diesem Tag herauszukommen scheinen sollte.

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Leider nicht für uns. Das 2-3 in allerletzter Sekunde (der 7. Minute der Nachspielzeit) war natürlich ohne Ende bitter, hatte sich aber irgendwie abgezeichnet. Himmelmann mußte mehrfach parieren, nur am Ende hatte es dann doch nicht für etwas Zählbares auf der Punkteseite gereicht. Totale Frustration auf der einen, ausgelassener Jubel auf der anderen Seite. Und darüber die Liebe von den Rängen, sie sofort zeigte, daß so ein 2-3alles andere als eine Niederlage war.

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Minutenlang wurde mit YNWA und anderen Gesängen sowie Applaus der Mannschaft den Rücken gestärkt und aufgezeigt, wie zufrieden wir mit deren Leistung an diesem Tag waren. So etwas passiert halt.

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Und lieber mit leeren Händen und vollem Herzen nach Hause gehen, als sang- und klanglos irgendein halbgares Spiel erleben zu müssen.

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Natürlich dar das last minute Tor ein Schock, dennoch waren die meisten einfach nur über das gezeigte Spiel glücklich. Und der Dom war ja auch noch eine Möglichkeit, sich abzulenken.

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Für uns hieß es ersteinmal mit einem leckeren Gemüseburger stärken (wir hatten die letzten beiden Teile ergattert), bevor es vor die Domschänke ging, um gemeinsam das Spiel sacken zu lassen.

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An mangelnder Unterstützung hat es ebensowenig gelegen wie an einem großartigen Einsatz der Mannschaft.

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Sicher hätten wir alle Boll auf dem Platz zurück gesehen – doch die Auswechslung von Tschauner hatte da wohl einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber er wird uns sicherlich noch in den restlichen Spielen weiterhelfen können. Nicht, daß es noch wirklich um etwas gehen würde in Sachen Aufstieg. Nur eben in der Tabelle selbst. Laßt uns die Saison so erfolgreich abschließen wie möglich. Fans und Mannschaft sind jedenfalls wieder völlig vereint, was wohl die beste Erkenntnis gegen Ende der Spielzeit darstellt. Darauf läßt sich weiterhin aufbauen.

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Ein Großeinsatz der Polizei verwunderte vor der Domschänke – Anlaß waren wohl kleinere Spontandemos, die die Lange Nacht der Solidarität quasi vorwegnehmen sollten. Wir hielten uns aber in gemütlicher und angenehmer Runde auf und tauschten uns aus. Bis ein Teil von uns über den Dom davonzog, ein bißchen nachtankte und letztlich im Shamrock landete.

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Mit einem guten Tropfen in der Hand sahen wir noch dem letzten Pyro des Abends zu, bevor es gut gelaunt nach Hause ging. Punkte werden halt überbewertet.

Mehr zum Spiel:

http://jawasdenn.net/index.php/item/64-niederlangenrausch
https://metalust.wordpress.com/2014/04/13/ob-es-so-oder-so-oder-anders-kommt-fc-st-pauli-fck-23-und-momo-on-the-radio/
http://www.breitseite-stpauli.de/13-14-30.htm
http://usp.stpaulifans.de/copper/thumbnails.php?album=282
http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=7508
http://www.kiezkicker.de/kiezkicker/2014/sie-wollten-halt-den-sieg/
http://www.sitzblogade.com/die-region-die-region-wer-braucht-die-schon/
https://www.dropbox.com/sh/ogg8qlrlulikhiy/lZKL1HepCb
http://www.stefangroenveld.de/2014/riesige-blockfahne-auf-der-gegengerade
http://www.ipernity.com/doc/72331/album/645905?view=0
http://beebleblox.blogspot.de/2014/04/immer-alles-in-letzter-minute-fcsp.html
http://grenzenlossp.wordpress.com/2014/04/13/alles-renkt-sich-wieder-ein/
http://amgrauenstrand.blogspot.de/2014/04/ein-mitreiender-kick.html
http://www.stefangroenveld.de/2014/letzte-minuten
https://www.youtube.com/watch?v=wL_U9lNqzzw#t=129

2 Comments

  1. Auf der Tapete mit der gelben Schrift stand: Hey Paul: Willkommen Zuhause! Hier noch mal gut bei USP zu sehen: http://usp.stpaulifans.de/copper/displayimage.php?album=282&pid=3430#top_display_media
    Die Tapete bezog sich auf Mitglied des Supportblocks, der nach längerer Zeit wieder im Stehplatzbereich der GG anzutreffen war.


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