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Niederlagen sind nie angenehm. Sportliche sind dabei nur die eine Seite. Schmerzen könnte das 1-0 der Heimmannschaft FSV Frankfurt uns sicherlich am Ende der Saison, da es voraussichtlich im Kampf um einen der Aufstiegsplätze um jeden einzelnen Punkt gehen wird. Fast hätte es ja doch noch in letzter Minute zu einem schmeichelnden Unentschieden gereicht, doch auch dieses kleine Glück sollte uns verwehrt bleiben. Gedanken mache ich mir aktuell aber eher um andere Dinge, die fernab des sportlichen Bereichs liegen.

Als bekannt unterstelle ich allen hier Lesenden den Einsatz von den Rängen gegen Homophobie im Fußball. Daß dieser Einsatz lebensgefährlich sein kann, zeigt ein aktueller Fall aus Schweden. Ein Ultra von Malmö FF, dem von rechtsextremer Seite wegen Banner und Demonstrationen gegen Homophobie im Fußball eine „Homokampagne“ unterstellt und der deswegen namentlich angeprangert wurde, liegt nach einem Angriff von Nazis im Koma, weitere wurden verletzt: http://www.publikative.org/2014/03/09/schweden-linker-ultra-nach-nazi-angriff-im-koma/. Solidarische Grüße und Genesungswünsche nach Schweden sowie: Ingen Nazister På Våre Gater. Solidaritätsseite: https://www.facebook.com/kaempakamrater. Lesenswert auch http://metalust.wordpress.com/2014/03/10/for-feminism-and-against-racism-in-malmo-helsinki-and-everywhere/.

Auch in Deutschland ist der Hass und Kampf gegen Homosexuelle und alle, die für deren Rechte eintreten, immer heftiger entbrannt – siehe nur http://www.queer.de/detail.php?article_id=21147. Wenn man bedenkt, daß die Abschaffung der Strafbarkeit von männlicher Homosexualität gerade einmal 20 Jahre hierzulande her ist und bis heute eine Rehabilitierung der deswegen verurteilten Menschen von Regierungsseite verweigert wird – siehe http://www.queer.de/detail.php?article_id=21173 – wird mehr als deutlich, daß wir nicht nur im Fußball noch einen weiten Weg vor uns haben. Im Gegenteil, auf den Rängen mancher Stadien ist man da offensichtlich schon weiter als anderswo. Ohne hierbei einen perfekten Zustand zu behaupten, aber es wurde zum Glück gerade beim FCSP hier ein guter Weg eingeschlagen, von dem nicht abgewichen werden darf.

Weit entfernt ist nach wie vor der Wiederaufstieg in die erste Bundesliga. Was wir da in Frankfurt dargeboten hatten, läßt auch nicht wirklich darauf hoffen, daß sich dies in dieser Saison noch ändern dürfte. Zu viele Fehler reihten sich aneinander und Unzulänglichkeiten waren auszumachen, die weit über einen schlechten Tag, den einige offensichtlich zudem auch noch hatten, hinausgehen. Hier will ich beispielsweise die schlecht aufeinander abgestimmten Laufwege ansprechen. Wenn man denn überhaupt von „Laufwegen“ bei dem viel zu oft zu beobachtenden Standfußball sprechen möchte. Ich weiß nicht, was in der Winterpause da alles verlernt wurde oder was Vrabec genau trainieren läßt – doch daß wir viel zu oft viel weniger uns bewegen als die andere Mannschaft, das fällt seit einigen Spielen, auswärts wie daheim, immer deutlicher auf. Wo wir immer punkten, also im spielerischen, das ist der Moment, wo wir mit dem Ball kontermäßig allesamt nach vorne stürmen können. Doch es gibt ja noch etliche andere Momente in einem Spiel, mit denen eben auch umzugehen ist. Und da vermisse ich momentan doch ein griffiges Konzept, das auf dem Platz erfolgreich umgesetzt wird. Positive Lerneffekte waren aber dennoch zu verzeichnen, auch bei dieser Auswärtsniederlage – so haben wir bei Ecken endlich wieder (zumindest wirkte das nach entsprechender Vernachlässigung bei mir) beide Pfosten besetzt – was auch gleich ein potentielles Gegentor verhinderte. Es war also wirklich nicht alles schlecht, auch wenn es sich bei dem schlechten Spiel mitunter so angefühlt haben mag. Daß wir gerade einmal zwei nennenswerte Chancen hatten, trug sicherlich nicht zur Hebung der Laune bei. Von den drei Sperren wichtiger Spieler – Thorandt, Rzatkowski und Trybull – für das nächste Spiel einmal ganz abgesehen – siehe dazu auch http://www.fcstpauli.com/profis/news/4932. Vielleicht eine Chance für die Spieler, die gegen den FSV einen ultraschwachen Tag erwischten, trotz dieser schlechten Leistung im nächsten Spiel gleich wieder dabei zu sein und sich erneut beweisen zu können. Wir können das alle definitiv besser. Und werden das auch wieder zeigen.

Förderlich wäre aber auch ein mehr an solidarischem Miteinander als es leider gerade in letzter Zeit auch bei uns immer wieder festzustellen war. Ob es nun sexistische, homophobe oder rassistische Ausfälle sind, die, mehr oder weniger vereinzelt, immer noch auch am Millerntor (und gerade auswärts) vorkommen können und denen es stets entgegenzuwirken gilt oder aber (durchaus ein gänzlich anderes Kaliber, nur zur Sicherheit vorweggenommen) eine Abkehr von der bedingungslosen Unterstützung der eigenen Mannschaft hin zu einer maßlosen Kritik an einzelnen Spielern bis hin zu Pfiffen bei Nichtgefallen der Aktionen auf dem Rasen oder des Ergebnisses auf der Anzeigetafel – es macht sich immer mehr bemerkbar, daß durch die Vergrößerung des Stadions nicht nur mehr Besucher kommen, sondern auch, daß diese nicht auf die gleiche Weise sozialisiert wurden wie die langjährigen Millerntorgänger (wenn es denn daran liegt, es wäre zumindest eine Erklärung) oder aber die Ultras mit ihren eigenem Anspruch auch in diesem Bereich (es ist ja kein Zufall, daß es sich hier weniger um die Südstehenden als um den Rest des Stadions oder Auswärtsfahrende geht).

Sexismus, Rassismus, Homophobie, Ausfälle gegen Minderheiten, Spielerbashing und Auspfeifen der eigenen Mannschaft (natürlich vermische ich hier komplexe Themenbereiche unzulässig miteinander, dem bin ich mir bewußt – das Nachfolgende gilt aber für alle) will ich – und nicht nur ich – nicht bei uns sehen oder anderweitig miterleben – und wenn es doch passiert, so werde ich – wie auch andere – auch in Zukunft dagegen vorgehen. Daß es hierbei nicht gerade Sympathien zu erwerben geht, ist selbstverständlich – wer andere für ihr Verhalten kritisiert, erfährt kaum von diesen Personen „Gegenliebe“… Aber es lohnt sich auch aufgrund der Nachahmungseffekte, die bei einer Hinnahme sonst allzuschnell entstehen. Die Zunahme an Pfiffen und dem Beschimpfen eigener Spieler beispielsweise dürfte allen aufgefallen sein. Es liegt an uns allen, dem und den anderen Dingen bei Wahrnehmung entgegenzutreten. Dagegen ist so eine sportliche Niederlage doch eher unwichtig. Lieber mit den Richtigen verlieren als mit den Falschen gewinnen.

Mehr zum Spiel: https://www.flickr.com/photos/auxarmes/sets/72157642121082863/
http://www.breitseite-stpauli.de/13-14-24.htm
http://blog.uebersteiger.de/2014/03/10/verein-am-wochenende-102014/
http://provincefanatics.blogsport.de/2014/03/10/fsv-frankfurt-1-0-fcsp-09-03-2014-atemlos/
http://fcspsouthendscum.wordpress.com/2014/03/10/matchday-24-fsv-frankfurt-fc-sankt-pauli-1-0/
http://usp.stpaulifans.de/copper/thumbnails.php?album=276

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