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Volles Programm vor und mit diesem Spieltag – JHV, Konzert dazwischen und dann Heimspiel gegen den 1. FC Köln – daß wir punktemäßig mit leeren Händen am Ende dieser drei Tage dastehen, ist zwar schade, aber auch kein Weltuntergang. Von den Großchancen her war das Spiel ausgeglichen, nur bei der Verwertung hatte sich das Gast weitaus cleverer angestellt als wir. Und, so gut wir auch immer an diesem Freitag gespielt hatten – die Kölner waren insgesamt einfach besser. Anerkennen, abhaken. Die Saison geht weiter.

FCSP-JHV-2013

Auch die JHV des FCSP war im Jahr 2013 kein Aufreger. Das war ja auch schon im Vorfeld abzusehen. Für viele gab es eigentlich nur einen Grund, warum sie sich trotz der zu erwartenden Langeweile an diesem Tag in das CCH begeben hatten – und zwar der einzige Antrag, der gestellt wurde und der, grob vereinfacht, Faninteressen beim Bau der Nord berücksichtigt sehen wollte („Erhalt des Raums des Fanladens inklusive eines Kuchenverkaufs für die C-Jugend in der neuen Nordtribüne“). Als dann gleich zu Anfang genau dieser Antrag als vom Präsidium im Vorfelde zur Durchführung zugesichert und zurückgezogen wurde, ging ein leises Stöhnen durch die Reihen. Sehr lobenswert die deutlichen Worte von Orth in Sachen Bleiberecht für die Gruppe „Lampedusa in Hamburg“ und andere Geflüchtete. Daß er am Ende seiner Rede beinahe die Mannschaft entließ und sich noch gerade rechtzeitig in eine andere Formulierung retten konnte, war der Schmunzler des Abends – so etwas wird ja auch immer gebraucht.

FCSP-JHV-2013-Museum

Positiv läßt sich jedenfalls vermerken, daß, ich glaube erstmals, eine Simultandolmetschung in Gebärdensprache auf der JHV erfolgte. Sehr lobenswert wie auch sonst recht vieles einfach gut läuft rund um den Verein. Nur das twitter-Verbot zur Berichterstattung auf der JHV wußte noch bei so manchen ein Gefühl des „hier muß Widerstand her“ hervorzurufen… Harmonie pur an diesem Tag, der von der tiefen Trauer um Walter Frosch zudem bestimmt wurde. Erwähnenswert ist aber auch, daß die finanziellen Erfolgszahlen der letzten Jahre kaum in Zukunft erreicht werden können aufgrund rückläufiger Vermarktungsergebnisse – und dabei werden auch weiterhin diese Erträge benötigt, um die Verpflichtungen aus dem Stadionbau in den nächsten Jahren erfüllen zu können. Mit anderen Worten: wir sind nach wie vor nicht auf Rosen gebettet und die Gewinne sind nur das, was wir wegen des Stadionbaus auch zur Rückzahlung benötigen. Sparsamkeit ist nach wie vor angesagt. Daß ein ganzes Drittel der Business-Seats nicht zum angestrebten Preis verkauft wird, sondern als Tageskarten zu Normalpreisen auf den Markt gehen, macht einen Rückbau ohne finanzielle Verluste meines Erchtens nach wie vor sinnvoll – aber das ist vielleicht und hoffentlich wieder ein Thema in der Zukunft. Ebenso wie die externe Domwache, die noch nicht sicher ist, da Dritte hier noch nicht entschieden haben und wir weiterhin darauf warten müssen. Die Kollaustraße hingegen ist da schon viel weiter – dieser Ausbau ist eigentlich fertig, was unseren Verein in Zukunft und in der Jugendarbeit sicherlich weiterbringen wird. Mehr zur JHV: http://www.fcstpauli.com/home/verein/news/4346.

MercifulNuns-HH-2013

So früh wie noch nie ging es von der JHV ganz gemütlich heim. Sehr ungewohnt. Aber hochwillkommen. Der nächste Arbeitstag folgte ja gleich darauf und auch den Folgeabend hatten wir verplant, diesmal jedoch nicht in Sachen FCSP. Ein Konzert stand an – die Düsterrocker von Fields Of The Nephilim haben sich wieder einmal die Ehre gegeben und im Vorprogramm Merciful Nuns mitgebracht, die nicht nur vom Namen her wie ein Abklatsch anderer Größen aus diesem Musikbereich wirkten.

FieldsOfTheNephilim-HH-2013

Umso großartiger wirkte der Auftritt von Carl McCoy und Kollegen danach – lediglich die Kürze des Auftritts von unter 2 Stunden enttäuschte etwas, doch dafür war das Konzert sonst wirklich gut. Wer Fields Of The Nephilim noch nicht kennen sollte, kann sich ja hier einen Einblick verschaffen (ein ganzes Konzert, wobei die ersten 5 Minuten eher ein Intro sind…): http://www.youtube.com/watch?v=nxAViasbM-Y. Nach der Harmonie des ersten Tages das Glücksgefühl am Ende des zweiten Tages – sehr schön.

FCSP-Koeln038

Am Freitag dann um 17 Uhr zum Bezugsgruppenvorspieltreffen die zu dieser Uhrzeit schon vorherrschende Dunkelheit ersteinmal zur Kenntnis genommen. Ebenso wie das enorme Polizeiaufgebot an diesem Abend. Sogar vor unserem Kiosk hatte Team Sicherheit sich versammelt. Da haben wir uns lieber anderswo hingestellt. Geschäftsschädigend, so etwas…

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Das Hamburger Wetter hatte aber auch so kaum Lust auf ein ausgiebiges Vorglühen vorm Stadion gemacht. Recht schnell waren wir drinnen und betrachteten das Naß lieber von dort.

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Bei der Gelegenheit konnten wir uns auch wieder einen leckeren Hassburger bzw. Wutburger besorgen. Mit Vollkornummantelung noch schmackhafter. Und sowieso ein Hochgenuß. Da konnte jetzt kommen, was dann auch kam…

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Den Humor der Süd konnten wir erstmal breit grinsend zur Kenntnis nehmen. Ob es nun auf das Spiel davor bezogen war oder das, was noch kommen sollte – großartig.

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Klein, aber auch sehr nett, dieser erste Gehversuch in Sachen Stadionpappe. Muß ja auch erst in Sachen Lesbarkeit und Außenwirkung gelernt werden. Beim nächsten mal einen breiten Pinsel nehmen und es kann auch von weiter weg gelesen werden. 😉

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Den Kölner Anhang, der zahlreich erschienen ist, konnte man auch aus der Ferne gut wahrnehmen. Insgesamt ein lauter Gästeauftritt. Sowas ist mir immer tausendmal lieber als stille Auswärtsfans. Auch wenn der frühe Treffer da sicherlich nicht störend für war…

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Die Vorbereitungen für die Vorspielchoreo wirkten schon früh sehr beeindruckend.

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Keine Ahnung, wer da alles wie lange für all das gebastelt und gemalt hatte – aber das Ergebnis war wieder einmal sehr schön anzusehen.

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Die Stimmung war eh passend zu einem Freitagabendspiel mit Flutlicht und während des Doms: von Anfang an laut und launig.

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Schwarze Teile wurden auch noch hochgehalten – ein Gesamtkunstwerk der Süd wieder einmal.

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Mit deutlichem Gästebezug…

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Dann wurde – zur großen Überraschung vieler – auch noch bunter Rauch gezündet. Ein ungewohntes Bild mittlerweile im Heimbereich am Millerntor.

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Von vielen Seiten kamen daraufhin wieder einmal Pfiffe. Durchaus möglich, daß genau diese durch diese Aktion provoziert werden sollten. Diese Reaktion ist je sehr leicht zu berechnen gewesen. Im Gegensatz zu den sehr überraschenden Pfiffen am Heimspiel davor auf die Nazischweine-Rufe.

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Durchaus möglich, daß die Süd hier eine Art Retourkutsche bringen wollte. Zur Choreo paßte es aber. Und zu einem neuen Weg, den USP jetzt einschlagen will: http://usp.stpaulifans.de/2013/12/stellungnahme-zum-einsatz-von-pyrotechnik/. Auf der Süd herrscht zumindest auch von anderen Gruppen offensichtlich Zustimmung: http://sanktpaulimafia.blogsport.de/2013/12/02/pyro-pyro/. Von der Idee her finde ich es richtig, das Thema wieder auf die Tagesordnung zu bringen und nach einem Weg zu suchen, auf sichere Art und Weise Pyrotechnik in den Stadien zu zünden. Keine Ahnung, ob das möglich oder gesellschaftlich umsetzbar ist, aber darüber zu reden wäre wieder ein Fortschritt vom status quo her betrachtet – während brutale Angriffe von Rechtsextremen in den Kurven verschwiegen und verharmlost werden, werden solche Rauchaktionen als schlimmst-möglicher Krawall medial inszeniert. Da stimmt einiges von der Gewichtung her ganz und gar nicht. Und diesen Knoten gilt es irgendwie aufzuschlagen. Ob das auf diese Weise gelingt, das bleibt aber noch abzuwarten. Könnte leider auch nach hinten losgehen. Viele scheinen mit Nazis in den Kurven weniger Probleme zu haben als mit Pyro in den Kurven… Und selbst wenn man beides ablehnt – einen Unterschied dabei sollte man definitiv machen. Daß beides zusammenhängt und nicht einfach weit hergeholt ist, das sieht man beispielsweise hier: http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/borussenfront-will-machtvakuum-im-bvb-block-nutzen-id8725832.html.

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Kritik muß sich die Süd aber nicht nur wegen des Einsatzes von Pyro anhören, sondern auch für die gewählte Form der visuell so beindruckenden Choreo: http://metalust.wordpress.com/2013/11/30/vodou-statt-voodoo-achtung-triggerwarnung-enthalt-darstellungen-rassistischer-realgeschichte/. Für mich ein weitaus stärkeres Argument, diese Aktion im Nachhinein kritisch zu überdenken, als das mit dem unterstützenden Rauchkram. Nocheinmal sollte in dieser Form daher diese wirklich schöne Choreo nicht mehr gemacht werden. Womit ich, wie geschrieben, die tolle Arbeit dahinter in keiner Weise in Mißkredit bringen will. Von solch beeindruckenden Choreos lebt schließlich der Fußball. Inhaltlich können wir das beim FCSP aber sicher in Zukunft noch besser. Dieses Wissen kommt dann eben meist auch erst als feedback aus solchen Aktionen.

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Sehr positiv diese Tapete vom Gästeanhang. Zumindest dieser kleine Teil an dieser Stelle ist politisch dort, wo wir hier ebenfalls stehen und das finde ich nicht nur erwähnenswert, dies sei hier ausdrücklich lobend genannt. Gerade auch das gewählte Wort trifft es klasse – Respekt.

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Kein gönnerhaftes Herablassen gegenüber den „FlüchtLINGEN“, sondern die Anerkennung dieser Menschen und ihrer Leistungen. Bleiberecht für „Lampedusa in Hamburg“!

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Natürlich stand auch dieses Heimspiel unter dem Eindruck des Todesfalls von Walter Frosch, dem Spieler aus der FCSP Jahrhundertmannschaft.

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Zum Einlaufen der Spieler hin begann der Konfettireigen.

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Hier fliegt ja gerne was. In dieser Form am Millerntor aber nach wie vor sehr gern gesehen.

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Und diese Mengen, die an jenem Tag herumflogen, waren selbst für hiesige Verhältnisse etwas besonderes.

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Auch das machte einfach Laune.

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Ein letzter Gruß an den Verstorbenen Walter Frosch von der Süd. Sehr passend formuliert.

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In der Gedenkminute gab es Applaus für die schönen Worte, mit der diese angekündigt wurde, auch von den Gästen, was mitunter für Irritationen sorgte. War aber in keiner Weise respektlos gemeint.

RIP Walter Frosch.

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Desorganisierte auf der Süd? Ah, nein.

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Wer ist den dieses Nord-Support? Alles Gute. ^^

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Kann man sich nur anschließen. http://www.fcstpauli.com/home/verein/news/4309

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Einen weiteren Jahrestag feiert eine bekannte Photographin hier am Millerntor: http://www.afroh.de/. Immer wieder schön, sowohl ihre Arbeit als auch Antje selbst zu sehen.

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Richtig herum können sie auch… Nunja. Bei solchen Feiern geht es halt gern drunter und drüber.

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Glückwünsche zur Halbzeit…

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…gleich dreifach.

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Wobei nicht jedes Fest für alle gleichermaßen amüsant ist…

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Ich steh hier grad auf dem Schlauch.

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Manches geht halt immer irgendwie unter…

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Nicht gerade dieser Gruß an Nord Support auf der Gegengeraden.

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Was für ein schönes Fahnenmeer!

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Walter Frosch ist nicht der einzige Mensch, weswegen in FCSP-Kreisen Trauer bekundet wird. Hier hat es noch einen ganz jungen Menschen getroffen, was die Sache noch tragischer macht.

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Unbekannterweise RIP und mein Beileid an alle, die zurück geblieben sind.

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Flora bleibt-Großdemo am 21.12.: http://florableibt.blogsport.de/2013/11/29/info-und-mobilisierungsveranstaltungen/. Inwieweit die Vermengung der unterschiedlichen Themen sinnvoll ist, sei hier mal dahingestellt, der Kampf um den Erhalt der Flora ist aber unterstützenswert. Hamburg braucht diesen Freiraum.

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Die Nähe zwischen den Gästeultrateil der Boyz und der rechten BVB Fangruppierung Desperados wurde hier thematisiert – siehe http://www1.wdr.de/themen/sport/sp_gewaltimsport/rechte_fussball_nrw100.html. Als diese Tapete hochgehalten wurde, hallten wieder Pfiffe durch das Millerntor – aber ob es etwas mit dieser Tapete oder mit dem Spielverlauf, der schon wieder im Gange war, zu tun hatte, konnte ich nicht feststellen. Auch im Nachhinein hat mir bislang niemand diese Frage beantworten können – was wohl dafür spricht, daß es sich um eine Aktion auf dem Rasen handelte, die mit Pfiffen bedacht wurde. Vielleicht kann es ja jemand hier in den Kommentaren noch genau aufklären.

FCSP-Koeln284

Daß Antifaschismus kein Verbrechen ist, erschließt sich mir zar eindeutig, nicht aber der Sinn dieser Tapete…

Nachtrag: hier steht alles – http://antifapinneberg.blogsport.de/2013/12/03/antifascism-aer-inget-brott-solidaritet-med-revolutionaera-fronten/.

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Eindeutiger ist es bei dieser Spruch vom Autohof – Anti-Nazi-Bekundungen am Millerntor auszupfeifen hat Spuren hinterlassen, über die es zu reden gilt. Wer es lieber unpolitisch mag, ist hier jedenfalls am falschen Platz. Ohne dadurch allen, die auf das „Nazischweine“ gepfiffen haben oder dieses ablehnen, gleich den Wunsch nach unpolitischen (also weit nach rechts offenen) Verhältnissen auf den Rängen zu unterstellen…

FCSP-Koeln313

Zum Spiel selber gilt es auch noch kurz etwas zu schreiben, auch wenn es weh tut. So ein 0-3 ist jedenfalls niemals angenehm als Heimfan. Auch wenn, und das war schon bei diesem Ergebnis etwas ungewöhnlich, das an diesem Tag jetzt nicht ganz so schlimm war. Schließlich haben die BoysInBrown auf dem Rasen alles gegeben, hatten ja ausreichend Torchancen, nur wurden diese eben nicht genutzt. Da waren die Gäste ganz anders drauf. In Erinnerung bleiben wird mir das mich fassungslos machende Aufstöhnen bei den ersten beiden mißlungenen Aktionen von Kalla, der nach seiner Verletzungspause eingewechselt wurde und erstmal ins Spiel finden mußte. Wie schlecht sein standing in der Fanszene ist, war ja schon immer wieder zu bemerken – und auch an diesem Tag hörte ich wieder einen Ausruf der wütenden Verachtung in Richtung Kalla bei einem Fehlpaß – daß ich darauf hinweisen mußte, daß dieser Paß von Buchtmann und nicht von Kalla gespielt wurde, der mit der Aktion gar nichts zu tun hatte, erklärt vielleicht das Schweigen sonst auf den Rängen, da sich ja nur über die Aktionen von Kalla in dieser Laustärke aufgeregt wird… Nicht nur aus diesem Grund werde ich immer mehr zum Kalla-Fan. Für mich einer der wichtigsten Spieler, nicht nur auf dem Platz, sondern für den FCSP selbst. Bezeichnend leider auch, wie über seinen Fehlschuß bei einer Großchance sich lauter aufgeregt wurde, als über alle weiteren fünf vergebenen Großchancen zusammen. Leute, ihr habt ein Problem… Das lautstarke YNWA vor dem Abpfiff tat jedenfalls gut. Und sollte auch in Richtung Kalla mal von etlichen auf den Rängen bedacht werden.

FCSP-Koeln325

In der Schlußphase des Spiel erlebte ich noch das Schönste vom ganzen Spieltag: den Wechselgesang zwischen zwei einzelnen Fans auf den Sitzplätzen, die unverdrossen sich gegenseitig mit „SANKT PAULI!“ bedachten. Herzerwärmend. Und umso schöner dann, als ich einen von diesen ansprach und sich ein angenehmes, langes Gespräch daraus entwickelte. Einen lieben Gruß an dieser Stelle!

Wir landeten wieder vor der Domschänke zu einem schönen Gespräch – und verabschiedeten höhnisch den unter extremen Polizeischutz wegfahrenden Gästebus. Die Armen, mußten sie ja nach Köln zurück.

FCSP-Koeln327

Unser Weg führte dann mal wieder ins Shamrock zu einem guten Tropfen. Punkte werden überbewertet.

Mehr zum Spiel:

http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=7343
http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=7348
http://www.stpaulinu.de/its-a-kind-of-magic/die-geister-die-ich-rief
http://moeliw.tumblr.com/post/68667375294/zu-grosse-nummern
http://www.stefangroenveld.de/2013/wen-interessiert-schon-das-ergebnis/
http://ostblocksanktpauli.wordpress.com/2013/11/28/herzchoreo-und-koln-spiel/
http://usp.stpaulifans.de/copper/thumbnails.php?album=269
http://beebleblox.blogspot.de/2013/11/drauf-gepfiffen.html
http://zaungaeste2011.blogspot.de/2013/12/ein-abend-voller-uberraschungen.html

6 Comments

  1. Free Adel-Tapete: Für einen befreundeten Antifaschisten, der in Haft sitzt.
    Die Tapete auf schwedisch: Für einen schwedischen Antifaschisten, der in Haft sitzt.

    • Danke für die Aufklärung. Bei „Adel“ kommt mir das irgendwie bekannt vor, ging wohl leider schon wieder vor lauter Infos unter. Umso wichtiger, wenn dies wieder hochgeholt wird durch solche Tapeten.

      Das zweite habe ich noch nicht mitbekommen, aber da gilt ja das Entsprechende.

  2. Im Gästeblock wurde während des Zeigens der „Toyz Köln mit Nazis spielt man nicht“ Tapete nicht gepfiffen. Zumindest nicht in Bezug auf dieses Banner. Es gab eher stille Zustimmung, da dieses Thema die Kölner Fanszene momentan sehr beschäftigt. Wir hatten eigentlich den Luxus, lange eine eher unpolitische Szene mit antirassistischer und -sexistischer Haltung zu sein. Aktionen wie unsere „Arsch huh! Zäng Ussenander“-Choreographie vom 9.11.2012 oder der Gesang „Mir sin kölsche Junge, han Spitzebötzer an“ („Wir sind kölsche Jungs, haben Spitzenhößchen an“, eine Veralberung des „Kölsche Mädscher“ Karnevalsklassikers) sind ein Beleg dafür. Leider scheint es jetzt so, dass sich ein Teil der Boyz-Hools nach rechts orientieren. Es sind zwar nur wenige, vielleicht 10 bis 15 Mitglieder, aber jeder Fascho im Block ist einer zu viel. Das wissen auch wir.
    „Respect Lampedusa“ war eine Aktion der KFSP, „Kabänes-Front-St.Pauli. Einem Fanclub bestehend aus hamburger Exilkölnern. Köln ist bezüglich dieses Themas nicht so sensibilisiert wie Hamburg, dennoch kann man sich der Zustimmung der meisten Kölner in Bezug auf diese Thematik sicher sein.
    Sehr schöner Beitrag, weiter so.

    • Ersteinmal Danke für das stets willkommene feedback.

      An den Gästeblock hatte ich bei den Pfiffen gar nicht gedacht (das wäre durchaus ja auch eine Erklärung gewesen) – ich bezog mich auf das Heimspiel davor (Nazischweine-Ausgepfiffen), das war also als FCSP interne Angelegenheit weitergedacht. Bzw. die Frage in den Raum gestellt, inwieweit es spielbezogene Pfiffe diesmal waren, weil ich so abgelenkt in dem Moment war.

      „Unpolitisch“ kann man eigentlich als Fanszene gar nicht sein, auch antisexistische, antirassistische und Aktionen gegen Homophobie sind definitiv politisch – sogar noch viele andere Themen mehr, die in den Kurven erörtert werden. Das mit den „unpolitischen Kurven“ ist ja eigentlich nichts anderes als ein Kampfbegriff der Rechtsaußen-Fraktion, die ihr Gedankengut in die Stadien bringen und Kritik daran als „politisch=unerwünscht“ ersticken will (was übrigens nichts anderes als Politik pur ist, und zwar in die unangenehmste Richtung gehend). Zumal alle, die sich mit gesellschaftlich existenten Rassismus, Sexismus und Homophobie arangieren können und dies auch gerne selbst vertreten wollen, alles andere als unpolitisch sind – höchstens „unpolitisch“ im oben beschriebenen Sinne.

      Die Kölner Szene-Infos waren mir nicht bekannt und ich finde es sehr schön, diese hier dargelegt zu bekommen. Wobei eine Fangruppierung mit solchen Mitgliedern, die diese nicht rausschmeißt, nichts in den Stadien zu suchen hat meiner Meinung nach. Hier ist jede Fanszene von jedem Verein ersteinmal selbst gefordert. Ich wünsche euch ein gutes Gelingen dabei, dieses nogo intern zu erledigen.

  3. Mit unpolitisch meinte ich, dass es weder links- noch rechtsextreme Ausschläge gibt. Toleranz gegenüber aller Minderheiten und Intoleranz Rassismus gegenüber sind für mich lediglich ein Erhalt der durch unsere Gesellschaft geschaffenen Werte und Gesetze. Menschenrechte die es zu vertreten und einzufordern gilt. Insofern ist unpolitisch eventuell nicht der richtige Begriff, aber man ist ja nicht automatisch links, wenn man rechte Gruppierungen nicht duldet oder Homosexuelle toleriert.
    Auch ich bin gespannt, ob die Wilde Horde/Coloniacs und wer auch immer jetzt auch die Eier haben, dieses Geschwür, notfalls mit Gewalt, aus dem Stadion zu befördern. Ich glaube, Abseits des ganzen Ultragedöhns‘ der letzten Jahre, teilen die Fans unserer beiden Vereine eigentlich eine Menge Ansichten.

    • Am Eingangssatz „Mit unpolitisch meinte ich, dass es weder links- noch rechtsextreme Ausschläge gibt.“ stört mich sowohl die Gleichsetzung von „links-“ bzw. „rechtsextrem“ als auch die Verwendung des Extremismusbegriffs und der dahinter stehenden Ideologie. Der Extremismusbegriff ist ein politischer Akt der Deutungshoheit über die ungewünschten Parteien, wobei insbesondere die des linken Spektrums durch die Gleichsetzung diskreditiert werden sollen und auch eine durchaus gewollte Verharmlosung der rechtsradikalen Seite herbeigeführt wird. Nicht zu vergessen: das Ausblenden des „Extremismus der Mitte“ – Verfassungsfeinde können nur am „politischen Rand“ sitzen ist eine Lüge, die viele Probleme geschaffen und noch keine gelöst hat. Ausführlicher dazu: http://www.publikative.org/2009/06/16/extremismustheorie/

      Gerade Rassismus und die Gewalt gegen Andersartige, als Minderwertige abgestempelte Menschen ist ein Paradebeispiel für eine Geisteshaltung, welches durchaus auch in der sogenannten Mitte beheimatet ist. Rassismus und Nazis sind nicht ein und dasselbe. Der Kampf um und für Menschenrechte ist an sich ja genau das Gegenteil von der Defintion von „extremistisch“ – hiermit steht man mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes. Welches im übrigen den Kapitalismus als Wirtschaftsform nicht zwingend voraussetzt.

      Menschenfeindlichkeit gilt es zu bekämpfen, vor allem auch mit dem Respekt gegenüber den Menschen, die von den Menschenfeinden angegriffen werden wie LGBT, PoC, Frauen u.a. – und diese Menschenfeindlichkeit zu tolerieren ist keine Lösung, hier darf es keine Toleranz geben.

      Der Kampf innerhalb einer eigenen Fanszene ist hier wahrlich nicht einfach, aber es gibt für alle auch Möglichkeiten, sich da einzubringen. Beispielsweise, indem man die Fangruppen, die sich nicht selbst von diesen Dingen reinigen wollen, in letzter Konsequenz insgesamt ausschließt. Und hier, wie gesagt, wünsche ich (auch) dem 1. FC Köln mitsamt dessen Fanszene gutes Gelingen. Weil es wichtig ist, nicht nur für diesen einen Verein. Das Problem betrifft uns alle.


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