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Der erste Auswärtssieg in dieser Saison war enorm wichtig – alles andere als ein Dreier gegen die enorm schwach spielende Heimmannschaft von Ingolstadt wäre sonst ein Tiefschlag geworden. Die Verletzung von Fabian Boll, der zumindest in diesem Kalenderjahr nicht mehr für den FCSP auf den Platz kommen wird, war so schon schlimm genug – an dieser Stelle alles Gute und vollständige Genesung in Richtung unserer Nr. 17! Unser Herz schlägt BOLL BOLL BOLL! Daß Fußball und Liebe zusammen gehören, war an diesem Wochenende eh das herausragende Thema – und Namensgeber der Veranstaltung in der Gegengeraden, über die ich vor allem heute schreiben werde.

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Fußball und Liebe startete bereits am Donnerstag mit einer Podiumsdiskussion in den Fanräumen – http://www.fussball-und-liebe.de/programm/fussball-und-liebe-der-talk/. Auf dem Weg dorthin konnte ich mal von Draußen den wichtigen Leitspruch, der auf der neuen Gegengeraden steht, ablichten: KEIN FUSSBALL DEN FASCHISTEN. Wie aktuell die Forderung ist und wie wenig diese anderswo umgesetzt wird, konnte man gerade in Braunschweig sehen, wo der Verein als Reaktion auf die immerwährenden körperlichen Angriffe von Braunschweiger Nazihools auch, aber nicht nur, in den Stadien auf die Antifa-Fangruppe des gleichen Vereins, Ultras Braunscheig, ein Zeichen gesetzt hat – indem die Opfer als Gruppe und wohl auch als Einzelpersonen mit Stadionverboten belegt wurden. Die Nazitäter wurden unbehelligt gelassen und im ihrem Sinne die ungewollte Antifa-Gruppe als Störenfriede ausgemacht und im vorauseilenden Gehorsam aus den Kurven verbannt. Ob Aachen oder Braunschweig, die Nazis sind mit Unterstützung der Vereine im Fußball auf den Vormarsch und viel zu viele haben damit kein Problem. Und solange kein Pyro mit im Spiel ist, scheint es die Verbände auch nicht weiter zu interessieren. Solidarische Grüße an UB, ich schließe mich den nachfolgenden Worten an: http://caillera.net/solidaritat-mit-ultras-braunschweig/.

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Leider ist der Hammer aus Braunschweig erst nach dem Talk am Donnerstag passiert, so daß dies nicht thematisiert werden konnte. Aber andere, wichtige Dinge wurden angesprochen. Wichtig war mir auch, im Vorfeld die BASCH vom vergangenen Montag zu besorgen, wofür ich beim letzten Heimspiel nicht die Zeit gefunden hatte. Gleich der erste Satz des Vorwortes bezog sich entschuldigend auf die letzte Ausgabe und das Bild, wofür es verdiente Kritik hagelte, so auch hier https://kleinertod.wordpress.com/2013/09/16/punkte-fressen-fcsp-holt-den-dreier-daheim-gegen-einen-starken-fsv-frankfurt/ – ein so offenes Eingeständnis eines Fehlers wie dort muß ersteinmal geschafft werden. Wie USP mit Kritik umgeht, nicht nur an dieser Stelle, das ist in meinen Augen vorbildlich. Die Größe haben auch nicht alle.

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Großartig fand ich auch das Getränkeangebot an diesem spielfreien Wochenende, zumindest in der Hinsicht, daß es eine Auswahl an Scotch zum Genießen gab. Sicher kann man über die Auswahl geteilter Meinung sein, aber gefreut hat mich das von Prinzip her sehr.

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Schade, daß so etwas nicht an Spieltagen und im Stadion möglich ist. Lieber ein gutes Gläschen zum Genießen als das sinnlose Besäufnis mit Bier… Wobei man auch Bier ja in vernünftigen Dosen konsumieren kann. Oder auch gar kein Alkohol. Hat ja auch Vorzüge.

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Das 1910 Museum e.V. veranstaltete nicht nur die Podiumsdiskussion am Donnerstag, sondern ja die ganzen 3 Tage Fußball und Liebe. Moderator der gleichnamigen Diskussionsrunde war Christoph Nagel, der ebenso wie der teilnehmende Bernd-Georg Spieß aus unserem Präsidium zu 1910 e.V. gehört. Jan-Henrik Gruszecki, Initiator der Fan-Initiative „12:12“ war einer von zwei Fanvertretern auf dem Podium, Daniela Wurbs vervollständigte diese Gruppe für den FCSP. Fernseh-Moderator Gerhard Delling mühte sich trotz einer beginnenden Erkältung tapfer als ein Medienvertreter, Christoph Biermann von 11 Freunde war der andere. Mit Andreas Rettig kam sogar einer der Geschäftsführer der DFL, der ebenso wie Carsten Cramer als Marketing-Direktor von Borussia Dortmund die Sicht der Verbände bzw. großen Vereine und ihrer finanziellen Interessen darstellen konnte. Eine illustre und vielfältige Runde konnte also gewonnen werden und entsprechend spannend wurde es auch.

Das Augenmerk wurde auf die positiven Aspekte des Fußballs und der Liebe der Menschen und Fans zu diesem Sport gerichtet und so erzählten die Anwesenden zum Anfang auch ersteinmal, wie sie zu diesem Sport kamen und warum sie dabei geblieben sind. Die von diversen Medien aufgesetzte Sicherheitsproblematik wurde dabei beachtlicherweise auch vom DFL-Vertreter als übertrieben eingeschätzt. Der DFL liegen laut Rettig nunmehr Zahlen vor, die, wie von Fanseite immer wieder vorgetragen, entgegen dem Arbeitspapier Sicheres Stadionerlebnis belegen, daß es keine Zunahme von Gewalt im Fußball gegeben hat. Damals habe, so der selbstkritische Vorwurf, die Politik den DFL und die Vereine zu sehr vor sich hergetrieben, was aus finanziellen Eigeninteressen und Sorge vor Nachteilen für den einzelnen Verein bei zu vielen zu wenig Gegenwehr ausgelöst hatte.

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Der gesellschaftliche Wandel läßt sich auch am Fußball ausmachen, dessen Publikum sich vom Rand der Gesellschaft hin auch zur Mitte sich gewandelt und damit auch im intensiveren Fokus der Öffentlichkeit steht. Die Medien, die dabei auch über das Ziel mal hinausschießen, wie Delling selber zugab, würden nach seiner Meinung aber selbst dann etwas Positives, nämlich die Diskussion über dieses Thema, bewirken, welche im Gegensatz zu anderen Ländern bei uns funktioniere und zu positiven Ergebnissen führe. Nimmt man die Situation der Fans in anderen Ländern als Maßstab, dann haben wir hierzulande geradezu paradisische Zustände – dennoch sehe ich auch hier weiter Verbesserungsbedarf, denn gerade die letzten Jahre haben eine Entwicklung aufgezeigt, bei der man nicht nur ernsthafte Sorge um den Erhalt von Stehplätzen und die Beachtung grundlegender rechtlicher Spielregeln wie die der Verhältnismäßigkeit haben muß, die Grenzen wurden hier bereits längst in negativer Hinsicht überschritten. Ein Zurückrudern wäre hier angebrachter als ein Ausruhen auf dem Staus quo.

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Ob die weitere Entwicklung so wird, wie von Spieß aufgezeigt, nämlich weiter weg von Religion und Parteipolitik hin zu den Sportvereinen, ist als Möglichkeit zumindest nicht von der Hand zu weisen. Gerade dann ist es aber auch so wichtig, die demokratischen Spielregeln auch hier einzuhalten und wirtschaftliche oder parteipolitische Interessen nicht die Oberhand gewinnen zu lassen. Aber auch, wie leider, wohl aus Zeitgründen, nicht wirklich tiefgehend thematisiert, rechtsextreme Tendenzen aus den Stadion fernzuhalten. Die mangelnde Abgrenzung zu in dieser Richtung problematischen Fangruppen mußte sich wegen der 12:12 Initiative auch Gruszecki vorhalten lassen, welcher vielleicht die Anregung, zumindest als Einzelperson sich hier auch mal öffentlich distanzierend zu äußern, noch umsetzen wird.

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Zum ersten Tag siehe auch: http://www.fcstpauli.com/home/verein/news/3943.

Den zweiten Tag haben wir leider nicht mitnehmen können, doch zum Haupttag am Samstag desorganisierten wir uns Richtung Gegengeraden.

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Wenn das 1910 Museum so interaktiv und spannend wird, wie diese drei Tage, dann werden auch Museumsmuffel zu begeisterten Besuchern mutieren. Zumindest die, die sich darauf einlassen.

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Allein das Fahnenbasteln im Eingangsbereich des hoffentlich dort kommenden FCSP Museums zeigte auf, daß die Fans und nicht die Vereinsgeschichte im Vordergrund stehen.

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In den Fanräumen wurden Filme gezeigt, die auch nur zum Aufwärmen eine gute Begleitung bildeten – denn leider war es an dem Tag trotz der schönen Sonne äußerst kühl und zum Abend hin wurde es noch richtig kalt.

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Für die wenigen freien Plätze wurde bei diesem Anlaß im Rahmen der Millerntor Gallery noch Verwendung gefunden.

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Im ersten Stock der Gegengeraden, also im Zugangsbereich zu den Stehplätzen, gab es zudem noch Stellwände, die am ehesten an ein Museum erinnerten.

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Spannend war die musikalische Auswahl, die weit über die hier gebräuchlichen Klänge hinaus gingen. Wie hier beispielsweise Kaja Fuchs und Victor Millones mit südamerikanischer Musik.

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Wir lieben es ja nicht nur laut hier…

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Dafür aber bunt. Und dazu später noch mehr, denn das war neben Sexismus das Thema der abschließenden Diskussionsrunde.

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Passend zu diesen Gemälden Aktuelles auch in Sachen der Geflüchteten aus Lampedusa, auch bekannt von http://www.kiezhelden.com/projekt/humanitare-hilfe. Leider fällt diese Neuigkeit nicht unter positive news: http://lampedusa-in-hh.bplaced.net/wordpress/26-09-pressemitteilung-zu-gescheiterten-gesprachen-mit-der-innenbehorde/ – gegen die uneinsichtige, Rechte der Geflüchteten und Gerichtsurteile mißachtende Hamburger SPD muß weiter gekämpft werden.

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Liebesgeschichten in Sachen Fußball gab es von mehreren Personen vorgetragen, so auch von Oliver Rohrbeck, bekannt als Sprecher bei „???“.

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Wer alles unter Kiezhelden fällt, konnten die Besucher auch mal selbst kund tun.

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Zur Stärkung gab es diesmal keinen Veggie-Burger, dafür aber einen veganen Döner. Auch mal schmackhaft. Nur kein Vergleich, was aber allein an den tollen Burgern liegt. Doch Abwechslung ist ja wichtig. Und geschmeckt hat es auch. Würde ich sofort wieder nehmen.

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Mitnehmen konnte man sich auch diverses Infomaterial über das Kiezhelden-Projekt. Hätte ja nicht gedacht, daß dieses so gut anlaufen würde. Kompliment!

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Das Reeperbahn-Festival ans Millerntor zu holen geschah zwar nicht zum ersten mal, war aber auch an diesem Tag an sich eine gute Idee. Nur bin ich mir nicht sicher, wie viele Festivalbesucher gekommen sind. Das „normale“ FCSP-Publikum schien mir eher dort unter sich gewesen zu sein.

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Von den Bands kannte ich nahezu keine, so auch diese hier. Waren das Homesick Astronauts?

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Leider haben sich nicht annähernd so viele Menschen hierher begeben, wie diese Veranstaltung es sich verdient hätte. Aber vielleicht klappt es bei einer Neuauflage ja besser? Der Tag war jedenfalls sehr gelungen.

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Wer nicht gekommen ist, hat definitiv etwas verpasst. Nicht nur bekannte Gesichter…

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Zum ersten mal konnte ich auch das Millerntor mit eigenen Augen sehen.

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Also nicht das echte, sondern die Miniatur-Version. 😉

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Amüsant fand ich auch den Blick zurück in meine Anfangszeit. Diese Plätze auf den Bäumen waren ja immer der Knaller. Ich weiß gar, wann die nicht mehr da waren, aber für mich ist das ein Bild, daß sich in Sachen altes Millerntor bei mir wohl am meisten eingebrannt hat.

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Ganz neu und trotzdem etwas vom Museum – diese Konfetti-Abwehr-Schirme für den Bierbecher. Kannte ich noch nicht, aber mit Sicherheit sehr praktisch. Aus Erfahrung gesprochen…

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Ein kleines Desorganisierten-Treffen ergab sich zufällig in den Fanräumen bzw. im Vorraum, wo diese neue Fahne bewundert werden konnte. Desorganisierter geht es kaum. Sehr schön. ^^

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Vielleicht auch weil es nicht so voll war konnten an diesem Tag mehr Zeit für wichtige Gespräche gefunden werden. Die Zeit verflog jedenfalls schnell und das Highlight des Tages wartete schon.

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Auf dem Weg dorthin wurden wir von den wunderschönen Klängen aus der Kora, gespielt von Saliou Cissokho, gefangen genommen. Diese besondere Form der Harfe ist wirklich fanszinierend: http://www.youtube.com/watch?v=o1vXqC2zzUI.

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Der Höhepunkt des Tages und der ganzen Veranstaltung war dann erneut eine Diskussionsrunde und zwar diesmal zu dem Thema „Keine Chance für die Liebe?“ – siehe dazu auch die lesenswerte Ankündigung http://www.fussball-und-liebe.de/programm/keine-chance-fuer-die-liebe-komplett/, auf die ich zur Vermeidung von inhaltlicher Wiederholung mal vollinhaltlich verweisen will, denn da steht Wichtiges und verdient, wie diese Veranstaltung, darum auch breite Aufmerksamkeit.

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Die trotz allem wunderbar desorganisierte Diskussionsrunde unter der Leitung des Moderators Christian Bettges führte die an der Gesprächsrunde teilnehmenden Personen nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach und auf individuelle Weise ein. Die Hip Hop Künstlerin Sookee sang ersteinmal zwei ihrer Songs, deren Texte wunderbar zum Thema paßten – wer die Songs vorher kannte, dürfte allerdings beim Verstehen eindeutig im Vorteil gewesen sein. Was wir aber mitbekamen, das war unabhängig davon, wie wir selbst zu der Musikrichtung an sich stehen, äußerst beachtlich und verdiente allein dafür einen gehörigen Applaus. Aber es gab auch genügend, die die Sängerin mehr als nur kannten, wie man an dieser Stelle auch gut hören konnte.

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Auch sonst waren die Beiträge von Sookee hörenswert und die Wahl als erste Person, die in die Runde eingeladen wurde, zeigte sich auch deswegen als geschickt. Von ihr stammte auf die Frage nach der Gemeinsamkeit von Sexismus und Homophobie auch der Hinweis darauf, daß letzteres Wort, welches von anderer Stelle wegen des enthaltenen Begriffs einer Phobie und damit Krankheit Kritik fand, wunderbar als Hetero-Sexismus umschrieben werden kann. Oder, um es mit meinen Worten wiederzugeben und den Gedanken weiterzuspinnen: die Hetero-Norm grenzt alles, was nicht ihrem Ideal entspricht, auf gewalttägige Art und Weise, körperlich wie seelisch, abwertend aus, wobei der Unterschied zu Sexismus als solcher ist, daß heterosexuelle Frauen als Profiteure des Hetero-Sexismus diese Form des Sexismus auch ausüben können. Das Wenige, was ich hier über ihre Worte schreibe, wird dam Ganzen leider überhaupt nicht gerecht, aber ich hoffe ja noch, daß eine Video-Aufzeichnung von der Veranstaltung ins Netz gestellt wird.

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Nicole Selmer berichtete von ihrer Erfahrung als Sportjournalistin unter anderem über die Unfähigkeit vieler Männer, einer Frau auch nur einen Hauch von Kompetenz in Sachen Fußball zutrauen zu können und dem immer wieder kehrenden Versuch, sie auf Frauenfußball zu beschränken, von dessen Materie sie aber lange Zeit kaum Ahnung hatte, da sie sich hauptsächlich mit Männerfußball beschäftigt hatte. Beide Frauen zeigten auf, wie Männer immer und immer wieder versuchen, sich die Erklärungsgewalt über Frauen anzueignen und ihnen die Kompetenz allein aufgrund des Geschlechts abzusprechen versuchen.

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Michael Pahl bot seine gefühlvolle musikalische Liebeserklärung an Fabian Boll dar – https://www.youtube.com/watch?v=KUDeYsdts1k. Die Liebe, die wir alle für ihn empfinden, mag ihm hoffentlich bei einer raschen Genesung helfen. In der ersten Minute des Spiels am darauf folgenden Tag in Ingolstadt hat sich die Verletzung von Boll leider als so schwerwiegend herausgestellt, daß er, wie nach den Bildern schnell befürchtet, für den Rest der Hinrunde zumindest ausfallen wird. Wünschen wir ihm alle rasche Besserung! http://www.fcstpauli.com/profis/news/3952

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Der nächste Gast, Lars Alberth, berichtete von einer Studie in Männerumkleidekabinen und die Versuche dort, ja nicht aus der Männlichkeitsrolle hinauszufallen. Ein „Mann“ hat in der Geschlechterrolle die beobachtende Aktion, so daß zur Vermeidung der Rolle als beobachtetes Objekt in größtmögliche Distanz geflüchtet wird – angeblickt zu werden oder zu selbst zu blicken wird als „schwul“ empfunden und kann schnell Gewalt erzeugen. Die Erkenntnis aus dieser Situation zeigt, wie fragil und absurd das Festhalten an künstlichen Rollenklischees für Männer ist. Und auch, wie haltlos eine Einteilung in die binäre Welt des Hetero-Sexismus ist.

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Dirk Brüllau vom Aktionsbündnis gegen Sexismus und Homophobie des FCSP berichtete, wie wenig gerade die Nicht-Dauerkarten-Inhaber mit diesem Thema umgehen können, indem er die negativen Erlebnissen beim Verteilen von Flyern gegen Sexismus und Homophobie schilderte, wo gerade von solchen Personen sexistische und hetero-sexistische Sprüche kamen – siehe http://www.stpaulinu.de/supporters-in-action/friede-freude-gegengerade.

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Eine Geschichte, die nur wieder beweisen hat, wie wichtig diese Veranstaltung auch am Millerntor ist. Und es betrifft mit Sicherheit nicht nur die Nicht-DK-Inhaber. Wir alle sind aufgerufen, hinzuhören und den Mund aufzumachen, wenn wir derartiges bei uns bemerken. Denn das ist untragbar und dagegen muß vorgegangen werden. Immer und immer wieder, denn es gibt keinen einmal erreichten Zustand der Glückseeligkeit, sondern nur ein immerwährendes Bestreben hin zur richtigen Richtung.

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Die Regenbogenfahne über der Süd ist ein wundervoller Schritt gewesen, aber wir brauchen immer wieder weitere, um diesen Formen der Diskriminierung hier entgegenzutreten. Allen. Diskriminierung darf niemals und nirgendwo toleriert werden.

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Mit Marcus Urban, dem einzigen (Semi-)Profi-Fußballer, der sich, wenn auch erst nach seiner Karriere, in Deutschland geoutet hat, wurde mehr auf die Welt des Fußballs von Innen eingegangen und auch die Berliner Erklärung, http://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Aktuelles/DE/2013/Berliner-Erklaerung-gegen-Homophobie-im-Fussball-20130717.html, und deren Entstehung eingegangen.

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Musikalisch umgehauen hat mich Tine Kreich, die man hier hören kann: https://myspace.com/tinekreich/music/songs. Würde mich freuen, von ihr mehr zu hören. War so mitgerissen, daß ich erst bei ihrem Abgang daran dachte, die Kamera hochzuholen…

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Roger Hasenbein vom Aufsichtsrat des FCSP kam als Vereinsvertreter in die Runde.

Bei der Gelegenheit etwas zum Tag auch auf der offiziellen HP: http://www.fcstpauli.com/home/verein/news/3957.

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Love Newkirk als mitreißender musikalischer Abschluß des Abends verwies auf weitere Kämpfe gegen Diskriminierung, die es ebenfalls noch zu thematisieren geht – gerne in einer weiteren Diskussionsveranstaltung dieser Klasse. Später beendete sie mit einem gemeinsam mit dem Publikum gesungenen You’ll never walk alone den Abend.

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Vorher konnten ehemalige Spieler des FCSP, Florian Lechner auf dem Podium und Ralle Gunesch per Videobotschaft, nocheinmal aufzeigen, wie wichtig die persönliche Reaktion auf jede Form der Diskriminierung ist. Aber all das noch weiter auszuführen übersteigt leider auch mein Erinnerungsvermögen und den geplanten Umfang dieser Zeilen. Danke. Danke an alle Beteiligten und Ermöglichende dieser großartigen Veranstaltung!

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Der Auftritt unseres magischen FC in Ingolstadt mit dem vermißten Gunesch auf der anderen Seite war da bei weitem nicht so schön anzusehen. Bereits die erste Minute brachte mit der Verletzung von Boll ja deutschlich unangenehme Dinge hervor, die wir einfach alle gar nicht sehen wollen. Ich hoffe einfach mal, daß die Karriere unserer magischen 17 nicht auf diese Weise endet. Aber wem, wenn nicht Boller, ist es zuzutrauen, sich da noch einmal zurückzukämpfen? Und in der Rückrunde werden wir ihn sicherlich wieder dringend benötigen – eigentlich ja in jedem Spiel. So ein großartiger Einsatz ist einfach so vorbildlich wie wichtig für die ganze Mannschaft.

Spielerisch war unser Auftritt in der Ferne überraschend ansehnlich, was aber vor allem am ungemein schwachen Gegner lag. Wir haben enorm viele Chancen liegen lassen, was aber auch an einem Torhüter lag, der als einziger Spieler bei den Gastgebern über sich hinaus wuchs. Daß ausgerechnet mit einem als Tor des Monats zu handelnden Treffer Bartels in den letzten Momenten der ersten Halbzeit den Führungstreffer endlich erzielte, ist einfach passend für diese Mannschaft. Wenn wir schon treffen, dann aber auch richtig. Verrückt, daß die letzten beiden Treffer eigentlich in die Auswahl zum Tor des Monats gehören. Wäre angemessen und schön, wenn dem dann letztlich auch so wäre – dann könnten wir auch die Frage stellen, ob es so etwas schon mal gegeben hat, aber so weit sind wir nun wirklich noch nicht…

Die zweite Halbzeit bot uns genügend Möglichkeiten, den Sack zu zu machen, doch nahezu fahrlässig vergaben wir unsere Möglichkeiten – oder, passender formuliert, konnte der Torhüter der Gastgeber, Öczan, sich auszeichnen. Nach hinten ließen wir kaum etwas zu, was auch an der großartigen Arbeit von Kalla in der Innenverteidigung lag, der beinahe sogar einen Scorerpunkt erzielen konnte, nur leider wurde seine schöne Hereingabe nicht genutzt. Lediglich bei Ecken wirkten wir immer anfällig und da war es dann auch folgerichtig, daß aus einer solchen quasi aus dem Nichts das 1-1 fiel. Aber dank eines Elfmeterkrimis kurz vor dem Ende der Partie, als Kringe erst den Elfer verschoß und dann den Nachschuß hineinnetzte, sackten wir die drei Punkte ja trotzdem ein. Das 1-2 war so unglaublich wichtig – trotzdem, noch wichtiger wird sein, daß Boll bald wieder fit wird. Die Gedanken drehten sich sichtlich überall auch um ihn. Daß Kringe nun schon zum zweiten mal hintereinander das Punkte-bringende wichtige Tor schießt, sei auch nochmal erwähnt.

Soweit also zu diesem Spieltagswochenende, das uns wichtige Erkenntnisse am Millerntor und auswärts den vierten Platz einbrachte. Aber beides sind nur Momentaufnahmen, denn es geht immer weiter…

Mehr zum Spiel:
http://www.flickr.com/photos/auxarmes/sets/72157636046155813/
http://blog.uebersteiger.de/2013/09/30/verein-am-wochenende-292013/
http://www.kiezkicker.de/kiezkicker/2013/17-minuetiges-supportvideo-aus-ingolstadt/
http://usp.stpaulifans.de/2013/10/bilder-vom-auswaertssieg-in-ingolstadt/
http://www.breitseite-stpauli.de/13-14-9.htm

3 Comments

  1. Danke für den ausführlichen Bericht, ich hatte leider keine Zeit, dabei hätte ich mir das gerade bei diesem Wetter gerne angesehen. Hoffentlich nicht die letzte Aktion dieser Art.

    • Unglaublich finde ich, welche wahnsinnige Arbeit die vielen Ermöglichenden in diese drei Tage gesteckt haben – bevor ich mich für das feedback bedanke, was ich hiermit tue, mußte ich das doch nocheinmal erwähnen!

      Wäre wirklich schön gewesen, wenn noch mehr diese Mühe mit einem Besuch gewürdigt hätten, zumal es wirklich sehr spannend und in jeder Hinsicht lohnend für alle war, die gekommen sind. Aber auch ich hoffe, daß es mit einer Neuauflage irgendwann klappt. Wobei sicher mehr helfende Hände willkommen wären. So eine Veranstaltung ist für den FCSP an sich sehr wichtig, das entspricht der Fanseele jedenfalls enorm und bringt uns alle weiter.

  2. Das war wirklich ein schöner und interessanter Tag und ich bin froh, dass wir, gerade weil „Fußball und Liebe“ weniger Aufmerksamkeit als verdient bekommen hat, dabei waren und so viel positives von der Veranstaltung mitnehmen konnten.


7 Trackbacks/Pingbacks

  1. […] Und das große Highlight am Wochenende war wohl das Festival “Fussball & Liebe“ in der Gegengeraden. Berichte sind noch Mangelware, aber zumindest ein Video von Sat1 Regional und einen Bericht in der Süddeutschen über die Eröffnungsdiskussion gibt es bereits. Und wo ich grad dabei bin: Am 3.Oktober um 19.30h gibt es eine Lesung der neuen “Fever Pitch”-Übersetzung und beim Heimspiel ist Fanräume “Sponsor of the Day” und es gibt ne Loge ein Separée bei der Tombola zu gewinnen. (P.S. Jetzt auch ein wie immer reich bebilderter und beschriebener Bericht beim Kleinen Tod.) […]

  2. By Boll’s Band | Blutgrätsche Deluxe on 01 Okt 2013 at 9:26 am

    […] Kleiner Tod – Fußball und Liebe. Drama um Boll. Und der #FCSP in Ingolstadt. Der Übersteiger Blog – Verein am Wochenende (29/2013) Kiezkicker – 17-minütiges […]

  3. By Treibgut 1.10.13 | .::: derMattn.de :::. on 01 Okt 2013 at 3:51 pm

    […] St.Pauli, sooo schön war es beim Fußball und Liebe- Festival am Wochenende. Würde es geh’n, würde ich Dich umarmen! […]

  4. […] bereits auf der tollen Veranstaltung bei Fußball und Liebe festgestellt werden – siehe dazu https://kleinertod.wordpress.com/2013/09/30/fusball-und-liebe-drama-um-boll-und-der-fcsp-in-ingolstad…. Und was für ein passender Spruch auch hier! Homophobie ist auch einfach ein unfaßbar dämlicher […]

  5. […] die Veranstaltung Fußball & Liebe mit der Diskussionsrunde “Keine Chance für die Liebe?” https://kleinertod.wordpress.com/2013/09/30/fusball-und-liebe-drama-um-boll-und-der-fcsp-in-ingolstad… (am Ende). Es wäre so immens wichtig und toll, wenn es hierzu weitere Veranstaltungen geben […]

  6. […] aber die erste Veranstaltung war, das muß ich jetzt an dieser Stelle noch einmal herausheben: https://kleinertod.wordpress.com/2013/09/30/fusball-und-liebe-drama-um-boll-und-der-fcsp-in-ingolsta…. Vielleicht war ja doch jemand auf beiden Veranstaltungen und kann vergleichen – ich kann es […]

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