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Ob das nun ein dreckiger Sieg in Aalen war oder auch nur einfach drei Punkte, das ist mir rückblickend eigentlich genauso egal wie es mir beim Abpfiff war – gewonnen, endlich mal wieder ein Auswärtsspiel mit Punkten im Gepäck beendet – was soll man sich da groß Gedanken darüber machen, ob das ein verdienter Sieg war oder nicht? Wenn es danach gehen würde, ob wir Punkte nach dem Spiel verdient hätten und nicht nach den zählbaren Treffern, dann hätten wir sicherlich noch mehr Punkte auf dem Konto stehen als derzeit – was aber auch nur daran liegt, daß die Mannschaften auf der anderen Seite teilweise noch schlechter spielten als wir. Überzeugend war der Auftritt auch nicht, dafür aber die Ausbeute – und die Punkte brauchen wir in dieser Saison sehr. Viel zu sehr, aber so ist das halt im Abstiegskampf. Daß Nazis an diesem Wochenende eine Rolle spielen sollten, auch wenn sie vielleicht kaum einer sah, das muß auch erwähnt werden. Das betrifft sowohl die Fanszene in Aalen als auch den mutmaßlichen Naziaufmarsch in Wedel, wogegen am Samstag zum Protest aufgerufen wurde.

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Gerade in letzter Zeit mußte man ja leider wieder beobachten, wie Nazis in die Kurven im Fußball vorgedrungen sind und dort durch falsch verstandene Toleranz viel zu viel Unterstützung erfahren haben. Dies betrifft nicht nur, aber eben auch, den Gastgeber dieses Spiels, VfR Aalen, wie vom Lichterkarussell so treffend aufgeführt: http://lichterkarussell.net/die-nazi-ultras-aus-der-reichsstadt/. Lesen. Mehr braucht man über diesen Verein dann auch nicht mehr zu wissen. Und freut sich dann umso mehr über diese drei Punkte.

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Während die rund 500 Demonstranten in Wedel gegen den im Netz angekündigten, aber weder angemeldeten noch stattgefundenen Naziaufmarsch glücklicherweise keinen Nazi zu Gesicht bekamen, konnten die FCSP Fans in Aalen nicht ganz so schöne Geschichten erzählen: http://fcumad.tumblr.com/post/44538014615/vfr-aalen-0-v-1-fc-sankt-pauli-finally-football#_=_. Schön auch: http://indensinngekommen.wordpress.com/2013/03/03/mein-verein-ist-die-antifa-zum-spiel-in-aalen-aalen-fcsp-01/ sowie http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=6874. Und auch: http://amrandedesdorfes.blogsport.de/2013/03/04/vfr-aalen-vs-fc-st-pauli-0-1/, http://www.flickr.com/photos/auxarmes/archives/date-posted/2013/03/04/?view=lg, http://www.breitseite-stpauli.de/12-13-24.htm.

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Mindestens die Hälfte der auf der Versammlung anwesenden Personen waren klar dem FCSP Umfeld zuzordnen. Daß nur ein einziger Vorstadtfan mit Rautenemblemen auf der Veranstaltung gegen den Naziaufmarsch zu sehen war, ist ebenso vielsagend wie die Blicke und Worte der vorbeigehenden, aber sich deutlich von der Versammlung abgrenzenden Vorstadtanhänger, die offensichtlich mit den anwesenden Zecken ein großes Problem hatten – ob sie es auch mit den Nazis gehabt hätten, kann man nach manchen der von mir aufgeschnappten Sprüchen durchaus bezweifeln. Aber es gab ja auch ein gutes Beispiel an diesem Tag und eine Menge Wedeler Bürger, die sich hier eingefunden hatten, um ein deutliches Zeichen zu setzen.

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Besonders beeindruckend fand ich die Rede von Marianne Wilke, eine Überlebende der Nazizeit, die mit eindringlichen Worten eindeutig Stellung bezog. Wie gut, Wedel nicht in Sachsen liegt… Aber auch Kommt-nach-vorne-Tim wurde an diesem Tag nicht vergessen, sondern solidarisch mit Wort und Gesang gegrüßt.

Nachtrag: siehe zur Kundgebung gegen Nazis in Wedel auch http://antifapinneberg.blogsport.de/2013/03/05/die-presse-zur-kundgebung-gegen-nazis-in-wedel/.

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Da es leider nicht immer so glimpflich ausgeht, ist die solidarische Unterstützung nach wie vor ein Thema. Am 9.3.2013 ab 23 wird in der Roten Flora aus diesen Gründen auch Party gemacht, siehe http://dingediedasind.blogsport.de/2013/03/02/09-03-13-rave-for-riot-soliparty-in-der-flora/.

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Nicht nur gegen Nazis, sondern auch gegen Alltagsrassismus gilt es Stellung zu beziehen – dies kann am http://hamburggegenrassismus.blogsport.de/2013/02/28/auf-gehts-gemeinsam-gegen-rassismus-und-ausgrenzung/ gerne ebenfalls laut erledigt werden. Es ist und bleibt schließlich ein wichtiges Thema.

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Laut waren offensichtlich auch die mitgereisten FCSP Fans, die man wunderbar am Bildschirm wieder einmal vernehmen konnte. So wenig schön das Spiel anzusehen war, so angenehm war die Gesellschaft – siehe auch den wunderbaren Vorbericht http://www.gegengeraden-gerd.de/fc-st-pauli/fussball-auf-rezept-ein-brief-an-den-bundesgesundheitsminister/ an diesem Tag, wie http://metalust.wordpress.com/2013/03/03/vom-uberwinden-der-scham/ mit wie immer tollen Worten zum Spiel beschrieb.

Tja, die wichtigste Frage nach sem Spiel, ob es denn ein Elfer war oder nicht, nach dem tollen Konterlauf von Ginczek, den dieser nach seiner Rettungsaktion mit Kopfball zurück zum Torwart und anschließendem Lossprinten nach vorn, wobei der Ball vom überragenden Tschauner auch ebenso toll schnell wieder auf ihn zurück geworfen wurde, selber einleitete und erst im Elfmeterraum erst durch ein elfmeterreifes Foul, bei dem Ginczek nicht hinfiel, nur ins Straucheln geriet, und dann beim Schuß durch den anschließenden Preßschlag endgültig von einem erfolgreichen Torschuß abgehalten wurde, kann man sicherlich so oder so beantworten. Ich hätte mich nicht wirklich gewundert, wenn der Schiri den nicht gegeben hätte. Es war aber durchaus regelkonform, hier auf den Punkt zu zeigen und so war es denn auch kein unverdienter Elfer – lediglich die Tatsache, daß es bei der Rettungsaktion von Kalla bei dem einen oder anderen Schiri in der ersten Halbzeit auch Elfmeter gegen uns gegeben hätte, macht mir den Satz mit der „ausgleichenden Gerechtigkeit“ an diesem Tag nicht wirklich als anbringbar erscheinen.

Siehe allgemein zum Thema „verdient“ wunderbar auch http://pathos93.wordpress.com/2013/03/04/unverdient/.

Aber: auch egal. Gewonnen, reicht doch. Uns allemal. Nach dieser Saison, wo unsere BoysInBrown den Kampf angenommen haben, ein wirklich wichtiges Ergebnis, daß sie sich irgendwie ja auch mal verdient haben.

Ein gelungener Abschluß dieses Wochenendes. Und Freitag gegen Regensburg geht es ja schon weiter. Bis dann!

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  1. […] Der Kleine Tod gewinnt auch in Wedel […]

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