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Da gewinnt der FC St. Pauli mal ein Auswärtsspiel in dieser Saison, noch dazu bei 1860 München, was uns ja sonst nicht so wirklich gelungen war, und dann schreibe ich in meiner Überschrift, daß es nicht nur Grund zur Freude gibt? Was ist denn mit dem „einfach mal glücklichsein“? Nun, da gibt es leider einige Punkte, wenn man einmal davon absieht, daß dieser tolle 0-2 Erfolg ausreichend zu würdigen ist und ich mich daheim natürlich äußerst gefreut hatte und dies immer noch tue. Aber da ich das Spiel nicht vor Ort live gesehen habe, kann ich zu der Partie und dem ganzen Drumherum natürlich nur wenig sagen, trotzdem möchte ich den Dreier entsprechend würdigen – und auch zu einigen anderen Punkten etwas schreiben.

Vor diesem Spiel hatte ich ja nicht wirklich viel Hoffnung, daß es irgendetwas werden würde, zu sehr machten mich die Ausfälle sowie das deutliche Ausscheiden im DFB Pokal vorsichtig mit meiner Prognose, die ich nur mit viel Optimismus noch mit einem 1-1 abgegeben hatte. Aber was dann da auf den Rasen in München abgeliefert wurde, das ließ mich nur noch die Augen reiben. Von der ersten Minute an spielte der FCSP sehr stark auf und im Gegensatz zum Spiel in Stuttgart war nach rund 10 Minuten noch längst nicht Schluß mit diesem Auftreten, es folgten mehr oder weniger 80 weitere ebenso starke Spielminuten mit nur wenig Chancen und Spielanteilen für 1860. Ganz eindeutig das stärkste Spiel in dieser Saison – und daß es nur 0-2 am Ende stand, das war der zum Teil alles andere als guten Chancenverwertung aber eben auch dem herausragenden Heim-Schlußmann in den bekannten Schlabberhosen zu verdanken. Bis auf den einen Kopfball gegen die Latte hatten die Gastgeber sich kaum durch die starke und neuformierte Abwehrreihe aus Avevor – Mohr / Thorandt – Schachten durcharbeiten können. Ob das nun an unserer Stärke oder deren Schwäche lag, das können vielleicht erst die nächsten Spiele zeigen – denn DASS wir in dieser Aufstellung da hinten weitermachen, das dürfte nach dieser Partie gentlich sicher sein. Ich zumindest glaube daran.

Insbesondere Buchtmann und Schindler überraschten mich mit einer Leistung, die ich so in dieser Saison noch nicht gesehen hatte. Da scheinen Knoten geplatzt zu sein. Hoffentlich zeigen sie auch daheim nun, was sie in dieser Spielzeit beitragen können. Eigentlich waren ja alle da auf dem Platz so gut, daß sie sich eine Einzelerwähnung verdient hätten – ich verweise da aber einfach mal auf http://www.fcstpauli.com/data/news/profis/saison_2012_13/spieltage/12_tsv_1860_muenchen/nsb_1860 mit der Aufstellung nebst den Einwechslungen sowie dem Spielbericht.

Der tragische Held war Boll, der sich erst ein wunderschönes Tor zum 0-1 erarbeitete und dann verletzt ausgewechselt werden mußte. Womit wir bei einem der weniger schönen Punkte momentan angekommen wären – der Verletztenliste. http://blog.uebersteiger.de/2012/11/04/verein-am-wochenende-442012-inkl-1860/ hat dabei auf die Initialen aufmerksam gemacht. Nett beobachtet. Noch netter wäre es aber zu beobachten, wie diese Spieler bald wieder fit auf dem Platz stehen. Die brauchen wir nämlich alle drei, insbesondere aber unsere 17! Und: http://www.fcstpauli.com/data/news/profis/saison_2012_13/mannschaft/november/bruns_verletzt – Gute Besserung, Florian Bruns!

Daß es dann noch zu einem 0-2 langen würde, hatten wir unserem 12. Mann auf dem Platz zu verdanken – Moritz Volz, der jetzt zwar bei 1860 spielt, dies aber bei diesem ersten Aufeinandertreffen mit einer tollen Vorlage geschickt zu verbergen wußte… Naja, passiert, ich wünsche ihm weiterhin alles Gute und viel Erfolg, nur eben nicht gegen uns.

Mehr zum Spiel gibt es hier: http://beebleblox.blogspot.de/2012/11/sue-belohnungen-fcsp.html – ein unbedingt lesenswerter Auswärtsfahrerbericht, der weitere Worte zu diesem Spiel hier überflüssig macht. Außer vielleicht noch die Erwähnung der vielleicht seltsamsten Gelben Karte seit langem – Buchtmann (Edit: Schindler) steht auf dem Platz, ohne diesen verlassen zu haben, am Rand, trinkt aus einer rübergeworfenen Flasche etwas, wirft bei einem Anspiel auf ihn die Flasche weg, nimmt den Ball an – und sieht dafür Gelb. Das verstehe, wer will. Ich nicht. Aber daß es irgendwo eine Regel gibt, die das bestraft, das traue ich dem DFB allemal zu.

Zumindest für mich neu war durch die Antwort des Senats auf eine kleine Anfrage die Größe der geplanten Stadionwache in Form einer externen Wache, die auch zu Domzeiten in Betrieb sein soll. Von den rund 433 qm sollen demnach ganze ca. 375 qm auf die Stadionwache entfallen und nur ca. 58 qm auf die Domwache – siehe die Drucksache 20/5515, zu finden über http://www.buergerschaft-hh.de/Parldok/ in der 20. Wahlperiode, Suchbegriff 5515. Spannend, daß die Quadratmeterzahl des für Servertechnik vorgesehenen Raumes sogar negativ bei der Domwache sein soll. Den Teil des Baus würde ich rein aus architektonischer Neugierde gern mal sehen! Bedenkt man, daß für eine Stadionwache laut Regularien und vergleichbaren Größen anderer Stadionwache 100 qm bis 250 qm ausreichend wären, siehe http://lichterkarussell.net/infos-der-ag-stadionbau-zusammengefasst/, dann liegen wir hier immer noch mindestens 50% über der Größe, die anderswo gebaut wurden. Nun kann natürlich durchaus möglich sein, daß die Stadt, um die Mietkosten für die Domwache so gering wie möglich zu halten, die Fläche der Stadionwache aufgebauscht hat, um diesen Platz anderswo einzusparen – nur ist ein solcher Rechentrickanzuprangern und nicht einfach so hinzunehmen. Vielleicht müssen wir ja trotzdem eine solche Kröte schlucken, nur um die Wache extern bauen zu können. Es ist für mich aber trotzdem ein Unding, daß wir eine mindestens 50% überdimensionierte Stadionwache der Polizei da draußen bauen sollen! Nun, wie gesagt, es wird wohl nur so und nicht anders gehen – trotzdem frage ich mich, wie der Verein sich auf eine solch extreme Größenordnung hat einigen können. Ein erfolgreiches „Herunterhandeln“ sehe ich bei dieser Größenordnung jedenfalls nicht. Bei etwa 125 qm weniger hätten bestimmt auch erhebliche Kosten eingespart werden können. Nur mal so nebenbei für all die Kritiker einer Finanzierung dieser Mehrkosten, für die angeblich die Vereinsführung nichts könne – die aber ja gerade, wenn auch nicht personengleich, für diesen Zustand erst gesorgt hatte. Nein, es sind NICHT allein die Fans, die hier für Mehrkosten sorgen – es sind die Fans, die schlimmeren Schaden vom Verein abzuwenden versuchen, mittlerweile auch zusammen mit dem Präsidium, aber leider eben nicht die ganze Zeit über. All das sollte zumindest nicht vergessen werden und bei der Umsetzung einer externen Finanzierung durchaus auch mal bei entsprechender Gelegenheit auf den Tisch gebacht werden. Hauptsache ist und bleibt aber, daß wir eine Realisierung eines externen Baus erreichen.

Wenn man sich den Auftritt des Präsidiums in der MoPo anguckt, dann kann man erahnen, daß uns noch eine haarige JHV bevorstehen wird. Siehe dazu https://kleinertod.wordpress.com/2012/11/02/fcsp-ist-nicht-pokal-aber-sicher-liebe-kein-unrechtsstaat-im-rechtsstaat-und-zum-refugeecamp/ am Ende. Es wird wichtig sein, daß so viele wie möglich diesmal kommen werden.

Zu den Worten von Sven hatte ich hier https://kleinertod.wordpress.com/2012/11/02/fcsp-ist-nicht-pokal-aber-sicher-liebe-kein-unrechtsstaat-im-rechtsstaat-und-zum-refugeecamp/#comment-1893 schon ausführlich Stellung bezogen. Die nach seinen Worten, wonach Ultras nicht gegen die Mehrheit im Stadion agieren sollten, folgende Diskussion darüber, wie nun diese Mehrheit aussieht und wer sie stellt, hat seltsame Stilblüten hervorgebracht. So war beispielsweise von der „schweigenden Mehrheit“ die Rede, die sich nicht irgendwo äußert und deren Willen man auch berücksichtigen sollte. Diese Spekulation über die „schweigende Mehrheit“ vergißt aber, daß es durchaus möglich wäre, daß die Stimmen nicht in Richtung Totalvermarktung oder Sicherheitswahn und Beschneidung der Fanrechte gehen. Das weiß einfach niemand. Und wenn man es nicht weiß, dann ist es müßig, darüber zu spekulieren. Es gibt so viele Möglichkeiten sich zu artikulieren – Foren, Blogs, in persönlichen Gesprächen, in der JHV… Wer still bleibt, dessen Meinung kann niemand erraten. Gezählt können immer nur die Stimmen werden, die auch abgegeben werden – ist ja bei einer Wahl auch nicht anders. Fakt ist, daß wir mehr miteinander reden könnten – alle zusammen, persönlich. Ein alter Hut, aber helfen würde das sicherlich. Die Frage ist, wie man all die Leute erreicht, die gar nicht reden, sondern einfach nur zum Spiel kommen und gleich danach wieder gehen wollen? Wir brauchen keine weitere Spaltung zwischen einzelnen Fangruppierungen, wir brauchen vielmehr ein mehr ein Miteinander. Und dafür wäre es gut, wenn alle Seiten aufeinanderzugehen – ich würde mich freuen, wenn wir hierbei auf der nächsten JHV zu einer alle bereichernden Diskussionen kommen könnten. Für den FCSP, der schließlich weitaus mehr als nur der kleinste gemeinsame Nenner für uns alle ist.

2 Comments

  1. Der mit der Flasche und der Gelben war Schindler und nicht Buchtmann. 😉 Güße

    • Danke für den Hinweis, gleich mal korrigiert. Ich hab wohl einfach nur auf die Flasche geachtet… 😉


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