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„Denkt an Schweden!“ raunte es nach dem 0-2 durch die Reihen der Haupttribüne und die fassungslosen Gesichter ob der bis dahin gezeigten Leistung auf dem Rasen hellten sich sogleich wieder etwas auf und die Zuversicht griff immer mehr um sich. Noch vollkommen ohne jede spielerische Rechtfertigung da unten auf dem Rasen, aber voller Liebe für den FCSP, auch und gerade dann, wenn es nicht so gut läuft. Das war der erste magische Moment des Tages und es sollten noch etliche folgen, bis am Ende das Spiel zum 3-2 gedreht und der Heimsieg über die Zeit gerettet werden konnte. Eisiges, aber sonniges Herbstwetter machte nicht sonderlich viel Lust auf Kaltgetränke, so daß zumindest während des Spiels das Vollbierverkaufsverbot gut zu ertragen war. Nebelschwaden tauchten nur kurz im Gästeblock auf, weitaus mehr davon konnte ich zwei Tage vorher bei einem Konzert von Fields Of The Nephilim erleben – und dort möchte ich diesmal beginnen…

Schließlich ist ein Konzert der Düsterrocker aus England immer ein Highlight – auch wenn nicht immer sonderlich viel Licht bei einem ihrer Auftritte zu erkennen ist vor lauter Nebel… Eine Tour für ein Live-Album zu machen ist zwar zugegebenermaßen ein wenig seltsam, doch bei all den guten Songs, die sie im Laufe der Jahre geschrieben haben, war von Anfang an klar, daß es sich auch diesmal wieder lohnen würde. Wer die Band noch nicht kennt: http://www.fields-of-the-nephilim.com/.

Nach der schwachen Vorband kam dann auch der Hauptact auf die Bühne und rockte die prall gefüllte Markthalle mit lauter Klassikern. Der Klang war ausgezeichnet und die Auswahl der Stücke gelungen. Von mystischen Soundwällen über treibende Düsterrocknummern war alles dabei, was das Fanherz begehren konnte.

Mit einer Zugabe war das Konzert mit zwei Stunden zwar nicht übermäßig lang, dafür aber umso besser. Auf youtube kann man ein paar Eindrücke finden, so zum Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=p4gBjzlpqcc. Wem das gefallen mag – die Musik kann man auch kaufen… 😉

Allein schon für die geniale Version von „Psychonaut“ hat sich das Kommen mehr als gelohnt. http://www.youtube.com/watch?v=rAU84oPb7QY. Das Konzert war insgesamt einfach nur magisch – und eine sehr angenehme Variante, um die Zeit zum FCSP Heimspiel bestens zu überbrücken.

Nach einem anschließenden Basteltag war es dann auch endlich soweit – es ging mal wieder zu einem Heimspiel ans Millerntor. Die winterliche Zeitumstellung brachte zwar theoretisch eine zusätzliche Stunde Schlafenszeit, doch da der Körper seine eigene, innere Uhr hat, wurde daraus eher eine Stunde verfrühtes Aufwachen für viele. Egal, mehr Zeit, um sich auf dieses Spiel vorzubereiten und ausreichend früh am Stadion zu sein! Nachdem die Bezugsgruppe sich bei einem Frühstücksbier getroffen und Nachzügler eingesammelt wurden, ging es dann auch ins Stadion – wo dann gleich die erste Gelegenheit zum Spenden für wirklich gute Aktionen genutzt werden konnte.

Sehr bunt präsentierte sich die Süd mit einem etwas schwer entzifferbaren Banner – dessen Anblick aber schonmal gleich die Vorfreude auf die nachfolgende Choreo wachsen ließ. Die Kartenlotterie hatte uns diesmal wieder in den Block H3 der Haupttribüne verschlagen, von wo aus die Süd zwar gut zu erkennen, aber nur schwer akustisch wahrzunehmen ist – wie sich auch an diesem Spieltag wieder einmal zeigen sollte.

Der Anblick des deutlichen Baufortschrittes der Gegengeraden war hingegen ganz unabhängig von der Akustik sehr erhebend. Wenn ersteinmal das Dach fertiggestellt und die Tribüne mit Leben erfüllt ist, dann dürfte die Lautstärke nocheinmal drastisch zunehmen, worauf ich mich schonmal sehr freue. Ebenso erfreut war ich über das Wiedersehen mit meinem dem lange Zeit vermißten Ordner vor der H3, der nach Weiterbildungsmaßnahmen nun endlich wieder vor Ort sein konnte. Vielleicht lag die schlechte Heimbilanz in diesem Jahr ja an seiner Abstinenz? Es geht doch nichts über Glücksbringer. ^^

Wer wissen will, worum es bei den der Antirazzista so alles geht, kann ja mal hier einen Blick hineinwerfen: http://usp.stpaulifans.de/category/antirazzista/. In jedem Fall eine lohnende Investition.

Der volle Gästeblock überzeugte von Anfang an durch laustarken Support und freute sich auch sichtlich über das bei uns übliche Abspielen der Gästehymne. Die seit einiger Zeit wahrzunehmenden Störversuche aus jetzt nicht weiter benannten Teilen des Stadions bei der Gästehymne empfinde ich hingegen als etwas traurig. Ganz unabhängig davon, ob einem der Gast gefällt – und insbesondere dann, wenn so etwas eigentlich bei jedem Gast gemacht wird – das konterkarriert doch die Idee das Abspieles der Gästehymne und ist deswegen schade.

Weitaus schlimmer – und zwar über jedes erträgliche Maß hinaus – finde ich es allerdings, was sich unser Präsidium in letzter Zeit alles so geleistet hat – wie man der eigenen Fanszene nur so in den Rücken fallen kann, das werde ich niemals begreifen. Es geht natürlich um das unsägliche DFL Arbeitspapier „Sicheres Stadionerlebnis“, siehe https://kleinertod.wordpress.com/2012/10/15/sicheres-stadionerlebnis-stellungnahme-der-desorganisierten-sankt-pauli-dsp-fcsp/, welches von Herrn Stenger aus dem Präsidium nicht nur miterstellt wurde, sondern nur auf Druck der anderen Vereinsgremien und der Fans unter dem Strich vereinsintern abgelehnt wurde – nur leider im Gegensatz zu anderen Vereinen nicht mit einer guten gemeinsamen Stellungnahme, sondern mit äußerst traurig, ja wütend stimmenden Worten – siehe https://kleinertod.wordpress.com/2012/10/18/fcsp-sagt-nein-zum-dfl-papier-sicheres-stadionerlebnis-uberwiegend-zumindest/ dazu.

Da mittlerweile auch andere Vereine sich dagegen positioniert und dabei zusammen mit deren Fanszene ausführliche Stellungnahmen abgegeben haben, siehe https://kleinertod.wordpress.com/2012/10/22/fcsp-und-naki-eine-liebe-und-ein-unentschieden-ohne-sicherheit/, ist die Wut alles andere als kleiner geworden. Wenn selbst der Vfl Wolfsburg und die Vorstadt sich hier näher an der Fanszene zeigt als der FCSP – was soll uns das nur über unsere aktuelle Vereinsführung sagen?

Eine kleine Liebeserklärung an den „Storch Heinar“, der sich die Auszeichnung als Haßobjekt von Nazis hierzulande schonmal verdient hat: http://www.taz.de/NPD-Kampagne-bei-Engagementpreis/!104142/.

Warum der DFB bei den Fußballfans nicht sonderlich beliebt ist, dürfte bekannt sein. Ansonsten – lesen: http://www.11freunde.de/interview/union-berlin-praesident-dirk-zingler-ueber-fans-und-verbaende und einfach informieren.

Das Stadion war, mit den Einschränkungen des Baufortschrittes der Gegengeraden und der hierbei nicht zählenden Business-Seats, von denen einige nicht in Besitz genommen und möglicherweise auch nicht an „Interessenten“ abgegeben werden konnten, ausverkauft. Diese B-Sitzer bleiben nach wie vor ein Fremdkörper im Stadion und zeigen nur auf, in welche Richtung unsere Vereinsführung seit Jahren zu gehen gedenkt. Die Ablehnung der Fanszene von diesen Plätzen aus habe ja nicht nur ich schon mitbekommen müssen. Passend dazu der Kommentar der BASCH: http://basch.blogsport.de/2012/10/28/archiv-basch-20-kommentar-wer-ist-eigentlich-very-important/.

Aber nun war die Zeit gekommen, mit allem Support die Mannschaft bei diesem immens wichtigen Spiel zu unterstützen. Lärmend ging es dann auch los, als die Spieler zu den Höllenglocken das Spielfeld betraten.

Der Anblick der neuen Gegengeraden beeindruckt zwar noch lange nicht so wie der der alten, aber wie sich das nach Fertigstellung ändern wird, das werden wir ja auch noch erleben dürfen.

Von der Süd kam jedenfalls ein einziger Kassenrollenregen. Oh, es wurde übrigens niemand getroffen von dieser „gefährlichen“ Choreo… Schade, daß ich hier nicht den optimalen Zeitpunkt des Werfens einfangen konnte, dazu verweise ich mal auf http://usp.stpaulifans.de/copper/displayimage.php?album=234&pid=2705#top_display_media, was einfach wesentlich beeindruckender und gelungen ist.

Aber auch der Gästeanhang hatte sich wirklich etwas tolles ausgedacht – zum Einlauf der Mannschaften wurde eine spannende Choreo gezeigt. Die häßliche Fratze des Fußballs – das sind nicht die Fans.

Die Fans und Ultras zeigen ganz im Gegenteil, wie wunderschön bunt das Fußballerlebnis im Stadion sein kann. Wer sich deswegen nicht sicher fühlt, sollte an seinen Emotionen arbeiten.

Sehr schön, wie die Gäste eine Wendechoreo hinbekommen haben. Ein Augenschmaus.

Leidenschaft kann man den Fans von Dynamo Dresden in keinem Fall absprechen.

Die vielleicht lautesten Fanszenen der zweiten Liga trafen so bei einem Spiel zusammen – da war schonmal ganz unabhängig von der Tabellensituation ein heißes Spiel angesagt.

Inwieweit der Rauch dabei noch nötig war, sei mal dahingestellt. Aber wer sich nur noch gegen die Fans richtet, nicht mit ihnen spricht und sie allesamt verteufelt und Drohungen gegen sie ausspricht, wird sie in keinem Fall erreichen können. Auch als Antwort wird mit so etwas wohl folgerichtig überall auch weiterhin zu rechnen sein.

Natürlich wurde sogleich der nötige Hinweis daraufhin abgegeben, daß derartige Dinge nicht gestattet sind. Die Platte kennt man ja.

Ebenfalls bekannt und leider auch auf lange Sicht noch aktuell ist die Situation der mit einem langen Stadionverbot Betroffenen. Angesichts der rechtlich alles andere als akzeptablen und willkürlich ausgesprochenen Stadionverbote gegen FCSP Fans nach dem Schweinske-Cup ist der Zusammenhalt auf der Süd einfach nur toll.

Mittlerweile hat sich das ganze Stadion daran gewöhnt, daß erst der Diffidati-Gesang ertönt und wartet geduldig auf das spätere Aux Armes und greift nicht mehr vorweg. Was ja auch erwähnenswert und gut ist.

So zeigen alle Solidarität. Eben dieses bedeutet das „Diffidati con noi“ mit gekreuzten Armen. Hier eine sehr amüsante Variante. ^^

Große Unruhe kam dann leider durch das Entfernen der Banner am Zaun aufgrund der abgebrannten Pyrotechnik. Inwiefern durch solche Maßnahmen mehr Schaden als Nutzen angerichtet wird, sei mal in den Raum gestellt.

Ein Dank an die „working class“, den ich gerade nicht zuordnen konnte. Vielleicht mag ja jemand in den Kommentaren dies aufklären?

Edit: „der Dank ging von USP an den Fanclub Working Class von Savona fbc.“ kam per PN im Forum. Danke für die Aufklärung!

Anderes war hingegen eindeutiger. Ich hoffe, es kam eine gute Summe zusammen für den guten Zweck!

In der Halbzeitpause wurde es dann auch Zeit für die am Samstag zusammengebastelte Tapete der Desorganisierten. Selber halten und photographieren ist allerdings äußerst ineffektiv. Später gibt es das Teil daher nochmal besser zu sehen. 😉

Ein sehr schöner Spruch zum Thema DFL und dem Arbeitspaper von der Sankt Pauli Mafia. Danke mal an dieser Stelle für den unermüdlichen Einsatz!

Hierzu mal ein link mit Google-Übersetzung: http://translate.google.de/translate?sl=auto&tl=de&js=n&prev=_t&hl=de&ie=UTF-8&layout=2&eotf=1&u=http%3A%2F%2Fwww.genovatoday.it%2Fsport%2Fsampdoria%2Frude-boys-girls-torneo-anti-razzismo-serra-ricco-13-ottobre-2012.html.

Sehr schön, daß auch das brandaktuelle Thema „Refugeecamp“ thematisiert wurde. Hintergrundinformationen gibt es hier: http://refugeetentaction.net/index.php?option=com_content&view=article&id=140:berlin-fluechtlinge-im-hungerstreik-kundgebung-am-brandenburger-tor&catid=2&Itemid=132&lang=de und über die menschenverachtenden Maßnahmen des Staates dort: http://www.jungewelt.de/2012/10-29/020.php – LESEN! Solidarischer Gruß an dieser Stelle. Kein Mensch ist illegal.

Da kann ich mir gerade ein Grinsen nicht verkneifen und verlinke mal auf http://www.saz-aktuell.com/Politik/Berlusconi-erklart-den-Krieg-und-droht-mit-Comeback-Pressestimmen/24093.html.

Nicht zum Lachen fand ich hingegen diese Gewaltandrohung aus dem Gästeblock.

Diese richtete sich offensichtlich an Hannover 96. An wen genau und warum, das erschließt sich mir jetzt nicht.

Zum Spiel selbst gibt es ja auch eine Menge zu erzählen, womit ich dann auch mal weitermachen möchte. Der gute Auftritt in Paderborn mit dem nicht ganz so glücklichem Ausgang folgten eine erste Halbzeit, die besonders am Anfang nahezu erschreckte. Vollkommen verunsichert verstolperten wir dort unten auf dem Rasen die Bälle und kamen teilweise gar nicht mehr aus der eigenen Hälfte heraus. Die Gäste aus Dresden machten das gerade in der ersten halben Stunde perfekt und zeigten uns in allen Belangen unsere Grenzen auf. Gerade unsere rechte Seite war total überfordert. Schindler bekam eigentlich überhaupt nichts auf die Reihe und die Ausflüge von Kalla nach vorn endeten eigentlich stets in einen Rückwärtsgang, der mehr was von einem erfolglosen Hinterherlaufen als von sinnvollem Spiel hatte. Die starke linke Seite der Gäste wußte das dann auch zum 0-1 irgendwann zu nutzen, nicht nur hier sah Kalla nicht gut aus. Aber auch andere Spieler standen vollkommen neben sich und so war auch das 0-2 nur folgerichtig. Dresden hatte sogar noch weitere Torchancen, während wir selbst noch auf unsere erste (!) gefährliche Aktion nach vorn warteten. Die Fassungslosigkeit auf den Rängen führte zu immer leiseren Rufen, während der Gästeanhang sich selbst und die Leistung ihrer Mannschaft lautstark feierte. Sogar die gräßlichen „Sieg“ Schreie mußten wir ertragen – und nicht nur deswegen hoffte ich auf eine baldige Wendung der Dinge.

Wenige Minuten nach dem 0-2 kam unsere Mannschaft aber auch endlich ins Spiel. Immer noch sehr langsam und verhalten, so war doch anzumerken, daß sie am heutigen Tag etwas wollten. Und nach und nach erspielten sie sich auch Torchancen, während Dynamo nach vorne kaum noch stattfand. Als dann Boll mit einem Traumtor und vor allem einen enormen Willen kurz vor der Pause das 1-2 erzielte, da war die Hoffnung nicht nur groß, sie kochte nahezu mitsamt des Stadions über. Und das bei einem Rückstand, wohlgemerkt. Am meisten beeindruckte mich, wie sich die Mannschaft in der Halbzeitpause vor dem Gang auf den Rasen versammelte, um erste Eindrücke untereinander auszutauschen. Der Wille, das Spiel zu drehen, war sicht- und greifbar.

Hier war ich mir auch mit einem immer gern gelesenen und an diesem Tag zum ersten mal persönlich angetroffenen Blogger absolut einig – ich verweise hier einfach mal auf http://beebleblox.blogspot.de/2012/10/fast-ein-dubakel-fcsp.html und empfehle das Verfolgen dieses Blogs auch in Zukunft.

Mit dem gleichen Willen, den die Mannschaft zur Halbzeit zeigte, kam sie auch wieder aus der Kabine und drehte so in wenigen Minuten das Spiel vollkommen. Was dann auf den Rängen abging, das läßt sich schwer in Worte schreiben, es war in jedem Fall einfach nur noch Gänsehaut. Auch wie sich alle Spieler enorm gesteigert haben, das machte Mut. Die ersten drei Punkte unter dem neuen Trainer hatte sich das Team redlich verdient. Auch weil von den Gästen nur in den Schlußminuten ein Aufbäumen kam, was aber zumeist gekonnt und stellenweise natürlich auch etwas glücklich vermieden werden konnte. Dankenswerterweise konnten wir so die Abstiegsränge erstmal wieder verlassen, was bei der engen Kiste da unten in der Tabelle nun kein Grund ist, sich auf dem „Erreichten“ auszuruhen. Der Abstiegskampf wird uns noch lange begleiten, vermutlich bis zum Ende der Saison. Aber diese Auftritt nach der ersten halben Stunde machte in jeder Hinsicht erneut Mut.

Dieses Spiel könnte genau der Wendepunkt sein, den wir so dringend gebraucht haben. Nach einem solch katastrophalen Anfang und zwei Gegentoren eine solche Leistungssteigerung zu vollbringen und auch den absoluten Willen zu beweisen – sowie am Ende dafür auch mit drei Punkten belohnt zu werden, das kann den Schub bringen, der im Abstiegskampf ja dringend nötig ist. So etwas bringt Selbstvertrauen. Und eben drei Punkte. 😉

Entsprechend erfreut wurde das Ganze am Ende auch zusammen mit den Fans gefeiert. Derweil machte sich bei uns dann aber auch deutlich der Bierhunger bemerkbar…

Doch zuvor desorganisierten wir noch ein Photo von der DSP-Tapete, die wir an diesem Tag gezeigt haben. Da die tollen Worte selbst von Momorulez stammen, verweise ich dazu mal einfach auf seinen Blog: http://metalust.wordpress.com/2012/10/29/nonkonforme-liebe/.

Nach einem kurzen Bierabstecher an die Domschänke ging es dann auch schon bald weiter mit dem Diffidati-Marsch.

Wenn man bedenkt, wie schnell einen ein willkürliches Stadionverbot treffen kann, dann ist es umso wichtiger, wenn die Betroffenen noch ein wenig vom gemeinsamen Erlebnis nach dem Spiel mitnehmen können.

Als wir an diesem Fahrzeug vorbeikamen, welches einfach im Viertel in der Nähe des Millerntors abgestellt wurde, war ich dann aber durchaus verblüfft. Gerade wenn man die nicht wirklich guten Beziehungen zwischen den beiden Fanszenen bedenkt – die sexistischen Äußerungen der Dynamo-Ecke sind beispielsweise noch in guter Erinnerung geblieben – ein äußerst riskantes Unterfangen.

Ich hoffe trotzdem, daß diese Aufkleber problemlos alle wieder abgehen. Wer mit so viel Liebe sein Fahrzeug gestaltet, da sehe ich dann so etwas doch mit Mitgefühl.

Überhaupt kein Verständnis habe ich hingegen für die absurde Polizeitaktik an diesem Tag. Sicherheitsspiel hin oder her, es war bis hierhin friedlich und der Marsch hatte auch nicht die Absicht, daran etwas zu ändern. Daß trotzdem der Weg einfach mal versperrt wurde und eine Routenänderung durch eine Seitenstraße nach einiger Verhandlung nötig wurde, das zeigt in jeder Hinsicht nur, wie absurd der Einsatz der Sicherheitskräfte war. Die Reaktionen der Anwohner, die immer fröhlich mit den FCSP Fans feiern, zeigt doch nur, daß hier kein Grund für einen Einsatz vorlag.

Bis auf etwas Rauch ließ sich zum Glück auch niemand provozieren und mit Gesängen ging es dann auch weiter bis zum Fanladen.

Hier gab es äußerst schmackhafte Verpflegung, für die ich einfach nochmal ein Kompliment aussprechen möchte. Wahnsinnig lecker!

Und da der Bierdurst auch noch gestillt werden mußte, ging es am Ende für uns noch ins Backbord, wo es ebenfalls eine schöne Überraschung gab: das Monatsbier war wirklich gut. Kann ich nur empfehlen. Ein perfekter Abschluß eines wunderbaren Tages. Mit wunderbaren Menschen und drei Punkten. Vor allem aber: mit ganz viel Herzblut für den FCSP. Forza Sankt Pauli!

Wer noch nicht genug hat, kann ja hier weiterlesen: http://moeliw.tumblr.com/post/34554707025/von-einer-rakete-namens-gyau-und-einem-kampfschwein, http://ostblocksanktpauli.wordpress.com/2012/10/29/ostblock-im-exil-heimspiel-gegen-dynamo/, http://stpauli.nu/germany-bundesliga/fcsp-dd-32-und-manchmal-wird-am-ende-alles-gut, http://www.gegengeraden-gerd.de/fc-st-pauli/marianengipfel/, http://gastspiel.wordpress.com/2012/10/28/im-coming-on-like-a-hurricane/, http://blog.uebersteiger.de/2012/10/29/11-spieltag-h-sg-dynamo-dresden/ und http://yorkshirestpauli.com/2012/10/29/dresden-defeated/ zum Beispiel. Ich kann jedenfalls immer noch nicht genug von diesem Tag kriegen… ^^ http://www.stefangroenveld.de/2012/aus-02-mach-32/ nicht zu vergessen!

8 Comments

  1. Die beiden Spruchbänder auf italienisch richten sich zum Einen an die Working Class aus Savona für deren [unglaubliche] Gastfreundschaft, die sie einigen St. Paulianern vor ein paar Wochen entgegengebracht haben und zum Anderen an die Rude Boys and Girls aus Genua, an deren, jährlich im Oktober stattfindenden antirassistischem Turnier seit jeher auch St. Paulianer teilnehmen und die in diesem Jahr ihr 25jähriges Bestehen gefeiert haben…

    Das Dresdner Spruchband bezieht sich auf deren DFB Pokal-Spiel bei 96 übermorgen…

    • Vielen Dank für die aufklärenden Worte!

      Auch wenn ich nicht verstehe, warum eine Pokalbegegnung als solche so einen krassen Spruch nach sich ziehen sollte. Aber das werden, wenn überhaupt, wohl nur die Dresdner verstehen können.

  2. Von der Gäste-Choreo kriegen wir in der Nord ja leider nix mit (bis auf den nervigen Rauch, aber solange sie sich selbst einnebeln…), daher großen Dank für deine Bilder! Sehr chic! Ich hab übrigens sowohl vor dem Spiel, als auch danach sehr nette Dresdener kennengelernt — bis auf die komische Sprache alles sehr entspannt.

    Die Kassenrollen-Choreo war ganz, ganz groß, mein Herz ging auf! Meine Traumvorstellung wäre ja, das mal von allen Seiten, gleichzeitig… *hach* 🙂

    • Hatte auch nach dem Spiel mit einem netten Dresdner Paar ein paar Worte gewechselt. Die waren sehr niedergeschlagen wegen der Niederlage, sehr verständlich. Allgemein empfand ich diesen Tag als sehr entspannt.

      Ach, so eine Rollenchoreo von allen Tribünen gemeinsam ist schon was zum Träumen…

  3. Schicke Bilder mal wieder. Bei der Kassenrollenchoreo haben wir beide nicht den richtigen Moment erwischt, ich war in dem Moment auch durch den Gästeblock sehr abgelenkt und wenn man nicht weiß was die auf der Süd vorhaben kommt man halt zu spät mit der Kamera, sehr schade. Aber wichtiger war eh das Spiel und die drei Punkte.

    Zwei Stunden Konzert find ich übrigens sehr in Ordnung, das ist heutzutage schon überdurchschnittlich, wenn ich überlege wieviel 75 Minuten + Zugabe Konzerte ich erlebt hab in den letzten Jahren.

  4. Vielen Dank für die schönen Bilder! Dabei habe ich auch unseren Storch Heinar bemerkt. Dieser war als kleiner Seitenhieb gegen einige Dresdener Ordner gemeint, welche im Stadion mit Thor Steinar- Klamotten rumlaufen.
    Wen der Auswärtsbericht interessiert hier mehr:
    http://www.centuria-braunweiss.de/auswaertsfahrten/135-dresden-auswaerts-20112012

  5. Danke für die Verlinkung 🙂

  6. Zum Spiel des FCSP in Paderborn siehe auch http://yorkshirestpauli.com/2012/10/21/st-pauli-held-in-paderborn/ , http://gastspiel.wordpress.com/2012/10/22/deniz-naki-einer-von-ihnen/ sowie http://siamotuttifcsp.blogsport.de/2012/10/22/auswaerts-spieltag-nr-10-sc-paderborn-fc-st-pauli-1-1/ mit einer lesenswerten Darstellung der erbärmlichen Arbeit der Sicherheitskräfte an diesem Tag – alles andere als ein Einzelfall, aber über das Abstellen solcher Probleme wird seltsamerweise nie nachgedacht. In die gleiche Kerbe schlägt der Bericht von http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=6683 . Stellt sich die DFL etwa so etwas unter einem “Sicheren Stadionerlebnis” vor?


3 Trackbacks/Pingbacks

  1. […] gut” – Bericht, Fotos und Videos bei stpauli.nu – “OSTBLOCK im Exil” – “Denkt an Schweden!” – Bericht und Fotos beim Kleinen Tod – “Von einer Rakete namens Gyau und […]” […]

  2. […] Dankeschön fürs Foto! […]

  3. […] benötigt hätten. Und nicht nur das Ergebnis, auch das Zustandekommen erinnerte an das Hinspiel: https://kleinertod.wordpress.com/2012/10/29/denkt-an-schweden-fcsp-dreht-daheim-die-partie-gegen-dres…. Aus 0-2 macht auch hier wieder der Gastgeber das 3-2. Nur leider diesmal nicht mit dem guten Ende […]

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