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Untergangsstimmung sieht definitiv anders aus. Was am Freitag auf dem Rasen und auf den Rängen ablief, das steckte in jedem Fall voller Leben. Was für ein Unterschied zu der allein auf die Vermeidung von Fehlern ausgerichtete Spielweise unter Schubert, welche allzuoft auch die Tribünen einzuschläfern drohte. Und was für ein Unterschied zu dem unerträglichen Grottenkick beim letzten Heimspiel, wonach der nach der letzten Saison bereits angesägte Trainerstuhl dann endlich in sich zusammenkrachte – offensichtlicher konnte eine Mannschaft nicht zeigen, daß es nicht mehr so weiterging. Doch am Ende ist der FCSP damit natürlich noch lange nicht, auch nicht in dieser gerade mal neun Spieltage alten Saison. Es steht uns in jedem Fall eine spannende Zeit bevor.

Meggle & co haben wieder eine gute Zwischenarbeit mit der Mannschaft abgeliefert und ihr das so lange vermißte Leben eingehaucht. Die dabei aber auch deutlichen taktischen Mängel sind eine große Aufgabe für den neuen Trainer, ebenso die vorhandene Verunsicherung, die deutlich nach wie vor anzumerken war und die sich mit jedem verlorenen Punkt natürlich auch noch weiter verstärkt. Es wurde gegen Union Berlin aber auch ein eindeutiger Schritt nach vorn gemacht, der Wille und die Leidenschaft, die schon gegen Regensburg zu spüren waren, wurden in Tore und damit zumindest in einen Punkt umgewandelt. Zu wenig für die aktuelle Situation, aber andererseits wird in dieser Saison auch jeder einzelne Punkt zählen, weswegen wir hier gar nicht zufrieden genug mit dem Erreichten sein können.

Für mich stand ein ganz eigenartiger Heimspieltag auf dem Programm. Aufgrund der unglücklichen Terminierung mußte ich mich zwischen einem seit Monaten fest eingeplanten Konzert von DEAD CAN DANCE im CCH und dem Spiel des FCSP gegen Union Berlin am Millerntor entscheiden, da beides am gleichen Tag stattfand und auch fast zur gleichen Uhrzeit. Da zumindest ein kleiner zeitlicher Unterschied vorhanden war und die beiden Orte dicht beieinander liegen, hatte ich mich für die Variante entschieden, die erste Halbzeit am Millerntor zu sein und zu supporten, um dann zum CCH zu eilen und mich dort denüberirrdisch schönen Klängen von DCD zu ergeben. Um halt wenigstens so gut wie möglich beides mitzunehmen.

Aus diesem Grunde gibt es von diesem Spiel hier auch nur bis zur Halbzeit Bilder zu sehen, doch da am nächsten Tag ja auch die Delegiertenversammlung der Fanclubs des FCSP stattfand, war ich ja auch schon wenige Stunden später wieder dort. Und auch davon gibt es ein paar Worte an dieser Stelle. Denn im Gegensatz zur ruhigen und entspannten AFM Versammlung, siehe https://kleinertod.wordpress.com/2012/10/04/fcsp-afm-mitglieder-versammlung-2012-regensburg-und-zeckenfront-in-rot/, wurden hier weitaus spannendere Fragen angesprochen, die uns in nächster Zeit sicherlich alle noch beschäftigen werden. Aber dazu später mehr.

Die für den nächsten Tag bereits um 12 Uhr morgens angesetzte Delegiertenversammlung war gerade für die auswärtigen Fanclubs sicher eine ideale Zeit, damit auch diese zusammen mit dem Heimspiel mitgenommen werden konnte. Auch wenn ich mich zu dieser frühen Stunde nach einem Heimspiel sowie Konzertabend mit anschließender, sagen wir mal Aufarbeitung, nur sehr schwer überhaupt dorthin begeben konnte, so war dies im Anbetracht des Aufwandes, welches andere Fans des FCSP zur Anreise immer wieder auf sich nehmen, natürlich überhaupt nichts. Ich finde es immer wieder unglaublich, von wo überall immer wieder die Fans zu den Heimspielen kommen. Was ich an dieser Stelle auch einfach mal wieder lobend erwähnen wollte.

Nicht ganz so weit hatten es die Fans der Gäste aus Berlin, welche für mich besonders willkommen waren – ich mag die Eisernen einfach. Wie wir stecken die Gäste bei sich daheim mitten im langfristigen Umbau des Stadions, doch mit was für einen Einsatz die Fans dort dabei sind, das ist einfach beeindruckend. http://de.wikipedia.org/wiki/Stadion_An_der_Alten_F%C3%B6rsterei. Neben der stimmgewaltigen Unterstützung, die eigentlich immer von denen kommt, ist aktuell aber auch deren Vereinsführung eine positive Ausnahmeerscheinung im Deutschen Fußball – http://www.sportsaal.de/2012/07/17/union-berlin-bleibt-dem-sicherheitsgipfel-fern-und-setzt-damit-ein-wichtiges-zeichen/ – sehr schade, daß unsere Vereinsführung nicht ebenso gehandelt hatte. Deshalb auch wieder an dieser Stelle Anerkennung in Richtung der Gäste!

Es ist schon sehr traurig, daß bei uns im Präsidium nicht erkannt worden ist, wie wichtig die Einbindung der Fans in solche Entscheidungen ist. Maßnahmen, die sich gegen Fans im Fußball richten, gänzlich ohne deren Mitsprache zu beschließen, das ist ein Unding. Ganz allgemein und auch im konkreten im Verhältnis zwischen unserer Vereinsführung sowie den Mitgliedern des Vereins, die unter den geänderten Bedingungen dann leiden müssen. Die wirtschaftliche Verwertungslogik darf sich im Fußball nicht über die Interessen der Fans hinwegsetzen. Hierzu zählen auch immer wieder die Gedankenspiele um eine Verbannung der Stehplätze aus den Stadien nach englischem Vorbild – wobei das immer wieder genannte Argument, Probleme mit den Fans hätten in England zur Abschaffung geführt, ja unhaltbar ist, siehe http://www.publikative.org/2012/09/13/hillsborough-be-sad-and-angry/.

Wer Fans aber auf eine bloße Komponente in einer großen Rechnung reduziert, hat einfach nichts vom Fußball verstanden. Der Fußball als gesellschaftliches Phänomen lebt gerade davon, daß alle Gesellschaftsschichten sich hierbei einbringen und auf diesem Wege damit identifizieren können. Und gerade der FCSP steht seit vielen Jahren für eine aktive und lebendige Fankultur, die diesen Verein nicht nur vom Grunde auf ausmacht, sondern auch in schweren Zeiten schon mehr als einmal am Leben erhalten konnte. Eigentlich müßte daher der Kampf unserer Vereinsführung für diese Fanszene geradezu eine Frage von grundlegender Bedeutung sein. Damit verglichen ist das Auftreten gegenüber dem DFB mit wenigen Ausnahmen wie dem Schweinske-Cup aber geradezu unverständlich leb- und kraftlos.

Wieviel Leben in der Mannschaft steckt, das hat man im ersten der zwei Spiele unter Meggle schon in Regensburg sehen können, wenn man sich vom den Fehlern und dem deutlichen Ergebnis von 3-0 nicht hat blenden lassen. Erfolgreich und lebendig sind schließlich nicht unbedingt dasselbe, dennoch braucht es eben auch Erfolge, damit eine Mannschaft dauerhaft lebendig bleiben kann. Spannenderweise gab es vor dem Spiel zwei vollkommen gegensätzliche Lager in Sachen Erwartungshaltung – die einen rechneten mit einer klaren Niederlage, die anderen mit einem Sieg. Daß es dann doch irgendwie anders kam, ist ja auch irgendwie amüsant, so betrachtet.

Die dunklen Wolken über dem Millerntor sind im Anbetracht der tabellarischen Lage natürlich nicht zu ignorieren, doch das Hamburger Wetter ist für uns ja nicht nur nichts Unbekanntes, es paßte auch wunderbar zur momentanen Situation. Und auch auf den Rängen war wieder einiges los, wenngleich ich hier meinen ungewohnten Sitz im H7 Bereich mal erwähnen muß. Die Akkustik ist hier eine deutlich andere als auf der anderen Seite der BS, H3, wo ich sonst immer gesessen habe. Die Nähe zur Süd hat aber nur von dieser Seite zu mehr Stimmung geführt, was von den Sitzplätzen um mich herum kam, das wirkte im Vergleich zur anderen Seite der Haupt einfach nur verhalten und ruhig. Zumindest war das mein persönlicher Eindruck an diesem Tag und von dem Grad des aktiven Mitmachens meiner Umgebung. Ob die unmittelbare Nähe zur Süd mit ihrer ausgelassenen Kraft lähmte oder woran es auch immer gelegen haben mag – was von H7 und Umgebung zu kommen schien, das war weitaus weniger, als ich aus den Bereichen H3 und Umfeld gewohnt bin.

Aus den Blöcken H7-H9 sollen ja auch die lautesten Pfiffe beim letzten Heimspiel gekommen sein. Die waren zwar auch in anderen Bereichen der Haupt zu hören, doch mit meinen Eindrücken von diesem Spiel kombiniert läßt sich vielleicht auch hieraus etwas schlußfolgern. Wobei – auch hier wurde unterstützt und ein paar waren auch laut. Und das nicht durch Pfiffe, sondern eben durch Unterstützung. Nur im Vergleich eben zu anderen Bereichen ist das in der Summe weniger gewesen (bei nur einer Halbzeit ist das aber auch zu wenig für ein umfassendes Urteil, ich wollte es nur mal erwähnt haben). Aber was die Pfiffe anbelangt, diese sind unabhängig von der Frage, wo sie am Millerntor aufgetreten sind, hier nicht gegen das eigene team willkommen. Daß es sie überhaupt hier gibt, das stört den Großteil der Fanszene hier weitaus mehr, als die paar Personen, die meinen, sich auf diese Weise ausdrücken zu müssen. Unterstützung ist das denn nun wirklich nicht. Negative Bekundungen dieser Art ziehen eine Mannschaft nur noch mehr herunter. Das konnten wir in der Vergangenheit ja schließlich auch anders lösen und daran lohnt es sich doch wieder anzuknüpfen. Roar statt Pfiffe.

Optimismus ist eines der weiteren Dinge, die wir aktuell gut gebrauchen können. Nicht, daß es für zweifelnde Stimmen keine guten Argumente geben würde, siehe auch sehr schön dazu http://pathos93.wordpress.com/2012/10/07/zwei-seelen-wohnen-ach-in-meiner-brust/ – doch wird uns der Zweifel kaum da unten wieder herausholen. Dazu braucht es die konzentrierte Anstrengung aller – und auch das Anerkenntnis, daß wir in dieser Saison mit dem Thema Klassenerhalt viel zu tun bekommen. Um etwas anderes wird es nicht mehr gehen. Aber auch ein Klassenerhalt ist ein Saisonziel, welches zu verfolgen sich lohnt. Absteigen will schließlich niemand.

So schlecht ist die zweite Liga ja auch gar nicht, wenn man sich den Gast von diesem Spieltag nur mal so anschaut. Gegen Mannschaften mitsamt deren Fans wie die Eisernen aus Berlin spiele ich jedenfalls weitaus lieber als gegen Hoffenheim und co. Kommerz pur mag Geld einbringen, mehr Spaß im Stadion kommt dadurch aber nicht heraus.

Das Spielen der Gästehymne am Millerntor ist ja immer noch etwas nahezu einmaliges im Fußball. Eigentlich schade, denn das Willkommen-heißen der Gäste führt doch gleich zu einer weitaus schöneren Atmosphäre. Besonders dann, wenn es solche Gäste wie die von Union Berlin sind, die auch noch mit einer tollen Hymne im Gepäck zu uns kommen.

Um es aber auch mal anzusprechen: sehr traurig finde ich es gerade dann, wenn bei uns in der Umgebung des Stadions häßliche Szenen vorkommen. Weswegen solche Aktionen hier: http://www.halli-galli.org/site/archives/280 immer wichtig sind, um eben deutlich zu machen, daß derartige Aktionen gegenüber Gästen NICHT toleriert werden. Zu 100% wird man (leider!) niemals verhindern können, daß so etwas passiert, aber je weniger solche unschönen Dinge vorkommen, umso besser.

Ich will Gästefans am Millerntor. Und auch allgemein Gästefans bei Fußballspielen. Ich will eine sportliche Auseinandersetzung auf dem Rasen im Stadion zwischen den Mannschaften und ich will ein lautstarkes Supportringen auf den Rängen. So, wie es an diesem Tag am Millerntor auch wieder während des Spiels war.

Und ich will Leben auf dem Platz sehen. So, wie es Meggle, Schulle und Hain auch wieder hinbekommen haben. Mir wird im Hinblick auf die weitere Saison so nicht Angst und Bange. Ich habe die Hoffnung, daß wir das schon hinbekommen. Wobei das alles andere als ein Selbstgänger, sondern eben ein hartes Stück Arbeit wird. Wobei wir Fans uns aber auch wieder einbringen können. Mit der entsprechenden Unterstützung geht das schließlich weitaus einfacher. Und die kommt ja von den Rängen. Das merkte man an diesem Tag auch wieder.

An fehlender Leidenschaft auf den Rängen lag es aber auch unter Schubert nicht, wie man gerade beim letzten Spiel gegen Aalen sehen konnte. Protest und Support miteinander zu vereinbaren geht schließlich auch.

Nur das mit dem Pfeiffen ist so eine Sache, die wir einfach nicht gebrauchen können.

Sehr schön, daß hier gleich in zweifacher Hinsicht deutlich dagegen Stellung bezogen wurde.

Genauso deutlich, wie die Fanszene sich gegen die Goliathwache im Millerntor positioniert hat und dies auch weiter tut. Auch, um nicht unterzugehen. Gemeinsam sind wir stark. Und können das Unerträgliche verhindern. Da bin ich guter Hoffnung.

Der Jolly Rouge ist in meinen Augen auch noch lange nicht tot. Auch wenn in der aktuellen Basch, http://basch.blogsport.de/2012/10/03/ab-freitag-gibt-es-die-basch-19/, in der sehr lesenswerten Kolummne zur bevorstehenden JHV, wo im zweiten Teil http://basch.blogsport.de/2012/10/11/archiv-basch-19-hintergrundrauschen-jhv-kolumne-ii/ die letzte JHV nochmal betrachtet wurde – siehe dazu auch nochmal https://kleinertod.wordpress.com/2011/11/24/antrag-gescheitert-aber-nicht-umsonst-gestellt-auf-der-jhv-des-fcsp/ – wieder einmal die Frage gestellt wurde, ob dieses Symbol überhaupt noch weiter benutzt werden sollte. Sicher gibt es gute Argumente dafür, daß ein zu oft benutztes Symbol an Wert verlieren kann – andererseits sehe ich auch den Vorteil, daß an Bestehendes leichter angeknüpft werden kann. Trotzdem ist die Frage berechtigt, ob wir auch in Zukunft bei weiteren Aktionen dieses Symbol weiter verwenden wollen oder aber ein neues finden sollten.

Proteste gegen die unerträglichen Entwicklungen im Fußball sind aber dringend nötig. Wie leider auch die aktuelle Gestaltung und Anwendung der Stadionverbote belegt. Es sind leider nach wie vor Fans des FCSP von Stadionverboten betroffen, die von der Polizei beim DFB wegen der Vorfälle beim Schweinske-Cup beantragt wurden und von dieser Seite dann auch über die maximale Dauer verhängt wurden, ohne daß die Betroffen sich dazu äußern konnten oder ein Rechtsmittel gegen diese Sanktion, die ja angeblich keine solche sein soll, sondern „nur“ eine „Präventivmaßnahme“.

Das Unerträgliche daran ist ja, daß die Angreifer, die mit Gewalt von den FCSP Fans die Banner rauben wollten, und wogegen sich die betroffenen St. Paulianer nur gewehrt haben, ohne jegliche Sanktion geblieben sind – diese durften unter Polizeischutz mit dem Raubgut sogar noch die Halle verlassen!

Hier schafft sich die Polizei ihr eigenes, ungesetzliches „Strafrecht“. Unter Umgehung der Gerichte und der Anwälte, die bis heute auf eine Akteneinsicht warten. Zu früh, um die Ermittlungen abzuschließen, aber nicht zu früh, um den DFB einzubeziehen und die Beschuldigten schonmal abzustrafen. Das ist einfach nicht hinnehmnbar und die Betroffenen verdienen unsere volle Unterstützung!

Die Verbannten mit uns. Oder auf Norddeutsch auch: Diffidati Ahoi! ^^

Was für eine geile Choreo zum Einlauf der Mannschaften!

Allgemein war die Laustärke zu diesem Zeitpunkt auch wieder am Brodeln. Heute sollte mehr drin sein, der Glaube daran war deutlich zu spüren. Der Wille auch, auf den Rängen und auf dem Platz.

Zumindest bis zum 0-1 durch die Berliner. Danach war leider zu sehen, wie sehr die Mannschaft mit der über die letzten Spiele selbst aufgebürdeten last der Verunsicherung zu kämpfen hatte.

Aber auch die tatktischen Probleme waren deutlich auszumachen. Hier hat unser neuer Trainer Frontzeck wahrlich noch viel zu tun. Vor allem fiel mir dies in unserer Außenverteidigung sowie dem defensivem Mittelfeld auf – hier stimmte einiges kaum bis überhaupt nicht. Während der von mir beobachteten Halbzeit konnte ich zu keinem Zeitpunkt ausmachen, ob wir nun mit einer Dreierkette oder einer Vierer-Abwehrreihe spielen würden. Auf der Linksverteidigerposition war zwar die meiste Zeit Schachten zu sehen, ab und an verteidigten wir aber auch nur zu dritt auf einer Reihe ohne Linksverteidiger – oder aber Bartels oder auch Kringe waren plötzlich auf dieser Position zu sehen. Ja was denn nun? Ich weiß ja nicht, ob das ein beabsichtigtes taktisches Konzept war, aber es ging irgendwie auch nicht auf und wirkte eher wie ein dauernder Unruheherd.

Oder aber die Verteidungslinie vor dem Sechzehner. Genauergesagt, das Fehlen von verteidigenden Mittelfeldakteuren in diesem Bereich. Hier konnte sich Union die Bälle zuspielen wie sie wollten. Daraus wurden immer wieder gefährliche Situationen geschaffen. Und nicht nur Torchancen kreiert. Auch in diesem Punkt gilt es noch dringend Änderungen herbeizuführen. Wie und welche weiß ich nicht, dafür hab ich einfach zu wenig (also keine) Ahnung vom Fußball. Aber es fiel mir durchaus auf, daß es hier einfach überhaupt nicht rund lief.

Ganz im Gegensatz zum Auftritt und Vorstellung des Blindenfußballs beim FCSP. Sehr schön wurde in aller Kürze ansehnlich aufgezeigt, wie dieser Sport in etwa abläuft und daß es hierbei ebenfalls sehr faszinierend zugehen kann. An diesem Wochenende lief ja auch ein Blindenfußballturnier in der Halle. Vielleicht ist daraufhin ja die eine oder andere Person aus dem Stadion noch hingegangen, würde mich sehr für den Blindenfußball freuen.

Für mich war leider mit der Halbzeit auch die Zeit gekommen, das Stadion zu verlassen. Beim Stand von 0-1 fühlte sich das gleich doppelt unangenehm an und ich mußte einfach noch ein wenig mich in der Umgebung umgucken. Hier bin ich ja auch sonst kaum. Und was hier sonst so hängt, das weiß ich auch nicht – nur eben, daß viuel zu wenig Raum für Fanbanner dank der übergroßen Werbung überall ist.

Wobei sich mir der Eindruck aufdrängte, daß der zeitlich begrenzte Teilumzug der Sitzplätze von der Gegengeraden auch etwas mit der Bannerausstattung zu tun haben könnte…

Und die deutliche Nähe zur Süd brachte auch ein paar Motive zum Vorschein, die ich sonst so nicht hätte einfangen können.

Während es zur Halbzeit noch düsterer am Millerntor aussah als vor Beginn der Partie, einfach vom Zwischenergebnis her, so war die Hoffnung darauf, daß hier doch noch etwas für uns laufen könnte, trotzdem noch deutlich zu spüren. Zumindest hatte ich in meiner Umgebung den Eindruck und auch in mir war der Glaube an die Mannschaft nach wie vor da – auch wenn ich große Sorge ob der gezeigten und genannten Schwachpunkte hatte. Aber im Spiel nach vorne lief wirklich viel Gutes zusammen, nur leider bei den Abschlüssen nicht. Das eine oder andere Tor hätten wir da durchaus schon erzielen können. Leider hatte ausgerechnet Saglik, der wirklich über viele Spiele schon echt gut und mit Hingabe spielt, einfach nur entsetzliches Pech beim Abschluß. Unvermögen will ich das einfach nicht nennen. Ich hoffe ja immer noch, daß bei ihm bald der Knoten platzt und die Tore wie am Fließband fallen. ^^

Zum Einlaufen der Mannschaften bleib ich noch im Stadion und konnte so die absolut geniale Aktion auf der Süd sehen. Wie geil!

Hier zeigt sich aber auch die Willkürherrschaft des DFB, der legale Formen der Meinungsäußerungen, siehe http://www.express.de/fortuna-duesseldorf/-fick-dich-dfb–staatsanwalt-bestaetigte–plakat-ist-keine-straftat,3292,17230088.html unter Umgehung von Recht und Gesetz mit einem selbst gestaltetem Regelwerk trotzdem nach purer Willkür sanktionieren will. Zur Wahrung der freien Meinungsäußerung auch im Stadion ist dies einfach nicht hinnehmbar. Dem ist auf jede erdenkliche Weise entgegenzuwirken. So zum Beispiel: http://www.berliner-kurier.de/1–fc-union/union-wieder-protest-gegen-dfb-bosse-fcunion-berlin,7168992,19897298.html. Oder mit diesem tollen Witz. Einfach klasse. ^^

Wir dürfen das als Bürger einer Demokratie nicht mit uns machen lassen, daß über privatrechtliche Konstrukte Grundrechte beschnitten und de facto im öffentlichen Raum (die DFB Strafgewalt betrifft ja nicht nur die Stadien) aber auch in den Stadien abgeschafft bzw. willkürlich eingeschränkt werden. Am besten noch über eine Weiterleitung der Strafen auf die Fans, die vom DFB an die Vereine erteilt wurden. Für freie, nicht strafbare Meinungsäußerung, wohlgemerkt. Irgendwie absurd, daß ausgerechnet dieser DFB von den Fußballfans die Einhaltung der Gesetze fordert, sich aber selber nicht an diese halten will, sondern sich eigene Strafgewalt schaffen möchte. Ähnlich verhält sich Hannover 96 bei einer ebenfalls nicht strafbaren Fanfahne – hier wird ein anderer Geschmack mit einem Stadionverbot geahndet – und Protest dagegen verboten http://www.ultras-hannover.de/flyer_fanszene-protest.jpg unfaßbar! An sich wäre hier der Gesetzgeber aufgerufen, korrigierend einzugreifen. Leider ist in dem momentanen Sicherheitswahn nicht davon auszugehen, daß irgendwo in der Politik die Vernunft die Oberhand gewinnen könnte.

Wir brauchen einfach mehr Freiräume und nicht weniger. Freiheit stirbt mit Sicherheit.

Oh, und wer das auf meinen Bildern nicht entziffern kann – da steht: „WIR KAUFEN EIN „I“ WIE INTOLERANZ UND MÖCHTEN LÖSEN“ – „F_CK D_CH DFB“. Siehe auch http://www.stefangroenveld.de/2012/das-ratsel/. Einfach nur genial. Mußte sehr lachen, Danke dafür!

Mehr zum Spiel hier http://www.gegengeraden-gerd.de/fc-st-pauli/ausgepustet/ und dort http://beebleblox.blogspot.de/2012/10/zur-not-wurd-ich-auch-nen-besen-fressen.html und anderswo http://gastspiel.wordpress.com/2012/10/07/auch-im-regen/ und sowieso http://metalust.wordpress.com/2012/10/06/thrill-me/.

Leider mußte ich nun auch schon gehen – und als ich beim Ausgang war, da explodierte geradezu die Lautstärke und die Tormusik wurde eingespielt. Den Ausgleich habe ich also mitbekommen, wenn auch nicht mehr gesehen. Doch wenn es mich auch irgendwie zerrissen hatte, zu gehen, und das Millerntor bei Flutlicht und einem laufenden Spiel zurückzulassen, so war das bei diesen Spielstand auch irgendwie leichter als noch zum Ergebnis zur Halbzeit.

Daß das DEAD CAN DANCE Konzert ausgerechnet dort im CCH stattfinden sollte, wie die FCSP JHV abgehalten wurde und wohl auch wieder wird, hatte noch einen weiteren amüsanten Beigeschmack. Ich brauchte eine Weile, um vom Spiel herunterzukommen und mich auf das Konzert innerlich vorbereiten zu können.

Aber zum Glück wurde ich über meine twitter timeline über die Spielstände informiert.

Beim 2-1 blieb es dann ja leider nicht, wir haben ja noch den Ausgleich kurz vor Schluß hinnehmen müssen. Aber 2-2 klingt trotzdem besser als das Halbzeitergebnis.

Holen wir uns die Punkte eben anderswo. Wie gesagt, jeder einzelne Punkt zählt und ist wichtig.

Das DCD Konzert hatte mich dann aber auch schnell alles andere vergessen lassen – was hier wieder geboten wurde, das war einfach zum Zerfließen.

Wer mit der Band nichts anfangen kann, dem sei dieser Artikel zur Lektüre nahegelegt: http://www.kleinertod.de/artikel/deadcandance.html.

Und für die Live-Qualitäten von DCD diese Worte hier: http://www.kleinertod.de/artikel/dead-can-dance-live-muenchen-2005.html.

Der Auftritt war wieder einfach nur magisch.

Und ich habe meine Entscheidung nicht bereut, hierfür das Millerntor zu verlassen, auch wenn ich das ganze Spiel natürlich lieber und noch so gern gesehen hätte. Aber hierfür habe ich etwas anderes, wunderbares erleben dürfen.

Noch bis weit in die Nacht dauerte dann auch das erste Verarbeiten dieser Eindrücke und spät ging es für mich dann überglücklich auch ins Reich der Träume, wo ich eigentlich seit Stunden ja schon weilte – was das Aufstehen am nächsten Tag, um zur Delegiertenversammlung zu kommen, jetzt nicht einfacher gemacht hatte…

Zurück also ans Millerntor. Und wie gut, daß ich dort war. Denn es gab reichlich Informatives rund um die Fanszene und unseren Verein. Die Arbeit des Fanclubsprecherrates, seine Wiederwahl, die Aufarbeitung des Schweinske-Cups und dessen Folgen sowie noch vieles mehr wurde im proppevollen Saal im Clubheim ausdiskutiert. Von den aktuell 582 Fanclubs des FCSP waren 54 mit bis zu zwei Vertretern vor Ort. Ein Ergebnisprotokoll wird noch per mail an alle verschickt werden, weswegen ich mich hier auch nur kurz zu wichtigen Themen äußern möchte.

Denn wir haben ein sehr aktuelles und geradezu brennendes Thema auf der Tagesordnung – die Bemühungen der Sicherheitsfanatiker, den Fußball in deren Sinne einzuschränken. Auf der DFB Sicherheitskonferenz wurde auch von unserer Vereinsführung dieses unsägliche Papier, der Verhaltenskodex, ohne jegliche Rücksprache mit den Fans unterzeichnet. Und auch die weitere Ausgestaltung stellt ein enormes Problem für alle dar. Daß die Umsetzung des Maßnahmekataloges auch nur im Geheimen verhandelt wird und die Fans wieder nur per Zufall von den Details erfahren haben, die hier nachzulesen sind: http://ostfussball.com/dfb-umsetzung-des-massnahmenkatalog-am-12-dezember-1355/, das ist ja noch ein weiteres Thema. Unerträglich ist ja, daß die Erweiterung der Maßnahmen gegen die Fans und auch die Fanclubs und deren Mitgliedern vom DFB geplant ist. Es wird einfach nur noch schlimmer und schlimmer. Wenn das so in zwei Monaten beschlossen wird, dann hätte das extreme Folgen. Fans einfach nur als Sicherheitsrisiko zu betrachten ist einfach der falsche Weg. Wir bräuchten eine Zusammenarbeit mit dem FC Union Berlin sowie anderen Vereinen, wo die Fans sich ebenfalls dagegen positionieren. Die Zeit drängt, am 12.12.12 soll das Papier so beschlossen werden!

Sehr schön war der kurze Auftritt des neuen Trainers auf der Delegiertenversammlung, zumal sogar noch vor seiner öffentlichen Vorstellung vor der versammelten Presse, http://www.fcstpauli.com/data/news/profis/saison_2012_13/mannschaft/trainer_funktionsteam/frontzeck_vorstellung. [EDIT: Unschön, daß er von einem Fan wegen einer laufenden Diskussion etwas unwirsch zum Warten aufgefordert wurde, worauf er aber souverän reagierte und – so in etwa aus der Erinnerung heraus – Fanthemen für wichtig erklärte. War ja auch nur eine sehr kurze Unterbrechung und als Geste sowieso klasse.] Persönlich machte er bei mir einen wirklich guten Eindruck, wobei das in der Kürze der Zeit sowie ohne sportliche Beurteilung natürlich nur sehr unter Vorbehalt zu verstehen ist. Warten wir ab, was er bringen kann. Ich bin da erstmal zuversichtlich.

Positiv ist die Zusammenarbeit – mit Einschränkungen – beim Thema Stadionbau zu nennen. Die AFM Versammlung war ja gerade und da gab es zum Thema Museum/Goliathwache noch nichts weiter neues. Aber die Arbeit der Stadionbau AG läuft weiter hervorragend. Großes Lob an die!

Auch an den Fanclubsprecherrat, der vieles Gute bewegt hinter den Kulissen. Inwieweit das über den ständigen Fanausschuß noch weiter möglich sein wird, das hängt allerdings auch vom Präsidium ab. Hier wird es demnächst wohl in die eine oder andere Richtung weitergehen, warten wir dies und weiteres ab.

Schon jetzt sollte aber klar sein, daß es wichtige Themen auf der nächsten JHV geben wird.

Und auch allgemein für die weitere Zukunft des FCSP große Veränderungen anstehen. Auf daß wir uns weiter fangen und wieder mehr Punkte holen. So oder so: SANKT PAULI!

P.S.: Zum Spiel gibt es auch noch die Berichte von http://moeliw.tumblr.com/post/33155352300/als-der-sturm-sich-verzog, http://yorkshirestpauli.com/2012/10/08/union-berlin-review-a-cause-for-optimism/ und http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=6647. Das Thema Blindenfußball hat http://blog.uebersteiger.de/2012/10/07/blindenfusball-ein-selbstversuch/ sogar im Selbstversuch behandelt. Und was Neues zum Sicherheitswahn gibt es auch noch – eine Anfrage zu etwaigen V-Leuten im Fußball – http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/108/1710827.pdf – es gibt nichts, was nicht noch in negativer Hinsicht zu überbieten wäre…

6 Comments

  1. Und warum werden wir mehr Punkte holen? Weil DU ja genau DU ein Punktegarant bist. Also Kleiner Tod. Öfters mal rausgehen 😉

    • Wenn es an meiner Abwesenheit liegen würde, dann müßten wir auswärts nahezu alle Punkte holen. 😉 Bin ja beruhigt, daß es nicht daran liegt. Vielleicht sollten wir es mal mit DEAD CAN DANCE als Halbzeitmusik versuchen? Okay, etwas sehr ruhig, aber so gesehen könnte es ja auch daran gelegen haben… ^^

  2. Vielen Dank fuer den, wie immer lesenswerten Bericht. Ich hatte gehofft, dass die nach ueber zwanzig Jahren ans Licht gekommene Wahrheit ueber die Hilsborough Tragoedie die Fronten der Sicherheitsfanatiker schwaechen wuerde, leider ist dem ganz offensichtlich nicht so. Heute sind die Fahnen dran, was kommt als naechstes? Man moechte die Berichte fast gar nicht mehr lesen, trotzdem danke fuer die Links!

    • Für das feedback wie immer ein Dankeschön, das freut mich stets.

      Alles andere als erfreulich ist dieser Sicherheitswahn, der rechtspopulistische Schnellschüsse en masse produziert. Und das Ende der Fahnenstange ist ja noch längst nicht erreicht – der nächste Schritt der krassen Verschlimmerung steht ja nahezu unmittelbar bevor, wenn nicht endlich eine entscheidende Mehrheit aufwacht und sich dagegen positioniert. Argumente gibt es ja zuhauf, wie jene Lügen aus England, schließlich wird Großbritanien ja immer als Beispiel herangezogen von jenen.

      Solange Medien ihrer Aufgabe nicht nachkommen, sondern einfach nur wie die Sun auf die Auflage schielt, wird sich an diesem Märchenkomplott leider auch nichts ändern.

      Wenn man sieht, wie Pyro von einem Sitzplatz als Argument für das Verbot von Stehplätzen herangezogen wird, immer und immer wieder, dann dürfte klar sein, daß es in Wirklichkeit nicht um Pyro oder Sicherheit, sondern um die Kontrolle in den Stadien und ganz viel Geld geht – was gleichbedeutend mit Sitzplätzen und Kontrolle durch Unterdrückung der Meinungsfreiheit bei den Fans ist. Es ist so traurig und offensichtlich und wird trotzdem nicht so gesehen.

  3. Auch wenn ich nicht live dabei sein konnte (zumindest nicht beim Spiel 😉 ) vermittelt der Beitrag mit dem tollen Bildmaterial das Gefühl, mitten im Stadion zu sein. Du hast wirklich ein besonderes Talent, auf Deinen Fotos die Stimmung perfekt einzufangen. Und es ist immer wieder toll zu sehen, mit wieviel Mühe und Hingabe Du diesen Blog betreibst. Großes Kompliment!

    XXX, Bunny

    • Allein live bei Dead Can Dance dabei gewesen zu sein, das war an diesem Abend ja auch unendlich viel wert. ^^

      Danke für das liebe Kompliment. Und ich freue mich auch jedes mal darüber, mit welcher Leidenschaft und wie viel Mühe im Vorfeld (Choreos, Tapeten, u.v.a.) die Fans im Stadion dabei sind!


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