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Es wäre ja auch verrückt anzunehmen, daß man als FCSP-Blogger in der spielfreien Zeit keine Themen hätte. Das derzeit drängende ist eines, welches eigentlich in aller Ruhe anderweitig hätte behandelt werden können, nun aber ausgerechnet in die Sommerpause verfrachtet wurde. Es geht um die Frage, wie mit der Pflicht des Vereins zur Integration einer Polizeiwache im Stadion bzw. in Stadionnähe umzugehen ist. Da sich der Neubau der Gegengeraden untrennbar mit dieser Frage verbindet, ist es nun, quasi in allerletzter Sekunde, zu einem entscheidenden Tauziehen zwischen der eine Wache im Stadion ablehnenden Seite und der diese dort befürwortenden Seite gekommen. Die Sozialromantiker-Initiative hat zu einer erneuten Petition gegen die Stadionwache aufgerufen, siehe http://www.sozialromantiker-stpauli.de/wordpress/?p=210 mit näherer Begründung, Dr. Gernot Stenger hat das Gegenteil auf der offiziellen Vereinsseite verkündet, siehe http://www.fcstpauli.com/magazin/artikel.php?artikel=11692&type=2&menuid=57&topmenu=112. Zeit für mich, meine eigene Stellungnahme zu diesem Thema abzugeben.

Herr Dr. Stenger lehnt für das Präsidium, sinngemäß mit meinen Worten zusammen gefaßt, die Möglichkeit, die alte Domwache saniert weiter durch die Polizei nutzen zu lassen, aus Kostengründen ab. Die Mehrkosten von mindestens EUR 600.000 zuzüglich weiterer jährlicher Mietausfälle werden hierbei angeführt.

Nun ist es natürlich nicht allein eine Frage der Kosten, ob man die Polizei innerhalb des Stadions oder eben außerhalb in unmittelbarer Umgebung haben möchte, doch möchte ich mich mal auf diese Frage einlassen und sie näher betrachten. Es ist ja auch die Frage, ob sich der FCSP eine Stadionwache im Millerntor überhaupt leisten kann.

Die unmittelbare Nähe einer auch noch über die Minimalanforderungen hinausgehenden und semipermanenten Polizeidienststelle zum Fanladen in der neugebauten Gegengeraden birgt Risiken, die sich finanziell zulasten des Vereins in einem noch höheren Maße bemerkbar machen könnten. Je weniger etwaige Problemfans durch den Fanladen aufgrund der Nähe der Polizei erreicht und auf diese im Sinne des Vereins eingewirkt werden kann, umso größer wird die Gefahr, daß durch das Fehlverhalten von Fans der FC St. Pauli mit erheblichen Beträgen belastet werden wird. Die letzten beiden Spielzeiten haben hier bereits gezeigt, was für Kosten dabei entstehen könnten. Eine Schadensminimierung im Vorfeld sollte auch aus dem Gesichtspunkt der Kosten einbezogen werden.

Darüberhinaus bedroht eine derartige Polizeiwache im Millerntor selbst das Alleinstellungsmerkmal des Vereins und seine (das zu schreiben schmerzt bereits, aber wie gesagt, es geht allein um eine finanzielle Betrachtung) wirtschaftliche Verwertbarkeit auch über die Grenzen des Viertels hinaus. Der Anteil der Fanartikel erwerbende Anhänger des FC St.Pauli, welche die Polizei aus was für Gründen auch immer mehr als nur unerheblich ablehnen, dürfte nicht zu unterschätzen sein. Sollte die Polizeiwache in der Gegengeraden in diesem Maße kommen, dann steht zu befürchten, daß sich hieraus auf Dauer auch finanzielle Einbußen auf diesem Geschäftsfeld ergeben, welche ebenfalls in keinem Verhältnis zu den Mehrkosten, die von Vereinsseite angeführt worden, stehen dürften.

Läßt man diese Gesichtspunkte außen vor und stellt allein auf die Finanzierbarkeit der Mehrkosten ab, dann wäre zu bedenken, ob diese nicht durch einen einmaligen Aufschlag auf die Tickets finanziert werden könnten. Würde man die Kosten in einer einzigen Saison auf diese Weise refinanzieren wollen, dann könnte ein Ticketzuschlag von durchschnittlich EUR 1,20 pro Spiel (plus Steuern), möglicherweise gestaffelt nach Steh- oder Sitzplätzen, zu der Aufbringung der nötigen Mittel führen. Auch eine Verteilung auf z.B. drei Jahre würde diesen Betrag in das Einzelticket weniger belastende Weise refinanzierbar machen.

Die etwaigen Mietausfälle, zu denen ich ohne Zahlen im Einzelnen hier keine Stellung beziehen kann, könnten durch eine anderweitige Verwendung womöglich wieder eingeholt werden. Neben den möglichen Einnahmen aus einem FC St. Pauli Museum könnten auch andere Nutzungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden, die dem Vereinszweck und dem besonderen Flair des FC St. Pauli und seiner Fanszene nicht zuwiderlaufen und die Mieteinnahmen generieren.

Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, daß bei der gegenwärtigen Situation nicht auszuschließen ist, daß durch eine Mitgliederentscheidung eine womöglich noch weitaus kostenintensivere Lösung beschlossen werden könnte, welche zudem für eine hochgradig intensive Auseinandersetzung im Vorfeld sorgen würde und die durch eine anderweitige Vorgehensweise vermieden werden könnte.

Vor allem aber ist der Schaden, der innerhalb der Fanszene durch eine im Stadion integrierte Polizeiwache entstehen würde, nicht allein finanziell zu beziffern. Doch, wie man aus diesen Gedankengängen ersehen kann, kann man die Zahlen auch anders betrachten und dabei auf eine andere Lösung kommen. Zudem auch auf die Frage, ob der FCSP es sich überhaupt leisten kann, die Polizeiwache im Stadion und nicht in unmittelbarer Nähe zu positionieren.

Für mich bleibt daher nur die Empfehlung, die Peitition der Sozialromantiker mitzuzeichnen, um deutlich zu machen, daß eine Integration der Polizei ins Stadion von Fanseite ein nicht akzeptabler Gedanke ist: http://www.sozialromantiker-stpauli.de/wordpress/?page_id=221.

Außerdem kann es nicht schaden, der Vereinsführung unmittelbar dies mitzuteilen. Dies habe ich getan und warte auf Antwort. Aber je mehr mitmachen, umso größer könnte ein Einwirken auf das Präsidium in dieser für die Fanszene empfindlichen Frage erreicht werden.

P.S.: Lesenswert zum Thema auch http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=6414 und http://supra-magazin.net/immer-%C3%A4rger-wegen-der-polizei.

P.P.S.: Inzwischen habe ich auf meine Frage an Dr. Stenger auch eine Antwort erhalten. Dies finde ich an sich positiv, die Antwort als solche allerdings weniger. Für mich unverständlich ist, daß eine Erhöhung der Ticketpreise für die Anschaffung von Klappsitzen als akzeptabel angesehen wird, eine Erhöhung zur Abwendung der Stadionwache allerdings nicht. Hier werden m.E. die Prioritäten falsch gesetzt. Man könnte auch davon sprechen, daß der Wille zur Vermeidung einer internen Stadionwache einfach nicht in dem Maße gegeben ist, als daß eine Umsetzung auch möglich wäre. Daß dieses nicht einfach wäre und auch mit einigen Kosten zu rechnen wäre, das möchte ich gar nicht abstreiten. Aber daß der Fanszene des FCSP die Frage, ob man nun Klappsitze oder feststehende im Stadion hat, wichtiger ist als die Frage der Einbindung einer semipermanenten Polizeiwache direkt in die Gegengerade, das erscheint mir doch höchst fragwürdig. Auf die Problematik der internen Polizeiwache im Hinblick auf die Fanszene wurde leider gar nicht eingegangen.

Auch Jekylla hat Fragen gestellt und diese zusammen mit den Antworten in ihrem Blog gepostet: http://santapauli.wordpress.com/2012/06/28/7-fragen-und-ein-regenschirm-hallo-herr-dr-stenger-diese-polizeiwache-da/ – die Schlußfolgerung, man müsse sich nun mit der Polizei arrangieren, möchte ich so aber nicht unterschreiben.

Spannender finde ich, daß ein offener Brief des Ständigen Fanausschusses und der AG Stadionbau des FC St. Pauli an den Innensenator der Freien und Hansestadt Hamburg, Michael Neumann, das Problem von einer anderen Warte aus angeht: http://blog.uebersteiger.de/2012/06/28/domwache-offener-brief-an-den-innensenator/ – wenn schon unser Präsidium sich zu einer solchen Ausgliederung der Polizeiwache außerstande sieht, dann kann man sich auch an jemand außerhalb des Vereins wenden. Ich drücke die Daumen, daß dieser Schritt mehr Erfolg hat. Dem Präsidium wird in diesem Punkt offensichtlich nicht mehr der entsprechende Wille zugetraut. Aber vielleicht vermag ja ein solcher Appell Bewegung in dieses Thema hineinzubekommen. Es wäre gut. Für alle Seiten.

P.P.P.S.: Die Antwort von Herrn Neumann ist da – leider in negativer Hinsicht bemerkenswert, spannend aber auch die sich daran anschließende Diskussion: http://www.neumann-hamburg.de/2012/06/29/antwort-auf-offenen-brief/ – all dies zeigt nur umso mehr, warum so großes Mißtrauen gegenüber die Polizei und die sich über sie stets schützend ausbreitende Hand der Stadt in der Fanszene besteht. Äußerst treffend seziert http://metalust.wordpress.com/2012/07/02/deutsche-karrieren-und-die-verstandnisverengung/ die Absurdität dieser Stellungnahme – LESEN! Noch ein Grund mehr, die Petition der Sozialromantiker zu unterzeichnen – mitmachen!

9 Comments

  1. Ob sich das Merch kaufende Publikum nun wirklich dadurch beeinflussen lässt, dass die Wache einen um ein paar Meter anderen Standort erhält, na… Es wird im Shop auch jetzt an Tagen, an denen die Wache besetzt ist (also an Spieltagen z.B.) gut verkauft, zumindest nach dem Gedränge im Laden nach zu urteilen.

    Aber zu etwas anderem: Ich hab die Petition zwar unterzeichnet, allerdings nicht uneingeschränkt überzeugt. Das liegt vor allem daran, dass der ursprünglichen Protest „Keine Wache im Stadion“ umgemünzt wurde in „Keine Wache in der Gegengeraden“. Ob mit Absicht, kann ich nicht beurteilen, aber als Nordkurvler gucke ich inzwischen ganz automatisch kritischer: Will man die Wache nämlich weg vom Fanladen haben (dafür habe ich volles Verständnis und unterstütze das auch!) und kann die alte Domwache nicht umbauen, bleibt nur: Genau, und so lautet ja auch der Vorschlag, wegschieben des Ungeliebten Richtung Nord. Was übrigens nicht neu ist, also fanseitig, dass man Ungeliebtes Richtung Nord abzuschieben versucht. Und das lässt mich — inzwischen — quasi automatisch opponieren; nur der Umstand, dass es um den Fanladen geht, hat mich die Petition letztlich mit Bauchschmerzen unterschreiben lassen.

    Vergangene Saison waren die Logen ein großes Thema. Warum ist eigentlich niemand auf die Idee gekommen, einen Teil der Haupt (dort sitzen bekanntermaßen die teuren Bierbecherwerfer) für die neue Wache umzubauen? Warum kommt niemand auf den Gedanken, Logen für die Wache zu räumen (und, falls möglich, entsprechend teuer abzugeben)? Zu repräsentativ? Warum kommt keiner auf den Gedanken, schon vorhandene Verwaltungsräume in der Süd (jaja, da stehen Ultras, da verbietet sich ’ne Wache automatisch und man braucht nach baulichen und finanziellen Möglichkeiten gar nicht erst gucken) umzuwidmen? Eben: Der kurze Gedankensprung von einem Astra zum nächsten heißt dann: Im Zweifel ab in die Nord (oder Ecke GG/Nord), wo wir ja ohnehin so herrlich viel Platz haben, da hat man ja noch Zeit, eine Wache in die Bau-Pläne zu integrieren. Und das macht mich sauer.

    Für mich kann eine Lösung eigentlich nur heißen: Baut die Wache, wenn es denn sein muss, auf dem Heiligengeistfeld. Je weiter weg, desto besser. Und nix (mit 1elf!) anderes!

    • Was das Merchandising anbelangt, da gibt es ja nicht nur den Verkauf vor Ort. Der FCSP hat in ganz Deutschland und darüberhinaus Anhänger – und der Anteil derjenigen darunter, die mit der Polizei nicht auf dem besten Fuß stehen, der dürfte nicht zu unterschätzen sein. Ob der FCSP Totenkopf bei denen noch so beliebt sein wird, wenn bekannt wird, daß ausgerechnet der FCSP die vergleichsweise größte und semipermanente Polizeiwache im Stadion hat? Ich wage das zu bezweifeln. Sprich: das dürfte auch Geld kosten. Und in einer Kostenrechnung wäre also auch dieser Posten irgendwie zu berücksichtigen.

      Aber zur Petition an sich: ja, es gibt die Auflage, daß eine Polizei im Stadion oder in der unmittelbaren Nähe sein muß. Und, auch ja, es gibt nicht ohne Ende Platz dafür. Der Dom ist ja nicht das Gelände des FCSP. Und es gab ja von der Stadt offensichtlich die Auflage, die Domwache im Stadion oder außerhalb neuzubauen, wenn diese im Zuge des Neubaus verschwindet (was aus Platzgründen wohl so ist). Die genaueren Details kenne ich nicht, nehme das aber einfach mal als gegeben hin.

      Eine Polizeiwache benötigt eine Zufahrt – und hier wird es für die Haupt schon unmöglich in meinen Augen. Bleiben nur noch Süd – bereits verbaut, Nord und Gegengerade im Stadion. Und gegen die Nord soll der Untergrund (U-Bahn) sprechen, weswegen die Gegengerade verbleibt. Hier aber ist der Fanladen und die Nähe zur Polizei wäre kontraproduktiv bei der Fanarbeit. Zumal eine Wache IM Stadion immer von Nachteil wäre, aber eben hier noch mehr als anderswo.

      Sprich: eine externe Lösung mit einem Neubau der Domwache wäre doch der bessere Weg. Und wenn es was kostet, ja dann finanzieren wir das doch irgendwie, so es denn möglich ist. Und die genannte Zahl IST bei entsprechendem Willen offensichtlich finanzierbar. QED.

      • Okay, die Zufahrt könnte ein Argument sein. Die ist über den Neuen Kamp zwar gegeben, aber ob die groß/breit genug ist, vermag ich ungeprüft nicht zu beurteilen. Soll nebenan nicht eh neu gebaut werden? Kann man die Zufahrt dort nicht um ’nen Meter verbreitern? Aber wie gesagt, ich weiß das nicht. Und Süd sei verbaut? Na und? Ist das für die Ewigkeit gedacht? Und wenn GG: Warum zur Nord hin? Warum nicht zur Süd hin? Spricht da baulich was dagegen? Also, will sagen: Wenn man schon die Wache im Stadion in Kauf nehmen will, müssen doch wohl alle Optionen auf den Tisch. Kann die Wache nicht in den Store? Und der zieht in die neue GG, neben dem Fanladen? Ein Vorschlag, der der Südkurve nicht angenehm sein dürfte, schon klar. 😉 Aber rein baulich, was spricht dagegen?

        Was den Merch angeht: Da verkauft sich ja nicht nur eine Mode, sondern „der Geist“ St. Paulis. Solange sich dieser „politisch korrekt“ zeigt (wie hier z.B.), wird der sich weiterhin auch gut verkaufen (lassen). Erst wenn dieser Geist verschwindet, sinkt auch die Verkaufsrate/Merch. —> Nicht die Wache und ihr Standort, sondern wir beeinflussen die Verkäufe. Nimm die Wache widerstandslos hin nebst Versitzplatzung, hohen Preisen und Konformität, rasselt der Merch ziemlich sicher in‘ Keller. Wehre dich nach Kräften gegen die Wache (und Kommerzialisierung und bla), und du bist der beste Motor für’n Verkauf. Der Antikapitalist als Garant florierender Geschäfte, kein völlig neuer Zusammenhang; aber einer, der uns sehr bewusst sein sollte.

        • Die Wache im Stadion halte ich überall für verfehlt, keine Frage. Aber wenn man einen Standort für vollkommen daneben erachten muß, dann denjenigen direkt neben Fanladen/Fanräume. Auch die Süd trifft sich ja nicht in der Süd (vom Vereinsheim einmal abgesehen), sondern darauf, die Fanräume werden eben auch direkt neben der Wache im Stadion dann sein. Geht einfach aus vielen Gründen nicht gut. Aber die Frage nach einem „wo“ innerhalb des Millerntors ist die Frage nach Pest oder Cholera… Sprich: alles ist schlecht. Setzen wir das Teil nach Möglichkeit (und die besteht offensichtlich) extern.

          Das sich das Rebellische der Fanszene gut verkauft, ist ein gutes Argument, aber auf die Dauer auch nicht ausreichend, wenn eben dieses durch eine solche Entwicklung geschwächt wird. Zudem wird eine Außendarstellung auch immer durch Bilder geprägt – und eine überdimensionale, semipermanente Polizeidienststelle IM Stadion wird hier nicht von Vorteil sein. Das sieht man schließlich dann auf vielen Photos und Filmen. Daß die Vermarktung deswegen zu einem völligen Erliegen kommt, möchte ich gar nicht behaupten. Förderlich wird es aber sicher nicht sein.

          Mal ganz davon abgesehen, daß es weitaus mehr als nur ein finanzieller Schaden für den Verein und die Fanszene wäre…

          • Meinem Verständnis nach könnte man in der Nord aufgrund der Zugangssituation nur Richtung Haupt eine Wache unterbringen, aufgrund des Standorts könnte das aber nur eine Stadionwache sein. Für Dom & Co. müsste man also die aktuelle Domwache erhalten. Diese könnte man dann aber auch gleich wie bisher als Stadionwache mitnutzen, insofern wäre ein Bau in der Nord weitestgehend sinnlos.

            • Okay, nocheinmal zum Ort. Nun, die Nord ist noch nicht konstruiert, da wäre natürlich planungsmäßig Spielraum, der sich an die tatsächlichen Gegebenheiten halten muß. Und da steht eben der Untergrund (U-Bahn) als genanntes Problem im Raum. Bleibt natürlich eh eine Stadionwache dort und ist damit ebenfalls unerwünscht, aber darum ging es jetzt ja nicht.

              Wirklich sinnvoll wäre in meinen Augen die Neuerrichtung der Domwache. Die ist zwar ebenfalls in der Nähe, aber eben EXTERN. Und der Raum in der Gegengeraden wäre zum Vermieten frei. Wäre doch gelacht, wenn man an dieser herausragenden Stelle nicht einen geeigneten Mieter finden könnte. Das ist schließlich zentral und der FCSP gibt ja auch eine Menge Flair ab.

  2. Ohne jetzt auf die sachlichen Argumente dafür, dagegen, halbdafür und ganz dagegen wieder einzugehen: gleichwohl irritierend wie aufschlussreich für mich ist nach wie vor die mehr als geringe Beteiligung an der Petition und die Tatsache, dass das alles erst so spät in die Gänge kam, obwohl seitens des Übersteigers ja auch shon im Oktober darauf hingewiesen wurde (was auch etwas verspätet ist, wenn man bedenkt, dass das Thema seit 2006 existiert). Wie auch immer, an dem Thema brennend interessiert ist offenbar nur ein geringer Teil der Stadionbesucher, was es schwer machen wird, in irgendeiner Form Druck auf das Präsidium auszuüben. Schlichtweg, weil es den meisten einfach egal ist, wo man diese Wache nun im Stadion hinpackt.

    • Es ist Sommer, Fußballpause und viele Leute im Urlaub. Dafür finde ich die bisherige Zahl alles andere schlecht, könnte aber natürlich besser sein.

    • Für so gering erachte ich die Beteiligung an der Petition gar nicht. Das mit der Unterstützung der Jolly Rouge Petition hat auch eine Weile gedauert, bis die 2000 erreicht worden sind – und da kamen ja endlos Steilvorlagen damals (SMS-Laufbahn im Stadion, Erklärung des Präsidiums und vieles mehr, ist ja bekannt). Diesmal wird – die haben gelernt – mit dem Argument gepunktet, das IMMER zieht. Kosten. Zu teuer, der Verein geht pleite oder so – und schon wird ALLES (bzw. nahezu, Stadionname ist ja auch erhalten worden) abgenickt. Scheint mir jedenfalls so zu sein, aber da mag ich mich auch irren und würde (wieder) gern vom Gegenteil überzeugt werden.

      Der Zeitpunkt ist sicherlich ein Argument, aber den Schuh müssen wir uns auch alle selber anziehen. Zu lange wurde das alles vertrauensvoll den Händen des Präsidiums überlassen, die Stadionbau AG hat (großes Lob!) vieles bewirkt und versucht, Einfluß zu nehmen und immer wieder gemahnt – aber irgendwie haben wir uns alle einlullen lassen und haben es uns in dem Glauben gemütlich gemacht, daß es schon gut laufen würde. Vielleicht wurde auch das mit der Stadionwache noch gar nicht so richtig wahrgenommen. Ganz genau vermag ich das nicht zu sagen. Andererseits haben sich in letzter Zeit die Probleme mit der Polizei auch geradezu hochgeschaukelt – wobei vielleicht immer noch viele, die nichts davon live mitbekommen haben, zu der üblichen Einstellung Zuflucht suchen, daß die Polizei schon immer das Richtige machen würde. Es geht aber eben auch um die Problemfelder, die dadurch vergrößert werden bzw. eventuell nicht mehr in den Griff zu bekommen wären. Zu große räumliche Nähe kann auch die Glaubwürdigkeit des Fanladens auf der Straße erschüttern – hier muß man sich nur mal vorstellen, wie das wäre, wenn eine Person aus dem Bekanntenkreis – nehmen wir mal grundlos an – in der Stadionwache, also IM MILLERNTOR eingesperrt werden würde. Ob dann noch alle von diesen Leuten Lust auf einen Stadionbesuch und/oder Bereitschaft zum Gang in den Fanladen daneben unter dem gleichen Dach haben werden? So ein paar Meter räumliche Distanz könnten da nahezu Wunder bewirken.

      Sicher ist es spät, aber vorher wurde damit argumentiert, daß es zu früh sei. Über den Zeitpunkt zu viel zu diskutieren verhindert die Stadionwache jedenfalls auch nicht. Vielleicht verhindert nichts diese, möglicherweise geht aber auch was. Lassen wir uns überraschen und geben nicht zu früh auf – denn dann haben wir schließlich alle in dieser Hinsicht in jedem Fall verloren.


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  1. […] Ergänzend weisen wir auf den Artikel vom Tödchen hin, der vieles gleich und einiges anders geschri… […]

  2. […] verloren: Die Sozialromatiker haben eine Online-Petition erstellt, die man unterzeichnen kann. Beim Kleinen Tod, dem Magischen FC und dem SUPRA gibt es lesenswertes. Darüber hinaus gab es wohl bereits den ein […]

  3. […] Die Fragestellung, inwiefern sich der FCSP überhaupt eine interne Stadionwache leisten kann, siehe https://kleinertod.wordpress.com/2012/06/25/kann-sich-der-fcsp-eine-interne-stadionwache-leisten/, hat nach wie vor Gültigkeit. Es wird dringend Zeit, zu einer vernünftigen Antwort im Sinne des […]

  4. […] Es gibt schließlich viele Gründe, gegen eine semipermantente Stadionwache in der Gegengeraden zu sein. Auf dem Vernetzungstreffen, siehe http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ha&dig=2012%2F09%2F17%2Fa0152&cHash=a493232d2a0deca65ff3321d78744104/ sowie https://kleinertod.wordpress.com/2012/09/15/m-ein-stadtteil-sucht-ein-museum-und-keine-goliathwache-fcsp-wieder-in-rot/, wurde auch darüber ausführlich diskutiert. http://roter-stern-st-pauli.de/?p=504 erinnert nocheinmal deutlich daran, was für einen großen Unterschied es machen kann, ob eine Wache “nur 50 Meter weiter” oder eben im Millerntor selber ist. Muß einfach nicht sein – und behindert sie Arbeit des Fanladens, wie von Sachverständigen auch schon angemerkt, über deren Urteil man sich so ohne weiteres einfach nicht hinwegsetzen sollte – siehe auch https://kleinertod.wordpress.com/2012/06/25/kann-sich-der-fcsp-eine-interne-stadionwache-leisten/. […]

  5. […] Cent pro Spiel) beigebracht werden – was mich bei diesem Teil irgendwie an meinen Vorschlag https://kleinertod.wordpress.com/2012/06/25/kann-sich-der-fcsp-eine-interne-stadionwache-leisten/ erinnert… ^^ Mit anderen Worten: gemeinsam geht da was. Und schafft die Zukunft für den […]

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