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Zum unbeschwertem Lachen war einem als FCSP-Fan an diesem 1. April 2011 nun wahrlich nicht zumute, wohl aber wurde mit der dazugehörigen Ironie auch dieses Schockerlebnis nach dem verfrühten Abpfiff verarbeitet. 0-2 stand es, als das Spiel nach dem Bierbecherwurf auf den Schiedsrichterassistenten wenige Minuten vor dem Ende endgültig abgebrochen wurde – und 0-2 wird die Begegnung vermutlich aufgrund der DFB-Regularien wohl auch gewertet werden. Doch nicht das Ergebnis war das Thema auf den Rängen und draußen beim Bier danach, sondern der Weg dorthin, insbesondere eben der Spielabbruch. Aber davor war ja auch so einiges passiert…

Weit vor dem Anpfiff war ich wieder am Millerntor und habe mich auf dem Südvorplatz verquatscht, der an diesem Tag besonders voll aufgrund vieler Schalker Anhänger vor dem Spiel war. Zum Bloggertreffen habe ich es, nachdem ich früher als geplant vor Ort war, aufgrund dessen dann auch nicht geschafft, dies aber auch nicht als weiter tragisch empfunden, zumal ich zu ausführlichen Gesprächen nach dem Spiel ja noch ausreichend Gelegenheit hatte. Auch einen von den Oldtras, der für dieses Spiel auf die Gegengerade ausgewichen ist, konnte ich so noch treffen – und eben die farbenfrohe Neugestaltung der Südtribüne einfangen.

Das Betongrau wird nun offensichtlich, hoffentlich überall, durch zum Verein passende farbliche Bemalung ersetzt. Eine tolle Sache, die mir sehr gefällt. Insbesondere die an eine Unterführung erinnernden grauen Katakombengänge der neuen Tribünen, Süd und Haupt, sollten hier auch noch entsprechend angegangen werden, damit man sich dort endlich auch mal wohler fühlen kann. Die Süd bekam auf der Seite der Haupt ebenfalls eine schöne, farbliche Gestaltung. Die einst grau-triste Betontreppe strahlt nunmehr in den Vereinsfarben – die zwar nicht gerade mit Genuß mit den Füßen getreten werden, aber das ändert nichts daran, daß dies ein schöner Anblick ist, der die Stimmung sofort hebt.

Neu war auch der ab diesem Spiel und für die Zukunft geltende Spielereinlauf – nicht mehr zwischen der Süd und der Gegengerade, sondern zwischen Süd und Haupt ist der Spielertunnel ab dem Schalkespiel gelegen. Und diesmal soll das auch so bleiben: http://www.fcstpauli.com/magazin/artikel.php?artikel=8760&type=&menuid=57&topmenu=112. Etwas schade, wie ich finde, denn die Nähe zu den lautesten Fans, die die Stimmung schon einmal deutlich machen, ist im Stehbereich der Gegengeraden natürlich um ein vielfaches intensiver als bei der Haupt. Außerdem hatte der andere Einlauf wahrlich Tradition und diesmal ist dieses Wort positiv gemeint. Aber okay, kann man mit leben und Veränderungen gehören ja auch dazu. Und war ja auch angekündigt.

Etwas überraschend fand ich hingegen den Anblick des Team Greens bzw. der Nicht-Knappen-Blauen vor dem Astra-Stand, das sich selber nochmal stärken wollte vor dem Spiel, äh, Einsatz. Auch eine Deeskalationstaktik, einfach vor dem Anpfiff mit den Fans zusammen essen und trinken (muß ja nicht immer Alkohol sein). Kein Problem von meiner Seite, aber dann bitte in einem anderen Outfit. 😉

Neben dem naheliegenden Wunsch der FCSP-Fans, daß der magische FC für uns einen Sieg einfahren möge, waren auch die politischen Statements zum Thema Atomkraft bzw. -ausstieg deutlich auszumachen. Japan ist schließlich in diesen Tagen nicht so weit entfernt, als daß man da einfach zur Tagesordnung übergehen könnte – das Thema Atomkraft geht uns alle etwas an, solange es ein solches Kraftwerk in unserer Nähe gibt. Die angedachte Massenumsiedlung des verstrahlten Bereiches – http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,754722,00.html – kann ja auch jederzeit woanders relevant werden – und man stelle sich mal vor, es würde Hamburg treffen und wir könnten nie mehr ans Millerntor zurückkehren. Ein selbst noch so geringes Restrisiko diesbezüglich bin ICH jedenfalls nicht bereit zu tragen.

Nun, gewonnen haben wir an diesem Spieltag wahrlich nicht, allerhöchstens in Sachen bundesweiter Aufmerksamkeit. Dies aber definitiv nicht in positiver Hinsicht. Allerdings sind die diesbezüglichen Stimmen eher von jenen geäußert, denen unsere Fanszene eh schon immer auf den Geist gegangen ist. Trotzdem war dieser Spieltag für uns eine mehr als nur gefühlte Niederlage – auch wenn wir spielerisch eben nicht verloren haben – das Spiel wird ja am grünen Tisch (gegen uns) gewertet werden. Und der Einsatz sowie die Spielweise fand ich auch schön, das nur schon mal kurz angemerkt.

Zum Thema Gästefans im Heimbereich hatte ich ja kürzlich erst einen Blogeintrag verfaßt – https://kleinertod.wordpress.com/2011/03/08/gastefans-im-heimbereich-eine-tickende-zeitbombe/ – und auch gegen Schalke 04 fiel die deutliche Vereinnahmung der Haupttribüne durch die Fans des Gästevereins ins Auge. Von Vereinsseite wurde aber durch eine entsprechende Anweisung an die Order für ein aufmerksames Begleiten der Gästefans zumindest auf der Haupt gesorgt, hier wurde offensichtlich dazu gelernt und dies sei deshalb auch einmal entsprechend erwähnt. Auf der Süd soll es anders zugegangen sein, so jedenfalls Einzelstimmen aus dem Forum, die ich aber naturgemäß nicht beurteilen kann.

Zu lernen wird von Fanseite an anderer Stelle noch etwas sein, aber dazu später mehr und dies betrifft auch nicht allein die Haupt. In Sachen Unterstützung kam an diesem Tag jedenfalls von allen Seiten deutliche Zeichen – und hier möchte ich die Haupt einmal besonders erwähnen, denn der Support war von dieser Seite aus insgesamt ausgezeichnet und dürfte auch entsprechend angekommen sein, auf dem Platz und auf den anderen Rängen.

Die Mannschaft jedenfalls braucht sich um die Saisonplatzierung hinsichtlich der Reaktion der Fans keine Sorgen zu machen – ganz unabhängig von dieser wird die Unterstützung immer da sein und dies wurde hier wieder einmal wunderschön zum Ausdruck gebracht.

Und weil mir das Spruchband der HT-Oldtras zum Einlaufen der Mannschaft diesmal so besonders gut gefallen hat, habe ich es hier nocheinmal in einem Bild eingefangen. Die Tapete war ja ein wenig lang für ein photographisches Abbild aus so kurzer Entfernung, aber irgendwie habe ich es dann ja doch noch geschafft. Nochmals, klasse Aktion.

Natürlich kamen derartige Aktionen von allen Tribünen. Die Gegengerade, Süd und Haupt hatte ich in den Bildern zuvor schon gezeigt, hier sieht man dann auch die Nord – last but not least. Im ganzen Millerntor war schon früh zu spüren, daß die Mannschaft die volle Unterstützung erhalten wird und das dies am Saisonausgang nicht ausgemacht werden würde. Wir singen eben auch dann, wenn wir nicht gewinnen.

Wann auch immer das „jetzt“ sein mag, aber ab diesem Spieltag war dies jedenfalls nicht der Fall. Doch solange rechnerisch noch etwas möglich ist, brauchen wir ja auch noch nicht aufstecken. Der Glaube an die Mannschaft ist und bleibt ungebrochen und ebenso der Wille, diese bis zum letzten Spieltag und darüberhinaus zu unterstützen.

Die Voraussetzungen waren ja, wenn auch nicht gerade optimal, doch zumindest so schlecht vor dem Spiel auch nicht an diesem Tag. Flutlichtspiel, Dom, eine Mannschaft, die ebenso im unteren Bereich der Tabelle, wenn auch auf mittlerweile weitaus sicheren Platz, herumkrebst, da hätte ja etwas gehen können. Doch unsere Verletztenmisere wie auch die Niederlagenserie der letzten Zeit hatte nicht gerade für viel Optimismus verbreitet, wohl aber das „jetzt-erst-recht“-Gefühl, mit welchen die letzten Spiele anzugehen sind und auch dieses deutlich sichtbar auch angegangen wurde. Nur leider eben nicht mit dem gewünschten Erfolg, aber es kommen ja noch weitere Spieltage und möglich, wenn auch nicht gerade wahrscheinlich, ist ja noch alles. Verzweifelte Maßnahmen wie andere Vereine stehen bei uns jedenfalls nicht auf dem Programm…

Nicht verzweifelt, sondern aktiv ist diese politische Aktion, die eher als eine Ankündigung als ein Statement aufzufassen sein sollte. Zum Thema Rote Flora in Hamburg und weitere Aktionen dazu hier noch link zum Zeckensalon: http://zeckensalon.blogsport.de/2011/04/01/ergebnisse-des-maerz-salons/.

Eine andere Form von Rotem Protest gibt es ja auch noch in dieser Stadt – der Jolly Rouge ist und bleibt nicht kleinzukriegen. Seine Zeit ist auch nicht vorbei, er ist vielmehr nach wie vor erforderlich, wie man an den Aussagen der letzten Zeit merkt. Die Äußerungen des Alten Stamms auf der offiziellen Vereinsseite waren ja nicht das Einzige, was wir da zu lesen bekamen – mehr zu den aktuelleren Dingen hatte ich ja hier schon geschrieben: https://kleinertod.wordpress.com/2011/03/28/unkritischere-fans-gewunscht-meeske-mal-wieder/.

Leider hat es ein einziger Bierbecherwerfer – allerdings auch nur aus dem Grunde, weil er den Linienrichter getroffen hat – es geschafft, die Aufmerksamkeit von den sonstigen Mißständen, dem Tabellenplatz und auch dem Spiel abzulenken. Doch das Thema will ich später noch ausgiebig aufgreifen, ersteinmal berichte ich weiter von diesem Spieltag, damit die Ereignisse nicht alle unter den Tisch fallen und unbeachtet vergessen werden.

Auch dieser Spieltag hat das Millerntor schließlich in einer wunderbaren Stimmung von den Rängen voller Energie und Unterstützung der Mannschaft gezeigt – und auch auf dem Rasen ging so einiges vor sich, über die es zu schreiben bzw. sprechen gilt.

Das Millerntor stand jedenfalls unabhängig vom Ergebnis vollkommen hinter der Mannschaft und war eher zu emotional als das Gegenteil davon. In so einer Gänsehautkulisse ist die Ligazugehörigkeit nebensächlich, denn von der Liga selber kann man hier nicht auf die Stimmung auf den Rängen schließen.

Inwieweit dies bei den Gästen der Fall ist, dies kann ich nicht beurteilen, da ich nicht „auf Schalke“ war. Beurteilen kann ich aber das Auftreten der Gästefans am Millerntor, welche mit unsäglichen „Sch… St. Pauli“ Gerufe von Anfang an negativ auffielen. Später kam dann auch noch das für Gäste leider mittlerweile wohl als übliche Gezündel dazu, welches sich hier aber auch noch in negativer Hinsicht dadurch steigerte, daß Pyro auf das Spielfeld geworfen wurde. Allerdings war hier niemand in unmittelbarer Nähe und damit gefährdet, dennoch ein Unding. Mit absurder Folge: „Die Hamburger Fans werden immer aufgebrachter. Ordner müssen bereits während des Spiel bengalische Feuer wegräumen“ schreibt Sport1 in der Bildergalerie des Spieltages diese Sache indirekt nun auch noch dem FCSP-Anhang zu. Ganz erbärmliche Form von Journalismus – wahrheitsgemäße und differenzierte Berichterstattung ist aber auch anstrengend, das darf man einfach nicht mehr erwarten, oder? Den link zu der Bildergalerie findet man übrigens irgendwo in der Mitte des Berichtes unter http://www.sport1.de/de/fussball/fussball_bundesliga/artikel_373806.html.

Aber es gab auch positive Dinge vom Schalker Anhang zu berichten, so diese Choreo beim Auflaufen, die ich zwar aus ästhetischen Gründen nicht als wirklich gelungen, aber auch nicht als schlecht, sondern durchaus ansehnlich bezeichnen möchte. Auch im Heimbereich habe ich nur friedliche, wenn auch durchaus einige wenige reichlich penetrant-störende Gästefans erlebt – das Schalke-Rufen von einigen Einzelnen bei St.Pauli-Schlachtgesängen im Heimbereich war jedenfalls bewußt als provokante Störung gedacht und einfach nur nervend. Viele Schalke-Fans haben sich hier aber deutlich zurückgehalten und sind nicht weiter als Störfaktor im Heimbereich aufgefallen – die Jubelrufe waren ja nichts außergewöhnliches später, das gehört halt dazu. Daß mir ein jubelnder Heimbereich lieber gewesen wäre, dafür können die Schalker ja nichts. 😉

Im Abstiegskamof geht es für uns jedenfalls nur noch über den Kampf. Sicher, das Spielerische wird auch weiterhin dazu gehören, doch nur mit einer gehörigen Portion Einsatz und Kampf bis zum Letzten wird es möglich sein, noch irgendetwas in dieser Saison zu reißen. Und Einsatz möchte ich sehen, ganz unabhängig vom Ergebnis. Lieber mit vollem Elan verlieren, als ein Spiel irgendwie lustlos zu gewinnen – im Kampf um den Klassenerhalt funktioniert sowas jedenfalls gar nicht. Das hat die Mannschaft aber auch verstanden.

Wieder einmal großes Kino war das Auflaufen der Mannschaften. Die Haupt hatte eine schöne Choreo vorbereitet, genauer gesagt, soweit ich weiß, soll derartiges von den VIP-Plätzen organisiert worden sein. Wie das von der Ferne aussah, das kann ich hier natürlich nicht wiedergeben, schließlich saß ich mittendrin. Doch hier wurde es wunderschön eingefangen: http://www.stefangroenveld.de/sport/fc-st-pauli/die-haupttribune-beginnt-stark/.

Wunderkerzen sehe ich ja nicht als Pyro an, auch wenn man derartiges streng genommen darunter einorden könnte. Was ich aber absurd finde – von diesen Teilen geht keine Gefahr aus, nur wenn sie geworfen werden – dann gilt dies aber auch für andere Dinge – wie wir ja anderweitig miterleben mußten… Die Wunderkerzenarie beim Auflaufen der Mannschaften sah jedenfalls uneingeschränkt toll aus.

Nicht nur auf der Nord, auch von anderen Tribünen kam eine derartiges Wunderkerzenteppichleuchten. So schnell kann man immer gar nicht nach allen Seiten in den wenigen Augenblicken photographieren, wie man möchte. Vor allem nicht mit Pappe, Fahne und Kamera in zwei Händen… 😉

Die Lichter des Doms auf dem Heiligengeistfeld haben das wunderschöne Bild dann auch noch perfekt abgerundet. Von den äußerlichen Bedingungen war jedenfalls alles für ein wunderschönes Freitagsspiel der 1. Bundesliga getan.

Auch den einlaufenden Spielern dürfte dies aufgefallen sein. Nur leider entwickelte sich nicht das von uns erwünschte Spiel, eher das befürchtete. Viele Torchancen gab es für uns jedenfalls im ganzen Spiel dann nicht – wohl aber einen tollen Einsatz.

Zu diesem Zeitpunkt war aber das, was später kommen sollte, noch keinem auch nur als vage Ahnung bewußt. Logischerweise. Vielmehr waren alle freudig erregt und wareteten gespannt auf den Anpfiff.

Ein Feuerwerk gab es dann leider auch, nur eben nicht auf dem Rasen. Der Schalker Anhang zündelte wiederholt im und außerhalb des Blockes. Doch bei in den Block hineingehenden Ordern, die das herumliegende Pyro einsammelten, blieb es von Schalker Seite lobenswert friedlich und entspannt. Mein Kompliment für dieses Verhalten gegenüber den Ordnern. Nicht so schön war allerdings das Verhalten gegenüber unseren Spielern – hier flogen schon in der 1. Halbzeit, als es auf den anderen Tribünen derartiges noch nicht gab, volle Bierbecher, Feuerzeuge und anderes in Richtung der auf die Eckfahne zulaufenden Boys In Brown. Was wir auch schon bei vielen Spielen von den Gästefans miterleben mußten, an diesem besonderen Spieltag aber auch einer gewissen Erwähnung bedarf.

Das 1:0 durch Raul fiel nach einer Ecke und war doch sehr schön mitanzusehen. Auch wenn es weh tat aus FCSP-Sicht. Mit diesem Spieler haben sich die Schalker wahrlich ein Juwel in ihre Reihen geholt. Nicht so toll hingegen das, was von Astra-Seite in diesen Tagen gekommen ist. Damit will ich jetzt nicht auf den halbvollen Astra-Becher anspielen, der später zu dem unrühmlichen Ende der Partie führte, sondern auf die sexistische Werbung, die derzeit von Astra-Bier gefahren wird und die Reaktionen auf Proteste Einzelner dagegen – nachzulesen bei Momorulez http://metalust.wordpress.com/2011/03/31/astras-angrabbel-apell/ und insbesondere in den Kommentaren dazu. Wirklich lesenswert!

Zwar nicht in Sachen Sexismus, wohl aber auf die Geschlechter spielt dieses Banner an mit einer eindeutigen Aussage dahingehend, die nicht weiter erläutert zu werden braucht. Wer damit ein Problem hat, sollte sich überdenken, warum er oder sie zum FCSP kommt. Leben und lieben lassen – wie traurig, daß etwas derart eigentlich vollkommen selbstverständlich dies noch immer nicht in der gesellschaftlichen Realität ist. Ich für meinen Teil verstehe bis heute nicht, womit die Leute hier eigentlich ein Problem haben.

Das Spruchband nebst Hintergründe wird hier näher erläutert: http://sanktpaulimafia.blogsport.de/2011/04/03/spruchbanderklaerung-fcsp-schalke/. Und nochmals: Wunderkerzen sehe ich nicht als Pyro an, gegen die man im Stadion vorgehen sollte (solange die Teile eben nicht geworfen werden, was ja nicht der Normalfall ist). Vielleicht wäre eine entsprechende Klarstellung in den DFB-Regularien in diesem Punkt ja mal angebracht, ganz nebenbei bemerkt.

Manche Sprüche bedürfen einer gewissen Erläuertung, andere wiederum verstehen sich von selbst – und bei weiteren bleibt man einfach mit einem Fragezeichen im Kopf stehen. Ging mir bei diesem Spruch so. Naja, alles muß man auch nicht verstehen…

Dieser Spruch hingegen dürfte den Lesern, die sich mit der link-Erläuterung zum Wunderkerzen-Spruch etwas weiter oben beschäftigt haben, in seinem Sinngehalt aufgehen, so daß ich dazu nichts weiter schreibe.

Das Spiel auf dem Rasen nahm in der zweiten Halbzeit dann endültig einen absurden Verlauf, wie ja allgemein bekannt sein dürfte. Inwiefern es sich nun um Fehlentscheidungen handelte oder nicht bei den Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns, dies will ich jetzt auch nicht weiter diskutieren. Im Stadion habe ich weder eine Abseitsstellung bei dem nicht gegebenen Ausgleich, wohl aber eine sehr rasch erhobene Fahne des Schiedsrichterassistenten gesehen, die nahezu zeitgleich mit dem Schuß auf das Tor gehoben wurde – inwiefern dies nötig war oder berechtigt, das entzieht sich meinem Verständnis, bei den ganzen Fehlentscheidungen, die ich deutlich gesehen habe, wollte ich an eine korrekte Entscheidung hier jedenfalls nicht glauben und war wie der Rest der Zuschauer sauer. Daß im direkten Gegenzug dann das entscheidende 0:2 fiel, kann man einer gewissen Konzentrationsschwäche, die ich aber aus emotionalen Gründen nachvollziehen und damit entschuldigen kann, bei unseren Boys In Brown zuschreiben. Zählt ja so gesehen eh nicht, das Spiel dürfte ganz unabhängig von den Toren ja mit 0-2 gewertet werden. Brauchen wir uns darüber also auch nicht weiter aufzuregen.

Auch nicht über die Gelb-Rote (genauer gesagt, über beide Gelbe) und die Rote Karte, die zwei von unseren vier verbliebenen Verteidigern für wahrscheinlich mindestens ein Spiel aus dem Verkehr ziehen werden. Glaube ich zumindest, denn wenn diese Karten wegen des Spielabbruchs ja eigentlich nicht zählen, so dürfte die Strafe sicherlich trotzdem noch mit irgendeiner Begründung ausgesprochen werden, schon um einer etwaigen Bevorteilung durch den Spielabbruch entgegenzuwirken. Für mich war das Tackling vor der Gelb-Roten kein Foul und damit kein Platzverweis, ebenso war die Rote Karte „nur“ ein Foul, wie es von Schalke etwas vorher auch gemacht und mit Gelb bestraft wurde – hier zweierlei Maß anzulegen war irgendwie typisch für den nicht souveränen Auftritt des gesamten Schiedsrichtergespanns. Doch das, was da von Publikumsseite abging, das wird dadurch nicht entschuldigt, nur erklärt, da man sich eben gehörig über diese Entscheidungen aufregte.

Insebsondere in der Häufung der spielentscheidenden Szenen mit den dazugehörigen Entscheidungen kochte das Blut hoch. Und was da für Becher überall im Stadion geworfen wurden, das war wirklich in negativer Hinsicht beeindruckend. Und habe ich in diesem Ausmaß auch noch nicht am Millerntor erlebt, denn das war wirklich noch schlimmer als bei irgend einem anderen Spiel. Ich will die Werfer insgesamt genausowenig verdammen, wie ich die Haupttribüne für den entscheidenden Bierbecherwurf verurteilen möchte – von dieser Tribüne kamen jedenfalls die mit Abstand wenigsten Wurfgeschosse. Wer also auf irgendwelche VIPs schimpfen möchte in diesem Zusammenhang, der verleugnet die anderen Werfer und auch die Fakt, daß der Becher von einem der normalen Sitzplätze aus geflogen kam. Auf der anderen Seite, von mir aus gesehen, deshalb kann ich dazu nichts weiter schreiben, habe das auch alles nicht mitbekommen.

Was ich hingegen gesehen habe, das war das erneute Werfen von Pyro auf das Feld durch die Schalker. Wie man sich derartig daneben benehmen kann, wenn man ein Spiel am Gewinnen ist, kann ich so gesehen auch nicht nachvollziehen. Aber es wurde hier auch nicht auf einen Menschen geworfen, insofern möchte ich das jetzt auch nicht weiter vertiefen. Die Probleme gab es in diesem Spiel eindeutig von unseren Rängen aus, denn von hier hat sich eine Gefahr – die beim Werfen von Gegenständen – durch den Treffer des Linienrichters in einen Schaden verwirklicht.

Großartig war jedenfalls, wie das You Never Walk Alone angestimmt wurde, nachdem durch die beiden Platzverweise und das 0-2 die Niederlage in diesem wichtigen Spiel feststand. Keiner schien sich an diesem Tag vorzeitig durch ein Verlassen des Stadions abwenden zu wollen, wie man es vereinzelt in dieser Saison leider ja schon erleben mußte. An diesem Spieltag habe ich eine geschlossene Kulisse gesehen, die die Manschaft bis zum Schluß unterstützen wollte. Bis, ja bis eben jener Becherwurf kam, der in negativer Hinsicht Geschichte geschrieben hat. Spielabbruch aufgrund eines Treffers eines Linienrichters – und das am Millerntor. Tragisch, wie sich die Unterstützung der Mannschaft und die eigentlich positiv-supportenden Gefühle auf den Rängen hier negativ verdeutlicht haben. Das Werfen von Gegenständen ist unabhängig von einem Treffer eine Unsitte. Gerade auf der Haupt sollte dies unterlassen werden, da schließlich in vorderster Front die Rolli-Plätze stehen und diese Menschen sollte man dort ja nun wirklich am allermeisten schützen und nicht auch noch durch solch einen Unsinn gefährden.

Allerdings darf man auch nicht vergessen, daß der Werfer des Bechers seinen Emotionen freien Lauf gelassen und nicht etwa ein menschenverachtendes Bild nach Außen verdeutlicht hatte, jedenfalls kann ich zwingend daraus einen solchen Schluß nicht auf derartige Beweggründe ziehen. Viele Anhänger des Vereins verurteilen den Werfer auf das Schärfste, was für mich eher wie ein Ablenken von dem Problem, das wir hier am Millerntor haben, wirkt. Es sollte doch nicht das Entscheidende sein, daß hier EIN Werfer einen Menschen getroffen hat, sondern daß es viele Werfer am Millerntor an diesem Spieltag gibt, die sich hier besser im Griff haben sollten. Schlimm ist ja hier allein die Handlung des Werfens, nicht die dahinterstehende Emotion. Wer sich jetzt in wilden Bestrafungsphantasien ergeht, der wird nichts positiv verändern können. Bei Momo habe ich zum Tehma kommentiert:

„Vorauseilender Gehorsam im Nachhinein kann weder das Geschehene rückgängig machen, noch wird eine Wiederholung verhindert. Das emotionale Aus-sich-Herausgehen ist ja gerade am Millerntor auch in Formen notwendig, die nicht in vorgeschriebenen Bahnen verlaufen – wohl aber sind diejenigen Grundübereinstimmungen zu beachten, die sowohl unsere Fanszene kulturell vorgeben als auch der gesunde Menschenverstand in einer Gesellschaft. Bierbecherwürfe passen da genausowenig wie das Verteufeln von abweichendem Verhalten als solchem.

Für Gefühlsausbrüche und Auswüchse in negativer Hinsicht habe ich ein gewisses Verständnis, nicht aber für das Zutagetreten von sexistischen, rassistischen, homophoben oder sonstigen menschenverachtenden Einstellungen – letzteres erzeugt bei mir in keinem Fall Verständnis. Verständnis und Entschuldigung darf man natürlich nicht ansatzweise verwechseln, das nur am Rande angemerkt. Bei all dem angesprochenen Dingen gilt aber, daß der Mensch an sich ja vernunft- und damit lernbegabt ist bzw. sein sollte – und daher Fehlverhalten abzustellen in der Lage sein müßte. Wer hier an sich arbeiten möchte, den würde ich als solchen nicht gleich für alle Zeiten vom Millerntor entfernt sehen. Durch eine harte Bestrafung des Werfers wird jedenfalls kein Problem gelöst – vom Befriedigen psychologischer Bedürfnisse der nicht reflektierenden Masse einmal abgesehen.“

Nachzulesen zusammen mit seinem Text davor hier: http://metalust.wordpress.com/2011/04/03/shifting-reality-ist-wieder-da-alter-bolschewik-uber-die-geschichte-linker-bewegungen-und-ich-anlasslich-dessen-uber-den-autoritaren-charakter/.

Noch eine gefühlte Ewigkeit standen die Fans verdattert nach dem vorzeitigem Abpfiff auf den Rängen und starrten auf den nur noch von Schalker Spielern besetzten Rasen, die nicht so recht in Feierlaune waren und ebenfalls eher verblüfft zu einem Dank an die mitgereisten Fans nach einiger Zeit kurz zu diesen gingen.

Fassungslosigkeit. Leider kein Aprilscherz, sondern bittere Realität. Über etwaige Konsequenzen will ich hier jetzt keine Gedanken anstellen, dies wird der DFB schon noch früh genug entscheiden.

Nach einem gemeinsamen Verdauen der Ereignisse vor der Domschänke in der Runde von Bloggern und anderen lustigen Fans klang der Abend dann doch noch irgendwie schön aus und es wurde auch wieder gelacht. Unterkriegen lassen wir uns ja auch davon nicht. Nur war es schon abstrus.

Genauso bizarr war dann aber auch mein Heimfahrt, kaum stieg ich an der Station St. Pauli in die U3, mußte ich schon etwa ein Dutzend Heranwachsender ertragen, die auf einen eher nebenbei gerufenen „Hamburg ist Braun-Weiß“ erst mit Pro-HSV und Absteiger-sprüchen reagierten, um dann als negative Krönung des Tages auch noch das U-Bahn-Lied anzustimmen. Da es nicht nur von mir, sondern auch noch von anderer Seite umgehend Reaktionen gab, verstummten diese Idioten glücklicherweise schnell – besonders gehoben hat das meine Laune an diesem Abend aber auch nicht mehr.

P.S.: Es gibt viele lesenswerte Meinungen zu diesen Spieltagsthemen, einen Beitrag will ich hier einfach nicht unterschlagen: http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=5602.

40 Comments

  1. Wie immer sehr schöne Fotos. Danke dafür!

    • Danke für das feedback. War ja in vielerlei Hinsicht an sich auch ein schöner Spieltag, es gab jedenfalls einiges schöne einzufangen. Leider nicht allein dies.

  2. Wieder einmal sehr stimmungsvolle Bilder, die man so leider von der Gegengerade aus nicht machen kann. Bei Flutlichtspielen vor der Domkulisse sollte ich mich nächstes mal vielleicht um eine Karte auf der HT bemühen, solange man über die Gegengerade noch gucken kann.

    Auch schön, mal in andere Bereiche hineinsehen zu können, ich war ja noch nie auf der neuen Haupt. Da ein Freund sich gerade sehr positiv über einen Stadionrundgang äußerte, werde ich das demnächst wirklich mal machen.

    Die Choreo fand ich gelungen – und sehr überraschend. Hab ich mich tierisch drüber gefreut, weil ich mich in der Meinung bestätigt sah, dass auch die Business Seats St.Pauli supporten. Dieses mal nicht nur durch ihre Kohle. Leider darüber ganz vergessen das zu fotografieren.
    Ich hab mich nur gefragt, wer das organisiert hat, aber letztlich ist das egal. Den Spruch mit Sorry for puking auf der Süd hab ich übrigens auch nicht verstanden. Tante google weiß auch nichts.

    Wunderkerzen sind kein Sprengstoff. Das hätte vorher mal jemand unseren Ordnern erklären müssen. Bei uns gab es lauthals Diskussionen über zwei Packungen Wunderkerzen, weil sich erst jemand bei seinen Kollegen erkundigen musste, ob das gestattet ist. Der Gästeblock hatte dann ja, wie gewohnt, noch ganz anderes Spielzeug.

    Ohne den Becherwerfer wäre das Spiel in die Annalen der Gänsehautmomente eingegangen, trotz der Niederlage. Aber man darf auch nicht vergessen, warum das so ist. Weil wir uns ungerecht behandelt gefühlt haben, und weil wir uns dagegen gewehrt haben. Die Boys in Brown auf dem Platz und wir auf den Rängen, jeder mit seinen Mitteln. Auch darum war das You’ll Never Walk Alone so unglaublich intensiv, dass mir beim singen das Wasser in die Augen schoss.
    Mancher übertreibt es leider bei der Wahl seiner Mittel, auf dem Platz und auf den Rängen. Das ist beim Fußball so, das kenne ich seit 40 Jahren nicht anders, auch nicht beim FC St.Pauli.

    Wer ernsthaft glaubt, wir hätten 22.000 antifaschistische, antirassistische, nicht sexistische, nicht homophobe und immer völlig politisch korrekt handelnde und denkende Fans, der lebt in irgend einer komischen Traumwelt. Auch bei uns gibt es Vollpfosten, die mit irgend etwas schmeißen müssen, dass ausgerechnet ein Becher von der Haupttribüne getroffen hat war reiner Zufall. Ich glaube noch nicht einmal, dass der wirklich treffen sollte, wenn ich mir die Entfernung ansehe. Das war irgend ein gefrusteter Idiot der das Ding gedankenlos nach unten gefeuert hat. Und jetzt sind wir auf einmal die Idioten?
    Denk ich ja gar nicht dran.

    Hinter mir stand diesmal auch ein Idiot, der unbedingt dämliche Kommentare in Richtung Bibiana Steinhaus absondern musste, den Text erspar ich mir hier. Er bekam ein paar passende Antworten aus seinem Umfeld und war danach ruhiger. Ein Sexist! Hilfe!
    Ja, ein Idiot. Gibt es, überraschend, auch am Millerntor. War der erste in meinem Umfeld seit mindestens 20 Heimspielen, mit dieser Quote kann ich leben, vor allem wenn ich merke, dass es immer noch mehr Leute gibt, die sich dagegen wehren.

    Man muss lernen mit Idioten zu leben, überall, man darf ihnen nur nicht das Feld überlassen.

    • Ersteinmal vielen Dank für diesen ausführlichen und guten Kommentar. Ich habe selber etwas Zeit gebraucht, um auf diesen so einzugehen, wie ich es bei diesem angemessen finde, nämlich mit ein wenig Zeit.

      Von der HT ist der Blick auf die anderen Tribünen und auch den Dom schon etwas besonderes, allerdings schaut man eh die meiste Zeit nicht auf den Dom… 😉 Lohnt sich aber immer, wenn man auch die anderen Bereiche des Millerntors erfahren kann. Die Idee mit dem Saisonticket zum Herumhoppen in allen Bereichen finde ich wirklich ausgezeichnet und sollte mal der Vereinsführung schmackhaft gemacht werden. Die Frage ist nur, ob wir dafür nicht besser einen anderen Zeitpunkt wählen, da stehen ja ganz andere Dinge (leider) auf der Agenda. Die Strafe für Bartels ist ja schon ausgesprochen worden – übertrieben, wie ich finde. Da sieht man schon, was noch auf den Verein zukommen wird – eher schlimmer als befürchtet als irgendetwas anderes, nehme ich mal an.

      Schade, daß der eine Treffende – Werfer gab es ja überall und am wenigsten auf der Haupt, so wie ich das mitbekommen habe, das zählt ja aber nicht – an diesem Spieltag nicht nur den Verein und die Fanszene, sondern eben auch im besonderen die Haupttribünen-Fans in Mißkredit gebracht hat. Dabei haben wir es mit den neuen Tribüne besonders schwer, uns positiv zu artikulieren. Mit den VIP-Bereichen bestehen ja nahezu keine Berührungspunkte, was gemeinsame Aktionen sehr schwer macht. Aber es geht ja doch, irgendwie. Wie genau, das habe ich selber nicht verstanden. Schön sahen die Bilder jedenfalls aus, die ich gesehen habe. Aber auch von der Laustärke kam da halt sehr viel an diesem Tag. Ich hoffe mal, daß dies Ereignis keine Hemmung in Zukunft bewirken wird, wo es doch gerade in den letzten Spielen immer besser bei uns wurde.

      Weder das mit dem einen Banner noch die Ansicht der Polizei bei den Wunderkerzen muß man verstehen. Aber man sollte vielleicht mal darauf hinwirken, daß explizit Wunderkerzen erlaubt werden, auch vom DFB, um die immer wieder auftauchenden Mißverständnisse von vorneherein auszuräumen. Nicht als Wurfgeschoße, wohlgemerkt. Das hat aber mit den Wunderkerzen als solches nichts zu tun – die sehen zum Glück auch nur in der Hand gut aus, geworfen gehen sie vollkommen auf dem Boden unter (glücklicherweise…).

      Sehr schön finde ich Ihre Ausführungen zu den Gänsehautmomenten und dessen Gründen. Es sind ja gerade diese intensiven Gefühle, dieser Enthusiasmus auf den Rängen, der das Millerntor so herausragend macht in einer sonst viel zu brav-cleanen Stadionlandschaft. Genau hier sind aber wohl auch der Neid und die Ängste zu suchen, die von anderer Seite und auch dem DFB den FCSP-Fans gegenüber immer wieder deutlich werden – die wollen einfach „cleane“ Fans, wie man beim DSF-Doppelpaß auch merken konnte. Da sprach doch glatt einer (wer auch immer) von einer angeblich nötigen, deutlichen Strafe und begründete das mit „Hygiene“. Abstoßender Einsatz dieses Wortes in so einem Zusammenhang! Die sehnen sich meines Erachtens nach leblosen Stadien, in denen stille auf Befehl Klatsch-Zombies sitzen, deren höchste emotionale Regung ein leichter Torschrei ist… Da sind wir denen wohl offensichtlich ein Dorn im Auge und nun haben diese Leute endlich eine Gelegenheit, auf uns einzuschlagen und mit Strafen bzw. dem Schrei danach auf unsere Fanszene einzuwirken.

      Ich sehe hier die Notwendigkeit, derartige Bestrebungen entgegenzuwirken, gleichsam aber dafür zu sorgen, daß jegliches Werfen von Gegenständen nach Möglichkeit unterbleibt. Aber eben nicht die tollen Emotionen, das ungezügelte, das leidenschaftliche. Das will ich weiter am Millerntor sehen, auch wenn so viele das nicht abkönnen. Doch das ist unser Stadion. Und wir müssen – so oder so definitiv – einen Weg finden, wie wir eine interne Lösung finden. Werfer durch direkte Ansprache ihre Dummheit deutlich machen, durch Diskussion schon im Vorfeld darauf einwirken, und so weiter – aber eben nicht die dahinterstehenden Emotionen zu zügeln versuchen.

      Ich will weder den Idioten das Feld überlassen noch den „Hygiene“-Fanatikern – beide würden aus dem Millerntor eine Ruine machen, denn unsere Fanszene braucht beides nicht.

      • Die angeblich nötige, deutliche Strafe werden wir bekommen, ich fürchte ein Exempel. Lässt ich ganz besonders gut an den unbequemsten Fans statuieren. Außerdem gibt es ja den überall erwähnten Präzedenzfall, daher gehe ich davon aus, dass ich mir eine der letzten zwei Karten einrahmen kann. Zurückschicken werde ich die in dem Fall nicht, das Geld geht als Spende an den Verein.
        In diesem Zusammenhang von „Hygiene“ zu sprechen ist absolut ekelhaft, würde mich interessieren, wer sich da mit dunkelbraunem Jargon hervorgetan hat. Scheiß DSF gilt noch immer.

        Lassen wir die Ereignisse auf uns zu kommen, wird noch genug Stoff für Diskussionen bieten fürchte ich.

        • Ein Exempel befürchte ich auch. Es stellt sich für mich trotzdem die Frage, weswegen genau eigentlich?

          In jedem Fall ist JEDER Wurf eine Dummheit – nicht nur die des Bechers, der eben mal getroffen hat. Hätte schon früher passieren können, bislang ging das eben immer „gut“. War aber nie gut. Es sind immer gefährliche Dummheiten, die nicht sein dürfen – aber bei einem Becherwurf von einem gezielten Angriff sprechen, da hört es bei mir mit dem Verständnis dann auch auf. Mit einem Becher kann man ja kaum vernünftig gezielt werfen – der Inhalt bewegt sich ja während des Fallens und verändert die Flugbahn, leert sich bekanntlich zumeist auch vorher.

          Nur jetzt daraus gleich einen „menschenverachtenden“ Angriff zu machen, am besten noch gleich einen Mordversuch, das geht genauso weit über das Ziel hinaus wie das mit der „Hygiene“-Begründung.

          Ja, das Werfen von Gegenständen ist schlimm und gerade dann, wenn der Becherwerfer identifiziert wurde, ist eine Strafe, die man an den Verursacher weiterreichen kann, gut und sinnvoll. Aber warum dann noch den Verein stellvertretend bestrafen? Für die anderen Würfe, okay, aber nicht für diesen einen Treffer. Dazu braucht ein keine Strafen, die nicht direkt den Verursacher treffen.

          Mal von den Strafexzessen, die ich da befürchte, abgesehen: was wir brauchen, das ist ein Konzept, wie wir das Werfproblem bei uns in den Griff bekommen. Eine Abkehr von den gerade eingeführten Umweltbechern muß wohl leider sein, denn die sind da gefährlicher als die Einwegbecher. Netze werden nicht helfen, kleine Sachen fliegen durch und die Beeinträchtigung ist enorm (nur vielleicht absichtlich von obigen Leuten gewünscht). Aufklärung intern, Sensibilisierung der Leute und dergleichen wäre sinnvoll.

          Und meine Karte(n) gebe ich auch nicht zurück, das war mir von Anfang an klar. Dieses Beispiel sollte definitiv Schule machen. Echte Fans werfen nicht mit Bechern, sondern mit einer kleinen Geldspende im Angesicht einer solchen Krise nach dem Verein…

          • Die Kampagne gegen Bierbecherwürfe gibt es schon seit 2008, inklusive Flyeraktion etc etc., ich habe da auch finanziell unterstützend realnamentlich teilgenommen, soll heißen, das Thema bewegt mich nicht erst seit dem 1. April.
            Erfolg: null.

            Selbstreinigungsprinzip: kann nur funktionieren, wenn eine Mehrheit dafür einsteht. Sieht nach der Entwicklung in den letzten Jahren nicht mehr danach aus, durch Bagatellisierung wird es auch nicht besser.

            Stadionordnung: wird offensichtlich nicht mehr ernst genommen, das Stadion wird als emotional bedingt rechtsfreier Raum betrachtet. Versucht der Verein, die Stadionordnung den Fans gegenüber durchzusetzen, schallt der Ruf nach Fanrechten und gegen Repression.
            Meldet man einen Bierbecherwerfer bei einem Ordner, ist man schnell ein Denunziant.
            Engagiert man sich gegen Bierbecherwürfe und Pyro, ist man flugs zum „Drecksspießer“ mutiert.
            Persönliche Ansprachen bei Fehlverhalten werden abgebügelt mit einem knackigen „Halt doch die Fresse“ oder einem „Was willst Du überhaupt?“.

            Was genau stellen Sie sich ein Konzept vor, das nicht nach dem Muster „Claude-Kevin, nun lass doch die Mutti mal in Ruhe lesen“ fuktioniert?

            • Von der Existenz der Flyeraktion und auch dem absurden Werbegegenspiel seinerzeit weiß ICH zwar, doch glaube ich nicht, daß hier wirklich viele schon erreicht wurden. Man könnte dies noch weiter betreiben. Ob es viel bringt, vermag ich nicht zu sagen, aber es wäre definitiv ein Zeichen, das, gerade jetzt, bei vielen vielleicht mit dem Aha-Effekt Wirkung erzielen könnte.

              Wie die Entwicklung in den letzten Jahren aussieht, das wird mir von Spiel zu Spiel in dieser Saison leider auch in negativer Hinsicht bewußt. Allerdings habe ich solche Sachen, wie die, die derKiesel in seinem aktuellen Blogeintrag schreibt, noch nicht selber wahrgenommen. Es ändert nichts daran, daß es mich schockiert: http://derkiesel.wordpress.com/2011/04/03/schwarzer-freitag/ Vielleicht ist weniger die neue Liga, als vielmehr das große Problem, überhaupt an Karten zu kommen, Grund für diese Entwicklung. Es ist ja leider kaum möglich, daß sich eine schon bestehende Bezugsgruppe erweitert durch Mitnahme interessierter Begleiter – vielmehr kommen (nicht nur, aber eben auch) neue Leute ohne jeden Bezug hinein, die ihre Kenntnisse von der FCSP-Fanszene über die Medien erworben haben und die man schwer erreichen kann. Diesen Kampf möchte ich aber nicht als verloren ansehen, den gilt es vielmehr weiter aufzunehmen. In meinem Umkreis kann ich letztlich nur machen, was mir möglich ist – andere Bereiche des Stadions erreiche ich nicht.

              Von einem Aufspielen der Fans als „Blockwart“ oder Hilfsermittler halte ich aber auch nichts. Also nicht in dem Sinne, daß die Mitfans beobachtet werden, damit etwaiges Fehlverhalten den Behörden / Ordnern gemeldet werden kann. Das würde eine katastrophale Wirkung auf das Ambiente haben. Mit persönlichen Ansprachen kann man in vielen Fällen mehr erreichen – für den Rest kann man immer noch die Ordner holen. Und wenn etwas passiert und man etwas mitbekommt, dann ist man eh Zeuge, ob man will oder nicht, und zur Aussage verpflichtet. Der Bereich ist aber sehr sensibel wegen der in diesem Absatz genannten anderen Geschichte, so daß man im Einzelfall immer behutsam vorgehen sollte. Weder unverbesserliche Störenfriede noch übereifrige Denunzianten tun der Fanszene gut – Stille und Wegschauen aber genausowenig. Auf das korrekte Maß im Einzelfall kommt es an.

              Und Einwegbecher dürften schon eine Menge bringen – die waren einfach nicht so eine Gefahr wie die neuen Mehrwegbecher. Traurig, aber wahr. Hier kann der Verein zumindest etwas machen.

            • Ich bitte um etwas weniger inflationären Umgang mit dem Wort Denunziaton. Diese Begrifflichkeit beinhaltet auch die Verfolgung eigener Vorteile, einen Versuch einer Besserstellung zu Lasten eines anderen, motiviert unter anderem durch Neid, Rache und Mißgunst und ist eindeutig belegt durch Entnazifizierung, DDR-Spitzeltum und politische Verfolgung in Diktaturen. Ich finde es eine Unverschämtheit, jemanden im Stadion des Denunziantentums zu bezichtigen, wenn der sogenannte Selbstreinigungsprozess mit einfachen Ansprachen nicht mehr funktioniert.

              Denunziation -und das wissen Sie sicher- wird nicht „bei exekutiven Handlungen der Polizei oder anderen Verfolgungsbehörden ordentlich regierter Staaten in bestimmungsgemässer Gesetzesausübung im Rahmen der Straf- oder OWI-Verfolgung“ verwendet und der Verstoß gegen eine Stadionordnung ist ja sicher kein Spaß im rechtsfreien Raum. Die Ordnung, die jeder mit dem Kauf einer Karte anerkennt.

              Und wenn die von Ihnen favorisierte „Beobachtung“ nichts bringt (und das tut sie seit mehreren Jahren nachweislich nicht, weil die Becherwürfe und auch die homophoben, rassistischen Sprüche zunehmen), dann ist Handlung gefragt.

            • Was die Verwendung dieses Wortes betrifft, so habe ich meines Erachtens genau den richtigen Ton und auch den korrekten Zusammenhang gewählt. Wir brauchen keine Fanüberwachung von jeglichem abweichenden Verhalten als Exzeß – das wäre keine Selbstreinigung, sondern vielmehr Selbstmord der Fanszene. Ohne ein gewisses grundsätzliches Vertrauen in die Vernunft unserer Mitfans, das erst im konkreten Einzelfall durch Widerlegung eine Reaktion erfordert, kann es nicht gehen.

              Für mich stellt sich die Frage, ob wir gegen Fehlverhalten intern in letzter Zeit ausreichend vorgehen – wobei ich die Gesamtheit meine – und was wir daran ändern können. Vielleicht reden wir einfach nicht mehr genügend miteinander beim Spiel – das Schreiben in Foren oder sonstwo ersetzt das persönliche Gespräch ja nicht.

            • Was bitte ist denn die vielgepriesene Selbstreinigung anderes als Fanüberwachung? Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, als die Fans aktiv die Stadionordnung, auf man stolz war (dieses Wort ebenso bewusst verwendet) und man mehr Zeit darauf verwendet hat, die Umgebung auf Typen zu checken, die rechtes Gedankengut, homophobe Sprüche und ähnliches absonderten und „Ansprachen“ zu starten, als das Spiel zu beobachten?

              Und was bitte tun Sie, wenn all Ihre wohlerzogenen Ansprachen scheitern? Achselzucken, umdrehen, weiter Spiel gucken? Und wenn Sie auf Ordner treffen, die einfach keinen Bock haben, der Sache nachzugehen, weil es ja eine Bagatelle ist? Oder sie schlichtweg nicht interessiert? Gehen Sie dann weiter zum Ordnerchef oder zum Sicherheitschef und „denunzieren“ dort dann die untätigen Ordner?

              Nein, Herr kleinerTod, über „Denunziantentum“ gibt es bei mir -und anderen- keine zwei Meinungen, das ist in diesem Zusammenhang inakzeptabel.

              Und so lange nicht eine einzige praktikable Idee kommt, wie diese „Selbstreinigung“ aussehen soll, sind das alles nur Worthülsen. Sowohl von Fanseite als auch von Vereinsseite.

            • Auf die von Ihnen behauptete Art und Weise habe ich das Wort „denunzieren“ nicht verwendet. Das hat mit Meinungsakzeptanz nichts zu tun, sondern mit Verständnis. Bevor Sie mir da irgendwelche Vorwürfe machen, lesen Sie doch bitte in Ruhe nochmal meine entsprechenden Texte. Das Gegenteil steht dort: „Mit persönlichen Ansprachen kann man in vielen Fällen mehr erreichen – für den Rest kann man immer noch die Ordner holen. Und wenn etwas passiert und man etwas mitbekommt, dann ist man eh Zeuge, ob man will oder nicht, und zur Aussage verpflichtet.“ Eine enstprechende Mitwirkung wie auch Einbindung von Ordnern habe ich nie grundsätzlich abgelehnt und verbitte mit eine solche Unterstellung.

              Fanüberwachung und Selbstreinigung sind zwei verschiedene Sachen. Die grundsätzliche Stoßrichtung ist eine andere. Verstöße, die man mitbekommt, gehören nit einer Reaktion belegt – und wenn man etwas mit dem Auge wahrnehmen kann, macht dies das bloße allgemeine Hinschauen noch nicht zur Überwachung. Doch dann, wenn man prinzipiell das Schlechte annimmt und die „noch nicht auffällig gewordenen Verbrecher in spe“ als solches beobachtet, richtet man mehr Schaden als, als derartig dann tatsächlich im Einzelfall zutage tretendes Fehlverhalten anrichten könnte.

              Eine „praktikable Idee“ wird hier niemand aus der hohlen Hand schütteln – dies als Voraussetzung für eine Diskussionsbeteiligung zu fordern übersteigt für mich jedes Maß. Eine Totalüberwachung von Fanseite aus zu installieren würde ich aber für einen schlimmen Irrweg halten, weswegen ich mich dagegen ausspreche. Das wäre keine Lösung, sondern nur eine Verschlimmerung.

              Davon abgesehen habe ich bereits einen Vorschlag abgegeben, ohne daß ich mich damit endgültig aus der Sache herausziehen möchte: aktiv werden und BLEIBEN. Das mit der Flyeraktion sollte meines Erachtens neu aufgegriffen und forciert werden. Keine endültige Lösung des Problems, klar, aber das gibt es eh nicht. Dessen sollte man sich bewußt sein in dieser Diskussion.

            • Dass Sie das Wort denunzieren nicht in diesem Zusammenhang verwendet haben, ist schon klar, nur ist dieses Wort nicht nur mich, sondern auch viele andere, mit diesen Zusammenhängen untrennbar verknüpft.

              Allerorten erheben Gruppen Anspruch auf Respektieren ihrer Befindlichkeiten, sei es das Recht auf Folklore, das Recht auf schrankenfreies Emotionsausleben usw. usf., ich habe nun eben diese extreme Befindlichkeit, was die Verwendung des Wortes „Denunziation“ angeht. Das hat seine Ursache in der Familiengeschichte und ich werde das auch nicht weiter beleuchten, sondern erbitte mir nur, da etwas vorsichtiger vorzugehen.

            • Wenn Sie persönlich mit dem Wort etwas verbinden, dann kann ich Ihre Bedenken verstehen und will es Ihnen gegenüber nicht weiter gebrauchen. Darauf hatte ich an anderer Stelle ja schon hingewiesen, daß mir derartige individuelle Einschläge nicht unwichtig sind.

              Unabhängig vom verwendeten Wort – meine Worte gelten als solches aber ja fort. Ich will keinen Überwachungsfanstaat.

            • Wie gesagt, ich verbinde persönlich etwas damit, finde aber die Definition bei wikipedia auch losgelöst von eigenen Prägungen sehr verständlich, warum da im Umgang mit diesem Wort etwas mehr Umsicht angebracht wäre.

              http://de.wikipedia.org/wiki/Denunziation

              Vielen Dank für die interessante Diskussion, man darf gespannt sein auf den weiteren Verlauf „draußen“.

          • Ergänzend: http://stpauliforum.de/viewtopic.php?t=44442&postdays=0&postorder=asc&start=0

            Aus diesem Thread ersieht man sehr schön, wie sich alles im Kreis dreht.

  3. Ich bin froh, dass Du die Spruchbänder so toll zeigst und erklärst – dann kann ich die anderen Bilder zeigen 🙂

  4. sehr schöner bericht! sag mal, magst du mir das foto von der tapete für senor raul schicken? die ist auf meinem „mist“ gewachsen und war in der tat erfolgreich. 😉 mehr dazu später in meinem blog … danke dir und grüsse m.

    • Den Bannerspruch habe ich noch nicht gegoogelt, sprachlich muß ich da passen, habe es mal als positiven Gruß angesehen – Aufklärung gerne erwünscht. Sprich, ich werde die Sitzblogade besuchen und dort nachlesen. 😉 EDIT: http://www.sitzblogade.com/?p=1279 Sehr lustige Geschichte. ^^

      Die Bilder stelle ich auf meinen Blog eigentlich immer in der Originalgröße, also einfach anklicken und abspeichern. Habe von der Tapete allerdings noch weitere Bilder gemacht, die ich bei Bedarf vorbeischicken kann – allerdings müßten diese noch kurz bearbeitet werden, da die Beleuchtung nicht optimal ausgefallen ist. Das hier gezeigte ist wirklich das gelungenste Bild von mir und etwas Besseres kann ich somit nicht extra anbieten, so daß ich mal nichts per mail schicke. Bei Nachfrage aber gern.

  5. Eine ausführlicher und sehr interessante Betrachtung des Spiels und allem was dazu gehört. Danke dafür.
    Dass die Schalker Fans (nicht zwangsläufig UGE) sich mit dem Werfen der abgebrannten Bengalos ins eigene Fleisch schneiden, werden sie vermutlich in der nächsten Saison beim Pauliauswärtsspiel merken. Vorausgesetzt natürlich Pauli kriegt nochmal die Kurve.
    Wie man aber das dumme und brutale Frustfaul von Bartels so kleinreden kann, ist mir Rätsel.
    Glück auf

    • Na, das mit dem Klassenerhalt sehe ich leider einfach nicht so optimistisch. Aber derartige Pyrowürfe sind echt eine schlimme Unsitte. Nur geht es eben auch noch schlimmer, nämlich wenn man Menschen konkret bewirft und trifft. Hier war nur der Ordner gefährdet, der das brennende Teil entsorgen mußte, was mir auch schon gelangt hatte. Angesichts des Becherwerftreffers aber kein Feld, welches ich mit Worten weiter beackern möchte. Den Hammer haben wir halt gebracht an diesem Tag. Wobei das wir in dem Sinne immer zu verstehen ist, daß dies nur ein Teil der Fanszene war, wie auch bei den Schalkern. Insgesamt fand ich die Schalker ja nicht sonderlich störend, die meisten konnten sich ja benehmen, wie oben beschrieben.

      Bei dem Foul von Bartels habe ich keinen Frust gesehen und auch keine Brutalität. Er ist zu spät gekommen und hat den Schalker getroffen, was eine Karte klar bedeutete – nur hätte ich aufgrund meiner Perspektive und Wahrnehmung (alles subjektiv und nicht über Fernsehbilder nachträglich angesehen, bin noch nicht dazu gekommen) nur eine Gelbe gegeben. Ein Frustfoul ist für mich nur dann gegeben, wenn der Spieler vom Spielgeschehen losgelöst in den Mann hineingeht (muß ja nicht immer eine Grätsche sein) – das war hier defintiv nicht der Fall. Der Schalker war einfach schneller und Fin war in der Bewegung und nicht mehr in der Lage zurückzuziehen, ohne die Berührung anders zu gestalten. So, wie gesagt, meine Perspektive. Ohne Anspruch auf Objektivität und nur durch meinen Replay-losen Blick von der Haupt aus.

      Oh, und Danke für das feedback. ^^

  6. „ein Rätsel“ natürlich 🙂

  7. ich mag Schalke nicht,…dennoch ein toller Artikel und der dazugehörige Blog ist fantstisch!!

  8. Add: Ich glaube nicht, dass es ein Geisterspiel wird, aber da ich der Ansicht bin, dass der Verein auch mal gefordert ist, wirklich aktiv zu werden, statt die mittlerweile in monatlichem Rhythmus zu zahlenden „Schutzgelder“ an die „Fußballmafia“ zu leisten, werde ich meine Karte nicht spenden im Falle eines Geisterspiels. Auf Vereinsseite macht man sich das nämlich auch relativ leicht. Oder entdecken Sie irgendwo eine Vereinsinitiative zum Thema?

    • Über das Strafmaß will ich im einzelnen nicht zu sehr spekulieren, aber ich befürchte eben nichts geringes. Und was das Kartenspenden im Fall der Fälle betrifft – ich will mich nicht zurücklehnen und von jemand anderem zuerst etwas fordern, bevor ich (wieder) etwas mache. Bewegt in positiver Hinsicht kann doch nur etwas werden, wenn man gemeinsam etwas macht. Wo auf der einen Seite mit Kartenspenden etwas für den Verein getan wird, kann man vom Verein zurück dann ja auch etwas verlangen. Nicht die Lösung aller Probleme, aber ein gemeinsames Mitwirken. Ich denke, wir sind da alle gefragt und zwar dauerhaft, nicht nur in der Vergangenheit oder in der Gegenwart mitsamt der nahen Zukunft.

      • Genau. Da kann man vom Verein was verlangen. Wie bei der damals fanfinanzierten Flyerinitiative. Da bekam man vom Verein eine dazu passende (Ironie) Werbekampagne im Gegenzug.

        Ich darf an dieser Stelle MagischerFCBlog zitieren:

        „Und was passierte ziemlich zeitgleich? Ein Werbepartner brachte auf der alten Haupttribüne eine Werbung an mit dem Claim (sinngemäß) “Nur Bierbecher fliegen billiger”. Klasse, dass so etwas gleichzeitig mit so einer aufwendigen Flyerkampagne vom Verein genehmigt und durchgeführt wird. Seitdem bin ich (und nicht nur ich) aus dem Thema raus. Wer so Aktivitäten von vernünftigen Leuten als Spaßbremse und lächerlich hinstellt und in Werbung plakativ verbreitet, dass Bierbecherwerfen eigentlich ganz normal ist, der muss sich über die jetzt eintretenden Folgen nicht wundern.“

        Soviel für Ihre Euphorie, die ich u.a. aus solchen Gründen nicht teilen kann. Zumal mir der jetzige Präsident alles andere als einen aktionistischen Eindruck macht…

        • Den Frust kann ich genau aus diesem Grunde auch sehr gut nachvollziehen. Nur habe ICH keine Lust, das, was für mich St. Pauli ausmacht, wegen einer nicht angemessen agierenden Vereinsführung aufzugeben. Wer nicht ewig Lust hat, gegen Windmühlen anzurennen, hat andererseits auch nicht die Verpflichtung, dies weiter zu tun. Vorwürfe will ich hier keinem Enttäuschten machen. Aber trotzdem äußern, daß ich nicht kleinbeigeben möchte. Lieber unangenehm bleiben. 😉

          • Ich weiß ja nicht mal, WIE diese Vereinsführung reagiert, ich kenne sie kaum. Also weiß ich nicht, ob sie angemessen reagiert. Ich habe lediglich eine -übrigens typische- Aktion geschildert und bin da mit Erfolgsprognosen eben etwas zurückhaltender.

  9. Edit: Da ich das richtige „Antworten“ gerade nicht finde:

    Wenn man sich aus einer Stadionordnung nur das heraussucht, was einem als „Ordnung“ in den Kram passt, ist die ganze Stadionordnung nicht viel wert. Auch die Teile, die man sich so schön aufs Banner heftet, weil so schön politisch korrekt.

    • Den Kommentar verstehe ich nicht. Wer will das Becher-Werfen-Verbot aus der Stadionordnung entfernen? Davon einmal abgesehen ist nicht jeder Verstoß gleich zu werten – bei entsprechenden Reaktionen ist das Verhältnismäßigkeitsprinzip zu beachten. Mit der Höchststrafe bei jedem noch so kleinen Verstoß ankommen geht auch nicht.

      • Nicht das Becherwerfverbot aus der Stadionordnung entfernen, sondern durch Bagatellisieren unwichtig machen. Wie es aktuell geschieht. Nicht von Ihnen selbstverständlich.

        Auf die Einhaltung der Stadionordnung in anderen Passagen wird seitens der Fans mehr Wert gelegt. Von Strafmaßen war auch nicht die Rede. Es ging um das Becherwerfen als Stadionsordnungspunkt zweiter Klasse, um es mal so zu formulieren.

        • Viel wichtiger ist in meinen Augen, die Notwendigkeit des Verbotes allen klar zu machen. Was für uns logisch ist, ist es offensichtlich für andere ja nicht. Da kann eine neue Flyerinitiative GERADE IN KOMBINATION MIT DEN AKTUELLEN EREIGNISSEN vielleicht mehr bewirken, als man sich das wegen der Vergangenheit vorstellen mag.


3 Trackbacks/Pingbacks

  1. […] war ja abzusehen, daß sich die Presse auf den Vorfall im Schalke-Heimspiel, siehe https://kleinertod.wordpress.com/2011/04/03/april-april-der-heimspielschock-gegen-schalke/, stürzen würde wie ein Rudel Haie auf eine Blutspur im Wasser. Mal ganz abgesehen davon, daß […]

  2. By Die böse Tribüne | lichterkarussell on 05 Apr 2011 at 11:52 pm

    […] beim Übersteiger Blog -Sehr gelungender Bericht beim Magischen FC -Beim kleinen Tod gibt es einen Spielbericht und noch etwas zur Presse-Häme -Jekyllas Sichtweise auf das Heimspiel -Und ein paar Thesen auf dem […]

  3. […] Bechertreffers müssen wir das Ganze „daheim“ in Lübeck austragen – der April-Scherz-mäßige Hintergrund zu dem Urteil ist ja wohlbekannt. Für das erste Spiel der Saison 2011 / 2012 gelten ja […]

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