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Kein schönes Wochenende, in keiner Hinsicht. Noch das geringste Übel ist die Niederlage daheim gegen den VfB Stuttgart mit dem Nahezu-Last-Minute Treffer zum 1:2, der so typisch für diese Saison 2010/2011 ist. Irgendwie haben wir nicht das Quentchen Glück und die dazugehörige Cleverness samt Entschlossenheit, die ein solches Spiel zu einem Unentschieden oder aber einen Sieg für uns macht. Da scheint die Erfahrung der höheren Klasse über längere Zeit schon noch den entscheidenden Unterschied auszumachen. Naja, was solls. So richtig konzentrieren konnte ich mich an diesem Wochenende eh nicht auf das Spiel, auch wenn ich die 90 Minuten natürlich wie wild am Unterstützen war und auch danach die Spieler mit dem verdienten Applaus für den guten Einsatz verabschiedet habe. Die Katastrophe in Japan hatte einfach einen ganz anderen Stellenwert und auch im Stadion war dies deutlich wahrzunehmen.

Die Bereitschaft, sich auf dieses Spiel einzulassen, wurde durch die Geschehnisse im Land des erschütterten Lächelns aber nicht eingeschränkt – zumindest nicht wirklich wahrnehmbar. Innerlich lief es bei mir ein wenig anders ab, doch ob man das als Außenstehender bemerkt hat, kann ich nicht beurteilen. Vermutlich aber nicht, den Support habe ich nicht eingestellt, das hätte ja auch die Falschen getroffen. Und ähnlich ging es wohl vielen anderen im Stadion selbst. Jetzt war ein Spieltag und da konnte man sich auch mal von den ganzen Sorgen und Nöten gleich welcher Art ein wenig lösen.

Trotzdem war das Thema atomare Katastrophe überall präsent. Die Atomkraft-Gegner sind in diesen Tagen mit Sicherheit nicht zahlenmäßig weniger geworden – nur lauter und engagierter zeigen sie sich. Was durchaus zu bizarren Kommentaren im Internet und durch die Atom-Lobby führte, wonach den Anti-Atomkraft-Aktivisten gar unterstellt wurde, sich über einen solchen nuklearen Störfall auch noch zu freuen, weil es ihre Position unterstützen würde… Wie gestört im Kopf kann man eigentlich sein? Immer wieder kommt es zu schwerwiegenden Zwischenfällen, die dann immer wieder kleingeredet werden und Behauptungen die Runde bei den Lobbyisten machen, daß so etwas bei uns (oder woanders) nicht passieren könne. Mag sein – aber es tauchen ja immer wieder neue Gründe für so eine Katastrophe auf, eben weil die Technik als solches das Problem ist. Sicher ist an AKW allein, daß die Betreiber das große Geld machen, während die Bevölkerung die Risiken und im Störfall die Arbeiter die gesundheitliche Last (im Extremfall bis hin zum Tode) tragen, während diejenigen, die damit ihre Konten füllen, weit weg von irgendwelchen Strahlungsproblemen aus der Ferne die Angelegenheit schönreden.

Ich habe kein Problem damit, wenn jemand Geld verdienen will. Es gibt aber viele Möglichkeiten dafür, manche davon sind mehr als bedenklich und zwar aus den unterschiedlichsten Gründen. Womit ich die Brücke zur Bring Back Sankt Pauli – Bewegung schlagen will, die das Protestzeichen, den Jolly Rouge auch an diesem Tage wieder deutlich überall am Millerntor gezeigt hat. Nicht jede Variante des Geld Verdienens ist gut, manchmal muß man eben auch nein sagen können. Man kann sozialromantisch dazu auch soziales Gewissen sagen. Warum nicht, denn Wirtschaftlichkeitsdenken allein ist für mich und meiner Meinung nach den FC St. Pauli nicht ausreichend – hier braucht es eben ein Denken und Handeln im Sinne der Werte, die diesen Verein seit einigen Jahrzehnten ausmacht.

Ein Beispiel für eine abzulehnende Variante, Geld zu verdienen, lieferte der Anblick vieler Gästefans im Heimbereich. Neben der bereits angesprochenen Problematik https://kleinertod.wordpress.com/2011/03/08/gastefans-im-heimbereich-eine-tickende-zeitbombe/ geht es ja eben darum, daß diese Plätze im normalen Sitzbereich wohl allesamt über den Schwarzmarkt verkauft wurden. Hier haben sich einige Mitglieder und DK-Inhaber ganz und gar nicht „st.pauli-like“ verhalten. Jedenfalls nicht im Sinne der Sozialromantiker-Initiative und derjenigen, die den Jolly Rouge ins Stadion tragen. Es wäre ja mal spannend zu hören, was die Verfechter eines totalen Kommerzes am Millerntor zu solchen Schwarzmarktverkäufen zur persönlichen Bereicherung Einzelner zu sagen haben…

Es geht keinem der Unterstützer der Sozialromatiker-Initiative darum, den Verein im Regen stehen zu lassen – nur dem Kommerz eine Grenze dort zu setzen, wo die Werte des Vereins mit Füßen getreten werden. Eigentlich leicht zu begreifen und doch haben dies viele immer noch nicht eingesehen. Am Sonntag kurz vor dem Spiel hatte ich da doch eine Begegnung der absonderlichsten Art. Ein Mitglied des Alten Stammes „sprach“ mich vor dem Spiel an – bepöbelte mich, müßte ich hier eher formulieren. Er hatte offensichtlich ein großes Bedürfnis, die absurden Vorwürfe, die von dieser Gruppe schon auf der Vereinsseite aufgestellt wurden, siehe dazu https://kleinertod.wordpress.com/2011/03/04/ausblick-in-der-ferne-gegen-nurnberg-daheim-gegen-ignoranz-und-unfairness/, bei der Gelegenheit meines Vorbeigehens auch mir persönlich mal zu sagen. Amüsant war seine Methode, mich „zur Rede zu stellen“, forderte er doch mit den Behauptungen, „ihr Sozialromantiker“ würdet „den Verein kaputt machen“, „ohne Kommerz geht es nicht“ und ob wir „gegen Altona 93 spielen wollen würden“, an sich ja konkrete Antworten ein, immer auch mal mit einem „sag doch mal“ oder „erklär mir das“ – nur, um mir dann, sobald ich zu Widerworte anhub, mir mit einem „ach, hör doch auf“ oder „das will ich nicht hören“ gleich über den Mund zu fahren. Das ist also das Verständnis eines der Mitglieder vom Alten Stamm – dies versteht, zumindest dieser eine von jenen, unter „Kommunikation“ – einseitig unbegründeten Dampf ablassen, ohne sich zu informieren und jegliche Aufklärung von Irrtümern durch sofortiges Dichtmachen zu blockieren. Da sind wir ja wieder bei Japan, und zwar bei jenem berühmten Bildnis der drei Affen – nichts sehen, nichts hören, nichts sagen – nunja, zumindest nichts von Relevanz. Peinlichkeit, dein Name lautet Alter Stamm?

Vielleicht ist es ja wirklich so, wie Momorulez in seinem Beitrag zu diesem Spiel mutmaßt, und jene Teile der Vereinsmitglieder stricken schon an einer „Dolchstoßlegende“ – siehe http://metalust.wordpress.com/2011/03/14/der-fc-st-pauli-parodiert-sich-selbst-und-bildet-blasen-ein-rundumschlag/. Ob wir mehr Geld für Spieler hätten, wenn wir den totalen Ausverkauf mitmachen?

Ich wage einfach mal die Behauptung aufzustellen, daß dem nicht so wäre – eben weil der Großteil der Fanszene des FCSP derartiges nicht mitmachen und dem Verein dann den Rücken zukehren würde – bzw. über eine AOMV, die ja noch dazu Geld kostet, derartige Aktionen zurückpfeifen würde. Ausverkauf? Ohne uns. Und ohne unser Geld, ohne die Unterstützung der aktiven Fanszene würde dieser Verein im Niemandsland verschwinden. Das erinnert mich an die Argumentationen der Atom-Lobby bzw. deren Unterstützer – ob wir wieder zurück in die Steinzeit wollen? Was für ein Quatsch – es GIBT sie die Alternativen. Man muß nur bereit sein, diesen Weg zu gehen. Die Irrpfade der Atomenergie oder des totalen Ausverkaufes wollen WIR jedenfalls nicht mitmachen. Keine Chance. Und wer das nicht begreift, wird die Quittung bei den Wahlen erhalten.

Auf diese Weise wollen wir nicht leiden. Wir leiden so schon, wie es sich gehört, wenn unser geliebter Verein wieder einmal das vollbringt, wofür wir ihn ja gut genug kennen: Mißerfolge einzufahren. Das FCSP steht eben nicht für Erfolge ohne Ende, sondern noch viel mehr für Mißerfolge – wobei „Erfolg“ ja auch relativ ist. Mit diesem Kader und den finanziellen Möglichkeiten in der 1. Fußball-Bundesliga zu spielen und trotz der wichtigen Ausfälle so gut zu stehen und nahezu mitzuhalten, das ist doch auch schon ein Erfolg.

Wir sind kein Verein von Ja-Sagern, die „denen da oben“ ohne Nachzudenken folgen und alles Abnicken. Bei uns gibt es Proteste, wenn etwas aus unserer Sicht Untragbares vorkommt und es wird versucht, jene Mißstände abzuschaffen. Soweit dies eben möglich ist. Eine der vielen Gründe, warum wir hier sind – womit ich bei der Fan-Aktion des Spieltages bin, die ich hier schon erläutert habe – https://kleinertod.wordpress.com/2011/03/10/was-zieht-einen-eigentlich-zum-fcsp/ – und deren Äußerungen von Fanseite man in diesen Bildern sehen kann.

Liebe zu erklären – eh immer eine schwierige Sache. Aber schön, wie ich finde, auf was für unterschiedliche Arten und Weisen dies hier unternommen wurde. Manche können der Aktion nichts abgewinnen, weil sie es nicht einsehen, sich diesbezüglich äußern zu müssen. Ich für meinen Teil freue mich über all die tollen Antworten, die hier gegeben werden. Jede einzelne ist spannend in meinen Augen, womit die Aktion als solches ihren Sinn hat.

Süd, Gegengerade, Haupt, Nord – überall wurde mitgemacht mit entsprechenden Transparenten. Aber auch im Internet kann man viele schöne Antworten auf diese Frage nachlesen. Lohnt sich zumeist, wie ich finde. Einfach dem link http://www.warum-bist-du-bei-sankt-pauli.de/?page_id=41 folgen und die Äußerungen selbst anschauen.

Einzig und allein das des öfteren dabei auftauchende Angehen gegen USP finde ich fehl am Platze. Der Kiesel hat dies auch zutreffend in wenigen Worten kritisiert: http://derkiesel.wordpress.com/2011/03/11/warum-bist-du-eigentlich-bei-sankt-pauli/.

Allgemein möchte ich jetzt aber auch mal Positives schreiben über die Kritisierten. Die Süd, so wie sich heute zeigt dank USP und anderen Fangruppierungen, ist an sich doch unter dem Strich eine schöne, bunte und lebendige Sache. Eine organisierte Fanszene ist nichts Schlimmes, ich begrüße dies – auch wenn ich dadurch nicht jede einzelne Geschichte abnicken muß, aber umgekehrt auch nicht gänzlich abzulehnen brauche.

Ein Vorsinger mag nicht jeden gefallen – aber eine solche Methode, um die Fans zu mehr Support anzuspornen, hat ihre unbestreitbaren Vorteile, weil es eben wirkt. Auch auf der Haupt ist die Unterstützung lauter, wenn einige wenige sich bemühen, andere mitzureißen. Wer nicht mitgerissen werden mag, der braucht darauf ja auch nicht einzusteigen – da wird ja niemand zu gezwungen.

Wer viel macht, macht bekanntlich auch viele Fehler, während jene, die wenig machen, im Schnitt weniger Fehler machen – na und? Kritik an einzelnen Aktionen finde ich richtig, allgemeine Kritik hingegen absurd, weil dies auf ein Schwarz-Weiß-Denken hinausläuft. Und mein St. Pauli habe ich lieber bunt.

Bei all diesen schönen Beiträgen geht mir jedenfalls das Herz auf. Danke an alle, die sich daran beteiligt haben! Wobei ich durch das Verteilen von Flyern ja eigentlich auch mit dabei sein wollte, gerade die Reaktionen der VIP-Besucher hätte ich für spannend gehalten. Leider hatte sich kurzfristig Ort und wohl auch Zeit des Treffens dafür verändert und bei mir kam es dank eines veralteten Verteilers nicht an, so daß ich alleine verwundert am ursprünglich vereinbarten Platz stand und auch durch ein Herumsuchen die betreffenden Leute nicht finden konnte. Naja, das mit dem Handy-Nummern-Austauschen wollten wir eh mal machen, dies wurde an diesem Tag später dann auch nachgeholt. Nur das mit dem Flyer-Verteilen wurde dann eben nichts, jedenfalls nicht mit mir. Aber auf die Plätze kamen die Teile ja auch ohne mich.

Die drei Stunden bis zum Anpfiff konnte ich aber auch so sehr gut vor dem Millerntor nutzen. Okay, zugegebenermaßen habe ich dann erheblich mehr Astra als eigentlich geplant konsumiert, doch das war kein Frusttrinken oder Vortanken, sondern kam einfach aus dem gemütlichen Herumhängen heraus, während ich dabei aus virtuellen Bekanntschaften auch reale machen konnte – an dieser Stelle liebe Grüße an Foxxi http://www.foxxi.de/, Magischer FC http://www.magischerfc.de/wordpress/ und Kiesel http://derkiesel.wordpress.com/. Hat mich sehr gefreut. ^^

Bei diesem Bild fällt mir ein, daß ich ganz vergessen hatte, nachzufragen, was von den Oldtras für ein Spruch zum Thema beigesteuert wurde. Vielleicht kann der eine oder andere mich da ja noch nachträglich aufklären.

Wie gewohnt so richtig laut wurde es dann mit dem Einlaufen der Manschaften. Die Wichtigkeit dieser Partie war ja eigentlich allen klar und auch unsere Boys In Brown zeigten eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zu den nahezu dahingeschenkten Partien zuvor. Am Einsatz lag es jedenfalls nicht, daß wir dieses Spiel verloren haben.

Bevor ich zu diesem Spiel aber unnötig viele Worte verliere, möchte ich doch lieber zum Bericht von Jekylla verweisen, die das mal wieder sehr schön einfangen konnte: http://santapauli.wordpress.com/2011/03/14/13-03-2011-fc-sankt-pauli-vs-vfb-stuttgart-12/. Insbesondere die abschließenden Worte, wonach die Welt nicht untergeht, wenn wir verlieren oder auch absteigen, wohl aber, wenn einem ein AKW um die Ohren fliegt oder ein Tsunami fortreißt, fand ich im Anbetracht aller Umstände einfach treffender als alles, was mir einfallen mag.

Haben wir halt ein Spiel verloren, wieder einmal. Vielleicht auch das Entscheidende, womit ein Abstieg jetzt gefühlt kaum noch abzuwenden ist. Ja und? Mal ganz abgesehen davon, daß die Saison noch nicht beendet ist und der Kampf bis zum Ende weitergehen wird – auch darüber hinaus werden wir Fans diese Mannschaft und diesen Verein jedenfalls bedingungslos unterstützen. Nunja, vielleicht nicht ganz bedingungslos, was den Verein angeht – wenn sich der Verein eben falsch verhält. Aber das hat mit dem Support für die Mannschaft ja nichts zu tun.

Die Mannschaft hat sich auch wirklich gut präsentiert. Die Kombination Gunesch und Thorandt hat Innen wunderbar funktioniert. Die Schüsse aus der Distanz haben diesmal die Gegentore eingebracht, während die Innenverteidigung selbst abräumen konnte, was da möglich war. Allgemein haben mir insbesondere die 1. Elf auf dem Platz, bis auf den äußerst unglücklichen Takyi, allesamt ausgezeichnet gefallen. Da standen jedenfalls die Spieler auf dem neuen Rasen, die Stani als optimale Aufstellung noch anbieten konnte. Und mit ein wenig mehr Glück und weniger Fehlentscheidungen – gerade Asamoah mußte extrem viel und unverdient einstecken – wäre der tolle Treffer von Boll vielleicht auch einen oder gar drei Punkte wert gewesen. Naja, war es eben nicht, so läuft halt das Spiel.

Die Einwechslungen haben leider nicht wirklich viel gebracht, einzig und allein die Geschichte um Naki und Bene nach dem Anpfiff hat zu einem MoPo-Artikel geführt, der wohl einzig und allein zu dem Zweck verfaßt wurde, um den HSV-Anhängern eine Art Ablenkung für ihren seelischen Tiefpunkt nach der 6 zu Null Tore-Klatsche bei den Bayern zu schenken. Die Kommentare sind jedenfalls als solches lesenswert, da merkt man den ganzen Frust, der sich ein Ventil sucht, deutlich heraus – http://www.mopo.de/sport/fc-st–pauli/stuttgarts-harnik—st–pauli–alles-asozial–oder-was—/-/5067040/8117696/-/index.html. Was war passiert? Ein Fußtritt eines frustrierten Naki gegen eine Tür, die zu einem Austausch von Nettigkeiten führte. Wahnsinn. Was für eine Story. Was sind wir FCSPler aber auch asozial, uns einfach an einer wehrlosen Tür abzureagieren. Da sollten sich unsere Spieler ein Beispiel bei den Vorstädtern nehmen – die vergreifen sich wenigstens mit Hilfe von Wasserflaschen an den eigenen Fans, die sich ja auch wehren können… Fußball und Emotionen – das gehört doch zusammen. Kann man natürlich wunderbar einen Artikel daraus basteln, wie auch über das Wetter. Genauso spannend – vor allem, wenn es in Japan ganz andere Themen gibt. Tss…

Oder aber die Dauerrenner Diskriminierung, Rassismus und Nazis. Es gibt das Problem, nach wie vor. Darauf ist aufmerksam zu machen und dagegen ist anzugehen. Solche Transparente sind da keine Lösung, mit Sicherheit aber auch nicht hinderlich.

Dies deutlich anzusprechen ist in jedem Fall besser als das Thema totzuschweigen. Aber auch sonst wird ständig ein entsprechender Einsatz benötigt. Was bei uns wie selbstverständlich wirkt, ist woanders noch lange nicht so. Was ich erst am Samstag beim Fußballgucken in einer Kneipe erleben mußte, wo einige HSV-Anhänger derart dämliche Sprüche von sich gegeben haben, daß ich deutliche Widerworte von mir geben mußte. Zumindest waren sie dann still, den Rest hat dann der FC Bayern erledigt. Das hat man halt davon, wenn man so ein Spiel woanders guckt. Am Millerntor mußte ich zumindest derartiges noch nie erleben.

Und wenn ich so etwas erleben müßte, dann wären meine Widerworte ebenso deutlich. So etwas will ich weder beim Fußball noch sonst erleben. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, was aber leider immer noch nicht so ist.

Das Thema geht uns alle an. Nicht nur nach wie vor, sondern ständig. Für ein lebenswertes Miteinander gilt es immerzu zu streiten – ohne entsprechenden Einsatz geht das nicht. Ein Mehr an solchen Einsatz kann es dabei immer geben, das nur nebenbei bemerkt.

Fremdenfeindlichkeit, Homophobie, Sexismus, Nazis – geht alles gar nicht. Und dagegen gilt es anzukämpfen. Auch im eigenen Stadion, aber nicht nur.

Ein ganz anderes Thema wird hier präsentiert. Wer Neil Lennon ist? Nun, hier erfährt man mehr: http://de.wikipedia.org/wiki/Neil_Lennon. Und wer zu faul zum klicken ist: es geht um Celtic Glasgow.

Der Stuttgarter Anhang hatte etwas anderes auf dem Herzen. Nicht nur in der 2. Liga gibt es mit den Montagsspielen Ärger bei den Fußballfans, auch die Sonntag Nachmittagspiele sind insbesondere bei größerer Anreise-Entfernung alles andere als fanfreundlich. Womit wir wieder beim Thema Kommerz und totale Vermarktung wären. Der Zuschauer im Sessel ist da wichtiger als der Fan im Stadion. Das gilt in Liga 2 noch viel mehr.

Der Mensch ist an sich ja ein vernunftbegabtes Wesen – und als ein solches ist es umso verwunderlicher, daß er so viele Formen des Kommerzes mit sich machen läßt, auch wenn dies eindeutig gegen seine eigene Interessen geht. Gewinne maximieren und Risiken outsourcen – das gilt auch bei der Atomkraft. Weder ist die Frage der Endlagerung noch die der Sicherheit geklärt – Japan zeigt letzteres wieder einmal deutlich.

Über den Anhang vom VfB Stuttgart kann ich sonst kaum etwas sagen. Sie haben sich natürlich lautstark über den Sieg gegen uns gefreut, weil dieser aufgrund der Tabellensituation für sie so wichtig war, wie er umgekehrt für uns gewesen wäre. Nur daß der große VfB Stuttgart, verglichen mit dem Aufsteiger und Minimalkaderverein FC St. Pauli ja eine ganz andere Saison spielen müßte. Probleme mit den Stuttgartern auf der Haupt habe ich nicht erleben müssen und auch keine der so häufig auftretenden SCH-Gesänge wahrgenommen. Nur ein einziger Böller nach Abpfiff, der auf das Feld geworfen wurde, ohne daß jemand in der Nähe stand. Das war alles, was mich an denen gestört hatte. Die vielen Gästefans im Heimblock sind eher allgemein störend, aber das hatte ich ja schon angesprochen.

Nun lautet der Kurs also deutlich zweite Liga. Das sind wir ja gewohnt. Und wenn wir absteigen, dann werden sich sicherlich viele der B-Sitze nicht mehr verkaufen. Viele dort kommen ja nicht wegen dem Verein, sondern allein wegen dem Schauspiel her – und mit der 2. Liga wird das Interesse sicher stark nachlassen. Ein Grund mehr, die Plätze für all die Fans freizumachen, die derzeit draußen warten müssen. So oder so – der Teilrückbau ist in meinen Augen wichtig – und wird auf der nächsten JHV sicherlich zur Abstimmung kommen.

Wenn man sieht, wie viele der B-Sitze von VfB Stuttgart-Fans besetzt waren, wie insbesondere auf der SÜd dieses mal auszumachen war, dann sollte man sich mal als Gegner des Teilrückbaus fragen, ob man mit einem mehr an Support durch mehr an Heimfans nicht auch noch ein mehr an Erfolg haben könnte. Wobei – ich glaube kaum, daß ein Großteil der Ablehner der Bring Back Sankt Pauli – Bewegung besonders laustark im Stadion unterstützt. Jedenfalls habe ich eher Eindruck, daß die besonders engagierten Supporter auch den Jolly Rouge mit sich tragen – aber ich kann und will nicht für das ganze Millerntor sprechen. Nur: leiser ist es durch die Protestbewegung nicht geworden, das mit Sicherheit nicht.

Leise war es auch nach dem Abpfiff nicht, womit ich nicht die feiernden Gästefans meine. Die Spieler wurden, wie eingangs schon beschrieben, gebührend gefeiert und für ihren Einsatz mit Applaus bedacht. So dankbar, wie an diesem Tag, habe ich dabei ihre Blicke schon lange nicht mehr gesehen. Diese Unterstützung danach scheinen sie besonders wichtig gehabt zu haben. Wie auch wir diese Niederlage erstmal verdauen mußten. Das ging natürlich wieder mit entsprechendem Humor und dem einen oder anderen Astra gut. Die Domschänke war da für mich mal wieder ideal, zusammen mit etlichen anderen Bloggern und anderen Fans wurde das Spiel verarbeitet. Das eine oder andere „6-0!“ konnte da schon für einen kurzen Moment ein Lächeln zaubern. Wobei ich ja eine andere Herangehensweise an die aktuelle Situation entwickelt habe – vielleicht steigen wir ja absichtlich ab, um den Vorstadtverein zu ärgern – damit die eben noch lange auf eine Gelegenheit zur Revanche für deren Derbyschmach warten müssen…

Naja, wie man es auch nimmt, das war das Spiel. Und die Gedanken gingen nie ganz von Japan für mich weg. Zum Glück habe ich schon persönliche Rückmeldungen positiver Art erhalten, in Tokyo ist ja noch die Lage auch ganz erträglich. Aber diese Bedrohung durch die atomare Verseuchung bleibt nach wie vor akut… Und nach wie vor verfolge ich den Live-Ticker im Internet, um auf dem Laufenden zu bleiben. Hoffentlich bleiben die Schäden noch halbwegs gering – glauben kann ich es leider nicht. Aber ich hoffe weiter…

P.S.: Spenden für Japan sind hier möglich und an der richtigen Adresse: https://www.drk.de/spenden/online/lastschrift.html?no_cache=1&zugunsten=375 bzw. http://www.drk.de/weltweit/asien-nahost/japan-hilfe-nach-erdbeben.html, wer lieber den klassischen Weg wählen möchte.

10 Comments

  1. Es ist natürlich unschön, wenn man zu einer „Diskussion“ aufgefordert wird und dann feststellt, dass der Diskussionspartner starke Defizite in der Kommunikationsfähigkeit aufweist. Peinlich für den Herrn, aber er wird es nicht einmal gemerkt haben.
    Das muss sich ändern, es wird immer noch mehr übereinander als miteinander geredet was, so meine ich, zum großen Teil an den unterschiedlichen Kommunikations(platt)formen liegt. Es wird niemand vom Alten Stamm zu einem offenen USP Abend gehen, so wenig wie ein Sozialromantiker freiwillig zum Treffen der alten Herren gehen würde (wobei ich mir vorstellen könnte, dass es da eher an einer mangelnden Einladung lag).
    Aber selbst wenn einer die Idee gehabt hätte, die haben mal etwas darüber gelesen, wahrscheinlich in der Mopo oder ähnlich schlechten Blättern, aber wer von denen hat sich das auf der Webseite wirklich durchgelesen?
    Wie Sie wissen steh ich ja einigen Forderungen auch eher skeptisch gegenüber, ich hab dann mal in meiner „Bezugsgruppe“ rumgefragt, die sind alle in meinem Alter und eher nicht so interessiert am Internet, selbst wenn sie einen Computer besitzen. Die lesen grad mal mein Blog wenn es um Fußball geht, aber kommentieren ist schon zu anstrengend. Den Rechner benutzt man 30 Minuten am Tag, um Mails zu lesen, um an die nächsten Auswärtskarten zu kommen. Sozialromantiker? Findet da nicht statt. Interessiert niemanden, die gehen seit 40 Jahren zu St.Pauli, die haben so viele Veränderungen erlebt, die erschreckt so gut wie nichts mehr. Wir haben zusammen schon auf der Gegengerade gestanden, da war das nur ein besserer Erdwall.

    Wenn die dann lesen, die Sozialromantiker wollen keinen Kommerz, das verhindert dass wir Geld verdienen können, was dazu führt das eventuell das Stadion nicht ausgebaut werden kann, dann schreien die Zeter und Mordio. Dann kommen solche „Diskussionen“ zustande wie bei Ihnen. Dann werden auch sofort gerne alle in einen Topf geschmissen, USP, Sozialromantiker, schlimmes Volk, das alles.
    Würde man denen die Liste aber vorlegen, ohne dass dort etwas von Sozialromantik steht, würden die meisten das unterschreiben. Naja, zum Teil. Wie ich etwa. Inzwischen sind die Vorurteile leider auf allen Seiten ziemlich massiv geworden, das merke ich immer wieder und meistens ist es einfach mangelnde Information. Wobei ich nicht abstreiten will, dass es auch oft der Unwillen ist, sich überhaupt zu informieren.

    Dieses Bashing unter den Fans hat mich in dieser Saison auch ehrlich mehr genervt als so manches verlorene Spiel. Seit der Blockade ist USP an allem Schuld und selbst wenn sie mal nicht Schuld an was sind, dann nerven ihre monotonen Gesänge. Ja, mich auch manchmal, aber wenns ihnen Spaß macht, sollen sie hüpfen und singen. Wär ich 20, ich würd da auch stehen wollen, genau wie die Kids von einem meiner Freunde.
    Dann die Diskussionen über Modefans, wer nicht in der zweiten Liga schon jedes Spiel gesehen hat ist schon verdächtig, ganz schlimm die Leute, die jetzt erst in den Verein eingetreten sind um an eine Karte zu kommen. Was ich da alles lesen musste im letzten Jahr war schon übel. Als wenn es nicht schlimm genug wäre, von anderen als „Modefan eines Modelabels mit Fußballabteilung“ verspottet zu werden, jetzt hört man das auch von der eigenen Seite.
    Wäre ich B-Seat Besitzer (nicht das mich das reizen würde, aber ich stand auch mal vor der Wahl ob B-Seat oder Sportschau), dann würde mich so etwas wie Bye Bye Business-Seats schon treffen, denn auch die unterstützen mit ihrem Geld und ihrer Anwesenheit die Mannschaft. Wer da laufend pauschal angegiftet wird, der reagiert vielleicht auch irgendwann etwas empfindlicher.
    Ich lass mal ganz bewusst die Frühgeher weg, aber wer mal live gesehen hat wie ein Stadion wie Dortmund sich schon vor dem Abpfiff leert, der lacht sich tot über die paar Nasen die bei uns gehen.
    Wie der Support da während des Spiels ausfällt kann ich natürlich nicht beurteilen, außer der Süd hört man in meiner Ecke herzlich wenig. Ausverkauftes Stadion ist natürlich auch erst einmal kein Argument für einen Rückbau.
    Katastrophal die Kartenverkäufe an auswärtige Fans, da ist der Verein gefragt etwas zu unternehmen, feiernde Fans möchte ich außerhalb des Gästeblocks nicht sehen, es reicht wenn man sie da ertragen muss.

    Sollten wir tatsächlich absteigen, womit ich inzwischen fast rechne, wird sich das mit den teuren Plätzen von selber regeln. Ebenso wird der „Modefananteil“ zurückgehen, die JEDER Verein hat, deswegen sind die Zuschauerzahlen in der 1. Liga ja i.d.R. immer höher. Es kommen auch nicht mehr so viele gegnerische Fans, die bei ausverkauftem Stadion auf Heimplätze vom Schwarzmarkt angewiesen sind. Zweite Liga ist nicht so anstrengend.

    Trotzdem würde ich mir gerne noch ein Jahr erstklassigen Stress antun. Aber bitte ohne hausgemachten.

    • Vielen Dank für diesen wunderschön langen und ausgearbeiteten Kommentar. Man freut sich ja immer über feedback im Blog und besonders über solche Perlen. Gerne hätte ich auch darauf früher geantwortet, aber die Energie reicht momentan neben der Bewältigung der Alltagsanforderungen zumeist nur zu einer Aktualisierung des Live-Tickers. Japan vereinnahmt unser aller Schicksal in diesen Tagen – und wenn die Atomlobby meint, daß Fukushima keine Auswirkungen auf Deutschland habe, dann übersieht sie die Menschenketten und Proteste geflissentlich.

      Was den Herren vom Alten Stamm anbelangt, da kann ich natürlich nicht beurteilen, inwieweit dieser quasi stellvertretend aussagekräftig für die gesamte Gruppe gilt. Eines hat er aber geschafft – mich fassungslos zurückzulassen über diesen Starrsinn und die kommunikationsunfähige Art und Weise seiner Ansprache – Gespräch kann man diesen Monolog ja kaum nennen. Natürlich spielt die selektive Wahrnehmung hier auch eine Rolle – was nicht der eigenen Meinung entspricht, kann man schließlich auch bereits beim Erkennen einer Abweichung sofort zur Seite legen, bevor man noch damit kontaminiert wird… Wenn wir „Ewig-Gestrige“ sind, was sind die dann? Ewig-Vor-Gestrige? So gesehen ist ja die Sozialromantiker-Initiative sowas von 80er-Jahre-mäßig, wahlweise auch 68er oder 70s-like – halt „von gestern“. Naja, alles eine Frage der Perspektive. „Vorgestern“ war für die vielleicht die Welt noch in Ordnung, bis diese bunt-verrückten Fans „gestern“ den Verein übernommen haben…

      Ich merke, ich bin ein wenig sarkastisch, allgemein heute, was sicher auf die Geschehnisse in Japan zurückzuführen ist. Nicht jeder Gedankengang und nicht jedes Wort sollte daher auf die Goldwage gelegt werden, nur mal so zwischendurch angemerkt.

      Inhaltlich, da haben Sie sicher Recht, würden viele die Petition in sprachlich abgewandelter und herkunftsverheimlichender Form weitaus mehr Unterstützung im Stadion erfahren. Wobei ich mir bei einigen auf der Haupt da auch nicht so sicher bin, insbesondere im VIP-Bereich. Vielleicht träumt da schon so der eine oder andere von einer erneuten Übernahme des Vereins durch finanziell potente VIPianer?

      Da haben sich Gräben aufgetan, die größer sind, als ich es vor dieser Saison befürchtet hätte. Wobei ich weder alle hier in einen Topf schmeißen will noch alle B-Sitze abschaffen möchte. Ein Teil kann gerne bleiben. Doch der erhaltenswerte Teil nimmt für mich persönlich mit jedem Erlebnis dieser Art ab – und das geht sicher nicht nur mir so. Wenn ich von Besuchern teurer Plätze vor dem Millerntor und beim gemeinsamen Einlaß zur Haupt wegen meiner Jolly Rouge-Klamotten als Idiot oder schlimmeres beschimpft werde, gerne in einem Vorbeigehen zugeraunt, dann fehlt bei mir irgendwann jegliches Mitgefühl mit jener Besuchergruppe allgemein. ICH habe sie nicht nötig. Den Rückbau besetzter Plätze hatte ich bislang noch nicht gefordert – aber warum soll ich mich auf Dauer da zurückhalten, wenn ich solche Szenen am eigenen Leib erfahren muß? Auch meine Person hat bei ihrer Empfindlichkeit Grenzen. Die schon mehrfach überschritten wurden. Da kann ich noch so viel an mir apprallen lassen – Zusammenhalt wächst da aber kaum heran. Die VIP-Besucher müssen begreifen, daß sie sich mit Geld nicht alles leisten können – und ein Aufeinanderzugehen muß nicht von unserer Seite erfolgen – da wäre es vielleicht auch mal von denen an der Zeit, ein entsprechendes Zeichen zu setzen.

      Um eines aber einmal klarzustellen. Manche schaffen dies ja und mit jenen komme ich sehr gut zurecht. Insbesondere die eine Loge will ich samt Mieter nicht mehr missen auf der Haupt.

      Wer mich aber aus dem Empfinden, persönlich angegriffen zu werden, selber angreift, der darf sich nicht wundern, wenn das Konsequenzen hat. Was die Folge wäre? Wie gesagt, der Antrag auf den Teilrückbau ist noch nicht verfaßt und gestellt. Da kann noch viel passieren. Aber nicht vorschnell, denn, wie gesagt, meine Verfassung ist derzeit in jedem Fall von Japan verdüstert.

      Die Gäste auf den B-Sitzen sind ja wegen den enstprechendem Kartenkontigent, welches zur Verfügung gestellt werden muß, nicht ganz auszuschließen. Aber ein Großteil davon geht über dieses Kontigent hinaus. Hier verdient der Verein an den Gästen über die teuren VIP-Karten. Die dann zu entsprechendem Ärger führen, wie gerade auf der Süd anderswo nachzulesen. Aber auch sonst leidet in jedem Fall die Stimmung. Das ist mir viel zu teuer erkauftes Geld, diese Plätze will ich lieber zurückgebaut, als in den falschen Händen (bzw. … ach, das lasse ich jetzt lieber so).

      Zum Schwarzmarkt hatte ich ja schon ausführlich geschrieben, die Maßnahmen vom Verein sind meiner Meinung nach nicht schlecht. Da liegt das Problem woanders.

      Diese Angriffe aus USP nerven mich schon seit geraumer Zeit. Weswegen mir eine entsprechende Ansage auch mal wichtig war. Vielleicht hätte sie ja auch einen eigenen Blogeintrag verdient, aber irgendwie vermische ich das gerne. Es fließt quasi so aus mir heraus anläßlich eines Berichtes, womit ich so gedanklich schwanger gehe. Sie kennen das ja sicherlich. 😉

      Die Frühgeher haben mich bei diesem Spiel besonders aufgeregt, denn an der extremen Kälte lag es ja nicht. So kurz vor Abpfiff abzuhauen – was erwarten die denn von der Mannschaft noch im weiteren Saisonverlauf? Daß diese jetzt auch nicht mehr kämpfen und sich mit dem Ergebnis abfinden? Ich verstehe diese Besucher nicht. Und halte eine Kritik an deren Verhalten jedes mal aufs Neue für angebracht. Es steht denen ja frei zu gehen, genauso frei steht es mir aber, meine Meinung dazu zu äußern.

      Gegen ein weiteres Jahr erstklassigen Streß ohne HRO hätte ich auch nichts. Aber wenn die 2. Liga kommt, wäre das auch nicht so schlimm. Zum Aufgeben ist es nur noch zu früh.

      Und jetzt weiter zum Live-Ticker… 😦

  2. super artikel. schon der anteil des textes zum thema „sport“ vs. „nebenkriegsschauplätze“ spricht bände.

    yo, abstieg ist ja egal. was auf dem platz passiert, ist angesichts der vielen schönen nebenschauplätze wie umfragen und dem kampf gegen den „kommerz“ ja auch egal. steigt der fcsp halt ab, ein teil der fans schaut dann nur kurz vom umfrage auswerten und rote plakate malen auf und zuckt mit den schultern.

    ich habe keinen bock wieder abzusteigen, ich finde bundesliga schön. 😉 man sollte sich langsam mal auf das wesentliche konzentrieren, das sind punkte und der klassenerhalt. und nicht soziologische umfrage-experimente und die größe der werbung der psd-bank.

    • Dann ist das ja auch ein „super Kommentar“ – wenn man zum Maßstab das Verhältnis „Sport“ und „Nebenkriegsschauplätze“ nimmt.

      Tja, komisch, daß mit dem Jolly Rouge es auf einmal ganz still am Millerntor geworden ist. Der Support wurde ja vollkommen eingestellt, weil alle über den Ausmaß-Protokollen der Bankwerbung sitzen.

      Jetzt mal Ironiemodus aus. Bei so viel Sachverstand in Sachen Stimmung am Millerntor würde ich dann mal einen Besuch dort empfehlen. An der fehlenden Unterstützung liegt das bisherige Abschneiden ja nun wirklich nicht (steht auch im Text, wenn man mal in den „Nebenschauplätzen“ lesen mag – besonders vor dem Verfassen eines Kommentares empfehlenswert). Die Mannschaft hat sich die Anfeuerung wie auch den Applaus mit ihrer Leistung redlich verdient – die Punkte oder zumindest einen eigentlich auch, aber da entscheidet halt das Ergebnis auf der Anzeigetafel. Wünsche der Anhänger ändern da auch nichts.

      Wer bei einer Niederlage das Stadion verläßt oder bei einem Abstieg nicht wiederkommt, der wird jedenfalls nicht vermißt werden.

  3. Das erste Spiel der Saison, ob Heim oder Auswärts, welches ich nicht live erleben durfte, daher meinen Dank für den ausführlichen, bebilderten Bericht!
    Meine Oma ist 88 geworden und ich konnte so nur die erste Hälfte am Handy mit Liveschaltung ins Stadion verfolgen. Als dann der Akku nicht mehr wollte und ich das Ergebnis hörte, war mir klar es konnte wieder einmal nur ein unsäglich dummes Ding in den letzten Minuten gewesen sein. Wie oft haben wir mittlerweile ein Spiel in den letzten Minuten aus der Hand gegeben? Ich kanns nicht mehr zählen…
    exilant… aufs wesentliche Konzentrieren? Susi und Co PSD und Jolly sind die wesentlichen Dinge die mich beschäftigen! Auch ich möchte nicht absteigen, aber nun zu sagen, lassen wir die Probleme ruhen bis der Klassenerhalt unter Dach und Fach ist, kommt für mich nicht in Frage.
    8 Spiele 24 Punkte, es ist noch alles möglich.
    Wenn nicht, nun, ich denke nach der Saison mit vielen schönen, und leider auch einigen unglücklich verlorenen Spielen, können wir mit hoch erhobenen Haupt absteigen, sollte es denn so kommen. Vielleicht sollten sie auch mal zum Banner malen kommen, und sehen mit wieviel Herzblut dort jede Woche aufs neue gebastelt und geplant wird.
    Dieses ganze Bashing, ich kanns nicht mehr hören.
    Wer keine Vorsänger, keine Kritik, keine bunte, lebendige Gemeinschaft will, vielleicht wäre dann der HSV der bessere Verein für dich. Keiner ist gezwungen zum singen, aber 3000 Leute in der Süd auf Kommando zum Schreien zu bringen, geht nunmal nicht ohne ein gewisses Maß an timing……
    Auch ich bin für mehr „Spielbezogenen“ Support, aber diese Diskussion führen wir mit USP schon länger, wobei auch schon Erfolge erziehlt wurden.
    und ja, mir ist der Abstieg egal.
    Vivere militare est

    • Freut mich, wenn ich diese Lücke im individuellem Erleben ein klein wenig auffüllen konnte. Ich stürze mich auch immer auf die Berichte anderer, wenn ich nicht mit dabei sein konnte. Ja, mitunter gibt es diese persönlichen Dinge, die einem von einem gemeinsamen Erleben der Saison abhalten. Mir wäre es nicht möglich, auch noch zu jedem Auswärtsspiel mitzufahren, da ich häufig auch am Wochenende arbeiten muß – da ist es schon schwer, sich die Heimspieltage freizuhalten. Ob nun Sky oder über Handy-Liveschaltung (auch mal eine interessante Variante) – live dabei ist einfach unschlagbar. Und auch eine persönliche Berichterstattung bringt einfach mehr rüber, als die reinen Fußballberichte.

      Das Wesentliche ist eben nicht der Fußball, denn sonst könnte man sich die Spiele auch nur noch über die Glotze angucken, weil man da schließlich besser sieht als im Stadion. Gleichwohl gehört dieser Aspekt untrennbar dazu. Ablenkendes vom Fußball ist jedenfalls unerwünscht.

      Politik im Stadion ist für mich hingegen keine Ablenkung, sondern als menschliche Komponente wichtig und nötig. Ein nicht spielbezogener Support kann aber durchaus Ablenkung sein, aber ich sehe hier auch die gute Absicht und auch die Besserung. Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein – was natürlich nie von den Werfenden berücksichtigt wird. Ist ja auch viel einfacher, andere zu kritisieren, als etwas selbst zu machen. Mir sind Menschen, die sich engagieren und etwas machen, auch wenn sie Fehler oder Angreifbares machen immer sympathischer als die Nörgler aus der Distanz. Mitunter steckt da eine gehörige Portion Neid als versteckter Faktor mit dahinter, auch im Sinne des gruseligen Sprichwortes aus Japan „herausstehende Nägel werden eingeschlagen“ (hat ja leider einen hohen Wahrheitsgehalt). Buntes und Herausragendes ist mir aber definitiv lieber als gesichtsloser Einheitsbrei in Grau. Ersteres ist Leben. Und, ja, Leben heißt kämpfen. VIVA SANKT PAULI!

  4. Wenn meine Familie nicht schon länger mit mir zu tun hätte, wäre ich nach der Aktion wohl eingewiesen worden.
    Kopfhörer rechts im Ohr, links die Gespräche am Tisch, Nichte aufm Schoß und eine Kuchengabel in der Hand. Soll noch einer sagen, Männer seien nicht multitasking fähig 🙂

    Nicht nur bei Atomkraft gibt es ein Restrisiko, sondern bei jeder Tat.
    Habe das Gefühl, dass der Motor des sozialen Geschehens nie die Vernunft ist, sondern immer der Affekt. Siehe Japan.
    Plötzlich wird selbst Politikern wieder bewußt, ob aus wahltaktischen Gründen oder doch aus einem Lerneffekt heraus, das Atomkraft einfach nicht zu 100% beherschbar ist. Selbst Merkel wird auf einmal grün, obwohl sie genau weiß, dass die Kraftwerksbetreiber nach dem Ablauf der 3monatigen Abschaltung die Stromerzeugung wieder einklagen können. Ob die panische Abschaltung deutscher Meiler überhaupt rechtens ist, sei mal dahingestellt.
    Vor einer Woche waren sie noch sicher, und auf einmal müssen alle überprüft werden? Blinder Aktionismuss im Zeichen des Wahlkampfes.
    Will mich nicht aufregen, meine Süße hat mir schon das Nachrichten schauen verboten…
    Toi toi toi, dass die Japacalypse nicht allzu lange anhält…

    • Dieses Multitaskingbeispiel war sicher ein faszinierender Anblick. ^^

      Nach Japan schaue ich gerade wie viele andere fast die ganze Zeit, jedenfalls immer wieder. Die News-Live-Ticker sind seit Tagen mein ständiger Begleiter, unterwegs auch über Handy…

      Dieser genannte „Motor“ wird m.E. gerne emotional betrieben – auch das Wort Motivation definiert sich ja letztlich eher über Gefühl als über Verstand. Wobei Vernunft und Gesellschaft ja eh so ein Widerspruch in den meisten Fällen ist…

      Das Momentum geht klar gegen die AKWs, weswegen die Atomlobby versucht, um jeden Preis auf Zeit zu spielen. Vielleicht hätte sich ja auch ein namentlich jetzt nicht genannter „Dr.“ politisch halten können, wenn diese Katastrophe die öffentliche Aufmerksamkeit genügend abgelenkt hätte. Aussitzen hat ja leider nur zu oft Erfolg. An Lerneffekte glaube ich bei Politikern nicht, wie ich bei denen ohnehin nur in absoluten Ausnahmefällen irgendetwas Glauben schenken kann. Manipulation der Massen scheint ja deren Kerngeschäft zu sein, nicht das Regieren an sich – dafür müssen vor lauter Politik dann andere erledigen.

      Sehr bezeichnend fand ich den Bericht über Tschernobyll, der am Samstag oder so im Ersten gezeigt wurde – hier hatte die damalige Regierungssprecherin eingeräumt, sich auf die Angaben der Atomlobby verlassen zu haben (und in die Irre geführt worden zu sein), weil sie alle die Lage nicht wirklich beurteilen konnten (dafür gibt es ja die Experten). Die Sprüche damals und die Aussagen der Regierung in Japan ähneln sich zudem erschreckend.

      Politische Veränderungen müssen erzwungen werden – unter bevorstehenden Wahlen passiert wenigstens ab und an etwas im Sinne der Wähler. Wichtig ist, daß dies kein Blendwerk ist bzw. der Wähler dergleichen durchschaut. In der Masse habe ich da nur selten Hoffnung, aber manchmal treibt das Gefühl die Mehrheit ja doch in die richtige Richtung. Die Abkehr von Atomkraft scheint so populär wie noch nie zu sein. Hat diese entsetzliche Katastrophe vielleicht wenigstens ein kleines bißchen Gutes. Aber noch ist nichts in dieser Hinsicht erreicht.

      Lang anhalten wird das Drama in Japan schon allein wegen der radioaktiven Verseuchung und der Kernschmelzen sicherlich. Hoffentlich nicht noch unerträglicher als derzeit zu befürchten. Auf daß zumindest nicht immer noch schlimmere Meldungen neu dazukommen…

      Ah, jetzt hab ich mich ein wenig im Thema verrannt. Passiert derzeit ja leicht. Ist aber ja auch mein Blog, da darf ich das. 😉

  5. @exilant: Wie kommst Du darauf, dass beim FCSP das Wesentliche darin besteht in der 1. Bundesliga zu spielen???
    Und was willst Du mit Deinem Kommentar sagen? Sowas wie:
    „Ihr seid schuld, wenn wir wieder absteigen!“?

    Ich finde diese Verbindung zur „Dolchstosslegende“ von Momorulez uebrigens sehr geil 🙂

    • Den Gedankengang von Momorulez fand und finde ich auch faszinierend und erschreckend passend. Im Nachhinein irgendwann vielleicht auch prophetisch. Wir werden es sehen, vielleicht. Gerne auch nicht, aber das ist ein anderes, bereits ausformuliertes Thema.


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