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In meinem Erlebnisbericht über das Heimspiel gegen Hannover 96, nachzulesen hier https://kleinertod.wordpress.com/2011/02/28/dankeshymnen-und-niederlage-hannover-96-nimmt-die-punkte-mit/, habe ich bereits ausführlich über das Fehlverhalten einiger Gästefans am Millerntor berichtet. Jetzt möchte ich das Ganze noch ein wenig vertiefen und verallgemeinernd darstellen, handelt es sich bei der Thematik Gästefans im Heimbereich doch um ein Problem, welches sowohl über ein Spiel als auch über das Millerntor hinausgeht. Was ist also das Problem, wie könnte man es lösen und was spricht gegen eine Änderung des Ist-Zustandes?

Ersteinmal möchte ich vorausschicken, daß es mir um die Probleme mit Gästefans außerhalb des Gastbereiches geht. Eine Pyrodiskussion oder ähnliches möchte ich an dieser Stelle nicht führen – das Verhalten im Gästeblock selber sei hier also dahingestellt. Die Unterstützer des Gastes sitzen (möglicherweise nicht nur das, auch wenn ich derartiges momentan für weniger wahrscheinlich halte, mit dem Ausbau der Gegengeraden und mehr Stehplätzen könnte sich aber auch dieses ändern) aber nicht nur im ausschließlich für die Gäste ausgewiesenen Bereichen. Zudem laufen diese um das Stadion frei herum und können sich auch im Millerntor selber mitunter überraschend frei bewegen.

Fange ich mal außerhalb des Stadions an. Die Durchmischung mit friedlichen Gästefans stellt für mich hier nicht nur kein Problem dar, ich halte dies sogar für begrüßenswert und freue mich immer, wenn ich mit Fußballfans aus anderen Städten freundlich kommunizieren kann. Natürlich kann es sein, daß auch hier der eine oder andere sich nicht zu benehmen weiß – daß es dann zu Problemen kömmen könnte, kann man dann andererseits auch nicht ausschließen. Letztlich kann es immer und überall Probleme im zwischenmenschlichen Bereich geben und außerhalb des Stadions wird dies niemals ganz zu verhindern sein – wobei bei extremen Risikospielen durchaus ein gelenkter Besucherstrom zumindest unmittelbar um das Millerntor selber etwas bewirken kann. Für mich aber etwas, was ich nur als absolute Ausnahme erleben will. Mit den meisten Gästen kann man ja irgendwie noch gut vor dem Stadion gut auskommen.

Im Stadion selber sieht es dann aber schon etwas anders aus. Viele empfinden das Millerntor nicht als irgendeine Erlebnisstätte, sondern durchaus als ihr „eigentliches“ Wohnzimmer. Hier fühlt man sich daheim und tief verbunden mit der FCSP-Gemeinschaft. Während auf den Stehbereichen die Grüppchenbildung mehr oder weniger „beweglich“ erfolgt, sind auf den Sitztribünen die Plätze fest und eindeutig definiert. Neben, vor und hinter wem man an einem Tag sitzt, das kann man selber nicht beeinflussen und auch nicht ändern. Hier verkauft der Verein die Karten bzw. werden diese (leider allzu häufig unerlaubt und zu asozial überteuerten Preisen auf dem Schwarzmarkt) von den Sitzplatzberechtigten an Dritte weitergegeben. Da kann es also passieren, daß man sich plötzlich direkt neben, vor oder hinter einem oder gar mehrerer Gästefans wiederfindet, im unglücklichsten Falle sich sogar von solchen „Fremdkörpern“ im eigenen Stadion eingekreist sieht. Ein Heimspielgefühl wird da zumindest nicht ganz so leicht aufkommen können, als wenn man sich von FCSP-Anhängern (wohlgemerkt: im reinen Heimbereich) umringt finden würde.

Eine solche Situation habe ich mehrfach auf der Haupt und auch auf der Nord erlebt – und zwar über alle Ligen und mehrere Jahre. In den wenigsten Fällen wurde daraus ein Problem – aber es kam auch vor, daß sich manche Gäste daneben benahmen und es daraus resultierend zu Ärger kam. Und Ordner sind nicht überall so präsent, als daß deren Eingreifen schnell möglich wäre oder aber diese das alles mitbekommen. Zumal nicht jeder Sitzplatz in der Nähe eines Aufgangs liegt – Hilfe zu holen ist da schon in zeitlicher Hinsicht fast ausgeschlossen. Wenn, wie leider schon geschehen, solche Gästetrauben die angrenzenden Heimfans mit Beleidigungen und Schmähgesängen sowie sexistischen und rassistischen Sprüchen und Anmachen belästigen, dann ist die gute Laune ganz unabhängig von den daraus resultierenden Konsequenzen dahin. Aber auch schon ein nachhaltiger Torjubel oder eine nicht enden wollende Siegesfeier von Gästefans im Heimbereich steht in einem krassen Gegensatz zum Empfinden der Heimfans, die mit solchen völlig konträren Emotionsäußerungen nicht immer umgehen können oder wollen – vor allem dann nicht, wenn sich Schmähgesänge und Beleidigungen oder ähnliches dann auch noch dazu gesellen.

Aber auch außerhalb der Plätze kam es auf der Haupt in letzter Zeit zu wiederholt unschönen Szenen. Einige Anhänger aus Frankfurt und Hannover hatten sich daneben benommen, indem sie auf den Aufgängen feiernd und Schähgesänge rufend auf und abliefen sowie auch dergleichen vor der Tribüne im Rollibereich ungehindert von den Ordnern ablieferten. Hier wurde mitunter nicht oder zu wenig gegen vorgegangen. Ich zitiere mal von einem anderen Erlebnisbericht, den ich per mail erhalten habe: „eine Gruppe aggressiver Gästefans (hat) ungehindert zuerst vor unserer Nase, mit Schlägen gegen die Bande, ihre Mannschaft abgefeiert (…) und sich danach, mit provozierenden Sprüchen und sexistischen Rufen gegen unsere Frauen, pöbelnd gegen die HT-Besucher gerichtet (…) (als wir verbal reagiert haben, waren die schnell weg). Eine andere Gruppe (ca. 6 Leute), die offenbar zu Gast in H2 oder H3 war, hat dieselbe Nummer abgezogen.„.

Hier möchte ich (ebenfalls, wie auch der vorzitierte Berichterstatter später, dazu gleich mehr) unsere Ordner auf der Haupt jedoch nicht in Miskredit bringen. Mit diesen kommen wir gut aus und sie verrichten größtenteils eine sehr gute Arbeit. Allerdings habe ich den Eindruck, daß mitunter zu wenige im Heimbereich bei all den Gästefans dort vor Ort sind und deshalb vielleicht auch nicht alles mitbekommen bzw. sich nicht um alles zu kümmern in der Lage fühlen. Ich zitiere dazu auch den o.a. Erlebnisbericht weiter: „Die eingesetzten Ordner haben in der Vergangenheit immer ausgereicht. Selbst gegen Mannschaften wie Rostock (da waren auch mehr im Einsatz) hatte ich immer den Eindruck, dass hier alles im Griff ist. Die letzte Erstligasaison habe ich auch nicht so schlimm in Erinnerung. Ich bin auch nicht der Typ, der sofort hingeht wo es raucht (ich musste mich in 40 Jahren noch nie prügeln). Aber mittlerweile verdirbt mir die Angst vor aggressiven „Fans“ in unseren Bereichen den Spaß am Spieltag. Pöbeln kann ich ab. „Scheiß St.Pauli“ rufe ich, ironisch, noch lauter zurück. Aber wenn mir offen Gewalt angedroht wird, hört der Spaß auf. Ich habe kein Problem damit Ordner um Hilfe zu bitten. Ich halte das nicht für denunzieren, sondern für das genau richtige Verhalten. Aber wenn selbst ein eher friedliebender Mensch wie ich, sich plötzlich als Schlichter zwischen vier Streithälsen wiederfindet (das war beim Frankfurt-Spiel der Fall) und die Ordner erst viel später dazu kommen („war was?“) dann sehe ich meine Angst nicht als unbegründet.

Mitunter wird ja gefordert, daß sämtliche Gäste aus den Heimbereichen fernzuhalten wären. Dies halte ich für zu weit gehend, vor allem auch aus dem Grunde, daß man kaum erkennen kann, wer für welchen Verein die Daumen drückt, wenn die Kleidung neutral ausfällt. Und auch die eindeutig gekleideten Gästefans haben eine Karte und damit an sich einen Sitzplatzanspruch. Hier könnte man vielleicht die Stadionordnung ändern, was ich aber auch aus dem Grunde für bedenklich halte, daß dies nur zu einer Verkleidung führen und auch in anderen Stadien unsere Fans treffen würde. Mit vielen der Gäste kann man ja allgemein auch gut klarkommen.

Nur eben dann, wenn diese sich nicht zu benehmen wissen, sollte m.E. rasch und gerade bei Gästefans schnell durchgegriffen werden. WENN man schon Gäste in den Heimbereich läßt, dann sollte diese Erlaubnis klar dahingehend eingeschränkt sein, daß bei provozierendem Verhalten (Schähgesänge, Feiern auf Abgängen oder im Rolli-Bereich) SOFORT ein Verweis aus dem Stadion erfolgt. Bei Heimfans oder nicht als solchen erkennbaren Gästen (einschließlich Jubelverhalten) sollte aber ein anderer Maßstab anzulegen sein – schließlich ist dies der Heimbereich und die Gäste sollten hier nur „geduldet“ werden und nicht auch noch als Gäste mehr Freiheiten als der Gastgeber genießen dürfen – sondern eben weniger. Nichts anderes würde ich als Gast bei einem anderen Verein erwarten.

Hierzu würde ich auch einige Ordner mehr für sinnvoll halten. Leider erforderlich, könnte man auch formulieren, denn allein wegen der Gäste im Heimbereich halte ich eine stärkere Kontrolle für nötig. Man könnte natürlich auch an so etwas wie eine jederzeit erreichbare Notrufnummer für Ordner denken, die entsprechend kommunziert und vielleicht sogar auf den Plätzen angebracht wäre – das könnte das Personal geringer halten und schneller an Ort und Stelle bringen. Dann müßte aber bei Gästen auch entsprechend durchgegriffen werden.

Ich will in Zukunft keine blutigen Nasen mehr sehen, keine verletzten FCSP-Fans im Heimbereich. Am Millerntor – IM Millerntor vor allem – will ich keine Angst davor haben, von Gäste-Hools überfallen zu werden, bzw. ich will keine Sorge haben müssen, wenn ich andere Leute oder gar Kinder mit ans Millerntor bringe(n sollte). Ohne gleichzeitig eine Einschränkung hinnehmen zu müssen, die uns allen schaden würde.

6 Comments

  1. Gegen den kleinen HSV hatten wir einen „gegnerischen“ Gast in unserer Bezugsgruppe, dessen einziges auffälliges Merkmal ein Schal war, den man von weitem auch für einen Celtic-Schal hätte halten können. Der war sehr froh (also unser Gast, nicht der Schal), zwischen uns stehen zu können, weil ihm genau die Fans, von denen du gerade sprichst, peinlich waren (und jubelte im Übrigen bei guten Szenen von St. Pauli!).

    Persönlich habe ich — wie du — überhaupt nichts gegen ein paar Gäste im Heimbereich, solange (!) sie sich zu benehmen wissen. Größere Gruppen sehe ich aber doch lieber an den Gästebereich angrenzend (also, wenn sie schon im Heimbereich sind, was sich i.d.R. nicht verhindern lässt und was wir ja ganz genauso handhaben, wenn wir keine Gästekarten mehr bekommen), weil es schon ausgesprochen nervend ist, wenn man ‚aktive‘ Gäste direkt neben oder hinter sich hat. Vielleicht wäre es nicht verkehrt, wenn Ordner schon am Eingang darauf hinwirken würden (auf den entsprechenden Block oder Aufgang hinweisend), vielleicht wäre damit schon einiges gewonnen ohne Regeln, ohne Durchgreifen. Mein Gast aber sollte halt auch weiterhin neben mir stehen können.

    Wenn Gästefans nach Spielende ätzend werden, lässt sich vermutlich nicht viel machen. Was auch? Sie rauswerfen? 😉 Menschen, die sich nicht benehmen können, gibt es halt überall. Und ob sie ätzende Sprüche von links oder rechts des Zaunes machen, tscha…

    Was natürlich überhaupt nicht geht, ist Gewalt. Wenn wir im Heimbereich Angst haben müssen (oder gar die Kinder!), dann — gar keine Frage — sind die Ordner gefragt, und zwar pronto, aber auch jeder einzelne von uns! Dann, denke ich, gilt das, was „draußen“ auch gilt: Direkte Ansprache („DU holst jetzt bitte die Ordner, und DU und IHR da drüben, wir brauchen eure Hilfe, hier! Sofort!“). Manchmal ist das notwendig, weil man nicht selbstverständlich mitbekommt, was nebenan passiert, wenn man nämlich aufs Spiel konzentriert ist und rundherum eh alles laut. Aber meiner bisherigen Erfahrung nach haben wir so etwas doch aaausgesprochen selten (glaub, nur von dreieinhalb (bekannten) Leuten hab ich das damals mitbekommen, und das wurde dann ja auch geregelt). Oder ist da was an mir vorbeigegangen?

    Und wenn sexistische oder rassistische Sprüche kommen, etc., ganz klare Ansprache, dass wir das nicht dulden, mit entsprechender Haltung der Umstehenden. Kann ich aus Nord-Steh zumindest berichten, dass das bisher funktioniert (hab sexistische Sprüche allerdings auch erst zwei mal erlebt, einmal von „St. Paulianern“, einmal von Gästen, in beiden Fällen war’s schlagartig ruhig dort). Andernfalls und im Wiederholungsfalle, wenn man die Leute nicht selbst aus dem Stadion jagen will, sind aber auch hier die Ordner gefragt.

    Mit den Notfall-Nummern, ich weiß nicht… (ich stelle mir gerade vor, die Nummer wandert in den Gästeblock… *gg und ein paar hundert Leute beordern die Ordner beliebig irgendwo hin…) — nee, das funktioniert nicht. Und wäre auch nicht, wie ich mir einen Stadionbesuch vorstelle. Also wenn das notwendig würde, die Situation also schon derart eskaliert, dass man glaubt, auf solch restriktive Maßnahmen nicht verzichten zu können, würde ich vermutlich eher auf den Stadion-Besuch verzichten.

    • Leider gibt es keine Möglichkeit, Gäste im Stadion umzusetzen. Die Karten werden einem bestimmten Sitzplatz zugewiesen und an sich sind sie ja alle dort auch verkauft – in der Regel an Mitglieder bzw. DK-Inhaber (die Ausnahme sind Sonderkarten, die der Verein beispielsweise an Schiedsrichter o.ä. herausgibt, wie ich schon mal gelesen hatte). Wenn nun ein gieriger Platzinhaber seine Karte für viel Schotter weiterveräußert und ein Gast diesen Platz erwirbt, dann kann man ihn bei Erkennen nicht auf einen anderen Platz umsetzen, da halt alle besetzt sind. Auch in den Gästebereich kann man ihn nicht bitten, da ja dort auch alle Plätze vergeben sind.

      Einen Bereich für Gäste im Heimbereich zu reservieren, das wäre ja noch schlimmer, da das ja eine freiwillige Aufgabe von Heimplätzen zugunsten von Gästen wäre – die ihr Kontigent nach wie vor auf dem Schwarzmarkt erhöhen würden. Natürlich wäre es an und für sich möglich, Plätze neben dem Gästeblock gar nicht erst zu verkaufen und „erwischte“ Gästefans im Heimbereich auf diesen freien Block umzusetzen – aber das wären dann weniger verkaufte Heimkarten zulasten von den FCSP-Fans, die draußen warten müssen und nur allzugern dabei wären. Für mich auch keine vertretbare Lösung.

      Nein, wir müssen schon mit Gästen im Heimbereich leben – was in den meisten Fällen schließlich auch kein Problem, sondern durchaus eine Bereicherung sein kann. Und auch wir wollen ja die Option für uns behalten, in den Heimbereich anderer Vereine auszuweichen, wenn wir nicht genügend Gästekarten erhalten.

      Nur muß einfach eindeutig und rasch eingeschritten werden, wenn ein Gast im Heimbereich sich daneben benimmt. Da will ich keinen erhobenen Zeigefinger, sondern rasche Konsequenzen sehen. Ein Gast im Heimbereich hat sich vorbildlich und einwandfrei zu benehmen – er ist dann schließlich in einem für ihn nicht vorgesehenen Bereich zu Gast und hat sich damit nicht störend zu verhalten. Damit meine ich jetzt nicht ein einmaliges Aufstehen im Sitzplatzbereich oder einen angemessenen Torjubel bei einem Treffer der eigenen Mannschaft – aber wer jubelnd und Fahneschwenkend nach einem Treffer die Aufgänge herumrennt und die Heimmannschaft nebst Fans verunglimpft, der sollte sich rasch das Millerntor von außen ansehen dürfen.

      Bei Gewalt, Sexismus und Rassismus verstehe ich nicht nur keinen Spaß, da will ich auch vom Verein ein rasches Eingreifen. Ein direktes Ansprechen, wie so ausgezeichnet beschrieben, der Umstehenden und ein Holen der Ordner sollte dann auch baldmöglichst erfolgen.

      Hierfür wäre es aber auch sinnvoll, wenn die Ordner nicht allzu fern stehen würden. Gerade dann, wenn eine Situation eskaliert. Blutige (hoffentlich nicht gebrochene) Nasen von offensichtlich friedlichen FCSP-Fans durch Gasthools wie beim Hannoverspiel will ich einfach nicht im Heimbereich sehen! Bei einem Sicherheitsspiel zumindest sollte der Verein durch ausreichende Ordnerpräsenz dafür sorgen, daß solche Ausschreitungen im Heimbereich rasch unterbunden werden können. Das Problem ist ja bekannt – und wenn ein Sicherheitsspiel dazu kommt, dann sollte ein Veranstalter schon für die Sicherheit der Besucher sorgen können, indem er dann besonders aufpaßt und durch entsprechendes Personal für Sicherheit sorgt.

      Natürlich wäre es mir lieber, wenn wir derartiges nicht brauchen würden. Es gibt aber die Asis, die ihre Karten gewissenlos auf dem Schwarzmarkt an den Meistbietenden, der häufig ein Gast ist, verhökern. Das Problem kann nicht vollkommen gelöst werden, leider, auch wenn man es versucht. Also muß man, zumindest solange keine Lösung dafür da ist, auf andere Weise für Sicherheit sorgen. Jedenfalls bei Sicherheitsspielen. Körperliche Attacken auf Heimfans im eigenen Bereich – das ist einfach unerträglich. Mehr Ordner wären nicht ganz so unerträglich. Zumal wir uns mit den meisten ja gut verstehen.

      Okay, das mit den Notfall-Nummern ist nur so eine Idee von mir. Ein Ersatz wäre ja ein Notruf-knopf auf jedem Platz – aber bei den Kosten will ich darüber gar nicht nachdenken. Nochmal zu den Notruf-Nummern – die könnte man ja auch durch persönliche Anmeldung und Nummernspeicherung des Anrufers absichern, sprich, nur angemeldete Nummern könnten dann durchkommen und so Mißbrauch ausschließen. Technisch müßte das möglich sein. Ob es aber wirklich eine gute Idee wäre und irgendwelche Verbesserungen bringen würde, das will ich mal dahingestellt lassen. Nur zumindest finde ich die Idee als solches diskutabel, ergebnisoffen.

      Eine Eskalation der Situation will ich ja gerade nicht, weswegen ich das hier ja auch thematisiere. Mir geht es darum, das Problem beim Namen zu nennen und durch meine Ausführungen zu begründen. Vielleicht hat sich in der 1. Liga in den letzten Jahren ja auch einfach ein höheres Gewaltpotential entwickelt, so daß man sich über derartige Dinge Gedanken machen muß – zusammen eben mit einer erhöhten Bereitschaft, sich auch in den Heimbereich einzukaufen und dort Streß zu machen. Da ist einfach ein Konzept von Seiten des Vereins erforderlich, damit nicht wirklich irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem man sich nicht mehr zu einem Fußballspiel traut. Und das am Millerntor!

  2. > Größere Gruppen sehe ich aber doch lieber an den Gästebereich
    > angrenzend…

    Angrenzend an den Gästebereich liegt der Familienblock, was ich eher unglücklich finde…

  3. Auf der gegengerade habe ich auch schon auswärtige Fans gesichtet, nicht zu knapp. Gäste gehören in den Gästeblock, da gibts für mich überhaupt nichts zu diskutieren. Ich rede nicht von Einzelfällen, wenn man mal die Gelegenheit hat einen auswärtigen Bekannten mit ins Stadion zu nehmen, ich hab auch in Köln schon im Heimblock gesessen. Es war mir auch klar, dass mein Jubel beim 1:0 dort auf wenig Begeisterung stößt, dementsprechend verhalten war er denn auch, ich kann mich als Gast benehmen, ähnliches erwarte ich von meinen Gästen am Millerntor auch (wobei ich lange niemanden mitnehmen konnte, das ging in der 3. Liga grad noch).
    Wenn sich aber gleich größere Gruppen im Heimbereich breit machen, dann ist das für mich ein Zeichen, dass der Schwarzmarkt immer noch nicht genug eingedämmt wird. Es ist nicht akzeptabel, wenn sich Fans im eigenen Stadion nicht sicher fühlen können. Mir ging der 96er Gästeblock schon schwer auf den Senkel, wenn ich mir vorstelle das Teile dieses Mobs quasi in meinem Wohnzimmer rumtanzen und dort Heimfans bedrohen und sogar verletzen, dann müssen die entsprechenden DK Inhaber ermittelt werden und die Karte wird eingezogen, fertig.
    Es kann nicht sein, dass man in seinem Heimbereich am Millerntor auf Notrufknöpfe angewiesen ist, weil irgendwelche Idioten mit ihrer Karte die dicke Kohle einstreichen, da schwillt mir echt der Kamm.

    • Natürlich ist das Hauptübel der Schwarzmarkt bzw. das fehlende Konzept dagegen, welches wirksam dieses Problem bekämpfen könnte. Hier mache ich dem Verein aber weniger einen Vorwurf, denn ich glaube, daß von dieser Seite durchaus weitgehend das unternommen wird, was nach rechtlicher Lage und tatsächlichen Erkenntnissen möglich ist.

      LEIDER müssen wir mit der TATSACHE leben, daß es diese Gästefans bei uns im Heimbereich gibt – daran wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern. Einfach weil es mehrere hundert Karten (geschätzt) pro Spiel auf dem Schwarzmarkt gibt, die an die Gäste (zumeist) gehen. Die kommen ins Stadion und haben ihren Platzanspruch. Der Verein könnte hier lediglich verbieten, daß diese in ihrer Fankluft in den Heimbereich gehen, aber dies würde ich für keine Lösung des Problems halten.

      Den Abgeber einer Karte für das Verhalten des neuen Karteninhaber haftbar zu machen, das halte ich für keine gute Idee. Es gibt schließlich auch legale und gewünschte Weitergaben von Karten – und auch diejenigen, die auf diese Weise eine Karte bekommen, könnten sie ja erneut unberechtigt weitergeben. Wie soll man da dem Abgeber einen unangreifbaren Vorwurf machen können? Natürlich ist es ein sinnvoller Weg, den Erwerb einer solchen Karte nachzuverfolgen – doch auf Erwerberseite wird derartiges meist geleugnet, wie ich schon selber durch Befragen der ständig wechselnden Personen in jeweiliger Gästekluft auf gewissen Plätzen gemerkt habe (diese Beobachtung hat nach der Meldung aber offensichtlich trotzdem etwas bewirkt, jedenfalls hab ich seitdem keinen Gast mehr dort sitzen sehen).

      „Es kann nicht sein (…)“? Es sollte nicht sein, aber leider ist es definitiv so. Wegen der Asozialen, denen ich nur zu gern die Karte und Mitgliedschaft entzogen sehen würde, haben wir das Problem. Die verticken ihre Karte und machen einen Reibach damit und wir Fans haben uns mit den Gästefans herumzuärgern. Das ist leider Fakt. Und deswegen müssen wir ein brauchbares Konzept haben – sowohl gegen den Schwarzmarktverkauf als auch gegen randalierende Gästefans im Heimbereich – denn letztere kommen leider vor. Glücklicherweise nicht immer, aber allein zweimal in dieser Saison sind mir schon defnitiv zweimal zuviel.


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  1. […] lieferte der Anblick vieler Gästefans im Heimbereich. Neben der bereits angesprochenen Problematik https://kleinertod.wordpress.com/2011/03/08/gastefans-im-heimbereich-eine-tickende-zeitbombe/ geht es ja eben darum, daß diese Plätze im normalen Sitzbereich wohl allesamt über den […]

  2. […] entspannteren Umgang auch gegenüber Gästefans kann man fordern, ich habe aber auch schon auf die Probleme mit einigen Gästefans im Heimbereich verwiesen. Das sich immer wieder Hinterfragen als Notwendigkeit der Fanszene und deren […]

  3. […] Thema Gästefans im Heimbereich hatte ich ja kürzlich erst einen Blogeintrag verfaßt – https://kleinertod.wordpress.com/2011/03/08/gastefans-im-heimbereich-eine-tickende-zeitbombe/ – und auch gegen Schalke 04 fiel die deutliche Vereinnahmung der Haupttribüne durch die Fans […]

  4. […] könnten die Gästefans ja auch gar nicht zu uns in den Heimbereich gelangen. Siehe dazu auch: https://kleinertod.wordpress.com/2011/03/08/gastefans-im-heimbereich-eine-tickende-zeitbombe/. Der Verein hat hier neben seinen Maßnahmen zur Bekämpfung des Schwarzmarktes durch den oben […]

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