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Tja, so geht es denn mitunter im Fußball. Ein Grottenkick und mit einer einzigen gelungenen Standardsituation – umgekehrt könnte man auch sagen, ein einziger Fehler in der Abwehr – und schon fällt kurz vor dem Abpfiff das entscheidende Tor. Leider gegen uns. Bitter, diese Niederlage, gerade wenn man bedenkt, gegen wen wir jetzt noch so alles spielen und bei was für Gegner wir jetzt noch die Punkte holen müssen. Aber so ist halt Fußball und das konnte man an diesem Tag gut sehen. In mehr als einer Hinsicht, positiv wie negativ – wobei ich mit letzterem vor allem das Auftreten der Gästefans meine. Vielleicht noch bemerkenswert: schon vor dem ersten Pfiff spielte sich das meiste Erzählenswerte dieses Tages ab. Aber nun nochmal alles detaillerter…

Der Tag fing jedenfalls sehr gut an. So ein wunderschönes Wetter hebt jedenfalls die Laune, auch wenn die Gradzahlen nach wie vor so niedrig waren, daß man sich gehörig warm einpacken mußte, um den Tag überstehen zu können. Dafür entschädigte die wärmende Sonne, die nur so vom Himmel strahlte, für die fehlende Temperaturhöhe. Entsprechend gut gelaunt fand man sich schon lange vor dem Anpfiff rund um das Millerntor zu einer gemeinsamen Vorfreude auf das Spiel gegen Hannover 96 zusammen.

Die gute Beleuchtung durch das helle Tageslicht war für mich ein Grund, auch mal wieder den Eingangsbereich der neuen Haupttribüne näher in Augenschein zu nehmen. Schließlich berichte ich hier in meinem Blog seit längerem über jede einzelne Phase der Entstehung der nicht mehr so ganz nagelneuen, aber immer noch nicht fertig gestellten Haupttribüne. Das Piratennest, also die stadioneigene KiTa, ist von der Frontseite aus gesehen immer noch verhangen, das Mosaik also nach wie vor nicht vollständig einsehbar. Auch am Eingangsbereich selber hat sich am Baustellenlook noch nichts relevantes geändert, dafür wurde aber der Rundgang, der die Haupt und die Süd miteinander verbindet, fertiggestellt, was man aus dieser Perspektive besonders gut erkennen kann.

Solche aufwendigen Erforschungstätigkeiten machen natürlich durstig, da brauchte ich also erstmal ein schönes Astra. Und da dieses trotz der Temperaturen um den Gefrierpunkt, um es einmal optimistisch auszudrücken, ab besten eisgekühlt schmeckt, wurde das nach wie vor vorhandene Wintereis einfach einmal sinnvoll eingesetzt, wie man hier schön sehen kann. ^^

Doch da ich nicht allein wegen dem kühlen Naß ans Millerntor komme, führte mich mein Weg natürlich bald auch ins Stadion. Auf der Haupttribüne angekommen fielen mir gleich diese Tapeten ins Auge, eine wunderbare Danksagung an das siegreiche Team, den Derbysieger 2011.

Diese Danksagung war natürlich noch nicht alles, das ganze Millerntor war voll davon. Überall konnte das Auge die Dankeshymnen erblicken, mit denen unsere Helden für ihre tolle Leistung in der Vorstadt gebührend gefeiert wurden.

Haupt, Süd, Gegengerade und Nord – wohin das Auge blickte, konnte man die tiefe Dankbarkeit der St. Paulianer erkennen. Eine wunderschöne Aktion.

Wenn man einmal bedenkt, daß wir fast 34 Jahre auf einen Bundesligasieg gegen die Vostädter warten mußten, dann ist unsere Freude auch gut verständlich. Neben so vielen weiteren Gründen, die zu erklären ich einem FCSP-Anhänger sicher nicht brauche – uns allen ist klar, was dieser Erfolg bedeutet.

Spätestens durch diese Geste der Fans sollte es auch dem letzten Spieler im Kader, der das noch nicht wirklich begriffen hat, aufgegangen sein. Naja, okay, ich glaube nicht daran, daß dieses noch bei irgendeinem nötig gewesen wäre. Andererseits ist die Wichtigkeit dieses Sieges für die Fans etwas derart Augergewöhnliches, daß jegliche Form des Ausdrucks diesbezüglich gut tut. Und wie. ^^

Inwieweit die Spieler die Dankbarkeit der Fans beim Warmlaufen spüren konnten, vermag ich natürlich nicht im Einzelnen zu berichten – aber ich bin mir sicher, daß diese schöne Botschaft bei jedem Einzelnen angekommen ist.

Das ganze Millerntor war einfach nur voll von diesen schönes Spruchbändern, die besser als jedes Derby-T-Shirt zum Ausdruck bringen konnten, welchen Stellenwert dieser Erfolg hat und auch in Zukunft behalten wird. So etwas vergißt man schließlich nicht. Dieser Sieg wird nach dieser Saison sicherlich als DAS Highlight in Erinnerung bleiben. Ganz egal, auf welchem Tabellenplatz auch immer wir diese Spielzeit abschließen werden.

Ob nun „Auswärtssieg in Mordor“, „Derbysieger“, „Stadtmeister 2010/2011“ oder andere Freudesbotschaften – die Freude über den Auswärtserfolg in der Wieauchimmersieheißenmag-Arena ist und bleibt ungebrochen. Daran konnte auch die unsäglich schlechte Leistung gegen den BVB ein paar Tage danach nichts ändern. Und auch die Niederlage nach einem schwachen Spiel an diesem Tag nicht.

Ich könnte jetzt noch locker 20 weitere Bilder mit entsprechenden Transparenten bringen, denn es gab wirklich viel und überall zu sehen. Doch nehme ich dieses Photo mal als abschließendes Dankesbild, diese Ehre hat sich unser Bene auch verdient. Und seinen Jubel vergessen wir auch nicht.

Die Gäste an diesem Tag haben ihn ja auch im Kopf gehabt, wie man am dreifachen Bogenschützenjubel nach dem Schlußpfiff sehen konnte. Als Rollrasenverlegerversagerbesiegerbesieger konnten sich diese das ja auch in gewisser Hinsicht leisten. Stellt sich nur die Frage, ob der nächste Sieger gegen Hannover 96 diese Tradition fortsetzt? Ich würde schmunzeln.

Bevor bei diesen Bildern noch ein falscher Eindruck entsteht, möchte ich aber noch darauf hinweisen, daß es auch viele Jolly Rouge – Fahnen zu sehen gab. Diese nehme ich mal stellvertretend auf. Die Unterstützer der Sozialromantiker-Petition haben auch an diesem Tag deutlich auf sich aufmerksam gemacht. Doch die einzigartigen Dankeshymnen mußte ich hier natürlich besonders vorstellen.

Quasi als Übergang möchte ich dieses Lob hier nehmen, denn der Auswechselverteidiger Brückner, der uns ja noch aus Drittligazeiten wohlvertraut ist, war ja zurück in den Kader berufen worden aufgrund der Verletzungsmisere in der Abwehr. Innen waren wir mit Zambrano und Gunesch ja in Bestbesetzung unterwegs, wie ich finde – und der zusammen mit Volz erstmals spielende Kalla auf der Außenposition machte ebenfalls ein gutes Spiel, mehr noch, er war der Lichtblick an diesem Tag mit einer ausgezeichneten Leistung, so daß hinten eigentlich nicht die befürchteten Probleme zu sehen waren.

An unserer Abwehr lag es nicht, daß wir dieses Spiel verloren haben, auch wenn das Verteidigungsverhalten beim Gegentor ein Fehler war. Die eigentlichen Ausfälle waren aber eher auf den anderen Positionen zu sehen, Mittelfeld wie Angriff liefen einfach nicht wirklich rund. Sicherlich war der Rasen alles andere als gut – aber das Spiel nach vorn, so man das Gekicke denn überhaupt so nennen möchte, hat eine solche Ausrede beim besten Willen nicht verdient. Das können wir auch auf so einem Grund weitaus besser.

Weitaus besser als wir kamen die Gäste mit dem Boden jedenfalls auch nicht zurecht. Oder vielleicht sollte man darauf verweisen, daß die Mannschaften sich größtenteils gegenseitig neutralisierten. Naja, eher war es der unsagbar schlechte Schiedsrichter, der durch unsinnigste Entscheidungen das Spiel lähmte und viel zu spät gegen die teilweise sehr hart einsteigenden Niedersachen Gelb zeigte. Besonders störend war die eindeutige Benachteiligung unserer Mannschaft – wo bei Zweikämpfen, bei denen einer von uns zu Boden ging, weitergespielt wurde, pfiff er bei nahezu jedem kleinen Faller der Gäste fast immer einen Freistoß. Besonders Asamoah schien er auf den Kicker zu haben – da konnten noch so viele grenzwertige Aktionen im Zweikampf gegen ihn unternommen werden, sobald er versuchte dagegenzuhalten, kam sofort der Pfiff gegen ihn. Schon sehr auffällig. Aber das kennt man ja von Gagelmann. Die Note 4 bei Kicker ist mit der vorhandenen Begründung ein Witz: http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/spieltag/1-bundesliga/2010-11/24/1013454/spielanalyse_fc-st-pauli-18_hannover-96-58.html. Irgendwie hatten wir alle geahnt, daß er noch kurz vor Schluß den Gästen durch eine fragwürdige Entscheidung zum Sieg verhelfen wurde – und seltsamerweise kam es ja auch genau so…

An den Ausfällen lag es ja wie schon geschrieben nicht, daß wir dieses Spiel nicht gewinnen konnten. Doch das ändert nichts daran, daß die Verletzten uns fehlen und wir ihnen natürlich alle auch eine baldige Genesung wünschen. Dies gilt nicht nur für unseren „Capitano“ Morena, sondern natürlich auch für den ausgeliehenen Spieler Oczipka, der ja womöglich und voraussichtlich gar nicht mehr für uns auflaufen kann.

Die Genesungswünsche an Oczipka konnten ja bereits im Oldtras-Interview in der Stadionzeitung gelesen werden http://fcstpauli.com/pics/download/1_1298541254/Viva_Hannover_web.pdf. Immer wieder schön, den Einsatz der Oldtras auf der Haupt miterleben zu können. Und damit meine ich nicht nur die Blumenkästen oder Fahnen, sondern auch das Aufstehen und Anpeitschen der umsitzenden Zuschauer, was bei entsprechenden Gelegenheiten des öfteren während eines Spieles vorkommt. Auch dafür, was von weiter weg wohl kaum wahrgenommen wird, hier mal mein Dank. Die Stimmung auf der Haupt braucht jeden Funken zum Entzünden. Dann wird sie ja auch laut, wie man ab und an erleben kann.

In Sachen Choreos hatte sich die Nord an diesem Spieltag etwas schönes einfallen lassen. Viele Fahnen in Braun, Weiß und Rot zusammen mit Konfetti und weiteren Insignien der Hingabe an den Verein konnten die Spieler beim Einlaufen in Richtung Nord vor sich erblicken.

Aber auch auf den anderen Tribünen war die Freude auf das Spiel und die sichtbare Unterstützung der Mannschaft deutlich zu erkennen. Wie eben auch das Rot des Jolly Rouge, welches allüberall verteilt am Millerntor erkennbar war. Und auch in Zukunft bleiben wird. Übrigens ist vor dem Spiel in der Zeitschrift „Konkret“ ein Artikel über die Bring Back Sankt Pauli – Geschichte erschienen, worauf mich Momorulez hinwies und auch in seinem Blog informativ aufgearbeitet hat: http://metalust.wordpress.com/2011/02/25/vorschau-hannover-2/ – wer mehr darüber lesen will, sollte sich das aktuelle Heft am Kiosk ansehen.

Auch die Süd hatte sich wieder eine wunderschöne Choreo ausgedacht. Die braun-weißen Fahnen, die schon beim Derbysieg in der Wieauchimmersieheißenmag-Arena so eindrucksvoll zum Einsatz kamen (ich warte übrigens immer noch auf eine Freigabe dieser Bilder, damit ich sie in meinem Blog zeigen kann), bedeckten die untere Hälfte der Südtribüne zusammen mit einer der Gänsehautzeilen aus dem einzigartigen Liebeslied an den FCSP von Thees Ulmann http://www.youtube.com/watch?v=9FrLrhWiS6Y.

Wieder einmal ein Tag, an dem man gar nicht oft genug in alle Richtungen gleichzeitig beim Auflaufen der Mannschaft schauen konnte.

Die Stimmung war jedenfalls wieder wunderbar und die Hölle von St. Pauli wartete begierig auf die beiden Mannschaften.

Mit dem Höllengeläut explodierte wieder einmal das ganze Stadion.

Fahnen und Konfettiregen von der Nord – aus der Entfernung leider nur sehr schwer mit der Kamera einzufangen, sah aber sehr schön aus.

Das war jedenfalls wieder ganz großes Kino, was man da im Millerntor sehen konnte. Von den Heimfans.

All die Bilder hier sind nur eine Auswahl meiner ganzen Bilder und auch diese sind schon nur ein Bruchteil dessen, was es überall zu sehen gab.

Laut war es jedenfalls von allen Seiten her.

Dies änderte sich natürlich schlagartig aufgrund des aktuellen und traurigen Anlasses – http://mobil.abendblatt.de/sport/fussball/st-pauli/article1798137/Ernst-Schacht-verstorben.html;jsessionid=MFWpxBiIi9ITxm-IabkqFQ**. Bei Gedenkminute für unseren verstorbenen Ex-Präsidenten zeigte sich leider die äußerst häßliche Seite der Gäste, die sich erblödeten, dauerhaft und lautstark mit „Sch… St. Pauli“-Rufen die Stille auszunutzen. Wie peinlich kann man sein? So tief muß man erst einmal sinken.

Das war dann auch der Startschuß für das schlimme Verhalten der Gästefans, die sich im Laufe der 90 Minuten daneben benahmen, wie wohl selten ein Verein vorher hier am Millerntor. Die ersten Pyro-Aktionen hier waren noch das geringste Übel – meine Meinung zu solchen Feuerwerksaktionen in einem gefüllten Block will ich dabei gar nicht erst erörtern.

Kurz nach dem Beginn der Zündeleien kam es nämlich noch zu weiteren, weitaus drastischeren Szenen, als Fahnenstangen zu Wurfgeschossen auf Ordnern mutierten und noch ganz andere Dinge flogen. Die eingreifenden Ordner wurden sodann auch noch handgreiflich angegangen, wobei wiederum auch Fahnenstangen benutzt wurden, um auf die Ordner einzuschlagen. http://mobil.abendblatt.de/sport/fussball/st-pauli/article1798864/Erschreckend-Fans-pruegeln-auf-Ordnungskraefte-ein.html.

Nachdem die Ordner den Block wieder verlassen haben, wurde gleich weiter gezündelt. Und auch die Würfe mit Gegenständen auf die Ordner hörten nicht auf. Das hatte mit einem etwaigen Gefühl der Panik und einer Eskalation aufgrund eines Einsatzes nichts zu tun. Allgemein ging von den Gästen eine Gewalt aus, die nicht nur im Gästeblock wahrzunehmen war. Wie von dort aus Hannover-Anhänger auf den Bereich vor die Haupttribüne kommen konnten, kann ich hier nicht beurteilen, wohl aber habe ich die blutigen Gesichter der verletzten FCSP-Fans sehen müssen und wie die Aggressoren aus Niedersachsen von Ordnungskräften abgeführt wurden. Auch eine vollkommen friedlich wirkende junge Frau in FCSP-Kluft mußte ich nach dem Abpfiff mit blutiger, hoffentlich nicht gebrochener Nase von Sanitätern begleitet aus dem Stadion gebracht mitansehen. Was allgemein die Frage aufwirft, ob man bei Sicherheitsspielen, wenn man schon Gäste in den Heimbereich einläßt, diese nicht besser im Auge behalten sollte. Solche Hooligans gehören einfach nicht in ein Fußballstadion und erst recht möchte man diese nicht unmittelbar neben sich am Millerntor haben.

Die Polizei hielt sich lange mit einem Eingreifen zurück, als das Pyro-Abfackeln und Bewerfen der Ordner nicht aufhörte, rückten sie dann aber doch ein und drangen in den Block vor. Wie man mit solchen Aktionen dafür Werbung machen will, daß Pyro in Fußballstadien abgefackelt werden sollen, kann ich beim besten Willen nicht begreifen.

Und dieser Verein will die Bundesliga in Europa im nächsten Jahr repräsentieren? Na, gute Nacht. Da kann man nur hoffen, daß sie ausscheiden, bevor sie auf so hochgeschätzte Freunde aus Glasgow treffen…

Die drei Punkte haben wir ihnen an diesem Tag jedenfalls nahezu geschenkt. Okay, vielleicht sollte man das Geschenk eher dem Schiedsrichter ankreiden, der ja den Freistoß völlig zu Unrecht ihnen zusprach, der zur Ecke und dem anschließenden Tor führte. Aber von uns kam auch viel zu wenig zurück. Ausgerechnet von Kalla kam der vielleicht einzige Schuß auf das gegnerische Tor. Die anderen Bälle gingen eher meilenweit daneben. Auf bei Freistößen – was mit Sicherheit nicht am Platz gelegen hat. Die Ausrede kann man wirklich knicken.

Wir haben aber trotzdem noch guten Grund zum Lachen. Einerseits ist das bislang Erreichte ja nach wie vor eine gute Ausgangsgrundlage für einen Klassenerhalt, andererseits war auch die Bring Back Sankt Pauli – Unterstützung derart deutlich, daß für mich klar ist, daß dieser Kampf für uns nicht verloren gehen wird. Ob nun 1. oder 2. Liga – der Erhalt des Vereins ist schließlich wichtiger. Wobei ich gerne auch weiterhin in der höchsten Deutschen Spielklasse die Ligaspiele sehen möchte.

Nach dem Spiel ging es dann für mich noch kurz zur Domschänke, wo das Spiel kurz analysiert und mit einem Astra fortgespült wurde. Die herumflitzenden Blaulichtgefährte haben dabei nicht gerade den Eindruck vermittelt, daß die Gäste den Sieg auf friedliche Weise feiern würden – aber Probleme habe ich keine weiteren mehr erleben müssen. Für mich ging es dann auch schnell weiter nach Hause, was aber auch bei einem Sieg von uns nicht anders ausgefallen wäre. Man hat ja noch ein Leben neben dem FCSP, auch wenn das manchmal untergeht. 😉

10 Comments

  1. Was wäre ich bloß ohne Ihre Berichte, sowohl wenn ich dort war wie auch wenn nicht. Wie immer tolle Bilder, vor allem die südländischen Stimmungsmacher.. ach so, die waren ja aus Niedersachsen…

    Wie Recht Sie haben, eine tolle Empfehlung für die Legalisierungs-Petition, die sich ja ohnehin erstmal wieder erledigt hat. Man könnte noch einen roten Teppich für TeamGreen ausrollen..

    Wie auch immer, auch heute wieder das Prädikat „bester Spiele Blogger“ für Sie! 🙂

    • Wo ist der rot-anlauf-Button? ^^ Vielen Dank für diese Lobeshymnen, sowas ist ja immer so lecker wie ein frisches Astra. 🙂

      Tja, die Niedersachsen sind mit ihrem südländischen (ist ja unterhalb der Elbe, paßt also zumindest so gesehen) „Temperament“ nicht nur durch das Pyro aufgefallen… Die Art und Weise des Umgangs mit dem Abbrennen hier war jedenfalls Wasser auf die Mühlen der Gegner. Das mit dem Roten Teppich klingt da wirklich nach einer lohnenden Erweiterung – aber ich glaube, die geben lieber per Leuchtsignal ihre Einladung ab. 😉

  2. Hey kleiner tod,
    wir beide sind zum Derby in die wieauchimmersiegeradeheißt Arena gemeinsam von den Landungsbrücken angereist.
    War das ein schöner Tag.Ich glaube davon zehren wir noch Jahre.
    Nach dem Spiel hab ich Dich in den Bussen aus den Augen verloren, war aber wohl ganz gut , wenn ich gelesen habe wie Dein Abend weiter ging,
    denn ich mußte nächsten Tag früh raus.
    Auch gegen H 96 wieder netter blog von Dir und vor allem geile Bilder.
    Vielleicht nach dem nächsten Heimspiel in der Domschänke ein Astra verhaften?
    Bis die Tage
    Forstwirt

    • Oh, ja, das war ein schöner Tag. Und auch ein angenehmes Hinkommen. Gerne komme ich auf das Astra in bzw. vor der Domschänke nach dem nächsten Heimspiel zurück. Am besten dürfte dies funktionieren durch ein einfaches Ansprechen – bei all dem bestimmt schon zuvor getankten die sicherste Lösung… 😉

      Bei dem, was unser Verein so alles an Erfolgen aufweisen kann, da glaube ich auch, daß wir von diesem historischen Derbysieg noch lange zehren können. Wahrscheinlich auch müssen. Mir soll es Recht sein. Erfolgsverwöhnte sind bei uns ja eh nicht gut aufgehoben – aber dafür können wir die Erfolge dann auch wenigstens so richtig feiern! ^^

  3. Stimmungsvolle Bilder wieder einmal, besonders das letzte Foto vor der Domschänke hat es mir angetan. Die Gäste gingen mir allerdings so auf den Zeiger, dass ich auf eine Dokumentation ihrer Aktionen verzichtet habe. Es ist ja nie besonders angenehm wenn der Gegner im unserem Stadion feiern kann, dass es ausgerechnet der grenzdebile Mob aus Hannover sein muss, das liegt mir auch ohne Fotos noch schwer im Magen.
    Von den Angriffen auf die Ordner habe ich nach dem Spiel von einem Freund erfahren, der am nördlichen Ende der Gegengerade stand. Jetzt erfahre ich hier auch noch von Übergriffen auf Fans, was leider erwartbar war. Ich konnte von meinem Platz aus nur erkennen, dass ein paar Honks mit Fahnen versucht haben Filmaufnahmen der Pyromanen zu verhindern. Kurz darauf brannte es wieder und dann war Grün-Weiß auf einmal ganz schnell im Block.
    Nach der Niederlage gegen Mainz war ich traurig, aber ich kann es akzeptieren wenn eine Mannschaft klar besser ist, den Sieg verdient hat und der Anhang jubelt, dann muss man das anerkennen und hinnehmen. Die „Fans“ aus der niedersächsischen Möchtegernmetropole haben die Niveauuntergrenze jedoch neu definiert.
    Unter diesen Umständen werde ich mir die nächste Auswärtsfahrt nach Hannover lieber verkneifen, in diese Stadt setze ich freiwillig keinen Fuß mehr.

    • Dankeschön. Und das letzte Bild hat mir auch besonders gefallen, weswegen ich es ja auch als krönenden Abschluß in meinen Blogbericht stellen mußte. ^^

      Die Siegesfeier des Gegners ist nie sonderlich angenehm, aber ich kann mit sowas immer gut leben. Gehört halt zum Fußball dazu, daß auch mal der andere feiert – auch wenn dieser einem nicht sonderlich sympathisch ist.

      Bei dem Fehlverhalten der Gäste, gerade im Heimbereich, wird die Diskussion um Anhänger anderer Vereine in diesen Zonen sicherlich neu belebt. Es ist einfach ein Unding, wenn man bei einem Heimspiel des FCSP wegen der Hools vom Gastverein um seine Gesundheit fürchten muß. Das kann einfach so nicht weitergehen.

      Das mit dem Pyro selber fand ich im Verhältnis gar nicht so schlimm, auch wenn ich das ja nicht gutheiße. Die anderen Übergriffe waren aber einfach nicht akzeptabel. Auch die Sch.. SP-Rufe in der Gedenkminute – schauderhaft. Als Hannoveraner würde ich mich in Grund und Boden für solche Fans schämen – muß ich aber zum Glück nicht. Zumindest heute nicht und noch nie in diesem Maße. „Die Niveauuntergrenze neu definiert“ – passender kann man es wohl nicht formulieren, was diese Typen da abgeliefert haben. Fantechnisch stehen die für mich auf einen eindeutigen Abstiegsplatz. Und nach Hannover würde ich im nächsten Jahr, so denn möglich, auch nicht hinwollen. Lieber wieder in die Vorstadt… Wobei – ein Derbysieg reicht ja auch erstmal. Da bin ich nach wie vor glücklich. Da kratzt mich diese Niederlage nach wie vor noch nicht wirklich.

  4. „Niveauuntergrenze“ sind vor allem die eingesetzten Ordner mit „Kieler Garde“-Halstattoo, die in Eurem Gästeblock eingesetzt werden und verbotener Weise Pfefferspray verwenden (durch den Zaun in den Block) und bei ihren Blockstürmen ebenso verbotene Quarzsandhandschuhe benutzen. Melde sich derjenige, der sich in dieser Situation noch zurückhält und solche Testosterongesteuerten Halbaffen nicht schnurstraks wieder aus dem Gästeblock entfernt!

    Die Pyrofrage ist längst nicht geklärt, einige Arten der Anwendungen waren akzeptabel (die grünen Rauchtöpfe an langen Stangen befestigt, damit niemand in der Suppe steht), andere absolut unakzeptabel (Breslauer Feuer auf dem Boden und alles andere was nicht in der Hand bleibt). Da muss sich unsere Fanszene tatsächlich noch üben und kritisch hinterfragen. Ihr allerdings solltet Euch, der eigenen Glaubwürdigkeit wegen, unbedingt um den eingesetzten Securitydienst kümmern. Das wirft kein gutes Bild auf Euren Verein!

    Übrigens war von einer Ankündigung der Schweigeminute im Gästebereich nichts zu vernehmen, insgesamt verhält sich das hannoversche Publikum bei Schweigeminuten üblicherweise vorbildlich.

    • Hier werden Legenden der Verteidigung gestrickt, die ich so nicht stehen lassen kann. Natürlich war ich weiter weg und kann das Ganze nicht so beurteilen wie jemand, der direkt im Gästeblock stand – aber ich hatte eine gute Sicht und habe auch etliche Bilder gemacht. Auf den Bildern ist zu erkennen, daß die Ordner alle wegen der Kälte bis auf den Kopf, der auch noch bedeckt war, warm eingepackt waren. Auch der Hals war jeweils nicht zu sehen auf meinen ganzen Bildern. Wo war da das angebliche Tattoo? Hatte da jemand einen Röntgenblick? Das klingt für mich nach einer vorgeschobenen Lüge zur Verteidigung.
      Außerdem wurden die Ordner angegriffen, als diese das Banner vor dem Block entfernten, um die Szene besser überblicken zu können. Pfefferspray wurde nicht eingesetzt, wie ich aus etlichen Bildern erkennen kann. Zweite Lüge.
      Handschuhe haben die Ordner getragen, doch daß es sich hierbei um Quarzsandhandschuhe gehandelt haben soll, will ich auch nach den für mich als Unwahrheiten geoutete Behauptungen zuvor ins gleiche Märchenfeld verweisen. Nicht jeder Handschuh ist eine Waffe, auch wenn man das als angeblich angegriffener und friedfertiger Fan so haben will.
      Kein Wort zu den Angriffen auf die Ordner – was für mich zeigt, daß die Problematik versucht wird zu vertuschen.

      Beim Abbrennen von Pyro gibt es in jeder Fanszene Leute, die das nicht gebacken kriegen. Das ist ein Disput, der vereinsübergreifend ist. Ich persönlich bin ein ausgesprochener Gegner von Pyro in einem vollbesetzten Block. Das sollte hier aber nicht das Thema sein, meine Kritikpunkte sind andere beim unterirrdischen Verhalten einiger / etlicher Gäste.

      Die Ankündigung der Schweigeminute wurde über Stadionlautsprecher verkündet. Das hört man überall. Zudem wurde auf der vom Gästebreich optimal einzusehenden Anzeigetafel ein Bild gezeigt, welches man auch auf meinem Photo dazu sehen kann. Dann standen auch noch die Spieler beider Mannschaften eindeutig in entsprechender Haltung. Warum war es denn im ganzen Stadion so still? Weil der Gästeblock „Sch. SP“ gerufen hatte? Noch so eine Ausrede, der ich nicht glauben kann. Übrigens wäre spätestens hier die Gelegenheit einer Bitte um Verzeihung gewesen, stattdessen wird sich versucht, als unschuldig darzustellen. Paßt leider ins Bild.

      Hannover 96 sollte sich Gedanken über das ganz schlechte Bild machen, was es so abgibt. Auch durch derartige Leugnungsversuche nach solchen Ausschreitungen. Die tätlichen Angriffe auf Heimfans im Heimbereich kommen ja auch noch dazu.

      • Ich würde jetzt nicht nochmal antworten, aber als Lügner lasse ich mich hier definitiv nicht hinstellen.
        Über die Ordner und ihr Verhalten wird hierorts heiß diskutiert, eine entsprechende Äusserung gibt es auch seitens des Fanbeauftragten F.W. (Angestellter des Vereins Hannover 96) über einen Presseartikel der HAZ zu vernehmen.

        Ich selber stand im Oberrang (Sitzplatzbereich des Gästeblocks und habe wie viele andere die Aufforderung zur Schweigeminute erst gegen Ende dieser wahrgenommen, weiterhin sehe ich in meinem ergänzenden und teilweise erklärenden Beitrag keinen Anlass dazu, mich hier so dermaßen diffamieren zu lassen. Ich hoffe sehr, das passt nicht veralgemeinernd in das Bild eines St.Pauli Fans.

        Ich hoffe weiterhin, dass mein Verein, wie bereits angekündigt, an der Sache dranbleibt, nicht um das Verhalten einiger weniger unserer Fans zu relativen sondern vielmehr kommende Gastfans in Eurem Stadion vor diesen Idioten zu schützen!

        Das bittere an der Nummer, sowas ist uns 96-Fans erst zweimal in unserer jüngeren Bundsligageschichte seit 2002 untergekommen, das andere mal war in…Rostock, ich denke jeder St.Paulianer sollte ein ernsthaftes Interesse daran haben, dass gerade die Ordner als Aushängeschild des Vereins dienen und sich dementsprechend und entsprechend ihrer Legitimation verhalten.

        Zu pöbelnden Gästen in Heimbereichen braucht man nichts sagen, da werden wir alle einer Meinung sein, das Problem extisiert bei uns auch.
        Dennoch solltet Ihr mit Eurer, speziell du mit deiner pauschalisierenden Haltung vorsichtig umgehen. Ich persönlich brauche mich nicht für mein 96-Fan-Sein rechtfertigen und mich für irgendwen pauschal entschuldigen, diese Verantwortung liegt bei jedem selbst.

        • Eine Lüge bleibt eine Lüge, auch wenn sie von einem Menschen weitergetragen wird, der die Unwahrheit nicht erkennt. Was diesen Menschen noch nicht zu einem Lügner macht, wohl aber die Lüge umgekehrt auch nicht wahr. Argumentationen, die Unwahrheiten aufdecken, sind keine Diffamierung.

          Die Behauptungen habe ich – nach meinen Möglichkeiten – widerlegt. Tattoo? Lachhaft nach meinen Bildern, bis auf das Gesicht war die Haut überall bedeckt. Pfeffersprayeinsatz? Konnte ich nirgends erkennen, wohl aber die Angriffe auf die Ordner, die somit in jedem Fall NICHT durch entsprechende Mittel ausgelöst wurden. Auch zu den Handschuhen habe ich schon geschrieben. Diese Behauptungen sind meiner begründeten Meinung nach somit unwahr – wobei ich weder Richter noch allwissend bin.

          Fanbeauftragter und Artikel sprechen zwar von einem angeblichen Pfeffersprayeinsatz, nicht aber von den anderen beiden Punkten. Und auch der Sprayeinsatz wird dadurch nicht belegt, sondern nur die Behauptung eines solchen. Nach meinen Beobachtungen kann ich einen solchen aber nicht bestätigen, sondern vielmehr einen Angriff auf die Ordner, die die Banner abmontiert haben. Ich kann natürlich nicht ausschließen, daß Spray eingesetzt wurde – aber wer das behauptet, der muß es auch belegen. Daß dies behauptet wird ist nur ein Indiz und für mich nach dem Vorgenannten kein überzeugendes.

          Mit meiner Meinung zu pöbelnden Fans bin ich nicht vorsichtig, ich spreche das Problem an und kritisiere es. Da ist mir der Verein erstmal egal, denn wenn Gewalt ausgeübt wird, ist dies untragbar. Egal, wer diese verübt. Hier geht es um Hannover 96 Fans, die sich bei uns daneben benommen haben und um nichts anderes – Ablenkungsversuche sind da nicht angebracht. Daß es einem friedlichen Fans hochkommt, wenn ausgerechnet aus den eigenen Reihen so etwas kommt, kann ich verstehen – doch das ändert nichts daran, daß man dann solche Vorwürfe akzeptieren muß. Und darauf eingehen. Jede Fangemeinschaft hat bei sich selber dafür zu sorgen, daß Ausfälle nach Möglichkeit ausbleiben. Über das Wie muß jeder Verein sich selber Gedanken machen.

          Die Schweigeminute war deutlich wahrzunehmen. Dies mag ein Einzelner unaufmerksam versäumt haben, nicht aber die große Gruppe. Und wenn von so vielen ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt der betroffenen Stille im Stadion der Gegner durch gemeinsames Rufen beleidigt wird, dann sollte dies einem peinlich sein und man nicht auch noch Ausflüchte suchen. Diese Selbstverständlichkeit hier dargelegt als Diffamierung zu empfinden, da erspare ich mir jetzt weitere Ausführungen zu.


2 Trackbacks/Pingbacks

  1. By Tauben vergiften im Park | lichterkarussell on 28 Feb 2011 at 8:52 pm

    […] ausgebessert werden soll, wobei man sich hoffentlich geschickter anstellt, als unsere Nachbarn. KleinerTod sieht auch den Schiri in einer Teilschuld an der Misere, ich muss aber ehrlich zugeben, dass ich […]

  2. […] meinem Erlebnisbericht über das Heimspiel gegen Hannover 96, nachzulesen hier https://kleinertod.wordpress.com/2011/02/28/dankeshymnen-und-niederlage-hannover-96-nimmt-die-punkte-…, habe ich bereits ausführlich über das Fehlverhalten einiger Gästefans am Millerntor berichtet. […]

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