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Morgen ist es soweit und das Vorgeplänkel zeigt, wie wichtig beide Seiten das Ganze nehmen. „Beide Seiten“ kommt mir dabei schwer von den Fingerspitzen, weil es eben aufzeigt, daß der Verein als solches momentan in mindestens zwei Lager gespalten ist – Sozialromantiker nebst Petitionsbefürworter und Präsium nebst Petitionsgegner. Ob sich dieser Riß in Zukunft tief durch den Verein ziehen wird oder aber ob wir wieder zu einem Miteinander finden, das wird sich wohl erst in nicht ganz so naher Zukunft zeigen. Aber morgen ist die ganz nahe Zukunft, morgen werden wir sogar Gegenwart dazu sagen (ich höre jetzt lieber damit auf, weiter mit den Zeiten zu spielen, sonst wird es nur unnötig verwirrend) – und dann heißt es Rückrundenauftakt zuhause gegen den SC Freiburg.

Das Spiel selber ist für den sportlichen Ausgang dieser Saison zwar nicht entscheidend, wohl aber ungemein wichtig. Entsprechend ernst werden die Spieler nebst Trainerstab diese Aufgabe nehmen und auch die Fans werden diesbezüglich geschlossen hinter der Mannschaft stehen und diese wie gewohnt nach vorne treiben. Angesichts der enormen Mobilisation der Fanszene dürfte man sogar mit einem noch lauteren Anfeuern als ohnehinschon rechnen. Die organisierte Fanszene wird die Mannschaft jedenfalls nicht im Stich lassen – von Hells Bells bis zum Abpfiff nicht, da können sich unser Sportchef und jeder andere im Verein sicher sein. Ob die B-Sitzer mitziehen ist deren Sache, das müssen die dort im weiten Mittelfeld der neuen Haupttribüne zeigen. Auf den Randplätzen bei den Alteingesessenen wird es kochen, (soweit ich das sagen kann) versprochen!

Der Zeitpunkt einer Äußerung auf die Sozialromantikerpetition durch das Präsidium – siehe https://kleinertod.wordpress.com/2011/01/13/das-imperium-schlagt-zuruck-erste-stellungnahme-des-vereins/ – kommt ja nicht von ungefähr. „Unser“ Vizepräsident Stenger ist ja Anwalt und als solcher weiß man, daß man bei einem Prozeß den größten Eindruck bei den Richtern (unbeteiligtes Publikum nebst Öffentlichkeit in diesem Fall) erzielen kann, wenn man erst kurz vorher, aber eben so rechtzeitig, daß dieses noch zur Kenntnis genommen werden kann, sich ausführlich äußert. Das Letzte bleibt halt am meisten hängen und auf etwaige neu vorgebrachten Argumente kann nicht mehr erwidert werden – zudem können Fehler im Vortrag der anderen Seite nicht mehr auf gleiche Weise aufgezeigt werden. Deshalb warten Anwälte auch immer bis kurz vor den Termin der mündlichen Hauptverhandlung, um auf den Schriftsatz der Gegenseite so zu reagieren, daß sie das „Mementum“ haben. Dieses Spiel treibt nun also das Präsidium mit uns.

Und was das Ganze in meinen Augen noch schlimmer macht, das ist der Versuch, uns durch entsprechende Fomulierung in der Wahrnehmung der „Richter“ zu diskreditieren, indem uns Beleidigungen, Drohungen und (ich umschreibe es mal so, wie es meiner unbedeutenden Meinung nach ankommen sollte) das Bedürfnis nach Blut unterstellt wurden. Das nenne ich perfide und nicht „St.Pauli-like“. Bezeichnenderweise wußte dies offenbar der Interviewende, der die falsche Deutung des Jolly Rouge vom Vizepräsidenten richtig stellen mußte. Das an sich ist ein Unding, wenn die Springerpresse gegen Propaganda (bei einem Anwalt kann ich an einen Zufall nicht glauben und unterstelle Absicht, solche Formulierungen fallen nicht aus Versehen) durch unseren Verein anschreiben muß.

„Bleibt fair bei allem, was ihr macht!“ forderten schon einen Tag zuvor die Sozialromantiker alle Protestler auf – http://www.sozialromantiker-stpauli.de/wordpress/?p=111. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, jedenfalls bei FC St. Pauli-Fans (es sei denn, auf der Gegenseite stehen Nazis…). Der Aufruf war schon immer ein friedlicher Protest – schon in der Petition steht als Drohung die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, was ja wahrlich nicht zum typischen Repertoire von Gewalttätern gehört.

Der Protest ist absolut notwendig. Die aktuelle Reaktion hat dies gerade bewiesen. Das Spiel gegen Freiburg wird nicht danach bewertet werden, wie die Punkte verteilt wurden, sondern danach, wie deutlich der (friedliche) Protest ausgefallen ist.

In diesem Sinne – seid lautstark, friedlich bunt-schwarz-rot und unübersehbar! BRING BACK SANKT PAULI!

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