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Einfach wunderschön, der gestrige Freitagabend. Im einzigen Bundesligaspiel des gestrigen Tages trafen ausgerechnet jene zwei Mannschaften aufeinander, die in der letzten Saison ihre Partien gegeneinander noch als Zweitligisten bestritten. Unsere lange Durststrecke ohne Dreier konnte letztlich beendet und das Punktekonto für unseren magischen FCSP auf ansehnliche 17 Zähler ausgebaut werden. Es fehlen zwar noch drei Punkte für ein wirklich gutes Ergebnis, doch ob wir diese in den letzten beiden Partien der Hinrunde nun noch holen oder nicht, das war am gestrigen Abend nicht das Thema. Da wurde nur noch gefeiert, trotz der eisigen Kälte noch lange auf dem Dom. Bei all dem, was da an Alkohol floß, fällt es mir zwar noch ein wenig schwer, klare Gedanken zu fassen (was man meinen Worten heute sicherlich anmerken wird), aber egal. ^^

Schon die Annäherung an das heißgeliebte Millerntor war unter den Bedingungen gestern wieder einmal einfach nur etwas ganz Besonderes. Die ganz besondere Stimmung war deutlich zu spüren an diesem malerischen Freitagabend. In dem Flutlicht und der Winterkälte präsentierten sich auch die neuen Tribünen schon von weitem von ihrer schönsten Seite.

Warum auch immer das äußere Gesicht der KiTa Piratennest verhüllt werden mußte, erschließt sich mir zwar nicht, aber vielleicht war dies angesichts der Witterungsbedingungen auch nur eine Vorsichtsmaßnahme, um das frische Mosaik nicht zu gefährden. Wie dem auch immer sei, ich freue mich schon auf den Anblick der vollständigen Front dieses Teils der neuen Haupttribüne.

Eine Veränderung der besonders auffälligen Art gab es im Eingangsbereich zwischen der Süd und der Haupt zu sehen – den neuen Spielertunnel. Von dieser Seite aus sollten die Spieler erstmals auf das Feld auflaufen. Ein gewöhnungsbedürftiger Seitenwechsel.

Überall im Stadion war der Winter deutlich zu sehen und zu spüren. Schneeberge türmten sich an einigen Stellen auf und auch unter den Sitzen der Haupttribüne lag der Schnee, zumindest in den vorderen Reihen.

Gut eingepackt und mit dem einen oder anderen wärmenden Getränk ausgestattet – wobei auch ein eiskaltes Astra sehr lecker sein kann – gab es aber wohl niemanden, der sich hieran störte. Im Gegenteil, jeder war einfach nur heiß auf dieses Spiel.

Sehr treffend hat die USP die Stimmungslage in Worte gefaßt. Der Glaube an die Mannschaft ist ungebrochen. Wir holen schon noch die Punkte. Dieses Team hat die Möglichkeiten und wir werden es schon packen. So eine Leistung wie zuletzt gegen Bremen wird kaum das sein, was wir bis zum Ende der Saison sehen werden. Und schon an diesem Tag haben unsere Boys in Brown ja gezeigt, daß es auch anders geht.

Wohin man sah – es war einfach wunderschön anzusehen, was dem Auge angeboten wurde. Auf jeder Tribüne war die Stimmung schon lange vor dem Spiel ausgezeichnet und auch während der 90 Minuten und danach sollte sich hieran in keinster Weise etwas ändern. Lediglich in einem Punkt gab es noch Ausbaufähiges – der Versuch der Nord, die Haupt zu einem Wechselgesang aufzufordern, scheiterte daran, daß nach dem Tribünenruf, der mit hoffnungsvollem Winken beantwortet wurde, seltsamerweise nichts mehr kam. Es passierte wohl an diesem Tag einfach zu viel auf dem Platz…

Die Steigerung der Stimmung auf der neuen Haupt in den Bereichen H1 bis H3 war auch an diesem Spieltag zu bemerken. Hervorzuheben sind dabei nach wie vor natürlich die HT Oldtras, die sowohl sichtlich als auch hörbar besonders guten Support lieferten. Allgemein kann ich zufrieden feststellen, daß von Spiel zu Spiel das Anfeuern besser klappt und der Rückhalt der neuen Haupt zusammenwächst. Es geht zwar nach wie vor noch besser, doch so langsam klappt es auch immer besser mit den neuen Nachbarn, an die man sich ja auch erstmal gewöhnen mußte.

Den weitgereisten Fans aus Kaiserslautern wurde am gestrigen Abend ein heißer, aber gewohnt freundlicher Empfang bereitet. Angenehm war das Fehlen jeglicher Schmährufe, zumindest ich habe keine wahrgenommen. Es gab also keinen Negativ-, sondern von beiden Seiten ausschließlich Positiv-Support. Leider gab es von den Gästen nicht nur positives zu berichten, aber dazu gleich.

Keine Durchhalteparolen, sondern bedingungslosen Support gab es überall im Stadion. Wir sind schließlich nicht in die 1. Fußball-Bundesliga aufgestiegen, um uns zu verstecken und verschüchtert den Punktelieferanten zu spielen. Wir kämpfen um jeden Punkt und zwar gemeinsam mit der Mannschaft, indem wir die volle Unterstützung geben. Im Gegensatz zu einigen Ausfallerscheinungen bei einigen Spielern, die im Vorfeld zu überraschenden Umstellungen geführt haben, http://www.mopo.de/2010/20101204/sport/stpauli/stani_schmeisst_zambrano_takyi_und_naki_raus.html, dürfte Stani an den Fans jedenfalls derzeit nichts auszusetzen haben…

Die Zuschauer haben gestern am Millerntor jedenfalls wieder alles gegeben. Und auch auf der Haupttribüne war insgesamt ein geschlossenes positives Bild zu sehen, wie man deutlich zur Halbzeitpause bemerken konnte. Im Gegensatz zu den ersten Spielen waren die Plätze jedenfalls alle wieder zum Anpfiff der zweiten Hälfte besetzt, was an deutlichen akustischen Signalen in den VIP-Räumen liegen soll, wie man mir erzählte.

Aber die Halbzeit war zu diesem Zeitpunkt noch weit weg, erstmal mußten die Mannschaften ja überhaupt aufs Feld kommen und die Partie angepfiffen werden… Zurück also zu den Momemten kurz vor dem Einmarsch der Spieler. Hier wurde auf der Süd eine schöne Choreo gezeigt.

Stimmungsvoll die ganzen Lichter, die das Millerntor zu einem wunderschönen Lichtermeer beim Einlaufen machten. Nicht nur hier auf der Nord, auch auf der Gegengeraden und der Süd waren diese schönen Lichtquellen zu sehen. Ob es diese auch auf der Haupt gab, das vermag ich an dieser Stelle nicht zu beurteilen, vielleicht klärt mich hier jemand mal auf, der woanders stand und dazu etwas sagen kann.

Zu den üblichen Hells Bells-Klängen liefen die Spieler dann auch ein – aber eben überraschenderweise von der anderen Seite aus. Dies hatte ich ja schon oben erwähnt und auch an anderer Stelle war dies bereits mal angekündigt worden – doch so recht daran gewöhnen fällt doch ein wenig schwer. Mal ganz abgesehen davon, daß man von dieser Seite aus auch nicht so gut den Einmarsch beobachten kann. Nunja, auch daran werden wir uns sicherlich bald gewöhnen.

Das häßliche Gesicht der Kaiserslauterner Fans mußte man leider genau in diesem schönen Moment sehen. https://kleinertod.wordpress.com/2010/10/26/danke-fur-die-tolle-pyro-show/ – manche lernen es wohl nie.

Pyroshow zulasten der Fans in einem engen Block und auf Kosten des eigenen Vereins. Setzen, sechs.

Doch davon muß man sich ja die Stimmung nicht verderben lassen. Das Millerntor ist jedenfalls auch ohne dies mal wieder beim Einlaufen der Spieler im positiven Sinne explodiert.

So etwas sehe ich jedenfalls viel lieber. Und es sieht auch genial aus. Kompliment an die Süd.

Ganz absurdes Theater: dafür zu plädieren, daß Pyrotechnik kein Verbrechen darstellt – und gleichzeitig in einem vollbesetzten Block gesundheitsgefährdendes Pyrofeuer unkontrolliert (eben inmitten vieler Menschen und nicht ausreichend abgesichert) abzufackeln, das ist unfreiwillige Ironie pur.

Der gefährliche Rauch hat wenigstens den Gästeblock eingedeckt. Da hat es zumindest auch die Verursacher getroffen – aber eben auch die ganzen anderen Fans des FCK, die nichts dafür können. Ich verweise mal hierauf: http://www.11freunde.de/ballkultur/110211

So etwas wie die Blumentöpfe der Oldtras ist vielleicht nicht so medienwirksam, dafür aber deutlich sympathischer und ungefährlich für alle im Stadion. Und auch bei diesem Wetter schön anzusehen. Hoffen wir mal, daß das „Gestrüpp“ (liebevoll gemeint) den Winter übersteht!

Zum Spiel selber gibt es natürlich auch noch eine ganze Menge zu sagen. Die ausgewechselte Hintermannschaft – lediglich Kessler im Tor und Rothenbach verblieben in der Startaufstellung – wurde durch Morena, Volz und Gunesch ergänzt. Hier haben in meinen Augen alle eine gute Partie abgeliefert, wobei ich insbesondere Gunesch hervorheben will, der mal wieder eine erstklassige ablieferte. In dieser Verfassung gehört er für mich unbedingt in die erste Elf. In meinen Augen der beste Mann bei uns gestern auf dem Platz. Was der mit spitzen Aktionen alles für Bälle gerettet hat, das war wirklich klasse. Doch auch seine Mitspieler hinten haben sich toll gezeigt und werden Stani die Auswahl für die nächsten Spiele noch schwerer als sowieso schon gemacht haben. Hier kann unser Trainer aus dem Vollen schöpfen.

Daß wir letztlich durch ein Eigentor der Lauterer gewonnen haben, das zeigt doch nur, daß Stani mit seiner Devise, öfters aus Tor zu schießen, absolut Recht hatte. Durch den ständigen Druck und die vielen Abschlüsse ist überhaupt erst die Situation entstanden, daß der Gästeverteidiger diese verunglückte Abwehraktion, die zum Tor des Tages führte, versuchen mußte.

Eigentore der anderen Art wurden deutlich und sehr zutreffend von der USP kritisiert. Nichts gegen Sex und Erotik, sexistisch muß dies gerade bei uns nun aber wirklich nicht sein.

Wie passend, daß der Spiel-Club FCSP am Ende mit diesem 1-0 Heimerfolg endlich mal wieder einen Sieg bejubeln durfte. Im Sturm brauchen wir definitiv eine Steigerung, wobei ich diesem Kader dies auch zutraue – Ebbers hat es in der vergangegen Saison oft genug bewiesen und auch Sukuta-Pasu wird demnächst sicher wieder Tore erzielen. Und aus dem Mittelfeld kamen auch wieder gefährliche Schüsse – so ein guter Schütze wie Lehmann wird sicherlich noch das eine oder andere Freistoßtor in den verbleibenden Saisonspielen machen können.

Nach einem Sieg fällt das Singen von YNWA natürlich besonders leicht, aber das steht bei uns ja eh immer auf dem Programm. Im Gegensatz zu der Auffassung manch eines Schreiberlings, der offensichtlich der Auffassung ist, daß wir dies lange nicht mehr gebracht haben… http://www.mopo.de/2010/20101204/sport/hsv/spielberichte/rote_teufel_beschenken_st_pauli.html Hier scheinen manche Hamburger Reporter nicht gerade oft im Stadion zu sein…

Was wir hingegen wirklich nicht mehr lange hatten, das war das gemeinsame Feiern mit der Mannschaft. Endlich wieder ein gemeinsames Abfeiern und Hochlebenlassen. Das haben wir schon gefühlte Ewigkeiten nicht mehr erleben dürfen. Daheim zu siegen ist doch am schönsten.

Dem Stimmungsfeuerwerk nach dem Heimsieg folgte passend kurz nach dem Abfeiern mit den Boys In Brown dann auch gleich das Freitagabend-Domfeuerwerk. Im Flutlicht allerdings nur bedingt ein visueller Genuß.

Viel schöner sah dies dann auch gleich von draußen aus. Nach dem Erfolg mußte ich aber auch raus aus dem Stadion und zum Feiern über den Dom. Wie schon eingangs erwähnt bin ich immer noch nicht richtig nüchtern – aber vollauf zufrieden. Was für ein geiler Abend. Danke, mein geliebter FC St. Pauli!

31 Comments

  1. „Ganz absurdes Theater: dafür zu plädieren, daß Pyrotechnik kein Verbrechen darstellt – und gleichzeitig in einem vollbesetzten Block gesundheitsgefährdendes Pyrofeuer unkontrolliert (eben inmitten vieler Menschen und nicht ausreichend abgesichert) abzufackeln, das ist unfreiwillige Ironie pur.“

    Es gab keine Verletzten und sah gut aus! PYROTECHNIK IST KEIN VERBRECHEN!

    Schade das in St. Pauli das Gutmenschentum so groß geschrieben wird, naja anarchischer linker Verein und so..

    • War mir klar, daß es genügend Leute gibt, die das nicht verstehen. Es gab keine Verletzten, also war dies kein Problem? Das verkennt aber leider, daß es immer wieder Verletzte bei Pyro in vollbesetzten Blöcken gibt – es ist IMMER eine Gefährdung anderer und damit nicht in Ordnung. Wer meint, sich auf Kosten anderer (bzw. deren Risiko) amüsieren können zu dürfen, hat ein Problem mit seinem Verständnis des Umganges mit seinen Mitmenschen.

      • Würde dann gerne um Belege bitten die deine These untermauern das es immer wieder Verletzte gibt, man kann gerne über alles diskutieren.
        Nürnberg damals war schlimm, keine Frage, allerdings wäre das ohne das Verbot auch nicht passiert..

        Für mich gehörts zum Fußball dazu, ich würde nie was zünden alleine aus Angst vor Stadionverbot aber es hatte gestern mal wieder dieses besondere Flair.

        • Hinsichtlich der Belege verweise ich mal auf meine oben auch angeführten links. Da steht alles. Und hier http://santapauli.wordpress.com/2010/10/11/pyro-im-stadion-ist-kein-verbrechen/ noch mehr.

          Wer Pyro befürwortet, der sollte allerdings von sich aus im Gegenteil Belege dafür bringen, daß dies ungefährlich ist und nicht umgekehrt. Was nur eben nicht möglich ist.

          Es gehört nicht zum Fußball dazu – genausowenig wie Hooligans oder Nazis zum Fußball dazugehören. Nur weil es solche Dinge bei Fußballspielen gibt, heißt dies nicht, daß man diese fortan für immer hinnehmen müßte. Man kann die unschönen Dinge auch abstellen.

          Nichts gegen Pyro außerhalb eines Stadions, warum nicht? Nur eben nicht in vollbesetzten Blöcken. Denn WENN etwas passiert, dann ist es ein „Verbrechen“ bzw, eine Straftat.

          • Mit Nazis&Hooligans sind wir schonmal einer Meinung, schön. 😉

            Wir sollten fairerweise aber auch zwischen Bengalischen Feuern und Rauch und Böllern unterscheiden.. da haben wir schon mal deutlich weniger verletzte und die Gruppen die die neue Initiative unterschrieben haben (2 Stück aus KL) sagen nicht umsonst das sie auf Böller verzichten und kontrolliert damit umgehen wollen. Die in der Hand gehaltenen Fackeln und nichtvorhandene Böller waren hier für mich ein deutliches Zeichen das sie sich selbst auch regulieren können.

            „Es gehört nicht zum Fußball dazu – genausowenig wie Hooligans oder Nazis zum Fußball dazugehören. Nur weil es solche Dinge bei Fußballspielen gibt, heißt dies nicht, daß man diese fortan für immer hinnehmen müßte. Man kann die unschönen Dinge auch abstellen.“
            Frag mal Besucher des Westfalensstadions oder unseres Betze von Anfang der 90er mal dazu, die werden dir da was anderes sagen. Alte Paulianer sicher auch?

            • Oh, ich war Anfang der 90er auch schon am Millerntor, insofern ist meine individuelle Meinung auch die eines „alten St. Paulianers“. 😉

              Und was das Pyro-Feuer anbelangt, da steht oben ebenfalls einiges. Von wegen Temperatur, Giftigkeit des Rauches und dergleichen. Es ist eben leider nicht ungefährlich und inmitten einer Menschenmenge erst recht nicht. Einen ganzen Block nur für Pyro absperren würde ich nicht wollen. Da sollen doch lieber die Pyros draußen bleiben als ein paar tausend Fans.

  2. Schöne Bilder, und ein schöner Bericht! Und das mit den Wechselgesängen kriegen wir auch noch hin. Gruß aus der Nord, von wo ich mich ebenfalls über den ausbleibenden selbigen gewundert hatte. 😉

    • Vielen Dank für das feedback. Ich freue mich auf die bevorstehenden Wechselgesänge mit der Nord. Bitte, bitte, bitte. ^^

      • An mir soll es nicht scheitern. 😉 Wenn das irgendwann Kurven-übergreifend klappt (N/GG üben wir ja auch), wäre das schon echt klasse!

        • Wir müssen es einfach nur tun. Auf der Haupt hungert man nach Wechselgesängen. Und macht gerne mit. Jedenfalls von Seiten der Alteingesessenen. Ich bin zuversichtlich, daß wir dies wieder hinbekommen. Aber ruhig in der Nord weitersagen, daß die Haupt sehr gerne dabei ist!

  3. P.S. (@FCK): Nur weil es keine Verletzten gab, als du das letzte Mal besoffen über die rote Ampel gekachelt bist, ist dies kein Argument zum Abschaffen von Ampeln. Es gibt Spielregeln, die durchaus einen Sinn ergeben. Besoffen rote Ampeln zu ignorieren hat mit anarchischem Sinn genau nix zu tun! Die wissentliche und willentliche Inkaufnahme der Verletzung Unbeteiligter ist für mich durch nichts zu entschuldigen.

    Allerdings gebe ich zu, dass es etwas Fantasie und v.a. Durchsetzungsvermögen bedarf, andere Formen der Choreo zu etablieren, dieses gegen alte Gewohnheiten durchzusetzen. Ich finde aber, dass es der Mühe wert ist!

    • Kann man auch umdrehen. Nur weil du beim letzten mal keinen Unfall mit deinem Auto gebaut hast, kann es trotzdem zu einem kommen.

      Sollen wir dann auch Autos verbieten? 🙂

      Mit der Argumentation kannst du ALLES verbieten..

      • Sorry, das ist Quark. Natürlich kann ich auch nüchtern einen Unfall bauen, so is das Leben. Dennoch minimieren bestimmte Regeln eben jenes Risiko, welches du besoffen eben nicht nur dir gegenüber, sondern v.a. anderen Beteiligten gegenüber in enormen! Maße eingehst. Unverhältnismäßig also, gegenüber dem egoistischen Trieb der archaischen Selbstinszenierung (und um nichts anderes geht es).

  4. wie gewohnt, schöne Bilder und ein guter Stimmungsbericht. Hatte für dieses Spiel die Seiten gewechselt, GG statt HT, genau diagonal gegenüber. Nord mit den zwei braun-weißen Herzen und einem Meer von Wunderkerzen sah einfach großartig aus. Die Oldtras haben sich, wie beim gestrigen Spiel die gesamte HT, auch gut in Szene gesetzt. Akustisch kam von Blumenecke und Nord bei uns nix an. Die Gäste allerdings auch nicht.
    Die Nord ist unser natürlicher Verbündeter, Üben, und dann geht da noch was.

    • Neue Perspektiven bringen neue Erkenntnisse. Zumindest sieht man von weiten das, was man selber aus der Nähe nicht wahrnehmen kann. Die Nord sah aber auch von unserer Ecke aus klasse aus, wie immer.

      Schade nur, daß man, zumindest derzeit, so wenig voneinander hört im Stadion – egal, wie laut die jeweilige Ecke auch immer ist. Und nur zu gerne würden wir den Wechselgesang üben. Haupt und Nord – das ist ausbaufähig. Was gerne kommuniziert werden kann untereinander. ^^

  5. Als richtig alter St.Paulianer kann ich nur bestätigen, dass auch in den 70er Jahren Pyro nicht üblich war, wenn wir schon von alten Zeiten reden *g* ansonsten denke ich das langsam alle Argumente für/gegen Pyro auf den Tisch gekommen sind, es hapert nur ein wenig am Verständnis der Befürworter 🙂
    Ich empfehle einfach mal Tante Google zu bemühen, mit den Schlagworten Pyro Fußball Verletzte. Findet sich genug zu dem Thema. Eventuell sollte man auch einfach mal mit betroffenen Opfern reden.

    Dass man auf der GG von der Nord nichts gehört hat kann ich bestätigen, ich hatte das Gefühl das die Süd auch einen zweiten Anlauf mit der Nord Wechselgesänge anzustimmen als gescheitert ansah, kann ja nur am Wind gelegen haben, der die Gesänge verweht hat. Die Haupttribüne war dagegen deutlich zu hören, ist aber auch näher dran.

    • Die Diskussionen sind alt, aber es schadet ja nie, wenn man miteinander redet. Ein Aufeinanderzugehen nutzt ja zudem auch immer beiden Seiten und sei es nur in einem Gespräch, welches die Position der Gegenseite nochmal erläutert und vielleicht auch verständlich macht.

      Daß es mit den Wechselgesängen nicht so gut funktionierte, kann am Wind, am Schneefall vielleicht auch, aber möglicherweise auch daran gelegen haben, daß die Spielsituationen in den entscheidenden Momenten derart viele abgelenkt haben, daß das Unternehmen im entscheidenden Moment unterging. Wie auch immer – in Zukunft schadet es nicht, wenn wir alle an einer Verbesserung arbeiten. Stimmung wollen wir ja alle überall machen und sind dankbar für entsprechende Dinge.

  6. die pyroshow sah einfach klasse aus!
    verstehe nicht wieso man sich darüber ununterbrochen
    mokieren muss. nix passiert und gut is.
    PRO PYRO – FORZA ST. PAULI!
    http://the-unity.de/index.php?id=162

    • Ich verstehe nicht, wie man Pyro in vollbesetzten Blöcken zünden kann. Aufgrund der oben angeführten Hinweise erspare ich mir eine ewige Ausbreitung der Gründe, warum dies doch nicht gut war. Es ist nur schön, daß keine schlimmen, aber eben möglichen Dingen passiert, sich die Gefahr nicht verwirklicht hat. Wenn es tatsächlich kontrolliertes Abbrennen ohne Risiken geben würde, dann kann man dies gerne überdenken und auch Pyro ins Stadion bringen – aber verdeckt und in Menschenmassen ist es zu gefährlich – in meinen Augen. Fakt ist, daß es unterschiedliche Standpunkte dazu gibt.

      • Wenn du es ganz genau nimmst, mußt du aber auch die Pyro-Show der Nord (Wunderkerzen) kritisieren. Die sind nämlich laut Sven ebenso verboten und nicht genehmigt am Millerntor. Begründung auch hier : Sicherheit. Gerade in der Nord hat wohl ein kleiner Junge so ein Teil, welches geworfen wurde, zwischen Hals und Jacke bekommen und dabei schwere Verbrennungen erlitten.

        • Gibt es dazu eine Quelle? Davon einmal abgesehen – das Werfen abgebrannter Wunderkerzen ist in jedem Fall unverantwortlich. Ich würde dies ähnlich wie das Werfen anderer Dinge bewerten – denn Verletzungsgefahr besteht bei Würfen immer, insbesondere natürlich bei heißen Dingen (Wunderkerzen aber auch Glühwein).

          • Quelle ist eine Mail von Sven auf Anfrage zum Thema Wunderkerezn erlaubt oder nicht.

            • Ich ahne die Begründung – laut Stadionordnung ist Feuerwerk verboten und er zählt Wunderkerzen darunter… Na, das geht in meinen Augen etwas zu weit. Die Stadionordnung nennt ja explizit Feuerwerkskörper, Leuchtkugeln und andere pyrotechnische Gegenstände, woraus sich für mich schon ein gewisser Gefährdungsgrad als Verbotsvoraussetzung ableiten läßt (sonst würde Feuerwerk ausreichen und man müßte die anderen beiden Dinge nicht extra nennen).

              Wie auch immer Sven oder der Verein dies auslegen bzw. verstehen mag – ich halte Wunderkerzen im Gegensatz zu anderen Pyrokram nicht für so gefährlich, als daß ein Verbot gerechtfertigt wäre. Im Gegensatz zum Einsatz als Wurfgeschoß.

  7. Schöne Fotos, schöner Bericht. Kompliment an die kochende Haupttribüne. Ich saß ersmals auf der Süd und hatte manchmal das Gefühl im Opernhaus zu sitzen, da man schon gemaßregelt wurde, wenn man bei einem braun-weißen Angriff vor Begeisterung aufsprang….

    • Danke für das feedback.

      Auch auf der Haupt gibt es immer wieder Leute, die sich über das Aufspringen aufregen. Mitunter verständlich, wenn beispielsweise ältere Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen sitzen bleiben müssen, etwas sehen wollen. Ein Miteinander muß aber möglich sein – das emotional veranlaßte und spielbezogene Aufspringen gehört für mich jedenfalls zu einem Spiel bei einem Sitzplatz dazu. Wie aber auch das Verständnis für die Mitfans.

      • Ich will ja nicht nur meckern : sehr schöne Fotos und auch schöne Berichte, gut geschrieben.

  8. Schöner Bericht, schöne Fotos.
    Zur Pyro bin ich ganz bei dir. Unabhängig von den Gefahren kommt ja noch der Punkt Strafe hinzu. Und wenn ich bei uns sehe, dass wir dafür schon 6000 ? € in dieser Saison bezahlt haben, ist das ein gewichtiges Argument. Denn gleichzeitig sammeln z.B. Fanräume jeden Cent, verkaufen die Mütter der C-Jugend Kuchen, um Fahrten zu finanzieren, etc. pp.
    Beim Kampf für legale Varianten und kontrollierter Pyro gebe ich unterstützung. Solange es Strafen hagelt sollte man es im Interesse des GEsamtvereins unterlassen. Ansonsten ist das Egoismus pur und sowas hat in einem Verein nichts verloren.

    • Ersteinmal Danke für das feedback.

      Das Argument mit den Strafen fehlte an dieser Stelle (wenn auch nicht in den aufgeführten Verweisen) wirklich noch. Ist ja auch nicht unwichtig.

      Ich bezweifle allerdings, daß das kontrollierte Abbrennen von Pyro möglich bzw. durchsetzbar wäre – denn für einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum verbrannten Pyro müßten Fans dann wohl draußen bleiben. Oder aber die Pyro nicht im Block, sondern auf den Rasen verbrannt werden – was wohl kaum im Ansinnen der Pyro-Befürworter wäre.

      Sollte es aber Pyro ohne auch nur entfernte Gesundheitsgefahr geben (Wunderkerzen nehme ich hier mal als Beispiel, wenn man diese denn darunter zählen will – aber es gibt vielleicht ja auch noch andere Varianten), dann hätte ich bei einem kontrollierten Abbrennen, bei dem niemand zu schaden kommen kann, an sich nichts gegen eine Legalisierung. Nur eben nicht zulasten von Fanzahlen im Stadion.

      Nicht auf meiner Linie liegt der an sich aber aus anderen Gründen lobenswerte Versuch, Pyro ohne Werfen und ohne Knallkörper oder dergleichen einschränkend anzuwenden. Da sind zumindest schon etliche der Gefährdungen eingeschränkt. Nur sprechen nach wie vor weitere Gründe dagegen.

      Ich persönlich kann auf Pyrokram gut und gerne in Stadien verzichten. Stimmung wird anders gemacht, insbesondere eine Mannschaft anders angefeuert. Reine Selbstdarstellungen wie diese werden ein Team kaum als Anfeuerung erreichen.

  9. Ich persönlich befürworte ja das kontrollierte Abbrennen von Pyrotechnik (keine Knallkörper verwenden & Pyro in der Hand abbrennen lassen).
    Klar gibt es immernoch Risiken, aber durch diese Maßnahmen allein wird die Verletzungswahrscheinlichkeit enorm eingeschränkt.
    Eine Möglichkeit einer Verletzung besteht zweifelsfrei immernoch, aber wenn man es mal so betrachtet, beinhaltet alles was man im Leben macht ein gewisses Verletzungsrisiko, und ich finde, wenn die DFL unter bestimmten Vorraussetzungen den Gebrauch von gewissen Pyrotechnischen Gegenständen erlaubt hätte, wären im Laufe der Zeit weniger Menschen zu Schaden gekommen, da dies fast ausnahmslos durch einen unverantwortungsollen Gebrauch verursacht wurde.
    Pyro ist in meinen Augen ein Teil der Stadionatmosphäre, ich finde es schade, dass es zurzeit nicht legitim ist. Denn durch Pyro lässt sich eine einzigartige Stimmung im Stadion erzeugen, der man sich ohne diesen Gebrauch nur annähern kann, da dies einfach zum Optischen teil einer Unterstützung maßgeblich beiträgt, wie z.B. eine Choreographie.
    Kleines Beispiel: Champions League 1991- Kaiserslautern-Barcelona:

    Man beachte den Kommentator: Der Betzenberg als Gesamtkunstwerk!
    Damals wurde diese Art der Unterstützung als Kunst angesehen, und nicht als Verbrechen, warum ist es heute anders?
    Auf jedenfall schade dass es so ist…
    Grüße aus Lautern.

    • Die hier genannte Variante schränkt das Verletzungsrisiko zwar wirklich schon einmal stark ein, es bleibt aber bei dem grundsätzlichen Problem (von einer Strafe einmal abgesehen – Rauchentwicklung von gesundheitlich nicht unbedenklicher Art, Risiko für Umstehende wie auch den Anwender) sowie eben der Unmöglichkeit, für ein solches „kontrolliertes“ Abbrennen garantieren zu können (es wird immer Idioten geben, die damit herumwerfen (übrigens auch in dem verlinkten Video) oder mit Knallkörpern dazu „Stimmung machen“). Die Schäden entstehen nicht durch die Verbote, sondern durch die Verwendung von Pyro in Stadien, die eben nie völlig kontrolliert werden können (jedenfalls habe ich noch kein Konzept gesehen, bei dem dies der Fall wäre).

      Sicher kann man das anders sehen als ich – aber für mich gehören Rauch und Fackeln NICHT zu einer tollen Atmosphäre oder einzigartigen Stimmung. Es braucht ja nicht viele, die zündeln, um derartiges zu erreichen. Eine wirklich geniale Stimmung knistert aufgrund der Fanliebe und dem Support aus mitfiebernden Kehlen – optische Unterstützer wie Fahnen, Schals, Konfetti, Transparente, Figuren und dergleichen dazugenommen.

      Sicher sind Pyros gut für ein Fernsehbild – aber der Zuschauer muß auch keine Gesundheitsrisiken befürchten. Insofern können die TV-Kommentatoren einiges ablassen, wie sie es ja auch sonst gerne tun. Und, sind wir hier doch mal grundsätzlich, das, was diese Leute so alles ablassen, das sollte man nicht als Argumente in Diskussionen aufführen, sondern lieber durch eine entsprechende Betätigung der Laustärke regeln – heutzutage kann man das bei Sky ja auch ausschalten… 😉

      Gruß aus Hamburg


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