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Was liegt näher, als bei einer spielfreien Zeit den Blick auf die Historie unseres Jahr100-Vereins zu richten? Dies kann man nirgends besser als in der 100 Jahre Ausstellung unseres FCSP – http://www.fcstpauli100.com/ausstellung/. Was einen dort erwartet, das sollte man sich wirklich einmal gegeben haben. Und eigentlich auch mehr als einmal, denn dies war mir bei meinem Besuch gleich klar – ich will wiederkommen, konnte ich doch nicht alles wirklich erfassen, was sich mir dort geboten hatte. Bis zum 31.10.2010 hat man noch die Gelegenheit die Ausstellung auf dem Vorplatz der Südtribüne zu erleben. Und diese 7 Euro bzw. 5 / 3,30 Euro ermäßigt zu investieren, das lohnt sich wirklich, wenn man das Herz an diesen Verein verloren hat.

In 31 neben- und übereinander gestapelten Seecontainer werden unzählige Exponate in einer mitunter etwas verwirrend angelegten Reihenfolge gezeigt. Wobei so durcheinander kann man auch nicht kommen, wenn man den Pfeilen nur folgt. Aber eigentlich ist die genaue Reihenfolge auch egal, man kann ja durchaus hin- und hergehen, finden wird man immer etwas Spannendes.

Allerdings haben die Organisatoren der Ausstellung sich durchaus etwas bei der Anordnung der Exponate gedacht. Inwiefern die diversen Klang- und Bilderlebnisse auch noch hätten eingebaut werden müssen, das will ich hier mal dahingestellt lassen – großartig war in jedem Fall die Installation mit den vier Tribühnen in einem Raum, die auf großflächigen Leinwändern bei einem Spiel gezeigt wurden. Einfach ein Erlebnis als solches in dieser Ausstellung.

Die einzelnen Bereiche und Container muß man sich dabei mehr oder weniger erarbeiten, also durch ein Treppensteigen und Herumlaufen auch erst erleben. Das steigert, wie ich finde, das Vergnügen und auch die Aufnahmebereitschaft enorm. Eine klasse Idee.

Den Anfang macht das Äußere Erscheinungsbild der Jahr100-Vereins im Laufe der Geschichte. Viele Bilder von der Ausstellung selber habe ich absichtlich nicht gemacht, denn dieser Bericht hier soll nicht anstelle eines Besuches wahrgenommen werden. Sondern eben als Anreiz, sich selbst dorthin zu begeben.

Auf dieses Bild mit den gesammelten Pins aus den Jahren der Vereinsgeschichte wollte ich dann aber doch nicht verzichten. Ein Anklicken des Photos lohnt hier übrigens besonders, da man dann die einzelnen Pins auch alle Stück für Stück sich ansehen kann. Sozusagen als Apetitthappen für die anderen, spannenden Dinge, die es in dieser Ausstellung zu sehen gibt.

Den Containerflair früherer Tage kennt man als alter FC St. Pauli-Fan ja noch gut genug, so daß dieser Rahmen gerade im Angesicht der neuen Südtribüne noch einen ganz besonderen Reiz ausmacht. Es ist dabei wirklich ein Unterschied, ob man die Container von außen betrachtet, wie ja bei jeden Heimspiel sicherlich schon von den meisten Anhängern gemacht, oder eben live von Innen erlebt.

Den ersten Container, der als Anreiz für die spätere Ausstellung schon mal aufgestellt war, sieht man immer noch – nur ist er jetzt ganz normal in diese integriert und dient nicht mehr als Schaukasten wie damals. Doch dank der Außengestaltung ist er nach wie vor ein Blickfang.

Dieses allerletzte Ausstellungsstück wollte ich ebenfalls nicht untergehen lassen. Bis man hierher gelangt, konnte man allerdings schon diverse andere, sehr spannende Bereiche der Geschichte des FCSP erkunden. Auf die „Erfolge“ unseres geliebten Vereins wurde dabei weniger das Gewicht gelegt, als vielmehr darauf, was diesen Verein im Laufe der Jahre bewegte und ausmachte. Die unrühmliche Zeit des Nationalsozialismus wurde dabei ebensowenig verschwiegen wie die Gegenbewegung in den Reihen der Anhänger danach, die diese frühe Aufklärung dieses Kapitels überhaupt ermöglichten, Stadionumbenennung inklusive. Das Millerntor heißt zwar seit Beginn schon so, in der Zwischenzeit existierte ja auch ein anderer Name. http://de.wikipedia.org/wiki/Millerntor-Stadion

Besonders gelungen finde ich auch die starke und gewichtige Auseinandersetzung mit der doch einzigartigen Fankultur des Vereins. Wer, wie ich, einen Großteil der letzten, gewichtigen Zeit dieser Periode mitbekommen hat, freut sich über die gute Aufarbeitung dieser jüngeren Geschichte.

Das unsinnigste Ausstellungsstück – eine Tafel mit der Wiedergabe eines gaaanz besonders einfallsreichen Torjubels – will ich dann auch nicht vorenthalten. Hat aber auch etwas, solch banalen Dinge lockern die Ausstellung auch auf.

Alles in allem eine erstklassige Ausstellung eines mittlerweile wieder erstklassigen und vor allem aber einzigartigen Vereins. Mitsamt seiner Fangeschichte. In diese Ausstellung werde ich, wie eingangs schon erwähnt, wieder gehen.

Im letzten Monat der Jahr100-Ausstellung gibt es zudem noch Sonderangebote wie den Montag: http://www.fcstpauli.com/magazin/artikel.php?artikel=7475&type=&menuid=57&topmenu=112. Hin da!

4 Comments

  1. Ja, das muss man wohl mitgenommen haben, vor allem, wenn man das Sankt Pauli-Buch konsumiert hat. Und da unser FCSP auch in er dritten Liga erstklassig — und vor allem einzigartig — ist…

    Ich bin übrigens nach dem Umzug von Hamburg ins Wendland immer wieder überrascht, wie viele Menschen auch hier mit St. Pauli auf Brust, Rücken und anderen Körperpartien herumlaufen. Dabei hat die Raute hier traditionell das bessere Standing. Was mir persönlich ja eher unerklärlich ist.

    Nebenbei: Danke für die gelungenen Fotos, KleinerTod.

    • Das St. Pauli Buch zum 100. ist ein wirklich rundum gelungenes Werk. Für den Genuß der Ausstellung muß man es nicht gelesen haben, aber es ergänzt diese natürlich enorm – wovon dort nur geschrieben wurde, kann man quasi hier real erleben dank etlicher Exponate. Und noch vieles mehr – sowohl in der Ausstellung als auch im Buch.

      Die Liga ist wirklich unwichtig, jedenfalls, was die Extraklasse vom FCSP anbelangt. Erstklassig ist mir hier fast noch zu geringschätzig formuliert – aus Fansicht eben… Einzigartig gefällt mir da schon besser. 😉

      Aus Hamburg fortzuziehen – ein schwerer Schicksaalsschlag, wie ich finde. Jedenfalls habe ich dies für mein Studium auch über mich ergehen lassen müssen, doch da war ich mit dem Hessenland weitaus schlechter bedient.

      Nicht nur nebenbei: freut mich sehr und Danke für den Kommentar. ^^

  2. Ja, die Ausstellung ist große Klasse, da kann man gut und gerne mehrere Stunden verbringen, ich grübel auch noch ob ich ein zweites mal hingehe. Nur die „Multimediainstallationen“, sprich die grausame Qualität mancher Ton- und Bilddokumente, hätte man mal überarbeiten sollen.

    • Das mit dem erneuten Besuch wird leider langsam knapp vom Zeitplan her – aber es lohnt ja wirklich. Sobald ich aus Tokyo zurück bin und mich vom Jetlag erholt habe, will ich dies aber unbedingt machen. Und dann auch noch länger bleiben als beim ersten mal – irgendwann hatte ich jedenfalls das Bedürfnis, schneller hindurch zu kommen, da mein Nahrungsaufnahmebedürfnis doch etwas von mir beim Hineingehen unterschätzt wurde…

      Das mit der Multimediaidee ist wirklich nicht ausgereift – ausgenommen jenen Extraraum mit den Millerntorrundumblick, den fand ich einfach klasse.


2 Trackbacks/Pingbacks

  1. […] der Anblick bleibt noch ein wenig ungewohnt. Lediglich die Container-Ausstellung zur Jahr-100-Feier https://kleinertod.wordpress.com/2010/10/07/die-jahr100-ausstellung-hin-da/ hat hier schon dafür gesorgt, daß diese Sicht niocht vollkommen aus dem Rahmen fallend […]

  2. […] und auch, wie sich diese Ausstellung im Vergleich zu der wunderschönen Jahr100-Ausstellung, siehe https://kleinertod.wordpress.com/2010/10/07/die-jahr100-ausstellung-hin-da/, “schlagen” […]

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