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Leider sind die Ausfälle in beiden Lagern vor dem Derby am Sonntag deutlich vorhanden. Und damit meine ich nicht die Spieler, deren Einsatz jeweils zwar auch nicht zu 100% sicher ist, sondern die Aussetzer der Fans auf beiden Seiten. Zwar lege ich eindeutig mehr Wert darauf, die positiven Aspekte des Derbys zu betonen – siehe auch https://kleinertod.wordpress.com/2010/08/24/derbyzeit-fcsp-hsv-rivalitat-ja-gewalt-nein/ sowie https://kleinertod.wordpress.com/2010/09/15/derbyfieber-das-st-pauli-heimspiel-gegen-den-hsv-ruckt-naher/ – doch möchte ich einige der negativen Aspekte hier auch nicht verschweigen. Material genug für einen eigenen Artikel wird mir ja von allen Seiten zu Genüge geliefert, leider.

Ich will jetzt nicht den Fehler machen und durch eine Formulierung wie „angefangen hat es mit…“ eine nicht vorhandene Ursache-Wirkung in den Raum zu stellen, denn bei so einer langjährigen Rivalität wie die zwischen den beiden Stadtrivalen in Hamburg kann man derartige klare Aussagen nicht wirklich mit gutem Gewissen treffen. Es gibt allerdings in zeitlicher Hinsicht Aktionen, die gewisse Reaktionen hervorgerufen haben, doch dies ändert ja nichts daran, daß auch die früheren Dinge eine Vorgeschichte haben.

Vollkommen außer Konkurrenz stehen dabei die verbrecherischen Übergriffe mit Gewalt, deren schlimmstes Beispiel der letzten Zeit mit Sicherheit der Überfall auf unseren Bene und Fans des FCSP war – siehe vor allem die Diskussionen nach meinem Erstbericht https://kleinertod.wordpress.com/2010/08/22/flaschenwurf-von-hsv-hools-auf-fcsp-anhanger-und-bene/. Allerdings hat wohl gerade dieser Überfall dazu geführt, daß ein positives Umdenken insbesondere bei den Medien stattgefunden hat und weniger die negative Seite, als vielmehr die friedlichen Schattierungen weitaus intensiver in den Blickpunkt gestellt wurden. Eine doch eher überraschende Entwicklung, die ich so nicht für möglich gehalten hätte, denn eigentlich kennt man aus der Vergangenheit ja leider die gegenteilige Variante. Aber umso schöner ist es zu sehen, daß die Fans auf beiden Seiten durchaus mitunter näher zusammenrücken und der Gewalt eindeutig und öffentlich die kalte Schulter zeigen. Beinahe täglich kann man hier in den Zeitungen entsprechende Berichte vorfinden – als Beispiel sei hier nur http://www.abendblatt.de/sport/fussball/article1633396/Ein-Plakat-und-seine-Geschichten.html genannt.

Der Aufruf einiger HSV-Supporter-Gruppierungen, den Kiez und die Schanze beim Derby mit HSV-Fans zu besetzen und durch das Derby-Schauen in FCSP-nahen Kneipen Präsenz sowie die zahlenmäßige Vormachtsstellung des HSV-Anhangs zu zeigen, wird entweder naiv blauäugig oder aber bewußt verfälscht als friedliche Aktion zu verkaufen versucht.

Dabei kann man hier, gerade im Zusammenhang mit einer fehlenden Distanzierung zu Gewalt und dem gleichzeitigen immer wiederholten Aufrufen zu „mehr Hass“ in den HSV-Foren, nur von einer gezielten Provokation sprechen. Vielleicht ist der immer wieder zu lesende Minderwertigkeitskomplex bei einem großen Anteil unter den HSV-Fans in Bezug auf das positve Bild unseres magischen FC in den Medien Vater dieses Idee gewesen – um durch diese provokante Aktion idiotische Reaktionen bei den FCSP-Anhängern hervorzurufen. Reaktionen, die leider nicht ausbleiben werden und schon wahrzunehmen sind.

Am dämlichsten ist dabei der in den FCSP-Foren eindeutig und überwiegend klar als idiotisch abgelehnter Plakataufruf, der im Viertel überall zu sehen ist.

So etwas Unsinniges sollte genauso unterlassen werden wie alle anderen Aufrufe, die sich von Gewalt nicht klar abgrenzen, sondern die Grenze hzier sogar überschreiten. Wobei festzuhalten ist, daß diese Reaktion im Gegensatz zum HSV-Aufruf definitiv noch eine Stufe tiefer im Niveau geht. Bitte bleibt doch friedlich und laßt Euch nicht von irgendwelchen Provokateuren zu solch dämlichen Aktionen hinreißen! Ach, wenn solche Apelle doch nur irgendeinen Sinn hätten…

Heute habe ich noch ein weiteres, neues Plakat entdeckt.

Weitaus friedlicher, aber auf eine Abwertung des Stadtrivalen, insbesondere mit dem unsinnigen Sch…-Satz, sollte doch verzichtet werden können. Aber auch die Supporters des HSV verpassen nicht die Gelegenheit, den FCSP zu diskreditieren.

Marschieren weckt ja auch wieder Assoziationen…
Wenn wir etwas brauchen, dann noch mehr potentielle Brandherde rundherum um das Millerntor. Das Team Green freut sich sicherlich darauf.

Nunja, die gegenseitigen Diskreditierungen kann man sicher noch unter Rivalität verbuchen. Aber dient solche Aktionen den jeweiligen Vereinen? Mit Sicherheit nicht. Die friedlichen Fans unterstützen bei diesem Derby ihren Verein, die anderen schaden ihm nur, aber das ist denen leider auch egal.

Es geht ja auch anders. Rivalität kann so schön sein – und ich würde mich einfach nur aus tiefstem Herzen freuen, wenn ich am Sonntag unendlich enttäuschte HSV-Fans nach dem Abpfiff erleben darf. Gewalt jeglicher Art darf aber in keinem Fall sein.

2 Comments

  1. So ist es. Und schön wärs. Allein, mir fehlt der Glaube. Es reichen -wie üblich- wenige, um viele zu diskreditieren. Und die sind am Start. Man sich auf vieles heutzutage nicht mehr verlassen, aber darauf schon.

    Wir sehen uns dort.

    • Ihr letzter Satz bringt einen weiteren positiven Aspekt in Sachen Derby zur Sprache. Persönlicher Natur.

      Und Ihren Ausführungen kann ich leider nicht widersprechen. Man braucht leider nicht viele, um die Mehrheit schlecht aussehen zu lassen. Trotzdem, ich hoffe, bis zuletzt. Auch wenn diese Hoffnung eher dem positivem Denken entspringt und nicht der Wahrscheinlichkeitstheorie.


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