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Jetzt sind es nur noch vier Tage zu dem seit so vielen Jahren herbeiersehnten Großereignis – dem Heimspiel am Millerntor gegen den Stadtrivalen Hamburger SportVerein. Aus vielfachen Äußerungen im Vorfeld merkt man dem HSV-Anhang dabei durchaus an, wie unangenehm es für diese offensichtlich ist, zu uns kommen zu müssen – doch jegliche Versuche, das Derby nicht beim FC St. Pauli sondern in der Wie-auch-immer-sie-gerade-heißen-mag-Arena vom Vorstadtverein austragen zu lassen, sind glücklicherweise gescheitert. Wenige Tage vor dem Spiel herrscht Spannung und Vorfreude auf beiden Seiten vor, aber es gibt auch die häßlichen Stimmen und Vorzeichen, auf die man gerne verzichten würde. Manche haben immer noch nicht begriffen, daß Rivalität zwar etwas Schönes sein kann, Gewalt aber in keinem Fall – und diese Begriffsstutzigen dürfen am Sonntag von mir aus sehr gerne daheim bleiben. Doch alle (hoffentlich) friedlichen Fans mit Karte – und die Spieler beider Vereine natürlich auch – dürfen sich auf das Derby freuen.

Zum Millerntor hinzukommen, das dürfte an diesem Sonntag durchaus schwierig werden. Man sollte in jedem Fall eine größere Zeitspanne als sonst einplanen, um nicht in irgendwelchen Vorkontrollen, die von der Polizei angekündigt wurden, stecken zu bleiben und gar noch etwas vom Spiel oder dem Vorspiel zu verpassen – und mit letzterem meine ich das friedliche, um das nur noch einmal klar zu stellen. Im Millerntor selber werden wir die neue Reiterstaffel sicher nicht erleben, aber vor den Toren spendiert uns die Hamburger Polizei exklusiv zu diesem Anlaß die Premiere dieser wiederbelebten Abteilung: http://www.abendblatt.de/hamburg/article1627571/Erster-Einsatz-der-Reiterstaffel-beim-Fussball-Lokalderby.html.

Die Atmosphäre im Stadion wird enorm sein und dies zu erleben, darauf möchte ich jedenfalls nicht verzichten. Von idiotischen Parolen einmal abgesehen erwarte ich zumindest im Stadion ein friedliches Spiel. Alles andere wäre wirklich extrem traurig – aber diesen Gedanken will ich jetzt auch gar nicht weiter vertiefen, denn etwas anderes wäre wohl auch eher unwahrscheinlich.

Leider gar nicht mal so unwahrscheinlich dürften die Probleme außerhalb des Bereichs unmittelbar um das Millerntor werden. Der unsägliche Aufruf der HSV Anhänger, den Kiez mit deren Fans zu besetzen, um dort das Spiel zu gucken, ist zwar durch das Public Viewing beim HSV von deren Vereinsseite gekontert worden, doch es werden sicherlich etliche nach St. Pauli kommen. Sicherlich auch, um dort durch Präsenz zu provozieren, denn so naiv kann man nicht sein, daß ein derartiger Auftritt keine Reaktionen auslöst. Und genau das haben die Initiatoren schon erreicht, wie man auch hier sehen kann:
http://www.rautensicht.de/derby-guckt-zu-hause-keine-sau-kiez-und-schanze-schwarz-weiss-blau/. Um das einmal klar zu formulieren: wer auch immer der oder die Hirnlose(n) war(en), der/die sich auf diese erbärmliche Weise zu einer Androhung von Gewalt herablassen mußte(n) – das ist einfach nur peinlich. Gewalt geht gar nicht. Provokationen dieser Art bringen allerdings auch kein friedliches Zusammenleben, hier wird gerne weiter Öl ins Feuer gegossen: http://cfhh.net/.

Natürlich kann das auch nur ein Säbelrasseln sein und dabei bleiben. Doch leider klingen diese Vorboten nicht nach einem friedlichen Miteinander, wie ich es mir in diesem Fall wünschen würde. Dabei sind wir alle doch Hamburger Fußballfans – von den Krawallmachern auf beiden Seiten einmal abgesehen, bei denen ich das weder weiß noch für wichtig erachte. Über den Unsinn von Gewalt und die schöne Seite der Rivalität zwischen den beiden Hamburger Vereinen habe ich ja schon etwas geschrieben: https://kleinertod.wordpress.com/2010/08/24/derbyzeit-fcsp-hsv-rivalitat-ja-gewalt-nein/ – und auch die Supporters des HSV sind hierbei gemäß ihrem Internetauftritt auf einer ähnlichen Wellenlänge: Aufruf der Supporters: Verzicht auf Gewalt – http://www.treue-hsv-jungs.de/5.html. Es könnte so schön sein.

Es gibt ja auch amüsante Dinge im Vorfeld des Derbys. So zum Beispiel die Werbung von Astra, die hier festgehalten wurde:

Weitaus sehenswerter als der (an sich aber lobenswerte) Versuch vom Hamburger Abendblatt, das Ganze im Vorfeld zu entspannen:
Alles, was Hamburg bewegt?
Eigentlich schließe ich mich gerade im Hinblick auf das Alkoholfreie Gesöff der Vorstädter der folgenden Werbung an:
Auswechselbedürfnis

Und ich hoffe immer noch, daß es so schön werden wird. Vom Ergebnis sowieso, denn das ist ja auch nicht ganz unwichtig. Der Druck liegt dabei vor allem auf den Schultern der HSV-Spieler, denn von denen wird ein Sieg erwartet. Kein Wunder, kommen sie doch als haushoher Favorit zu uns. Wir können, sofern alles weitesgehend friedlich bleibt, also nur gewinnen. Duch ein schönes Spiel, durch entsprechende Tore und vielleicht sogar durch ein gutes Ergebnis. Es wird in jedem Fall ein Erlebnis.

Den Gästen werden wir wieder ihre Hymne spielen und sogar das Bier wird beim Derby Holsten sein. Die alkoholfreie Plörre, die eh keiner trinken mag. Auch um das Millerntor herum soll nur dieses Gesöff ausgeschenkt werden, aber nach dem Spiel soll es auch wieder anders sein. Dann hoffe ich auf das eine oder andere Astra. Und angenehme Gefühle. Für uns. Das wäre doch schön. ^^

Ach ja: hier noch ein lesenswerter Artikel in Bezug auf die Abendblatt-Aktion und deren Reaktion auf Seiten eines HSV-Anhängers. Man beachte dort auch insbesondere dessen Antwort auf den treffenden Kommentar von Jekylla. http://metalust.wordpress.com/2010/09/09/make-love-not-war-statt-fahneneid/.

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