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Das unglückliche 1:0 Auswärtsergebnis in Köln war ein in dieser Saison schon fast vertrautes Ergebnis und auch vom Spielverlauf bereits mehrfach gesehen. Wir spielen mehr oder weniger gut mit, kassieren dann mehr oder weniger aus dem Nichts das Gegentor – und schaffen es dann nicht, aus unseren Chancen die nötigen Tore zu machen. Gegen Freiburg hatte das in den letzten Minuten ja gleich doch noch und zwar dreimal geklappt. Leider gegen Chemnitz, Hoffenheim und nun auch Köln nicht. Hier hatte der 1-0 Rückstand jedes mal gereicht, uns vom Ergebnis her das Genick zu brechen. Und das nun schon in einer saisontypischen Art und Weise, was von diesem Aspekt her höchstgradig aufmerken lassen sollte. Aber noch erstmal zurück zum gestrigen Spiel…

Zurück von einem Kurztrip ans Meer habe ich es gerade noch so ins Knust geschafft, um mir das dritte Auswärtsspiel in dieser Saison anschauen zu können. Die Stimmung war gut, das Astra sowieso – und sogar den Torjubel hat man uns am heutigen Tage gegönnt – wenn auch nicht das Tor. Eine solch knappe Abseitsposition hätte das Schiedrichtergespann von mir auch gerne übersehen können – aber das Schicksal meinte es nicht gut mit uns an diesem Sonntag.

Allein schon das eine, entscheidende Tor war so ein kleiner Unglücksfall. Der Ballverlust vom unglücklich auftretenden Fabian Boll im Mittelfeld brachte uns einen sehr schwer zu verteidigenden Konter ein – und der ausgezeichnet spielende Lukas Podolski spielte den Konter nicht etwa bis zum zu erwartenden Ende aus, sondern feuerte aus großer Entfernung einen Weltklasseschuß auf unseren Kasten ab. Der Ball flog zwar „nur“ gegen das Gebälk, doch von dort aus derart unglücklich direkt auf den Schlappen eines Kölners, das dieser mit einem kleinen Volley-Sonntagsschuß direkt aufs unbewachte Tor draufhalten konnte. Unmöglich für unsere gute Hintermannschaft, diesen Ball irgendwie aufzuhalten. Ein Tor aus dem Nichts, das den Spielverlauf in jeder Hinsicht auf den Kopf stellte, waren wir bis zu diesem Zeitpunkt doch die bessere Mannschaft – und danach eben nicht mehr.

In der restlichen ersten Hälfte müssen wir uns vor allem bei dem ausgezeichneten Hain-Vertreter Kessler bedanken, daß es nur bei diesem einen Gegentor geblieben ist. Selbst hatten wir kaum noch Gegenwehr bis zum Halbzeitpfiff zeigen können. Da schienen bei den Kölnern alle Dämme gebrochen zu sein und wir können von Glück bzw. von der Leistung Kesslers sprechen, daß es mit diesem knappen Ergebnis in die Pause ging. Danach lief es zwar wieder besser für uns, doch diese Lücken im Mittelfeld waren sehr bedenklich. Kaum ein Ball, der im Spielverlauf von der Verteidigung aus gut nach vorne getragen wurde – viel zu oft mußten hohe Bälle gespielt werden, die ins Nichts gingen bzw. postwendend als gefährlicher Angriff zurück kamen. Die wenigen Male, in denen wir erfolgreich das Mittelfeld überbrücken konnten, hatten wir allerdings auch sehr sehenswerte Angriffe. Vor allem in der Schlußviertelstunde war unser Team wieder bärenstark und nur knapp haben wir den Ausgleich nicht gemacht.

Charles Takyi konnte leider seine positive Wirkung nur sehr minimal einbringen, was vielleicht an seiner Verletzungspause, aber wohl eher auch an der guten Kölner Leistung lag. Allgemein war die Kölner Mannschaft viel stärker als zuletzt und hatte sich die Punkte so gesehen denn auch verdient. Wir hätten den einen Punkt allerdings auch verdient, aber wer keine (zählbaren) Tore schießt und eines kassiert, der darf sich über den Punktverlust auch nicht wundern… Zambrano war der gewohnte starke Rückhalt, auch Oczipka spielte sehr gut nach vorne und brachte vor allem als Verstärkung im Sturm neben seiner Stärke in der Verteidigung gute spielerische Elemente ein. Ebbers war ebenso typisch ausgezeichnet, nur leider selten dort, wo ein Stürmer für einen Treffer stehen muß – hierzu war unser Mittelfeld meistens zu schwach und er mußte nach hinten rücken, ebenfalls ein leider schon gewohntes Bild in dieser Saison. Lehmann und Hennings wie auch Kruse waren für mich leider erneut zu schwach im Vergleich zu ihrem Leistungsvermögen. Dafür spielte Sukuta-Pasu wieder einen ausgezeichneten Einwechselspieler, der um ein Haar für uns noch die Entscheidung gebracht hätte – aber eben nur fast.

Was bleibt, das ist nach diesem Spiel die Erkenntnis, daß wir in dieser Saison scheinbar trotz guten Spiels immer zuerst ein Gegentor fangen – und dann zwar wieder unsere Chancen bekommen, doch viel zu selten nutzen. Nur in einem von vier Spielen das gegnerische Tor zu treffen, das ist einfach viel zu wenig. Allerdings kommen Tore auch nur dann, wenn man Chancen hat – insofern will ich hierzu unseren Boys in Brown auch keinen allzu großen Vorwurf machen. Es bleibt aber bei der Notwendigkeit, daß die Chancen öfters genutzt werden müssen, wenn denn der Klassenerhalt geschafft werden soll. Nur eines von vier Spielen zu gewinnen, das wird kaum für dieses Ziel reichen. Doch, wie schon gesagt, wir sind auch nicht vom Klassenerhalt abhängig – nur schön wäre es eben doch. Und bis zuletzt sollte alles dafür getan werden. Möglich ist es allemal, jedes dieser zwei Niederlagen in der 1. Bundesliga hat dies gezeigt.

Ebenfalls festzuhalten ist aber, daß Thomas Kessler im Tor eine wirklich gute Figur gemacht hat. Das hat mich überzeugt und ich bin sicher, daß Stani ihm weitere Einsätze geben wird. Wir haben einige Spieler, die absolute Qualität in jedem Spiel, unabhängig vom Ergebnis, zeigen konnten. Andere wiederum haben ihr Potential noch lange nicht gezeigt bzw. ausgereizt. Hier ist noch derart viel Luft nach oben, vor allem im Mittelfeld und Sturm. In der Verteidigung hingegen haben wir eine gute Konstanz, darauf wird aufzubauen sein. Der Punkteverlust in diesem Sechs-Punkte-Spiel gegen den Abstieg könnte am Ende noch weh tun – aber noch haben wir viele Spiele vor uns. Weiter gehts!

P.S.: Für die Stimmung um das Auswärtsspiel herum verweise ich auf den Insider-Bericht von Jekylla: http://santapauli.wordpress.com/2010/09/13/tja-fc-koln-vs-fc-sankt-pauli-10/.

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  1. […] Mit den Augen eines „Daheimgebliebenen“ auch hier etwas zum […]

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