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Es gibt Spiele, die aus Fansicht etwas Besonderes sind – und da gehört mit Sicherheit die Begegnung zwischen dem FCSP und Hansa Rostock in jeder Hinsicht dazu. Daß es bei diesem Aufeinandertreffen noch einmal mehr ein Spiel außerhalb jeder Norm war, lag allerdings nicht an den beiden sich alles andere als grünen Fanlagern, sondern an einem polizeilichen Sicherheitswahn, der so im Fußball in Deutschland noch nie stattgefunden hatte. Daß es hierbei auch eigentlich bis auf einige noch zu benennende Punkte weitgehend friedlich blieb, lag definitiv nicht an der Polizei und ihrer auf Eskalation setzende Taktik. Selbst von den Fans, die den Protest, zu dem USP vor der Süd während des Spiels aufgerufen hatte, verurteilten oder mit Unverständnis begegneten, entwickelten zumindest einige nach dem Spiel beim Erleben der vollkommen abdrehenden Sicherheitskräfte ohne erkennbaren Anlaß Sympathie für das Zeichen-setzen gegen diesen Sicherheitswahn. Die Medien inszenierten wie von der Polizei gesteuert das geplante Randalebild, während es vor der Süd eine friedliche Radioparty wurde, der ich mich die ganzen 90 Minuten über letztlich angeschlossen habe – weswegen man für diesen Spieltag nicht mit Bildern aus dem Stadion von mir rechnen kann. Dafür möchte ich Euch aber einige Impressionen von draußen nicht vorenthalten.

Den Aufruf von USP zum Protest ab 11 Uhr auf dem Südvorplatz, siehe http://kleinertod.wordpress.com/2012/04/20/auf-fcsp-zum-friedlichen-protest-gegen-den-sicherheitswahn/ und http://kleinertod.wordpress.com/2012/04/16/wohin-geht-die-reise-gastefans-datei-gewalttater-sport-und-der-fcsp/, haben wir zwar nicht wie geplant pünktlich geschafft, aber auch bei knapp einer halben Stunde Verspätung wurde schon überall ersichtlich, was an diesem Tage auf der Tagesordnung stehen sollte.

Überall standen Polizeifahrzeuge herum und das Team Sicherheit war in einer Stärke von weit über 2000 Einsatzkräften rund um das Stadion unterwegs. Hinzu kam noch die Begleitung der Demo der Rostocker, womit das polizeiliche Kalkül, durch das Verbot der Gästefans für einen kleineren Einsatz zu sorgen, schon einmal zahlenmäßig deutlich gescheitert war.

Auf dem Südvorplatz angekommen zeigte sich dieser bereits durch das eine oder andere Banner geschmückt. Ein paar Transparente sollten noch hinzu kommen. Deutliche Worte, die aufzeigten, aus welchem Grund der Protest an dieser Stelle von einigen der Fans an diesem Spieltag durchgeführt werden sollte.

Es ging NICHT um eine Solidarität mit der alles andere als geschätzten Fanszene von Hansa Rostock, sondern darum, durch ein deutliches Zeichen klar zu machen, daß der Ausschluß von Gästefans an sich durch die Polizei keine ohne weiteres hinzunehmende Maßnahme darstellt. Durch den Protest der Fanszene des FCSP soll dieser polizeilichen Maßnahme eine klare Absage erteilt werden.

Daß es hier nicht um einen Einzelfall geht, sondern um einen möglichen Dammbruch, der die gesamte Fußballszene Deutschlands betrifft, haben immer noch nicht alle begriffen.

Sehr schön das symbolische zu Grabe tragen der Fankultur an sich.

Von dem dazu gehörigen Trauermarsch habe ich allerdings nichts mitbekommen, aber ich gehöre ja auch zu den Desorganisierten und nicht zur organisierten Fanszene. Es soll aber sehr laut und lustig dabei zugegangen sein.

Natürlich kann uns das Gästeverbot auch treffen – bei jeder von der Polizei als Sicherheitsspiel eingestuften Begegnung auswärts – das Thema betrifft alle Fußballfans in Deutschland.

Auch die Fans, die nur die Heimspiele besuchen, würden nicht mehr so aufregende Spiele erleben, wenn die Gästefans alle ausbleiben würden – einer solche Entwicklung muß bereits frühzeitig entgegen getreten werden und nicht erst dann, wenn alles zu spät ist.

Ein ungemein wahrer Spruch… =^.^=

Mit sehr gemischten Gefühlen ging ich an jenem Tag zum Millerntor. Die übliche positive Aufregung hatte sich weder an den Tagen davor noch beim Eintreffen am AFM-Container einstellen wollen. Zu sehr nervte das Drumherum von Team Sicherheit.

Ein Positives hatte das Ganze aber, denn an diesem Tag konnte ich das Spiel, wenn auch nur über Radio, mit Fans verfolgen, die ich sonst nur vor bzw. nach einem Spiel zu sehen bekomme.

Wir können übrigens auch Rechtschreibfehler. Passiert nicht nur in der Vorstadt. ;)

Aber dafür können wir hübsch malen. Also die, die das hier gemacht haben. An sich aber wirklich tolles Plakat.

Während ich wie viele andere die üblichen Fahnen und Banner daheim gelassen haben, zeigten manche, daß man auch durch das Anbringen auf dem Südvorplatz aufzeigen kann, daß man an diesem Tag nicht den normalen Fußballalltag erleben würde.

Im AFM-Container bekam ich dann auch die Antwort auf meine zuvor im Blog gestellte Frage nach einer Möglichkeit, sich an einer Choreo im Stadion zu beteiligen, auf eine ganz einfache Art und Weise präsentiert…

Wer für den eigenen Verein sich engagierende Fans als Problemfans bezeichnet, hat selbst ein Probnlem und zwar mit der eigenen Wahrnehmung. Eine schöne Pappe.

Und auch die Rückseite paßte herrlich ins Bild. ^^

Wenn ich schon keine Bilder von Tapeten aus dem Stadion an diesem Spieltag liefern kann, so habe ich doch zumindest auch ein paar schöne Teile an dieser Stelle einfangen können.

Auch wenn der Südvorplatz mitten im Gefahrengebiet lag, so habe ich hier nur eine friedliche und sichere Party erleben können. Was nicht heißt, daß ich alles mitbekommen habe, auch hier sicherlich nicht – aber dazu muß man andere Sichtweisen einholen.

Es war schon ein seltsames Gefühl, so kurz vor dem Anpfiff immer noch draußen zu stehen. Das Herz blutete früh.

Aber es war auch schön zu sehen, wie mit jeder Minute, die der Spielbeginn näher rückte, sich der Südvorplatz einfach nicht weiter leeren wollte.

Trotz einiger deutlichen Worte in Richtung Polizei ein auf dem Südvorplatz friedliches Fußballfest der ganz besonderen Art.

So zwischen 1.500 und 2.000 FCSP Fans haben sich die schwerde Bürde selbst auferlegt, dieses Spiel nur von außerhalb und über AFM-Radio zu verfolgen.

Die Stimmung war sehr entspannt und gut.

Auch das “Aux Armes!” wurde angestimmt und ein paar Lieder gesungen. Insgesamt jedoch nicht sehr zweckmäßig, wenn man das Spiel nur mit den Ohren verfolgen kann und die Mannschaft es auch nicht mitbekommt, weswegen sich rasch auf das Zuhören beschränkt wurde.

Ein ungemein befremdliches Gefühl, das Spiel da drinnen, wenn auch nur sehr leise von hier aus, mitzubekommen, während man an dieser Stelle trotz Karte ausharrt. Da drinnen hätte ich mich angesichts der Umstände aber auch genauso seltsam gefühlt.

Wie spannend es ist, wenn man ein Spiel nur per Radio verfolgen kann, kennt man eigentlich fast nur noch aus der Vergangenheit, als dies der normale Weg war, ein Livespiel zu verfolgen, wenn man nicht im Stadion war.

In der dritten Liga hatte man zumeist auch keine andere Wahl bei Auswärtsspielen, wenn man nicht mitgefahren war – und so etwas gehört ja bei mir nicht zum normalen Programm. Ich habe aber Hochachtung vor all den vielreisenden fans, die so den FCSP unterstützen – oder aber sonst ihre Mannschaft.

Die Sekunden, die die Kommentatoren mitunter brauchten, um bei einer Chance zu sagen, ob der Ball nun im Tor war oder nicht, dauerten mitunter ungemein lang – inzwischen konnte man gefühlte tausend Tode vor Ungewißheit sterben…

Wenigstens das Vollbier – trotz Gefahrengebiet – schmeckte gut und konnte einen über so manches hinwegtrösten. Zumal die angenehme Gesellschaft noch hinzu kam. Insgesamt standen vier Desorganisierte an diesem Tag draußen, wobei sich Momorulez in der Halbzeit hineinbegab und dafür ein anderes DSP-Mitglied zu uns kam. So waren wir dauerhaft ein desorganisiertes Trio in der überwiegend organisierten Fanszene.

Aber das heißt nicht, daß sich hier draußen nur die Süd versammelt hatte. Von allen Tribünen kommend standen die Fans hier versammelt, ja auch aus der Vereinsführung war jemand zu sehen, wie man mit mitteilte. Eine tolle bunte Mischung.

Ein Spieltag, der deutlich macht, warum der Protest gegen die dauerhafte Domwache in der neu zu bauenden Gegengeraden berechtigt ist. Ich hoffe, der Verein läßt sich das nochmal durch den Kopf gehen.

Vom Spiel selber haben wir hier draußen ja nicht wirklich viel mitbekommen, aber daheim habe ich mir die vollen 90 Minuten dann Re-Live angesehen und war von dem tollen 1-0 von Ebbers, das auch hier draußen frenetisch gefeiert wurde, sehr angetan. Er hat es immer noch drauf, und wie!

Zur Halbzeit ging es wie so oft im Stadion zum Bier wegbringen, diesmal jedoch ins Vereinsheim, wo mir dieser passende Flyer ins Auge sprang.

Ein Teil der bösen Rumstehterroristen machte sich dann in der Halbzeitpause auch nach drinnen auf – und auch wir hatten dies vor.

Vor dem Einlaß konnten wir es dann aber einfach nicht über uns bringen, an diesem Spieltag ins Stadion zu gehen. Das war einfach kein Spiel wie jedes andere.

Und so ging es dann weiter auf dem immer noch gut gefüllten Südvorplatz.

Wie schön wäre doch der Fußball, wenn sich die Polizei darauf beschränken würde, nur im wirklich notwendigen Maße einzugreifen…

Die tolle Vorarbeit von dem gut spielenden Naki – wie gesagt, ich hab das Spiel danach ja Re-Live verfolgt – auf den wunderbar abschließenden Ebbers zum 2-0 war ebenso schön anzusehen wie der Jubel draußen genauso toll war wie da drinnen. Ein Tor für den FCSP fühlt sich einfach überall toll an.

Schade, daß das tolle Solo von Bartels nicht zu einem Treffer führte und auch Boll vergab ja eine gute Gelegenheit – doch dann fiel ja doch das erlösende 3-0.

Zu diesem Zeitpunkt rasten auf einmal die Polizeiwagen mit heulender Sirene auf der Straße hin und her. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Sogar in beide Richtungen gleichzeitig. Was ein ungemein absurdes Bild darstellte, wenn so eine Kolonne in die eine und die andere Kolonne in die andere raste. Offensichtlich schien irgendetwas in der Nähe des Jolly los zu sein, weswegen wir ein paar Schritte um die Ecke wagten, um das in nächster Nähe auch mit eigenen Augen sehen zu können.

Die deutlichen Worte, die hier ab und an zu lesen und hören waren, standen aber auch anderswo im totalen Gegensatz zum sonst offensichtlich friedlichen Verhalten der FCSP-Anhänger.

Nur irgendein schnell verloschener Rauchtopf wurde an der Straße gezündet, aber darum kümmerte sich das Team Green gar nicht.

Auch das hätte nicht sein müssen, aber im Vergleich zu dem, was angeblich passiert sein soll – wobei dies allerdings mit großer Vorsicht zu genießen ist, siehe dazu sehr gut http://www.publikative.org/2012/04/23/ganz-sankt-pauli-fragt-die-polizei/ mit einem herrlich absurden Screenshot der MoPo-Meldung – ist das unstreitig harmlos.

Krawalle von einigen hundert Sankt Paulianern könnte ich aber zu keinen Zeitpunkt sehen. Auch die angeblichen Flaschen- und Steinwürfe sowie den Beschuß der Pferde mit Pyro habe ich nicht selbst gesehen, was aber nichts darüber aussagt, ob derartiges geschehen ist oder nicht. http://www.youtube.com/watch?v=uID1k-fRcu8 zeigt aber die angeblichen Krawalle deutlich – wie ich mitbekommen habe, vor dem Jolly die einzigen Momente, wo die Polizei den Wasserwerfer zum Einsatz brachte. Was davor sowie danach und außerhalb des Bildes passierte – und natürlich anderswo, das wird daraus logischerweise nicht ersichtlich.

Es kam wohl zu (in jeder Hinsicht zu verurteilenden, das geht einfach gar nicht!) Würfen aus einer Straße ein paar Häuser neben dem Jolly, was die Polizei aber nicht davon abhielt, die “wahren Störer” in den friedlich herumstehenden FCSP-Fans vor dem Jolly Roger auszumachen. So jedenfalls meine Beobachtung und die von Magischer FC unter http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=6235 nachzulesen.

Das vollkommen überdrehte Auftreten der Sicherheitskräfte stand jedenfalls in keinem Verhältnis zu der insgesamt eher harmlos wirkenden Situation. Wer sich hier randalierende USPler “erhofft” hatte, muß ich “leider” “enttäuschen”…

Dafür kam aber eine Einsatztruppe, die an einen Kriegseinsatz erinnerte, von Seiten der Staatsmacht. Die armen Polizisten taten mir übrigens leid, so ganz in Montur immer hin und her zu hetzen. Das war sicherlich anstrengend. Und sinnlos.

Die umstehenden Personen betrachteten eher fassungslos den Aufmarsch der Sicherheitskräfte und wunderten sich darüber, warum die so einen Aufstand machten.

Auch vor dem Jolly Roger war alles ruhig. Nichts in der Art, was die Medien nachher behaupteten, weswegen ich auch froh bin, daß mit eigenen Augen bestätigen zu können (soweit man das eben kann). http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=6242 mit einem weiteren Seitenhieb auf die MoPo, die das hier redlich sich verdient hat…

Dann ging auf einmal aber alles ganz schnell – die Polizei ließ die Durchsage ertönen, wonach die neben und hinter den Wasserwerfern stehenden Personen sich entfernen sollten und wir gingen dann auch wieder zurück zur Süd, da wir keinen Bock auf irgendeine Auseinandersetzung hatten. Allein für einen friedlichen Protest waren wir schließlich gekommen. Doch keine (gefühlten) fünf Sekunden nach der Ansage schoß der Warrerwerfer plötzlich auf alle Umstehenden im 360 Grad Winkel seine Ladung ab. Unsere hinterste Person bekam noch einen Hauch des weit durch die Luft getragenen Wassers ab, dem wohl auch noch anderes beigemischt war. Jedenfalls fing kurz danach deren Gesicht an zu brennen und wir haben das lieber gleich im Vereinsheim mit Wasser abgewaschen. Was für ein Einsatz, so ohne Grund und ausreichender Vorwarnung. Aber passend zur ganzen Vorgeschichte dieses Spieltages.

Es hätte wohl genauso gut die friedlich protestierenden Rostocker treffen können, denn viel mehr als von dort ging meines Erachtens auch nicht im Viertel ab. http://www.taz.de/Fc-St-Pauli-gegen-Hansa-Rostock/!91979/ ist der allein lohnende Presselink zu diesem Thema eines Printmediums.

Auch die ganzen FCSP Fans, die aus dem Stadion jetzt nach Hause gehen wollten, bekamen mitunter den absurden Polizeieinsatz mit. So berichtete mir ein Mann im Rentenalter, der seinen Drahtesel die Straße entlang schob, wie er von einem Polizisten dafür angemacht wurde, daß er auf der falschen Straßenseite sein würde – wobei die andere von der Polizei versperrt war. Lange Zeit mußte dieser in einem Häusereingang darauf warten, endlich nach Hause fahren zu können, auch auf freundlichste Anfragen wurde ihm der Durchgang versperrt. Äjhnliches berichtet http://www.stefangroenveld.de/2012/kogge-erneut-versenkt/. Alles kriminelle FCSP-Anhänger… Lesenswert auch http://blog.uebersteiger.de/2012/04/23/32-spieltag-h-fc-hansa-rostock/ zum ganzen Tag.

Auch wenn das obige Bild nichts mit dem nachfolgenden Text zu tun hat, mitbekommen habe ich schließlich nicht alles, muß ich das aber trotzdem noch hier loswerden:

Was nicht heißt, daß sich nicht auch einige daneben benommen hätten. Der Angriff auf die Vorstadt-Kneipe ging jedenfalls gar nicht. DAS hier http://twitpic.com/9d2gsf braucht kein Mensch. Ebenso wie Angriffe auf Polizisten. Menschen und Sachen angreifen lehne ich jedenfalls ab. Aber wer auch immer das war, ob nun dem FCSP-Umfeld zuzuordnen oder vom Gefahrenangebiet angelockte Krawallsucher bzw. eine Mischung aus beidem (ich weiß es ja nicht, alles ist möglich) – eine SCHEISS Aktion.

Was die Reiterstaffel hier sollte, das weiß ich auch nicht, aber wenn die armen Pferde (und armen Polizisten) mit Pyrotechnik angegriffen wurden, dann finde ich das ebenfalls vollkommen daneben. Protest ja, aber bitte nicht auf so eine Weise. Nur – mitbekommen habe ich davon nichts. Als ich die dahintraben sah, wirkte auch alles friedlich. Und daß war zeitlich auch nicht weit von dem Ende der angeblichen Krawalle, denn gegen 17 Uhr sollte angeblich schon wieder alles ruhig gewesen sein so die Polizei. Nun, wenn es auch einige idiotische Szenen sicherlich gab, als Krawalle würde ich so etwas nicht bezeichnen. Das oben verlinkte Video scheint die gesamten “Auseinandersetzungen” des Tages vor dem Jolly eingefangen zu haben, denn danach habe ich auch keinen Wasserwerfereinsatz mehr mitbekommen.

Vor der Domschänke verblieben wir an dem Tag nur kurz, die restliche Bezugsgruppe sehen und das eine oder andere Bierchen danach trinken. Dabei erzählten wir kurz auch von dem ohne ersichtlichen Grund gestarteten Wasserwerfereinsatz mit den Folgen, die http://metalust.wordpress.com/2012/04/22/der-storer-ist-vor-allem-die-polizei-trotzdem-danke-an-die-mannschaft-fur-6-punkte-gegen-hansa/ wohl ein wenig in den falschen Hals bekam, denn so dramatisch wie geschildert hatte ich das weder mitbekommen noch nacherzählt (glaube ich zumindest). Als dann ein paar Volldeppen damit anfingen, einen Hansa Rostock Schal anzuzünden, den sie wohl erbeutet haben, hatte ich einfach nur die Nase voll. Auf solch eine Aktion und auch nur die Nähe zu solchen Leuten konnte ich gut verzichten. Eine Schande für den FCSP. Und wohl auch eher der Grund für meine Blässe, auf die im obigen Blogbeitrag verwiesen wurde und von der ich auch nichts weiß. Ich hatte einfach die Schnauze voll von dem Nachgeschehen drumherum. Also verabschiedeten wir uns um zu mir zu fahren, um die 90 Minuten mal am Bildschirm verfolgen zu können und ohne solche Szenen ertragen zu müssen.

Hier stieß noch ein weiteres Fanclubmitglied hinzu, welches das Spiel im Stadion verfolgte – wie auch http://santapauli.wordpress.com/2012/04/23/22-04-2012-fc-sankt-pauli-vs-hansa-rostock-30/ und http://beebleblox.blogspot.de/2012/04/was-gibts-in-rostock-auf-den-tisch.html – und mir dieses Bild für meinen Blog zur Verfügung stellte. Die ganzen Tapeten wurden im AFM-Radio ja auch vorgelesen, was sehr schön war. Auch die Stimmung auf den Rängen schien gut und laut zu sein, was ich einfach nur toll finde. Wobei ich jetzt keine USP-Kritik anschließen möchte. Es sind schließlich an jedem Spieltag immer alle Tribünen gefragt und niemals macht eine Tribüne alleine allen Support. Wenn sich einige Fans jetzt befreit gefühlt haben, so hoffe ich doch, daß sie diesen Schwung mitnehmen und auch bei weiteren Spieltagen zum Einsatz bringen – sowie dazu von der Süd auch den Raum gelassen bekommen. Auf daß es viele weitere schöne Spiele am Millerntor mit lauten Fans und Gästen im Gästeblock geben wird!

P.S.: Einen Nachtrag habe ich doch noch. Zur medialen Nachbearbeitung ein lesenswerter Kommentar: http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=6244.

Und auch diese Texte sollte man gelesen haben: http://metalust.wordpress.com/2012/04/24/wie-das-neue-deutschland-und-die-vopos/ sowie http://womanwithnotaperecorder.wordpress.com/2012/04/24/politik-und-fusball/.

Auch die Stellungnahme des Fanladens gehört zum must-read zu diesem Tag: http://www.stpauli-forum.de/viewtopic.php?t=66888.

14 Comments

  1. Doch, Du hast das so dramatisch erzählt ;) …. und mir noch den Vorteil des Manteltragens, weil man damit die Atemwege schützen könne, demonstriert.

    • Habe ich das wirklich? Hui, da hatte ich ja wirklich schon einen im Tee. Oder war einfach deutlich davon geschockt, daß die so schnell auch in ungefähr unsere Richtung den Strahl gerichtet hatten, obwohl wir doch friedlich davongingen. Sowas gehört ja nicht gerade zu meinem klassischen Spieltagsrepertoire… Macht aber auch überhaupt keinen Spaß, wenn ein Mensch, den mag kennt und mag, so etwas ins Gesicht abbekommt. Und das, obwohl gleich nach der Ansage weggegangen wurde. Auf all das hätte ich echt gut verzichten können. Und im Nachhinein denkt man sich auch, wozu man dann auch so ein Stück Stoff gebrauchen könnte. War vielleicht doch etwas geschockt? Na, ich bin halt kein Krawalltyp.

  2. Das ist ja auch Schocking, wenn man nicht jahrelange Routine im Schwarzen Block hat und da dann ja auch viel, viel heftigere Sachen erlebt hat bis hin zu Freunden, die von der Polizei in den Tod gejagt wurden (ich meine Conny in Göttiingen). Neulich war irgendwo ein Bericht über Sexismus-Erfahrungen mit Polizei in diesen “Gefangencamps” zum Beispiel rund um den Heiligendamm-Gipfel verlinkt, das konnte man ohne Nervenzusammenbruch kaum lesen.

    Und damit werden in einer bestimmten Hinsicht “Normalbürger” wie wir, in dem Fall ja schon normal, normalerweise auch nicht konfrontiert. Was eben immer wieder auch auf den Punkt mit den “migrantischen” Jugendlichen verweist, die das zwar nicht mit Wasserwerfer, aber ansonsten allerlei Methoden in eine Feindschaft mit der Polizei von der Polizei hinein sozialisiert werden. Und solche, die “innenstädtisch nomadisch” leben wie manche Punks eben auch.

    Was aber, glaube ich, auch die Ahnungslosigkeit manch anderen Bloggers erklärt – die kennen diese Stories nicht und wollen sich dann vermutlich ihr Bild vom irgendwie ja guten und sinnvollen Vater Staat nicht beschädigen, weil es sich damit auch einfacher lebt.

    • Bin ja mehr als glücklich darüber, daß ich dank der Priviligierung meiner weiß-heterosexuell-männlichen Rolle nicht so rasch in das gefährdete Raster falle. Wobei ich ja auch das eine oder andere frei gewählte Element besitze, welches der Staatsgewalt als “Warnzeichen” dient – wie beispielsweise das Fansein vom FCSP. Daß es anderen Gruppen hier viel schlimmer geht und das auch ohne die Möglichkeit einer nach außen zumindest scheinbaren Anpassung, daß ist mir zumindest in den mir möglichen Ansätzen bewußt. Ganz kann man das ohne Erfahrungen nie verstehen, eben noch nicht einmal annähernd.

      Da war das gestern auch ein gutes Beispiel – mit so einer Situation direkt konfrontiert zu werden, die man überhaupt nicht kennt und zu der man nach eigener Einschätzung auch in keinster Weise einen Anlaß geliefert hatte, das (oder was in der Art) muß man selbst erlebt haben, um die Wirkung und den Schock darauf zu verstehen. Ob nun Blogger oder sonstige Personen – wer so ohne weiteres von einem guten Staat ausgeht, dessen Handeln schon immer seine Richtigkeit habe, wird eh auch kaum Verständnis für diesen Protest gehabt haben und gar nach schlimmeren Strafen für die bösen Randalierer schreien. Weil es so schön einfach ist und in das eigene Bild paßt.

      Spannend fand ich ja, wie jener beschriebene ältere FCSP-Fan sich nach den eigenen Erfahrungen mit der Polizei gestern fassungslos über deren Einsatz gezeigt hatte. Wer nicht nur MoPo und co liest, sondern selbst die Augen offenhält, erfährt eben ganz andere Dinge.

      Es kotzt mich aber trotzdem an, daß einige Idioten da Sachen gemacht haben, die einfach gar nicht gehen. Ob diese Dinge geschehen wären, wenn die Polizei sich zurückgehalten hätte, ist zwar nicht gänzlich unbeachtlich, verdient jedenfalls thematisiert zu werden, macht die Ausfälle einiger aber auch nicht besser. Von bürgerkriegsähnlichen Zuständen waren wir vom Polizeieinsatz selbst abgesehen aber unendlich weit entfernt.

  3. Respekt für die Teilnahme an der Demo vor der Haustür, ich hätte es nicht ausgehalten. Nicht bei diesem Spiel. Danach hatte ich keine rechte Lust auf Krawalltourismus mit der Kamera, ich hab den Spartanern nicht über den Weg getraut, meine letzte WaWe Dusche gab es in Brokdorf, ich bin zu alt für diesen Kram *g*. Es war auch abzusehen, dass es wenigstens vereinzelt krachen wird, weil die Cops mit ihrem Gefahrgebietsscheiß genau den Playground für erlebnisorientierte Krawallkids geschaffen haben, das zieht so gut wie das Schanzenfest. Wenn da nur drei mit Totenkopf rumlaufen ist die Fanszene schuld, ganz besonders natürlich diese USP Hooligans. Mit denen werde ich demnächst mal ein ernstes Wörtchen reden *g*

    • Protest mußte sein an diesem Tag, auf dem Südvorplatz verlief das ja auch schön friedlich (was ich mitbekommen habe). Warum ich nicht so einfach hineingehen konnte, habe ich hier ja auch erklärt – habe aber auch jeden Fan verstanden, der hineingegangen war.

      Was das Erlebnis mit dem Wasserwerfer betrifft: Als ich mich in die Nähe bewegte – wie ich meinte, aus sicherer Entfernung – war alles ruhig. Polizei war angerückt und sonst schien nichts zu passieren. Weswegen ich meinte, einen Blick riskieren zu können. Offensichtlich eine Fehleinschätzung, aber ich habe ja auch versucht, auf die erste Aufforderung auch wieder wegzugehen. Nunja.

      Ich finde es sehr schade, daß der Tag nicht vollkommen friedlich verlaufen ist – aber das heißt nicht, daß ich nicht damit gerechnet habe, daß es irgendwo und irgendwann zu Problemen kommen würde. Gerade bei dem, was durch einen solchen Polizeieinsatz angezogen wird.

  4. Na, so einfach scheint das mit dem “Erlebnisorientierten” nicht zu sein – wenn das Abendblatt hier recht hat: http://mobil.abendblatt.de/sport/fussball/st-pauli/article2255991/Polizisten-attackiert-Die-Spur-fuehrt-zu-den-Kriegern.html , dann ist das ein anderes Phänomen eher rund um die Effekte z.B. des “Racial Profilings” angesiedelt. Das ist dann das Problem, das es auch schon rund um Schanzenfeste gab, und tatsächlich eine Herausforderung für den Verein und seine Fanszene. Aber vielleicht sind andere da ja informierter als ich, der da vieles nur halbgar vom Hörensagen weiß.

    • Das klingt in der Tat erschreckend, aber noch scheint mir das ein wenig verfrüht zu sein, um derartiges als endgültige Erkenntnis anzusehen. Vielleicht liegt das auch an meiner Unkenntnis, aber von sowas habe ich zuvor noch nie gehört bzw. gelesen. Von der gesamtgesellschaftlichen Komponente einmal abgesehen, wenn eine solche Gruppe in dieser Form exisitieren würde (alles noch sehr unter Vorbehalt zu sehen), dann muß die Fanszene darauf reagieren. Herausforderung ist dann ein gutes Wort.

  5. Na, halt insofern, wie die Flora das z.B. auch schon musste – es gab ja mal dieses Schanzenfest, wo auf einmal auch jene Geschäfte “entglast” wurden, die sonst immer in Ruhe gelassen wurden. Und hinterher wetterten alle gegen die “migrantischen Jugendlichen, die aus den Vorstädten eingefallen sind”. Dann gab es ein Flugblatt von der Flora, nö, auch das sind unsere Jungs, wenn wir denn weiter links sein wollen. Die sind nun aber teilweise zumindest an den Rändern mit Kiez-Strukturen vernetzt, mit denen man nun wirklich nichts zu tun haben will. Ich weiß nicht, ob das bei der konkreten Gruppe auch so ist; da kommst Du als Fanladen oder so gar nicht ran. Und dann entsteht das Problem, dass es ja europaweit in Abstufungen gibt, auch rund um den FC St. Pauli: Irgendwie diffus links sozialisierte Mittelschichten treffen auf “delinquente” Milieus, die als Effekt post-szialdemokratischer und neoliberaler Politiken und grotesker Drogengesetzgebungen entstehen, in den USA ja gezielt produziert und rassistisch konnotiert werden, hier in Ansätzen auch, die ihnen aber derart fremd sind, dass es schwierig ist, das in gewohnte, politische Kategorien zu überführen. Zudem das auch keineswegs nur “Unterschichts”-Jungs sind. Dass das irgendwann rund um den FC St. Pauli akut würde, das war zu erwarten. Das ist nur eine ganz andere Herausforderung als hooliganeske Strukturen am ganz am Rande von Ultra-Gruppen.

    • http://mobil.abendblatt.de/hamburg/article2255875/Der-FC-St-Pauli-und-die-Gewalt.html – um noch einmal voller Widerwillen sich zu übergeben… Macht den anderen Artikel dieses Blattes nicht unbedingt glaubwürdiger, was in diesem Kommentar alles verkehrt zusammen geworfen wurde.

      Ersteinmal müssen ECHTE Erkenntnisse her, Bislang sind das nur Vermutungen. Zum Handeln ist es jedenfalls zu früh. Unschuldsvermutung sollte IMMER berücksichtigt werden. Mit der DFB-Methode (Einzelfall interessiert nicht, einfach draufhauen, trifft schon den Richtigen oder auch nicht, bringt aber Geld ein) kommen wir hier garantiert nicht weiter. Schill, Ahlhaus, Schreiber und nun Peter Wenig? So werden die Probleme nie weniger, nur schlimmer.

      Und Lösungen wollen wir ja alle. Nur welche, die funktionieren. Dazu muß man erst RICHTIG und GENAU hingucken. Wenn echte Erkenntnisse da und belegt sind, kann man auch über die zutreffenden Reaktionen nachdenken. Wenn es tatsächlich eine kriminelle Gruppe gibt, die ab und an ins Stadion geht, und deren Mitglieder in kürzester Zeit sich zahlenmäßig groß verändern, dann wird es schwer, da mit normalen Mitteln eines Fußballvereins eine Lösung zu finden.

      KEINE Lösung ist die Einschränkung von Grundrechten wie der Meinungsfreiheit. Auch Politik gehört ins Stadion, gerade ans Millerntor. Wer das verbieten will… Nein, das ist zu absurd, um das weiter auszuführen, das ist offensichtlich.

      Und was die ACAB-Debatte anbelangt – http://www.jurawelt.com/gerichtsurteile/oerecht/bverfg/4731 sowie http://www.lawblog.de/index.php/archives/2012/01/20/gericht-acab-ist-keine-beleidigung/ zeigen ein anderes Verständnis der Grundrechte auf, als es ein Peter wahrhaben will. VIEL ZU WENIG!

    • Eine Weile geguckt und da ich trotz HRO keine Dinge entdeckt habe, die dagegen sprechen würden, das hier stehen zu lassen, auch freigeschaltet.

      Die Demo zu veranstalten und friedlich durchzuziehen war sehr gut und wichtig.

  6. Danke fuer den wie immer interessanten Bericht (obwohl erst mit Verspaetung gelesen) Die Tasche auf dem Bild mit dem ACAB Spruch ist SUPER!

    • Ich freue mich immer dar´über, wenn ich feedback bekomme – ob nun gleich im Anschluß nach der Veröffentlichung oder auch irgendwann später. Schön, daß der Bericht gefallen hat.

      Und das mit der ACAB-Tasche sehe ich genauso. Als ich die sah, mußte ich sie nicht nur sofort ablichten (mit freundlicher Genehmigung der Besitzerin), ich wünschte auch, ich würde so eine ebenfalls irgendwo ergattern können. Die ist einfach klasse. Und ich liebe einfach Katzen… =^.^=


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  1. […] als es bei den letzten Aufeinandertreffen dieser beiden Vereine passiert ist, siehe dazu auch http://kleinertod.wordpress.com/2012/04/23/rumstehterroristen-fcsp-nahezu-ohne-hansa-rostock-im-gefa…, dennoch wird ein Medienrummel veranstaltet, als wäre der Bürgerkrieg ausgebrochen. Das Maß ist […]

  2. […] auf magischerfc.de, Berichte und Kommentare vom Übersteiger, Publikative.org, Metalust, KleinerTod, […]

  3. By Die Macht kommt von unten | lichterkarussell on 11 Sep 2012 at 5:47 nachmittags

    […] allem die Polizei – trotzdem: Danke an die Mannschaft für 6 Punkte gegen Hansa!!! KleinerTod: Rumstehterroristen – #FCSP nahezu ohne Hansa Rostock im Gefahrengebiet Publikative.Org: St. Pauli vs. HRO: Police and Thieves; Ganz Sankt Pauli fragt die […]

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